Platte, Plätte das Wort ist nur für die aus dem Nhd. entnommene Bed. 1 a allg.; manche Bed.,
auch in der lautl. Entwicklung besondere Wege gehend, sind an verschiedene, besondere Geb. gebunden;
-t (Berg ö. Ürd-L.
-tə), Pl.
-də(n) Rhfrk, Mosfrk, sonst
-tə(n); Demin.
-tχən usf.
f.: 1. flache Dinge für best. technische Zwecke. a. wie
nhd. aus Stein, Zement, Ton, Eisen, Holz;
en stene, marmorene, isere, hölze Pl.; de Köch (der Husgang) es met stene Pl.ə beleg (diese Bed. ist für die MA. die älteste u. gebräuchlichste);
de Plättcher em Flur; die Bodenpl. des Backofens aus Stein wird auch
Pl. genannt; späterhin treten dazu:
Ofen-, Herd-, Dischpl. (letztere auch
Blatt genannt), auch das
Takeneisen wird wohl
Pl. genannt Allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk
blat [WSaarbg, WTrier, Bitb, Prüm
-ā-; Prüm-Mürlenb 1860
-E-], Pl.
-də(n), Demin.
-ędχə(n); Rip, Nfrk
-ā- [Berg ö. Ürd-L.
-tə; Gummb
-a- u.
-ā-; uWupp 1870
-ętə], Pl.
-tə(n), Demin.
-Etχə(n), –tšə(n), –tjə [im SNfrk, Klevld
-ę-]. — In besondern Geb. sind noch bestimmte Eisenplatten gemeint. α. die Pl. für Gebäck, die in den Backofen geschoben wird (
Tarten-, Fladen-, Kochenpl.) Rip, Nfrk (im südl. Geb.
Plättel);
strik die Pl. möt Botter af, leg die Wegge drop on schet (schiesse)
se dann en (in den Backofen). — β. das gewalzte Blech NBerg. — γ.
Pl. am Schiff, die die Aussenhaut des Sch. bilden; die oberste, längs um das ganze Sch. laufende, den Gangbord überragende schmale Pl.reihe heisst
Bergpl.; die darunter liegenden Pl.reihen sind die
Seitengänge, deren oberster der
Obergang ist; dann folgt der
Zweite Gang usf.;
s. auch
Kimm-, Boden-, Kil-, Schergang. — δ. Eisenplatte vor der Radlünse, die Achse u. Büchse vor Schmutz schützt, auch
Lönspl. Geld-Leuth, Kleve-Hassum. — ε.
-ātə Angel an der Säge als blosse Verlängerung des Blattes, mit Schraublöchern versehen Remschd; die kleinere
Pl. am Kistenschloss u. Riegel, auf der der eigentl. R. befestigt wird u. das Schl. einschnappt; Unterlage aus Aluminium, beim Feilenhauen; Eisenplatte, zum Auftragen des Schmirgels auf die
Plistscheibe NBerg. — ζ.
de Platten schlahn die Becken schlagen Saarl-Stdt 1870. — RA.:
Dröppe (Regentropfen so dick)
wie Pl.ə Eup.
De Pl. botze alles aufessen Birkf; übertr.
botz de Pl.! scher dich weg;
er hot de Pl. gebotzt ist schuldbewusst ausgerissen Birkf, Wend, Saar, Mos, Bernk-Rhaunen, Zell-Sohren; dazu im
N. in Duisb, Rees, Dinsl, Klev, Mörs, Geld, Kemp;
anem de Pl. b. einem die Meinung sagen Trier-Stdt;
de kregt de Pl. geputzt Geld-Twisteden, Mörs-Rheinbg;
die Pl. es gebutzt es ist keine Aufsicht da Zell-Trarb.
Der hot en glihdig Pl. im Leif von einem Trinker oder von einem, der grossen Durst hat u. viel trinkt Bernk-Winterich.
De sprengt wie enem Bär op wärm Pl.ə ist ein schlechter Tänzer Kref-Stdt.
Uf de Pl. sputzen bezahlen müssen Saarbr-Heusw;
en de Pl. spauze dass. Saarbr-Fürstenhsn, Ottw-Uchtelfang.
Schmit ens jet Tabak op de Pl.ə, dann rückt (riecht)
et no Mannstüt! Elbf. —
Plätcher werfen (machen) flache Steine über eine Wasserfläche hüpfen lassen Merz-Keuching, Bernk-Graach, Ahrw-Neuenahr. — b.
-āt, ech gonn üvver de Pl. Bürgersteig Köln-Stdt. — c.
-ęt flaches Eisen, zum Beschlagen der Hufe der Zugochsen;
de Oəsse kriə Pl.ə onger; von der
Pl. geht die
Fedder aus, die oben um die Klauen gebogen wird Prüm-Hallschlag, NDaun, Schleid, Aden [
-a- Dorsel;
-a-, –ę- Hümmel], Rheinb-Queckenbg, NNeuw, Altk (u.
-ętχən). RA.:
Dat Mädchen hät ein Pl. verlore ist ausserehelich Mutter geworden Schleid-Baasem. —
-ā- Schuhflicken auf der Sohle Schleid-Bereschd;
-ę- Sieg-Felderhoferbrück. —
d. -āt die Silberplatte, die der neue Schützenkönig zu den alten zu stiften hat; der Sch. trägt in langer Kette diese
Pl.ən um den Hals Rip, Nfrk. RA.:
De Pl. es eraf! der Schützenkönig ist gefunden, gerufen beim Vogelschiessen Düss-Stdt.
De hat de Pl.ən enhange er ist betrunken (Folge des Schützenkönigswerdens);
he hat sech de Pl.ə egehange; de hat de Pl.ə er ist betrunken Eup. — e.
-āt Mauerpfette, der Balken längs der Traufe Mörs, Geld, Klev u. abseits Malm. —
f. -Et [Eusk, Rheinb-Wald
-ę-; Aden-Dorsel
-ętə] Holz, durch das die Zähne des Rechens gesteckt sind, Rechenkopf Malm, Monsch, Schleid, Aden, Rheinb, Eusk, Bergh-Blatzh, Dür-Stdt, Neuw-Datzeroth Limb ORaden, Goar-NHeimb;
-Edə Altk-Bachenbg, Neuw-Steimel;
-ętə Altk-Herpteroth;
-āt Simm-Castellaun Leideneck, Zell-Sohren. — g.
-Etə, Futpl. Trittbrett am Blasebalge Gummb-Berghsn. — h. Sg. t. die flache Seite des Spielknöchels, der Rillenseite gegenüberliegend, u. zwar vorzügl. Berg
-ęt, –ętχən Waldbr, Wippf, Gummb, Sol-Leichl (
-E-), Barm, MülhRuhr;
-Etkən Lennep-Radevormwald;
-ęt Dür-Nörvenich;
-at Eusk-Gymnich Kierd, Dür-Poll, Elbf, Gummb-Bösinghsn Müllenb Rodt;
-ā- Mettm-Stdt;
-ātə Sol;
-Etχə Düss-Stdt;
-ę- Hilden;
-ā- Aach-Vorweiden (gewölbte Seite);
-Etərkən Mörs-Ginderich;
-ętjən Dinsl-Möllen;
-tkən Gahlen (die vier Seiten:
Zämke, Züppke, Löckske, Pl. Düss-Stdt;
Löckelchen, Pl., Süppchen, Grüppchen Gummb-Rospe usf.);
bim wibbeln har ek teletzt Plätt, nich Puckel (oder
Lök, Suppe). — i.
-āt Adlerseite der Münze, im Gegens. zu
Krütz Zahlenseite;
Kr. of Pl. beim Münzwerfen Kemp-Bracht. — k.
-āt der Boden des Rückentragkorbes MGladb, Erk. — l.
-ęt die Fläche des Fussrückens hinter den Zehen Sol u. uWupp (
bl-) 1870. —
m. -Et der untere Teil des Ruders Kobl-SSebastian. —
n. -Et horizontal liegender oder muldenförmig gebogener Sattelrücken im Kohlenflöz Wurmgeb. — o.
-ęt Friedhof (weil er auf einer abgeflachten Bergkuppe liegt), in Wend.:
Se drahnt hen op de Pl.; he es rif fö
r de Pl. er stirbt bald Monsch-Stdt. — p.
-ętχə(n), Pl.
-tχər n. Untertasse Rhfrk (auch
Kaffipl.), Mos, Westerw (hier auch
Onnerpl.), Aden, Ahrw, Schleid, MüEif (hierhin gehörig, nicht zu Blatt 8). — 2. mehr übertr. a. sachl. α. Glatze, u. zwar
-āt; im SNfrk in Mörs, Kemp, MGladb Grevbr, Neuss, im Rip daneben, mehr verächtl.
-E-; Berg
-ātə, –Etə; Gummb neu
-Etə, alt
-ę-; Sieg-Fussh
-ęt; uWupp 1870
-ętə; Ess
-ętə; diese Bed. reicht
n. einschl. Prüm-Duppach Stadtkyll, SSchleid, Aden u. biegt hier (stets als
-Et) über May bis zur uMos in Kobl-Kärlich Stdt (auch
-ā-), Koch-Lutzerath Treis, Boppard (
-ā-); rrhn.
n. einschl. kurköln. Neuw, berg. Südgrenze, Siegld (
bladə) [südl.
blakiger Kopp]. — RA.:
En Pl. es en Quittong för dat Pläsier, wat mer henger sech hat MGladb.
Ech han et net on verlangen et och net, un wenn ech et hätt, göf ech et für de ganze Welt net, d. h. die
Pl. Eusk, Sieg, MGladb.
Liewer en Pl. as gar ken Hor! Gummb, Allg.
Wer en Pl. hät, bruch sich nit ze keime (kämmen) Köln-Stdt.
De hät en Pl. bös en de Röcke Rheinb.
De Kerl hät en Pl., dat sich ken Lus drop holde kann Meiderich.
Dir es de Pl. op de Fersch (Ferse)
gefalle! die Ferse schaut aus dem Loche des Strumpfes Köln-Merh.
Wenn de Pl. es geschoəre, es der Gitz dren geboəre ist dem Geistlichen die Tonsur gegeben, so wird er geizig Bergh-Blatzh, Kemp-SPeter.
He hät sing Pl. mit Sardelle verzeert wenn einer über seine Pl. die Seiten- oder Hinterhaare legt Köln-Stdt.
Me kann och met enem Rifkoche de Pl. enöle man kann auch einen Gegenstand für Zwecke verwenden, wozu er eigentlich nicht bestimmt ist Bo-Stdt.
De wörd för et halve Geld fotografeert, de brengt de Pl. schon met von einem Kahlköpfigen Düss-Stdt.
Enem de Pl. enhaue auf den Kopf hauen;
ech gen der enen op (für) deng Pl.; ech kunn der an de Pl.! Rip, Allg.;
ich dunn der die Pl. rasiere! Köln-Nippes.
Du kanns mir net de Pl. geck mache mich nicht verulken Bo-Stdt.
De hät en ränste Leismart of em Pl. May-Bell (
m.).
Dem schinnt de Sonn op de Pl. er hat eine Glatze Kemp, Allg.
Nu ritt (reiss)
ens op der Pl. en Hor ut! das ist unmöglich Sol-Burschd.
Den os net bei Pl. nicht gescheit Prüm-Duppach.
De hät et ärg en de Pl. er ist stolz Sieg-Scheiderhöhe.
Du fengks (findest)
kene Essel möt en Pl.! Kahlköpfige findet man nicht unter den Dummen Grevbr-Wickr, Kemp-SHubert;
et hät noch nömmes ene Esel odder Oss met ener P. gesenn! Jül.
Ech han et em reət (recht)
für de Pl. gesat Dür. — Im Kinderld., Rätsel:
Sövve, ach, nüng (7, 8, 9),
Pl. es geng Krüng (Tonsur),
Kr. es geng Pl. usf. Aach-Stdt.
Ze Köllen op dem Mart, do hant se mir gesat: de Allex en der Weberstross, de hät de grüsste Pl. Spetzbof, dat es nit wohr; de A. hät de Kopp voll Hor Sol-Neuk.
Woran ka mer senn, dat der Mensch net vom Ap (Affen)
afkömmt? Nu, der M. krit de Pl. op dem Kopp on der Ap an de Fott (Gesäss) MGladb-Rheind. —
O, du Lange, o, du Schmahle, wo küst du dann her? O, du geschore Pl., wat geht dat dich an? Gespräch zwischen Bach u. Wiese Schleid-Calenbg. —
Der hät en Pl. das blosse Knie schaut durch das Loch der Hose Sieg-Scheiderhöhe.
Plätsche kleine Perücke Dür-Stdt 1880. —
Plät scherzh. der Vollmond Eusckötting, Zell-Neef. — β.
-ātə(n) Pl. Schmutzkruste an den Haaren des Hinterteiles des Stallviehs Bergh-Zieverich, Klev-Üdem;
-a- Düss-Windr;
-E- Rees-Drevenack. — γ.
-ātə(n) Pl. Geld;
der Mann hät völl Pl.ən; de hät jet Pl.ə klen gemach; he krig seng Pl.ə wird bezahlt Sieg, Berg, Ruhr, Dinsl, lrhn. Bergh, Dür, Geilk, MGladb, Kemp, Kref, Mörs;
de hät Pl.ə sette Eup;
Pl.ən scheten Spiel mit Geldmünzen Sol. RA.:
De enen hant Pl.ən (sind reich),
de angern Lüs (sind arm) Gummb. — δ.
-ātən Pl.,
aule Pl.ən verächtl. alte Kleider Elbf. — ε.
-āt abgeblättertes, losgetrenntes flaches Stück von einem Gegenstand Bo, Köln, MülhRh, Dür, Jül, Aach, Heinsb, Kemp, Kref, Mörs, Geld, Gummb-Wasserfuhr (
-tə), Ess-Überruhr (
-tə);
-Et Prüm-NPrü
m. — ζ.
-at Löwenzahnpflanze Dinsl-Aldenr. — η.
-ędə Pl. Kerben im Holz Simm-Dickenschd. — θ.
-ętχər Pl. Bonbons Saarl-Ensd. — ι.
-at Fehlstelle in der Webkette; es fehlen eine Anzahl Drähte (sonst
-āt ‘Platte’) Kref. — b. persönl. verächtl. α.
-āt leichtsinniges, tolles Weib,
en gecke Pl. Heinsb. — β.
-āt, onnötte Pl. ungeduldiger Mensch Geilk-Brachelen. — δ.
-āt einer, der nichts für sich halten kann Monsch-Kalterherbg. — ε.
-āt magere Kuh Aachen-Kohlschd;
-ęt sehr alte Kuh Sieg-Fussh, Bo-Küdinghv;
-ętχən Name einer Kuh Waldbr-Lüsbg. — ζ.
-ętə Ziege ohne Hörner Gummb, Mettm-Vohwinkel, Ruhr;
-ęt Kreuzn-Bockenau;
-Et Schleid-Dahlem, Aden-Siebenb, Eusk-OElvenich, MülhRh, Aach-Stolbg, Geilk, Lennep. — η.
-ętən eine Fischart Wippf.