Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
PHENNINC stm.
1. eine münze von bestimmtem gehalte. denarius, nummus, nummisma pfenning voc. o. 26,25. der bei der rechnung die münzeinheit repräsentierende pfennig war eine silbermünze, denarius, bracteat. er war vom 12. bis 15. jahrh. die einzige geldsorte, die im Oberelsass, Oberschwaben und in der Schweiz kurs und geltung hatte, und worin alles berechnet und bezahlt ward. man rechnete immer in marc (marca), pfunt (libra), schilling (solidus) und pfenning (denarius). aber nur der pfenning war wirklich vorhanden, weshalb er auch die bedeutung von baarem gelde erhielt. marc, pfunt und schillinc hingegen waren nur ideale rechnungsmünzen. das verhältniss vom pfennig zum schilling und vom schilling zum pfunde war fest und unveränderlich: der schilling machte 12 pfennig, das pfund 20 schilling oder 240 pfennige. dagegen wechselte das verhältniss des pfundes zur mark mit jeder veränderung des münzfusses. vgl. Pfeiffer, glossar zum urbarb. s. 355. noch ausführlicher über den werth der verschiedenen arten des pfennigs zu verschiedenen zeiten handelt Schmeller 1,311 fg. mit pfenningen alse si genge und gæbe sint kulmer recht 2,36. zehen gemeine pfenninge, der man ze koufe gert (wie sie im handel und wandel gäbe sind) sint ein denarius oder silber phenninc Mart. 255. ein guldîner phenninc strassb. str. art. 84. ein phenninc von golde Eracl. 4285. des gemanet mich alse eines pfenniges der dô innen kupferîn ist unde ûʒen uberguldet myst. 146,1. ein gulden pfenning vür X grôʒ silberîn pfenning Swsp. bei Ziemann s. v. vier pfenninge von dem pfunde Iw. 235. diu næme eins alten schillinc vür eins jungen pfenninc Vrid. 98,21. funf schillinge guoter phenninge Exod. Diemer 157,31. ein valscher schilling pfenninge kulmer recht 5,19. dô wart gebrievet daʒ chint ze Rôme umbe ein phennich Diemer 233, 14. der solt phenninge vinfhundert das. 244,26. drîzech phenninge erhielt Judas, das. 249,18. diu drî fenige wach das. 350,12. vgl. die anm. zu 233,14. dragma, daʒ ist einer hande pfenning Leys. pred. 64,12. der eine solte fümfhundert pfenninge, der ander hundert pfenninge myst. 282,28. — gotis phenning das handgeld, die draufgabe, arrha. bekennet ein man des, daʒ er sinen gotis phennyng gegeben habe uf einen kouf, so sal her den halden kulmer recht 5,1. dô huop sich grôʒ getengel ûf der plâniure ringe als man dô pfenninge vil und wunder slüege turnei v. Nant. (Massm. denkm. 145. b). er sol gân in die münze unde dâ der münzemeister ist bereitende (vgl. bereite phenninge?) unde ûʒ zellende phenninge basl. recht 8,4.
2. geld überhaupt. vgl. Schmeller 2,314 fg. diz ist von dem pfenninge Müller 1, 216. ich muoʒ hân phenninc oder phant Boner 35,15. und giltet dem leitgeben sîn gelt mit pfennigen oder pfanten meran. stdtr. 429. daʒ si geben suln umbe pfenninge ald ûf pfand zürch. richtebr. 48. widergeben weder pfenninge noch pfande das. 80. die pfenninge umbe gesuoch lîhent das. 82. — der sol den wîn gelten mit bereiten pfennigen (baarem gelde) oder, ob er pfennige niht enhât, sô sol er dem wînschenken pfant dâ lâʒen meran. stdtr. 428. eʒ sol ouch kein leitgebe nâch der wînglocken kein spil lâʒen geschehen weder umbe bereite pfennige noch umb ledigiu das. 416. bereiter phenninge ein hant vol basl. recht 8,5. vgl. die anm. vgl. wiener handf. 287. si füerent niur die phenninge ûʒ dem lant in d'heidenschaft Teichn. 7. wellens aber nâch pfenninc streben, sô gênt si ein vil ander strâʒen dan Sant Pêter das. 9. waʒ daʒ allersterkist wær? dô sprach ich: der pfenninc das. 44. het er niwan pfenninc vil das. 148. der beste vriunt ist der pfenninc das. 228. minnesanc und ritterschaft, daʒ wirt alleʒ gewegen rinc als man siht die pfenninc das. 291. den walt hette diu stat gekouft umbe ir pfenninge zitt. jahrb. 11,8. er wante die selben phenninge an die schif, die man machte zu Prage das. 18,14. her pfenninc bei Reinmar von Zweter, MSH. 2,188. a. vgl. Wackernagel in der zeitschr. 6, 301. her pfenninc der muss vornen dran narrensch. 17,9. vgl. die anm. und 46,61. ûf den pfenning sûwer, habsüchtig, Jerosch. Pf. 112. d. ze pfenninge bringen, versilbern, güter in geld verwandeln, Pass. K. 154,29. wand er pfenninge truoc, er hatte geld bei sich, das. 540,7. vgl. myst. 235, 37. daʒ man aber die rîchen êret, dâ meinet man niht sie mite, man meinet ir pfennige das. 322,21. vgl. auch haimburger handf. 271 u. 274, und glossar zu den stat. d. d. ord.