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Pfütze

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Pfütze

Bd. 3, Sp. 763
Die Pfütze, plur. die -n, Diminut. das Pfützchen, Oberd. das Pfützlein. 1) * Ein Brunnen; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, in welcher es aber bey allen alten Oberdeutschen Schriftstellern vorkommt, und bey dem Ottfried Puzzi, bey dem Notker Buzza, und bey dem Willeram Putza lautet. Im Nieders. ist Pütte noch jetzt ein Brunnen, und zwar so wohl ein Ziehbrunnen, als auch eine Pumpe. Eben daselbst ist Pütte auch ein Stück Morast, aus welchem der Torf heraus gegraben worden, welches sich hernach mit Wasser angefüllet hat. Im Engl. ist Pit, im Franz. Puits, im Albanischen Pus, und im Lat. Puteus gleichfalls ein Brunnen. 2) Ein stehendes Wasser von einem nicht gar großen Umfange, welches sich an einem tiefen Orte gesammelt hat. So werden alle kleinere Sammlungen von Wasser dieser Art auf den Feldern, in den Wegen und Straßen, auf den Höfen u. s. f. Pfützen genannt. Die Mistpfütze, das von dem Miste in einer Vertiefung auf dem Hofe zusammen gelaufene Wasser. In eine Pfütze treten. Aus einer Pfütze trinken. In engerer Bedeutung verbindet man mit einer Pfütze zugleich den Begriff des trüben und unreinen Wassers. Im Bergbaue werden die Sammlungen Wassers in den Berggebäuden gleichfalls Pfützen und Sümpfe genannt. Anm. In dieser zweyten Bedeutung im Nieders. gleichfalls Pütte, im Angels. Pyt, im Engl. Pit, im Schwed. Puss, im Isländ. Pytt, im Hebr. בוץ, welches nicht allein eine Pfütze, sondern auch Koth bedeutet. Auch das Lat. Puteus bedeutete, dem Nonius zu Folge, ehedem ein stehendes Wasser. Man siehet bald, daß beyde Bedeutungen in der Tiefe zusammen kommen, und[] daß Pfütze eigentlich einen tiefen oder vertieften Ort bedeutet, an welchen Orten sich das Wasser ganz natürlich sammelt, so daß dieses Wort ein Geschlechtsverwandter von beißen, in die Tiefe lassen, dem Franz. bas, dem Deutschen Boden, Isländ. Botu, die Tiefe, dem Griech. βυθος und βαθος, dem Hebr. פחה, öffnen, dem Lat. fodere und andern mehr ist. Pfütze, Pfuhl, Lache, in Schlesien Lusche, Gölle oder Kölke, Prudel, Sudel, Suhllache, Dimpfel oder Tümpfel, Sumpf, und andere mehr sind insgesammt Wörter, welche kleinere Sammlungen von Wasser ohne Abfluß bezeichnen. Um hier nur bey den beyden ersten stehen zu bleiben, denn die übrigen sind an ihrem Orte erkläret, so setzte Herr Stosch den Unterschied derselben darin, daß ein Pfuhl niemahls oder doch nur selten austrockne, die Pfütze aber an niedrigen Orten bald entstehe, bald aber auch wieder austrockne. Der Unterschied hat seine Richtigkeit, nur muß er, wie mich däucht, ein wenig anders bestimmt werden. Pfütze wird nur von solchen kleinern Sammlungen von Wasser gebraucht, welche keinen erheblichen Umfang haben, und daher eben so leicht wieder vergehen, als sie entstehen; Pfuhl zwar von diesen auch, zugleich aber auch von größern Sammlungen stehenden Wassers, welche einem natürlichen oder von selbst entstandenen Teiche schon nahe kommen. Über dieß kommt Pfuhl im Nieders. und bey den Hochdeutsch redenden Niedersachsen am häufigsten vor; wenigstens wird von kleinern Wassern dieser Art im Hochdeutschen häufiger Pfütze als Pfuhl gebraucht. Selbst die Etymologe kann diese Bestimmung bestätigen, denn obgleich bey dem Worte Pfuhl eine andere Ableitung angegeben worden, so können doch Pfuhl und Pfütze auch füglich als Wörter Eines Ursprunges angesehen werden. Das Stammwort heißt, wie aus dem vorigen erhellet, Bat, Put, oder mit dem Oberdeutschen starken Blaser Pfut, und bedeutet eine Tiefe, und figürlich, eine Sammlung Wasser an einem tiefen Orte. Eine solche kleine Sammlung heißt mit dem starken Zischlaute, welcher in mehrern Fällen eine Verkleinerung macht, Pfütze; eine größere aber, mit einem neuen Ableitungslaute Pfutel, oder Pfudel, und Coler und andere schreiben und sprechen es wirklich Pfudel. Bey den Niedersachsen ist nichts gewöhnlicher, als die Ausstoßung des d in der Mitte des Wortes, und so entstehet daraus Pfuhl, Nieders. Pool; welche Abkunft denn auch dadurch bestätiget wird, daß dieses Wort im Niederdeutschen am gangbarsten ist.
4017 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfütze

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Pfütze , plur. die -n, Diminut. das Pfützchen, Oberd. das Pfützlein. 1) * Ein Brunnen; eine im Hochdeutschen veralte…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfütze

    Goethe-Wörterbuch

    Pfütze vereinzelt -zz- kleine Ansammlung von (Regen-)Wasser; auch im Bild [ vom Gardasee nach Verona ] Von Zeit zu Zeit …

  3. modern
    Dialekt
    Pfütze

    Rheinisches Wb.

    Pfütze das dem Schriftd. entsprechende Wort ist nur Rhfrk als pits, –e- Saarl , Saarbr , Ottw , Nahe bezeugt [ -ē- Ottw-…

  4. Sprichwörter
    Pfütze

    Wander (Sprichwörter)

    Pfütze 1. Auf einer Pfütze ist die Flieg' ein Admiral. 2. Aus trüben Pfützen schöpfet man nicht lauter Wasser. – Petri, …

  5. Spezial
    Pfütze

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pfüt|ze f. (-,-n) lagosc m. , lagoscel (-scí) m. , poza (pozes) f. , timpl (-i) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfuetze

11 Bildungen · 9 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von pfuetze

pfuetzen + -e

pfuetze leitet sich vom Lemma pfuetzen ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

pfuetze‑ als Erstglied (9 von 9)

pfützecht

DWB

pfützecht , pfützechtig , s. pfützig.

pfützeimer

DWB

pfuetze·imer

pfützeimer , m. bergmännisch ein eimer zum ausschöpfen der in den grubenbauen angesammelten tagwasser. Bechius Agric. 135 . Lohneisz bericht…

Pfützenauster

Campe

pfuetzen·auster

Die Pfützenauster , Mz. — n , solche Austern, welche in stehenden salzigen Wassern, in der Nachbarschaft des Meeres leben.

pfützennasz

DWB

pfützenasz , pfützennasz , s. pfütznasz .

pfützenwasser

DWB

pfuetzen·wasser

pfützenwasser , n. : denn so hart wird doch keine majestät unter dieser sonne ... sein, dasz sie einem armen gefangnen schlechtes schimmlich…

pfützenweg

DWB

pfuetzen·weg

pfützenweg , m. durch pfützen führender weg, bildlich ein wuster phutzenweg der unküscheit. Keisersberg narrensch. (1520) 86 d .

Pfützerle

ElsWB

Pfützerle [Pfitsərlə Geberschw. ] n. kleines Stückchen. Ich hab ke in P. bekumme n .

pfuetze als Zweitglied (2 von 2)

mistpfütze

DWB

mist·pfuetze

mistpfütze , f. lacus aqua stercorata plenus, mistlache Frisch 1, 665 b : auf dem weg in allen mistpfützen gebadet. Kirchhof wendunm. 264 b …

Pfühlchen (kleine Pfütze)

Wander

Pfühlchen (kleine Pfütze) Pfühlchen (kleine Pfütze). Et es gên Päulche esu kleng (klein), et mürt (trübt) sich all ens. ( Aachen. ) – Firmen…

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APA
Cotta, M. (2026). „pfuetze". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/pfuetze/adelung?formid=P01041
MLA
Cotta, Marcel. „pfuetze". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/pfuetze/adelung?formid=P01041. Abgerufen 20. May 2026.
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Cotta, Marcel. „pfuetze". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/pfuetze/adelung?formid=P01041.
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