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Pfote

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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12 in 12 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Pfote

Bd. 6, Sp. 791
Pfote das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk pōt, Pl. -də; Mosfrk pō:t, –ū:- [an der uSaar an der WGrenze -o·u.-; Saarbg-Greimerath Zerf u. im Ruwert -:-; WBitb put, sonst Bitb, Prüm pugt], Pl. -də(n) [Bernk-Neumag pū:t, Pl. putən]; Rip pū:t, Pl. -tə u. -də; Berg pōtə, –ū:-, –ō·a.-, MülhRuhr -ū·ă.-, Pl. -tən; SNfrk pū·ə.t, Pl. -ȳ·ə.-; Geld, Mörs, Klevld pōt, Pl. --; Demin. pēdχə, –ē:-, –ī:- usf.; SNfrk, Klevld pøtšə, –tjə [Kref pytərkə] f., doch Aach, Eup, SNfrk, Klevld m.: 1. man achte auf die nach Geb. verschiedene Verwendung des Wortes. a. wie nhd. bei Tieren (Hund, Katze, Hase, Kanin, Affe, Schwein); de Vodder-, Hengerp.; de Hongk heff (hebt) an ener P. er läuft auf drei Beinen; do höfft noch ke H. de P. dran op Rip, Nfrk, während Mosfrk u. Rhfrk dafür durchweg Fuss steht (WBitb pat, frz. patte), was auch Rip immer mehr bevorzugt wird; Rip u. Nfrk fest ist P., meist Pütche (Pöttsche) für Schweinefuss, Ferkespute; Ührche, Schnüss-che u. Pütche des Schweines, in der Erbsensuppe gekocht; Erzezupp met Ferkespütcher; en betsche (bisschen) fazünlich (von Form, viel Fleisch dran) van Schnutt on Pöt Duisb. Püət halde beim Schlachtfest werden die Nachbarn zum P. h. zusammengerufen, darauf folgt das Afschätten u. das Blutdröppkesdrenken Kemp-Breyell; in Ess-Borbeck war früher das Pötkes stehlen Sitte; die Nachbarn suchten mit aller List dem Nachbarn, der geschlachtet hatte, ein Ferkespötken heimlich wegzuholen. Kalfspuət SNfrk. Im Klevld auch von den Beinen der Vögel. RA.: Treck Kloumpen an, sät dem Bur, wenn he de Katten op de P.ən tradt MülhRuhr (s. weiter bei Katze). Morgenruət (-rot) maekt der (dem) Has enne nate P. Heinsb. An der Mihl sein vier Ecken, an jedem Ecken stäht en Sack, of jedem S. setzt en Katz, on jed K. hat vier Jungen; an der Mett stäht de Mihler; wieviel Fiss sein an der Mihl? Zwei, de Katzen han Puten Wittl. Twee Pöt (Frau) nohm twee P. (Huhn) on stok twee P. (Huhn) in drei P. (dreibeinigen Kessel); do kom vier P. (Katze) on nohm twee P. (Huhn) ut drei P. (Kessel); voll Gram steiht twee P. (Frau), dat vier P. (Katze) twee P. (Huhn) ut drei P. (Kessel) nohm Mörs-Asbg. Sot en Äppke op et Träppke achter Moders Kökendör, hatt en Löckske in et Röckske, stock et Schelmke sin Pöttje dör Mörs, Klevld. Moder, minne Kräih is dot, is van Nacht van et Stöckske gefalle, het gebroke de linke P.; Moder, minne Kr. ös dot! Rees-Wesel. — b. von Gliedmassen des Menschen. α. verächtl. Hand; schmerige P.ə; duh dein P.ə weg; hau em äne of sein P.ə! usf. Rhfrk, Allg. RA.: Sich de P.ə verbröhe Missgeschick erleiden Schleid-Hellenth (u. sonst mögl.). De hät lang P.ən gemackt gestohlen Sol. De kann an singe P.ə suge (saugen) hungern Köln-Stdt. Eich nemm dich mol en de P.e; bass uf, dass de dem nit in de P.ə kimmst! Rhfrk, Mosfrk. De muss mer met sammete Pütcher anpacke ebd. In Löt (Geld-Leuth) frete se met de Pöt Neckspr. — Der P. dronger sette unterschreiben SNfrk, NRip. — Dat wor Pütsches! der Klicker ist mit einem Ruck geschnellt (verboten) Mörs. — β. verächtl. Fuss; ek häbb so kalde Pöt; näcke Pöt nackte Füsse; de hät de Pöt verkehrt setten der Plumpe; enen op de Pöt trejen (treten) Klevld, Verbr. ist diese Bed. Jül, Aach, SNfrk, Klevld; ze P. gohn Jül, Aach, Eup; per Püət (Pütterkes) goəhn Kemp, Kref; met Haind en P. op enen warde; met Mull en P. ageere gestikulieren Eup. RA.: Dat es e Püətche, för ene Schwoəb (Küchenschwabe) kapot ze treəne ein sehr grosser Fuss Aach-Stdt. Der versteəht, et Püətche ze kraue zu schmeicheln ebd. Sich de P.ə platt laufe, för jet ze verdenge (-dienen) ebd. Agebrennt hät och P.ə gesagt, wenn etwas anbrennt Heinsb-Höngen. Hej hät wat an de Pöt ist reich Rees, Allg. De löppt sech ken Blore (Blasen) an de Püət Geilk-Gangelt. Ümmes an de P.ə krigen ihm zu Leibe rücken MülhRuhr. Immes bej de Pöt kriege ihn betrügen Kref, Mörs, Geld, Klev, Rees, Duisb. Den häbbe se bej de Pöt gehat ihn teuer bezahlen lassen. De krigt osen Herrgott bei de Püət er ist scheinheilig Kemp, Geld. He hät Water en de Püət ist bezecht Kref-Fischeln. Wat men net en de Kopp hät, dat hät men en de Püət Kref. De hät et em Pütsche er hat das Podagra MGladb-Rheind. Sej kommen noch met hangende Pötjes demütig zu bitten Rees, Mörs, Duisb, Kref. De fällt övver sin ege Püət Kemp, Allg. — γ. die kreisförmig zusammengelegten (u. in die Höhe gehaltenen) Spitzen der fünf Finger, bes. aber des Daumens, des Zeige- u. Mittelfingers einer Hand; en P. (Pitchen) machen (packen Neuw); de Fingere (Hänn) se mer esu steif vu Kält, dat ich kän P. mih mache kann Mosfrk, Hunsr, Rip. — Pütchen machen die Spitzen aller Finger zusammenlegen, auf dessen Spitzen dann der Lehrer mit dem Stocke schlägt (veralt.) Sieg, MülhRh; Püatschen haulen (halten) Elbf; Püətche ophaue Aach, daher e P. krige einen solchen Schlag Aach; Pute krien; et get P.ən Trier, Wittl, Bitb, Prüm. — δ. en P. voll soviel als man mit den zusammengelegten Spitzen von Daumen, Zeige- u. Mittelfinger fassen kann Rhfrk, Mosfrk, Rip, NBerg, Eup (pytjə im Gegens. zu pȳ·ə.tjə 1 a, b α b Eup-Stdt; put m., pytχə, im Gegens. zu pū:t m., pȳ:tχə Aach-Walh, Dür-Winden), SNfrk; daraus auch en P. (Pitche) Salz, Peffer, Somen usf., eine Prise, ein biss-chen ebd. mit Ausnahme des Rhfrk; en P. Hor, Blomen, Gras ein Büschel Rip; ei Petche vull ein schwacher Mensch (Kind) Rhfrk. RA.: Muncher äm (einem) moss mer en Grapp (Handvoll) gen, wu mer annern en P. get Bitb-Wiersd. — c. von Dingen. α. die Verdickung am untern Ende der jungen Rebe Wittl, Bernk, Zell. — β. Möbelfuss, ene P. van e Stuhl, Bett, Owe, aber en Tofelpot (Tischstempel) Klev, Rees; vom Bette Kemp, Aach. — γ. Ankerspitze; dat Anker hot zwo P.ən Mos. — 2. übertr. a. sachl. α. et Püətche Podagra, Fussgicht Aach, Eup, Kemp-Dülken, Geld-Leuth; Pōtje Geld; -- Mörs-Rheinbg. — β. verächtl. en P. schreiwe schlecht, unleserlich schreiben Simm, Allg. — γ. in der Wend.: Huppen as P.! beim Nachlaufesp. der Kinder gilt das Niederhocken als Ruhepause, für deren Dauer man gewissermassen vom weitern Spiel entbunden ist Trier-Euren. — b. persönl. verächtl. α. kleiner Mensch, Merz-Saarhölzb. — β. kleines Mädchen, drekig P. Bitb [das Rip hat pūt (ohne Schärfung u. n., m. ‘kleines Kind, Blag’, wohl ein anderes Wort; s. Put]. — γ. Pötje Mensch mit einer krummen oder verkrüppelten Hand Rees-Wesel.
6351 Zeichen · 184 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    pfotest. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    pfote , st. F. nhd. Pfote Hw.: vgl. mnl. poot, mnd. pōte (1) Q.: Karlmeinet (1320-1340) E.: s. früh-rom. *pauta, F., Pfo…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfote

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Pfote , plur. die -n, Diminut. das Pfötchen, Oberdeutsch Pfötlein, ein Wort, welches in einer doppelten Bedeutung üb…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfote

    Goethe-Wörterbuch

    Pfote a in Zehen gespaltener Fuß bei Säugetieren; auch mythol mBez auf ein Mischwesen; einmal im bildhaften Vergl blutig…

  4. modern
    Dialekt
    Pfote

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Pfote Band 2, Spalte 2,677

  5. Sprichwörter
    Pfote

    Wander (Sprichwörter)

    Pfote 1. Die (an den) Pfoten saugen. – Eiselein, 511; Braun, I, 3313. 2. Er muss Pfoten saugen. – Frischbier, 573; Frisc…

  6. Spezial
    Pfote

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pfo|te f. (-,-n) 1 (Fuß verschiedener Säugetiere) toza (tozes) f. 2 (Pranke) ciafa (ciafes) f. 3 ‹umor› (Hand) man (-s) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfote

25 Bildungen · 19 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

pfote‑ als Erstglied (19 von 19)

Pfoteler

PfWB

pfote·ler

Pfoteler m. : ' ungeschickter, zittriger Mensch '; e aldeʳ Podeleʳ [ BZ-Dernb ]; vgl. pfotelig .

pfotelig

PfWB

 pfotelig Adj. : ' ungeschickt, zittrig '. Er is schun e bißche podlich (pōdliχ) [ Gal-Brig ]; vgl. pfoteln 1 b.

pfoteln

PfWB

pfoteln schw. : 1. a. 'schnell mit den Händen arbeiten', z. B. beim Kartoffelauslesen, auch 'an etwas herumhantieren', podele (pōdələ) [verb…

pfotendick

PfWB

pfote·n·dick

pfoten-dick Adj. : ' dick wie eine Pfote ' (vgl. Pfote 2 a); e potedick Krott 'ein dickes, munteres, kleines Mädchen' [ KU-Schmittw/O RO-Obd…

pfotengram

DWB

pfote·n·gram

pfotengram , pfotenkrampf , m. scherzhaft ( nach pfote 2) umgedeutet aus podagram: die Teutschen deduciren das wort podagram quasi pfotengra…

Pfotenhafen

PfWB

pfote·n·hafen

Pfoten-hafen m. : ' eiserner Topf mit 3 Füßen, der auf dem offenen Herd über das Feuer gestellt wurde ', Podehawe (pōdəhawə) [verbr., schon …

Pfotenkrämmer

RhWB

pfote·n·kraemmer

Pfoten-krämmer (s. folg.) Trier-Mettnich ; -ī:mər Karths m.: ein an Podagra Leidender; ein Mann, der nichts fertig bringt.

pfotenkrämpfig

RhWB

pfote·n·kraempfig

pfoten-krämpfig verbreiteter, u. zwar -gręmbĕχ, –kręmp- Hunsr, Mos, Eif, Westerw, Eusk , Geilk , Erk , MGladb , Kemp , Kref ; -kręmpətəx Eup…

Pfotenkrampf

RhWB

pfote·n·krampf

Pfoten-krampf das schriftd. Podagra umgedeutet zu pū:tə-, –pū·ə.təkramp (-ā-, –ǫ-) Neuw , Altk , Prüm , Malm , Bergh , Dür , Aach , Eup , Ge…

Pfotenpfanne

PfWB

pfote·n·pfanne

 Pfoten-pfanne f. : ' eiserne Pfanne mit Füßen ', vgl. Pfotenhafen . a. 1751: 1 eisen Potten Pfann [Kurpf., 1588-90].

pfote als Zweitglied (6 von 6)

Hasenpfote

Adelung

hasen·pfote

Die Hasenpfote , plur. die -n, Diminut. das Hasenpfötchen, Oberd. das Hasenpfötlein, des -s, plur. ut nom. sing. die Pfote eines Hasen. Figü…

hungerpfote

DWB

hunger·pfote

hungerpfote , f. : in der redensart die hungerpfoten saugen, in hunger leben ( Adelung ), nach dem bär, der im winter darbend an seinen tatz…

katzenpfote

DWB

katzen·pfote

katzenpfote , f. dem. katzenpfötchen, katzenpfötlein n., pes felis: du willst die kastanien aus der asche haben und brauchst katzenpfoten da…