Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
pfluog
6 [Kb, Ra]. 7 [Pa]) und weiteren Gl., T, OT, O,
NBo und NMC: ‚Pflug, Pflugschar; aratrum,
dentile, framea, hasta‘, houbit pfluoges ‚Pflug-
haupt [= Krummholz am Hinterteil des Pflu-
ges]; buris [= bura], cohus‘ <〈Var.: fl-, phl-;
-ua-, -ue-, -u-; -c-, -ch-, -hc-; im Abr ploh>〉.
Anl. p- bleibt im Mittel- und Rheinfrk. unver-
schoben; vgl. pluag bei O. pfuluc in Gl. 2,236,
36 (9. oder 10. Jh., alem.) zeigt einen nicht zu
erwartenden Sprossvokal. – Mhd. pfluoc, gen.
-ges st.m. ‚Pflug‘, metonymisch ‚Pflügender,
Pflüger‘, auch ‚Gewerbe, Beruf, Lebensunter-
halt‘ (vgl. um 1400 im „Ackermann aus Böh-
men“ [zit. nach Röhrich 2003: 2, 1175]: von vo-
gelwât ist mein pflug ‚die Schreiberei ist mein
Beruf‘, eigtl. ‚von Vogelkleid [= Schreibfeder]
ist mein Pflug‘), frühnhd. pflug m. ‚Pflug, Pflü-
ger, ein mehrere Hufen umfassendes Landmaß,
ein Acker, dessen Größe die Haltung eines
Pfluges rechtfertigt oder den man in einer
bestimmten Zeit mit einem Pflug bearbeiten
kann‘, der silberne pflug ‚Weihgeschenk für die
Kirche‘, nhd. Pflug m. ‚Ackergerät mit in die
Erde greifenden messerartigen Stahlteilen zum
Aufreißen, Lockern und Umbrechen des Bo-
dens‘, phras. mit jmdm. an einem Pfluge ziehen
‚die gleiche Arbeit tun, die gleichen Interessen
verfolgen‘.