Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
ôt
strakta. Neben dem a-St. begegnen im Ahd. die
n. ja-stämmigen Formen -ôdi/-ôti und die f.
īn-stämmigen Formen -ôdî/-otî. Es lässt sich
hier eine recht klare Grenze ziehen: Die Ab-
leitungen auf -ôd/-ôt sind in der Regel dever-
bal, in erster Linie zu Verben der sw. 2. Kl.
gebildet (etwa klagôt ‚Klage‘ zu klagôn ‚kla-
gen‘ [s. dd.]), während die wesentlich selte-
neren Ableitungen auf -ôdi/-ôti denominal sind
(etwa einôti ‚Einöde, Einsamkeit‘ zu ein ‚ein‘
[s. dd.]). – Mhd. -ôt(e), -ôde m./f., -œde, -œte n.,
nhd. sind unter anderem noch die Fortsetzer -d
f., -od n., -öde f., -at f./m., -ut f. der ahd. bzw.
mhd. Suffixvar. in Wörtern verbaut, die aber
synchron nicht mehr analysierbar und oft ana-
logisch nach vermeintlich als HG auftretenden
Subst. umgedeutet sind wie nhd. Armut (be-
reits im Ahd. wohl mit Umgestaltung des HG
nach muot [s. armuoti]), Einöde (mit sekun-
därer Eindeutung von Öde; s. einôti), Gegend
(ahd. geginôti [s. d.]), Kleinod, Heimat (s. hei-
môti), Zierat (mit zeitweiser Eindeutung von
Rat und folglich der Schreibung Zierrat) u. a.