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Oheim

ahd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
13 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Oheim

Bd. 3, Sp. 590
Der Oheim, zusammen gezogen der Ohm, des -es, plur. die -e, Fämin. die Oheime, zusammen gezogen die Ohme, plur. die -n, des Vaters oder der Mutter Bruder, und im Fämin. des Vaters oder der Mutter Schwester. Es ist in den gemeinen Sprecharten Ober- und Nieder-Deutschlandes am üblichsten, kommt aber auch in der Kanzelleysprache vor, wo der Kaiser die weltlichen Churfürsten, so wie die meisten altfürstlichen, Oheim zu nennen pflegt; vermuthlich so fern dieses Wort ehedem, wie aus dem Frisch erhellet, auch des Bruders und der Schwester Kinder zu bezeichnen pflegte, wofür jetzt die Wörter Neffe und Nichte üblicher sind, so daß die Neffen und Nichten so wohl ihrer Ältern Geschwister, als auch diese jene Oheim nannten. Im Bremischen wird des Bruders oder der Schwester Kind noch jetzt auf dem Lande Öhm und Öhme genannt. Der Großoheim oder Großohm, des Vaters oder der Mutter Oheim. Das weibliche Oheime und Ohme scheint seltener gebraucht zu werden; indessen kommt es doch Amos 6, 10 für Muhme vor: ein jeglicher muß seine Ohme nehmen. Anm. In dem alten Fragmente auf Carln den Großen Ohein, in Schwaben und der Schweiz noch jetzt Ohan, Ohen, Ohein, im Nieders. Ohm, im Diminut. Öhmken, Öhmke, im Angels. Eam. In dem alten Augsburg. Stadtrechte bey dem Schilter heißt es: Wer die frunt sien, die einen zer echt bringen mugen. Das fullen sin des mannes vater und sin mutter, wip und kint, bruder und swester, bruder kinde und swester chinde, vettern und vettern chinde, öhan und öhaus kind. Wasen unt Mumen und iro chinde. Frisch ließ es, freylich gezwungen genug, von dem Latein. Avunculus abstammen. Weit wahrscheinlicher ist es, daß es mit dem alten Amme, Mutter, Ahn, und, so fern es auch einen Neffen bedeutet, mit Enkel und Enke verwandt ist, und überhaupt einen nahen Verwandten bedeutet, so wie Muhme und Mamma, Mutter, auf gleiche Art verwandt sind. Schon im Arab. bedeutet Am, dem Bremisch-Nieders. Wörterbuche zu Folge, einen Vaterbruder. In den Münzen werden an einigen Orten noch die zünftigen Arbeiter Ohme oder Ohmen, und ihre Zunft oder Gesellschaft die Ohmschaft, Öhenschaft, genannt; woraus denn erhellet, daß es auch in weiterer Bedeutung von einem jeden Verbundenen, in Gesellschaft und Gemeinschaft stehenden gebraucht worden.
2251 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ôheimst. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ôheim st. m. , mhd. œheim, nhd. oheim; mnd. ôm, mnl. oom; afries. ēm; ae. éam. — Graff I,132. Belege im Nom. Sing., wenn…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    oheimM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    oheim , M. Vw.: s. ōm

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Oheim

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Oheim , zusammen gezogen der Ohm, des -es, plur. die -e, Fämin. die Oheime, zusammen gezogen die Ohme, plur. die -n,…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Oheim

    Goethe-Wörterbuch

    Oheim auch, bes in vertraulicher Benennung, ‘Ohm(e)’ (zB GWB 1,193 Vs 40 u GWB B1,27,1 ) bzw seltener ‘Öhm’ (zB GWB 50,3…

  5. modern
    Dialekt
    Oheim

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Oheim s. PfWB Ohm .; ohi Fuhrmannsruf s. ohü; ohjee, ohjeminee, ohjerum, ohjesses u. ähnl. Ausrufe s. PfWB Jesus 2;

  6. Sprichwörter
    Oheim

    Wander (Sprichwörter)

    Oheim Alte Oheime sind Träume. Es redet mancher von einem reichen Onkel, den er beerben will, aber er gehört ins Reich d…

  7. Spezial
    Oheim

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Oheim m. (-s,-e) berba (-besc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit oheim

13 Bildungen · 6 Erstglied · 7 Zweitglied · 0 Ableitungen

oheim‑ als Erstglied (6 von 6)

ôheimessun

AWB

oheim·es·sun

ôheimessun st. m. — Graff VI,60. oheim-es-sun-: nom. pl. -i Gl 3,67,38 ( SH A ); -e 14/36 ( SH A, 2 Hss. ). 416,31 [HD 2,324] ( getrennt ges…

oheimezen

DWB

oheim·e·zen

oheimezen , verb. als oheim anreden. J. Grimm Reinh. cxii anm. ( ebenda auch neffezen als neffen anreden, sp. 520 nachzutragen ).

oheimlich

DWB

oheim·lich

oheimlich , adj. auf den oheim bezüglich, von ihm ausgehend, ihm gehörend: drob der alte Fritz erstaunte und ihm eine gutgelaunte oheimliche…

ôheimo*

EWA

ôheimessunAWB m. i-St., seit dem 11. Jh. in Gl., vorwiegend im SH: ‚Sohn des Onkels mütterlicherseits, Cousin; consobrinus‘. Deter- minative…

oheimschaft

DWB

oheim·schaft

oheimschaft , ohmschaft , f. das verhältnis eines oheims und die gesamtheit der ohme: all sipschaften, verwandtschaften ..., öhemschaften. F…

oheim als Zweitglied (7 von 7)

Fürstoheim

GWB

fuerst·oheim

Fürstoheim Getrenntschr; artikelloser eigennamenartiger Gebrauch Figur in Nov, auch als ‘Fürst’ u ‘Oheim’ bezeichnet Fürst Oheim, Friedrich …

Großoheim

Adelung

gross·oheim

Der Großoheim , des -es, plur. die -e, des Vaters oder der Mutter Oheim; Nieders. Grootoom.

groszoheim

DWB

grosz·oheim

groszoheim , m. , avunculus magnus, aviae frater Schottel haubtspr. 259 ; nach dem urtheile meines groszoheims J. A. Cramer nord. aufs. 2, 3…

Münzoheim

DRW

Münzoheim, m. zum Grdw. vgl. DWB. VII 1199 Zunftgenosse, Mitarbeiter eines Münzers (I) die muͤnz-ohmen, so zur arbeit sich auf unsrer muͤnze…

Oberoheim

DRW

ober·oheim

Oberoheim, m. I in der Darstellung eines Verwandtschaftsbaumes: Bruder der Urgroßmutter vgl. Obermuhme ende waren daer twe voerenbaren off m…

Reichsoheim

DRW

reich·s·oheim

Reichsoheim, m. Münzoheim in einer Münzstadt des Reichs (II) vgl. Oheim (VI) weil wir uns des langsamen und kostbaren hammers der reichs-ohm…