Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
naseweis
naseweis
Nase f. im Gesicht befindliches, zum Atmen und Riechen dienendes Organ; beim Menschen als Gesichtsvorsprung ausgebildet, so daß die Bezeichnung von daher vielfach übertragen verwendet wird. Ahd. (8. Jh.), asächs. nasa, mhd. nase, mnd. mnl. nāse, aengl. nasu, anord. nǫs führen auf germ. *nasō, mnl. nese, mnd. nēse auf Formen mit j-Suffix; daneben steht (ablautend) mnd. nōse, mnl. nose, noyse, nl. neus, aengl. nosu, engl. nose (germ. *nusa-, wozu auch Nüster, s. d.) und (dehnstufig) aengl. nōse ‘Vorgebirge’, schwed. nos ‘Nase, Maul, Schnauze’; Ableitungen mit j-Suffix von der Wurzelsilbe germ. *nas- sind auch mnd. nēse ‘Vorgebirge’ (in Ortsnamen), mnl. nesse, nes ‘Landzunge’, nl. nes ‘außerhalb des Deiches gelegenes, durch Ausschwemmung geformtes Land’, aengl. næs(s), engl. ness ‘Vorgebirge, Landzunge’, anord. nes ‘Landspitze’. Außergerm. vergleichen sich aind. nas- ‘Nase’, Dual (hinsichtlich der zwei Nasenlöcher) nā́sā, lat. nāris (aus *nāsis) ‘Nüster, Nasenloch, Nase’, nāsum, nāsus ‘Nase’, lit. nósis, aslaw. nosъ, russ. nos (нос) ‘Nase’, so daß sich ie. *nas- bzw. der dehnstufige Nominativ Sing. (des zunächst konsonantischen Stammes) ie. *nās ‘Nase’, ursprünglich wohl ‘Nasenloch’, ansetzen läßt. – Nasenloch n., mhd. nasenloch. Nasenstüber m. ‘Stoß an die Nase’, mit omd. hyperkorrekter Schreibung für Nasenstieber (17. Jh.); wohl zu stieben ‘umherwirbeln, sprühen’ (s. d.), z. B. von der Wirkung der Schläge (daß die Funken stieben). naseweis Adj. ‘in alles seine Nase steckend, sich einmischend, neugierig, vorwitzig, vorlaut’ (um 1500), mhd. nasewīse ‘mit feinem Geruchssinn begabt (von Mensch und Hund)’, eigentlich ‘kundig mit der Nase’ (zu kundig s. auch weise). Auch substantiviert Naseweis m. (16. Jh.). Nashorn n. Übersetzung (Anfang 16. Jh.) von gleichbed. Rhinozeros (s. d.). näseln Vb. ‘durch die Nase sprechen’, ahd. nesilōn (Hs. 11. Jh.), frühnhd. neselen, niselen.