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Nas(en)

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

ElsWB
Anchors
11 in 7 Wb.
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Eintrag · Elsässisches Wb.

Nas(en)

Bd. 1, Sp. 782a
Nas(en) [Nâsə Olti. Fisl. Liebsd. Steinbr. Kl.-Landau Lutterb. Hirzfn., nö. davon fast allg. Nâs; Nôs Dachstn. Geisp. Ostwald K. Z. Furchhsn.; Pl. –ə; Demin. Náslə O., Násl U., Nǽsl Str. W., Násələ O. U., Nǽsələ Str. W.] f. 1. Nase. D N. putzen fast allg., d N. schnützen sich schneuzen K. Z.; übtr. Putz zuerst d N.! werde erst älter Olti. Rda. Er het d N. den langen Wëj und s Mul üwerzwërich, wie andere Lit auch er ist nicht mehr wert als andere Leute Hf.r het d N. mittlen im Gsicht ghabt hat klug gehandelt Su. Er isst, was ihm vor d N. kummt d. i. alles Gebw. Wenn einer isst, so sagt man bisw. scherzh.: Lueg,r steckt under der N. inne! Obhergh. Die Nase als wichtigstes Charakterkennzeichen: ‘Dail maine-n-an der Nas Kan merr's erkenne glich’ Pfm. III 4. Die Nase als Sitz des Geruchsinnes: Mit der N. schmeckt mer Winzenh. Heb d N. besser dron, darnoch wurs ’s schon schmacken! Ingenh. Ich hob e verstopfti N., ich schmack kein Krümmele Dunzenh. Wennr keine N. ghabt hätt wie n-e Jagdhund, wär er zu spot kummen Ruf. Heb das Gläsele Under s Näsele, s ist, bi Gott, vum gueten oder vum besten näml. Wein Obhergh. Von einem, der eine rote Nase hat, sagt der Volkswitz: Der brucht des Nāchts auch kein Latërn Illk., od. der het e N. wie e Karfunkel im Ofenloch Ingw. Wenn bei einem kleinen Kinde über die Nase hin eine grosse blaue Ader sichtbar wird, so glaubt man, dass dasselbe bald sterben muss und sagt: s träjt s Totenbäümle [Tótəpèimlə] uf der N. noch nach Mittl. Eine grosse Nase fordert zu allerhand Vergleichen und Witzen heraus: E grossi, langi N. U. E N. wië n - e Holzschueh Ruf. Hf., wie e Kumpf Wetzsteinbehälter Ingenh. JB. VII 193. Er het e N., men chönnt e Walzer druf tanzen Fisl.r hetch verstanden Näsle, wu s gheissen het Nasen Su. Co. ‘Ihr seidt tapffer gelauffen wie man die Nasen ausgetheilt hat’ Martin Coll. 146. ‘weil er der erst auff dem Nasenmarckt war’ Fisch. Garg. 393. ‘vil henn so Schmekker, Wo merr wahrhafdi maint, si henn sich vom e Wekker Recht früej uffwekke lon, wie d’ Nase-n-usgedailt Sinn worre’ Pfm. III 4. ‘Was solt die Kumpffgelegen Nas auf Sibilisch die Marien der Semele vergleichen’ Fisch. Garg. 24.r het d Scheid (das Futteral) bekummen, wu der Herrgott d Nasen drin ghabt het Su. Hat ein langer Mensch eine grosse Nase, so sagt der Volkswitz: Uf e gross Hus ghört e grossi Latërn Illk. Neckende Frage an einen, der eine grosse Nase hat: Was hän d Nasen golten? Antwort: D grossi sind noch verkäüflig gsin, awer uf d kleini het mer gschissen Dü. Übtr. Do ist dini N. ze kurz dazu reichen deine Mittel nicht aus Str. Eim e langi N. machen einen verspotten durch Ansetzen des Daumens auf die Nasenspitze und Ausspreizen der übrigen Finger allg. Anzählvers: s geht e Männele üwer der Rhin, Het gëlbi Hösseler an, s kummt in e Garten: In dëm Garten ist e Boim, uf dëm Boim ist e Nëst, in dëm Nëst ist e Ei, in dëm Ei ist e Dutter, in dëm Dutter ist e Has,r schisst dir uf dini Nas Co. Unhöfliche Abfertigung auf die neugierige Frage: Wo gehn ihr ane? Als der N. noch Rauw. In der N. noch, dass s Füdle nit verirrt! Hirzfn., dass s Füdle nit irr geht Geberschw., od. Ich gang in der N. noch gehn Wëllen bingen Mittl. s. auch Drëck. Auf die neugierige Frage Wās? erfolgt bisw. die derbe Antw. Drëck uf dini N. Str. und mit der Erweiterung: der Hund schisst mehr als der Has, und was er mehr schisst, schisst er uf d N. Betschd., od. kurz: Was? Drëck uf dini N.! Str., worauf jener bisw. erwidert: Drëck uf dini, s ist schad for mini Dü. s ist ihm eps uf d N. kummen es ist ihm etw. in den Weg gekommen, ein Ausdruck der Schadenfreude Dü. Spw. Was ainem uf d Nasen fallen muess, Fallt ainem nit uf der Fuess Kl.-Landau. Übtr. Eim uf d N. schissen sich jem. gegenüber alles erlauben dürfen, ihn zum besten haben allg. Ër losst sich uf d N. sch. Su. Ich loss mir nit uf d N. sch. Dü. Eim vor d Nas schnellen dass. AEckend. Eim e N. dräjen ihn zum besten halten Bf., ihm zuvorkommen Str. Derbe Abfertigung: Lëck mich, wo-n-ich keine N. habe, besonders von Kindern angewendet NBreis.; Var.: Du kannst mich hewen, ich kein Nos hob (d. h. am A.) Dunzenh. Abweisung einer jüngeren Person: geh zerst d Nas putzen Str. ‘die will doch iweral d’ Nas vorne dran han’ Str. JB. VIII 203. Rda. D N. durchane (überall) zuvörderst haben neugierig alles sehen und hören wollen Liebsd. Du muest d N. üwerall zuvörderst haben! Su. Obhergh. Co. Horbg. Muestnn du d N. üwerall vornen dran han? Bf. D N. üwerall derbi od. vornen dran han Str. D N. in alles stecken gleichsam alles beriechen wollen, sich in alles mischen Horbg. Str. U. ‘Er soll nicht seine Naass in allem dreck vmbkehren’ Mosch. II 345. D N. in allem han Liebsd. Su. D N. enwëg lossen sich zurückziehn Str. Sich an der N. füehren lossen sich nach Willen leiten lassen Str. s. auch Loch 3. [tə tie əm ræər kâr ti Nâs e s Loχ! Mb.] Eim eppis (eps U.) under d N. halten Ruf., hewen Horbg., riwen Z. Str., stecken Su. Bf. U. = jem. etw. vorwerfen, es ihm mehr derb als fein zu verstehen geben. ‘der selb mitler sol es dir wol under die nasen reiben’ Geiler HK. LXXXVIc. Zu einem Essenden: Gschmeckt's? ich glaüb, du steckst alles unden an der N. ine! Ruf. D N. anrënnen übtr. im Eifer zu weit gehen und scharf zurückgewiesen werden, auf Widerstand stossen, enttäuscht werden allg. Er hat d N. angrennt Lutterb. Dis Maidel het d N. angrënnt Bf. Dismol hest d N. angrennt! Obhergh. Syn. d N. verrennen Liebsd. ‘Isch mit der Nos on de Pfoste gerännt’ Aug. Stöber Der Kochersberg 56. Uf d N. bingen S. K. Z., binden auskramen, mitteilen, einem etwas weis machen Obhergh. Horbg. Dü. Eim eppis vor der N. n-ewëghmen Liebsd.:r Chaib het mir der Profit vor der N. ewëg gnummen ebd., ähnl. allg. ‘seind .. den Spaniern an der nasen vnnd zue trutz aussgestiegen’ Petri 465. D N. ewëg (zuruck Lutterb., drus Ruf.) lossen von etw. fern bleiben Str. D N. in der Höh od. ze hoch trauen übermütig, stolz sein Str. ‘Es hewwe gar viel d’ Nase mainaidi hoch in d’ Heeh’ Pfm. II 6. D N. in d Höh strecken übtr. auf dem Kirchhof begraben liegen: Du hest rëcht, Alter, amesier dich nummen, du kannst noch lang dert owen lejen und d N. in d Höh strecken Ingenh. s ist mir nëben der N. durech gangen meine Hoffnung ist nicht in Erfüllung gegangen Liebsd., ähnl. Ruf. Dü. De channst dich sëlber bi der N.hmen schau' zuerst auf deinen Fehler Liebsd. Nimm dich sëlwer an der N.! Su. Nimm dich zuerst an der N.! Hlkr. Heb du dich an dinere N.! Ingenh. Pack dich bi dineren eijenen N.! Hf. E jeder nemm sich an der N.! Str. ‘Und soll sich ein jeder zu vorhin selbsten bey der Nase greiffen, ehe er andere ropffet’ Mosch. II 881. ‘Meecht Muul un Naas ufsperre’ Str. Wibble Wibble = Strossburjer Wibble (von Karl Bernhard) 1. Bdch. Strassburg 1856. 15. Mul und N. ufsperren in hohem Grade erstaunt sein, sich sehr verwundern allg. Ër dënkt nit witter als d N. geht Bf. Nit weiterhne als eim d N. geht wenig Verstand haben Ndrröd. Von einem naseweisen Bürschchen sagt man:r ist nit emol noch trucken under der N. Ruf. Hüt wellen d Maidlen hiroten, eb si trocken under der N. sin Bf. Rda. s sind der Nasen zwo, Wann eine nit will, ist d ander froh Rchw. Von einer geizigen Herrin sagt das Gesinde: Die möcht auch, dass es under der N. zu wär Str. Rda. Eim d Würm us der N. ziegen [tsìakə ziehen] jem. Geheimnisse entlocken Steinb., ähnl. Bf. Str., aus der N. ziejen Ndrröd. Eim an der N. umme füehren zum besten halten Geberschw. ‘An der Nase fiehre’ Mü. Mat. 4, 40. N. für Narr in der seltenen Rda. für e N. ghebt Str. Sich selwer d N. us dem Gsicht schniden seinen eigenen Verwandten oder Landsleuten Böses nachsagen Str. ‘Wemer sich d’ Nas üs'm G'sicht schnid't, ze het mer keni meh’ d. h. Familiensachen muss man nicht ausplaudern Rathgeber 41. Scherzh. E Knopf in d N. machen einen Erinnerungsknoten in die Nase (= das Taschentuch machen) Dü. K. ‘I mach kein Knopf an d’ Nas!’ Hirtz Ged. 226. ‘Ich mach der noch e Knopf vor d’ Nas’ überliste dich noch Frœlich Holzh. = Jules Froelich, Strosburjer Holzhauerfawle .. Nancy 1885. 60. E fini, gscheidi, gueti N. han vorsichtig, klug handeln, Lunte riechen allg.: Ër het e gscheidi N. ghabt, dass er nit chummen ist, denn s wär ihm schlëcht gangen Liebsd. Er het e fini N. ghet, dass er ihm kein Gëld gelehnt het Hf. Du hast gut N. gehabt, dass de deheim gebliben bist Dehli. ‘ich hab doch e fini Naas ghet, dass ich uffgebast hab’ Horsch JB. X 178. Nit uf d N. gheit sin schlau, pfiffig, verständig, klug sein allg. ‘Was? See sinn, Gott strof mi, z’ Kolmer O’ nit uf d’ Nase keit’ Pfm. II 6. Das (od. dis U.) het e N.! das hat seine Schwierigkeiten, das ist nicht leicht allg. Sparen will e N. haben Su. Dis hat Nasen ist nicht leicht zu machen Lohr. Scherzh. zu einem mit wunder Nase: Bist uf der N. gloffen? Su. Du bist, glauw ich, uf der N. gangen K. Z. Aberglaube: Wer eine Zwillingszwetschge isst, bekommt noch eine Nase K. Z. Demin. Nasele m. Person mit grosser Nase Co. Str. Syn. Löschhörnle, Knolwen, Zapfen, Zinken Hlkr.; Kamin, Klowen, Kumpf Mütt.; ‘Schmecker, Laddernepfohl, Banduresawel, Bloschbalg, Duwaksdutt, Trechter, Schlaabaum, Enkerhoke, Güederwaauedyssel, Elefandezahn, Murchel, Schnuufmaschin’ Pfm. III 4. Zss. nasbluetig, Nasenfueter, Naslöchel, Nastuech, Nastüechel, nasenwis, Nasenzipfel. 2. Nase am Pflug, an welcher die Pflugschar befestigt wird Bf. 3. eiserne Nase mit Einschnitt zur Aufnahme der Thürfalle U. 4. Weissfisch, Leuciscus Bf. Str. ‘süri Nase’ Strassburger Leibgericht Kettner GvH. 5. ‘Kressle, Mollenker un Nase Henn als drinn (im Gärnel) erum geblitzt’ Schk. 194. ‘von snotvischen, nasen und jenen gelichen’ Str. 1478 Brucker 211. ‘Naß’ Chondrostoma Nasus Baldner 73. ‘ein Nase un hottu’ Martin Coll. 44. 5. Mispel, Frucht des Mispelbaumes Ingw. Schweiz. 4, 794. Bayer. 1, 1758.
10206 Zeichen · 373 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    nasenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    nasen swv. s. genaset.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    nâsênstv.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    nâsên , stv. (3. Sing. -süt ; Prät. Sing. -sach ), 1. nachsehen, hinterhersehen. — °2. refl. sik n. sich versehen? (Emde…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nasenv., intrs, trs, rec

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Nasen , v. I) intrs . mit der Nase riechen, suchen. II) trs . 1) Mit einer Nase versehen; besonders als Mittelwort der v…

  4. modern
    Dialekt
    Nas(en)

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Nas(e n ) [Nâsə Olti. Fisl. Liebsd. Steinbr. Kl.-Landau Lutterb. Hirzfn. , nö. davon fast allg. Nâs; Nôs Dachstn. Geisp.…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nasen

432 Bildungen · 423 Erstglied · 6 Zweitglied · 3 Ableitungen

nasen‑ als Erstglied (30 von 423)

Nasenband

SHW

Nasen-band Band 4, Spalte 929-930

Nasenbaum

SHW

Nasen-baum Band 4, Spalte 929-930

Nasenbein

SHW

Nasen-bein Band 4, Spalte 929-930

Nasenblech

SHW

Nasen-blech Band 4, Spalte 929-930

Nasenboz

SHW

Nasen-boz Band 4, Spalte 929-930

Nasenbube

SHW

Nasen-bube Band 4, Spalte 929-930

Nasendreck

SHW

Nasen-dreck Band 4, Spalte 929-930

Nasenfratz

SHW

Nasen-fratz Band 4, Spalte 929-930

Nasengasse

SHW

Nasen-gasse Band 4, Spalte 929-930

Nasenhaar

SHW

Nasen-haar Band 4, Spalte 929-930

Nasenkette

SHW

Nasen-kette Band 4, Spalte 929-930

Nasenkobel

SHW

Nasen-kobel Band 4, Spalte 929-930

nasen als Zweitglied (6 von 6)

aufnasen

DWB

auf·nasen

aufnasen hat Stieler 1333 für nares corrugare, nase rümpfen. in den hüttenwerken ists die nase der form öfnen.

benasen

DWB

ben·asen

benasen , naso instruere: ob ewr einr wol benaset wer, der mag wol zu uns treten her. H. Sachs III. 3, 16 b . mit der nase anrühren. s. befi…

pfnasen

BWB

pfnasen Band 2, Spalte 2,664f.

vernasen

DWB

vern·asen

vernasen , verb. hüttenmännischer kunstausdruck, schlacken im schmelzofen über die form vor den rost setzen, damit sich das gebläse nicht ve…

zunasen

DWB

zun·asen

zunasen , v. Adelung, fachwort des hüttenwesens von der verstopfung der luftöffnungen eines schmelzofens durch schlacken Bucher kunstgew. 45…

Ableitungen von nasen (3 von 3)

benasen

DWB

benasen , naso instruere: ob ewr einr wol benaset wer, der mag wol zu uns treten her. H. Sachs III. 3, 16 b . mit der nase anrühren. s. befi…

entnasen

DWB

entnasen , denasare, die nase abhauen. Maaler 104 d . Rädlein 241 b .

vernasen

DWB

vernasen , verb. hüttenmännischer kunstausdruck, schlacken im schmelzofen über die form vor den rost setzen, damit sich das gebläse nicht ve…