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naschen

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
21 in 17 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

naschen verb.

Bd. 13, Sp. 393
naschen, verb. , auch mit umlaut näschen, neschen teufels netz 8772. Zimm. chron. 4, 314, 39. Alberus p 4b. Diefenb. gl. 329b; ahd. nascôn, naschôn, mhd. naschen, mit goth. hnasqus (μαλακός), ags. hnäsc zu griech. κνάω (ich schabe, reibe, kraue), lit. knas-, knis- (graben, wühlen, vom schwein), s. Fick2 352. L. Meyer § 40. Leo ags. gloss. 591, 32. 11) transitiv und absolut, lecken, tellerlecken, leckend genieszen, catillare, ligurire (Graff 2, 1105. Diefenb. gl. 329b, nov. gl. 80b. Denzler 210a), besonders lüstern feinschmeckend, verstohlener oder unerlaubter weise genieszen, von menschen und thieren (vergl.schlecken): mhd. und slah im mit willen eine vlaschen, daʒ im die hunt das hirne ab der erde müeʒen naschen. zu Neidhart 158, 11; nhd. und hat ain man ain vasz mit wein und kümpt einer darüber und nascht drein (darin). fastn. sp. 711, 17; ich nesch, suffuror cibos delicatiores. Alberus p 4b; die katzen naschen gern. Stieler 1332; dasz ich im kohl ein naschendes häschen ihm wegfing. Voss ged. 2, 28; doch wieder wuchs ich aus dem grab als aglei, kam ein bienchen, naschte fleiszig. Platen (1847) 1, 70; sprichwort: viel (allzeit) naschen macht leere taschen. Schottel 1113b. Creidius 1, 135; naschen von: und nascht von den kirschen, ehe sie reifen. Götz 1, 73; naschen nach, lüstern wornach begehren, jagen: du solt nicht nach wiltpret neschen (: täschen). Zimm. chron. 4, 314, 39; gehst naschen nach verbotnem schmer. Ringwald laut. wahrh. 141. 1@aa) in weiterer anwendung. 1@a@aα) von lüsternem, unzüchtigem betasten und kitzeln, naschen um, zu: und wolt .. einer ieden um die tutten naschen. fastn. sp. 144, 3; wan so ir ainr zuom puosen nascht. 340, 8; do ward ich als nahen unten hinzu naschen. 859, 32; wann er hinab nascht zu der wannen, so slug sie in mit feusten dannen. 852, 17. 1@a@bβ) von heimlicher buhlerei und verstohlen genossenen (ehebrecherischen) liebesfreuden: aus naschen gehen, ambire, tentare virgines Stieler 1332; darum pin ich oft naschen auszgangen. fastn. sp. 321, 24; naschen zu, um: mhd. eʒ heiʒet daʒ unkiusche, daʒ die nescher unde nescherin naschent von einem zuo dem andern, als daʒ vihe. B. Berthold 1, 106, 4; ob er zuprechen würd sein ee und naschen gieng zuo andren frauen. fastn. sp. 319, 6; der zuo andren frauen get naschen ausz. 306, 4. 307, 4; der einem geet zu seinem weib naschen, und spilt mit ir in der untern taschen. 710, 8; si wart sich auch zuo mir gelimpfen, und weil ich so umb si wird naschen, raumpt si mir hinten aus der taschen. 339, 28; herr domine, es liegt am tag: du wilt nur zu den peurin naschen. H. Sachs 9, 5, 17 K.; transitiv mit abstractem objecte: sie hätte an beiden tafeln schwelgen wollen! hätte der tugend ganze glorie zu kosten und doch zugleich des lasters heimliche entzückungen zu naschen sich erdreistet? Schiller 5, 1, 129 (don Carlos 2, 10), vgl. 5, 2, 244. 1@a@gγ) auch von einem geistigen genusse, vom lesen und dgl. wenn es wählerisch und flüchtig geschieht ohne rücksicht auf den zusammenhang und die erfassung des ganzen: für unser wörterbuch konnte erst angehoben werden (aus Keisersberg) zu lesen, gleichsam zu naschen. J. Grimm oben th. 1, lxxviiib; naschen aus: ich schlendere aus der deutschen komödie in die französische, nasche, so zu sagen, aus einem neuen buche nach dem andern. K. Lessing bei Lessing 13, 486. 22) von der wie leckenden, wühlenden, nagenden bewegung sinnlicher gegenstände, so von Göthe: da rase drauszen fluth bis auf zum rand, und wie sie nascht, gewaltsam einzuschieszen, gemeindrang eilt, die lücke zu verschlieszen. 41, 321; ich fühls, es ist der klang der mordaxt, die an meiner wurzel nascht. 8, 274. 33) reflexiv. a) sich belecken: verwahre aber das rosz, damit es sich nit nasch (an der mit hüttrauch bestreuten hautstelle). Seuter rossarznei (1599) 234. 3@bb) durch naschen lecker werden: selbst in dem weinberg nascht sich das reh nicht immer genieszbar (wird nicht immer schmackhaft, wenn es auch im weinberge viel nascht). Voss bei Campe. 44) schmarotzen, betteln, mendicare. voc. 1482 x 3a. Diefenb. gl. 155b. Schiller-Lübben 3, 160a. 55) um, herum naschen, um-, herumschleichen, ein begriff, der sich aus dem von herumlecken, rings beschnoppern (besnoppern vel naschen Diefenb. gl. 329b) entwickelt hat und der auch im folgenden ersten beispiele noch mitenthalten ist: und wird ausz dem sieges-pannier zum öftern ein flüchtiges hasen-pannier, man naschet hier und dar herum wie eine katze um einen heiszen brei. anm. zum Simplic. 1, 329 K.; die alte unholdin naschet wie ein gespenst bei der nacht um. Wirsung Cal. 2.
4643 Zeichen · 108 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    naschenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    naschen swv. BMZ leckerbissen geniessen, naschen, catillare Dief. n. gl. 80 b . Neidh. (158, 11). Hadam. 399. Wolk. 31. …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    naschensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    naschen , sw. V. nhd. einstecken, heimlich an sich bringen, schmarotzen, betteln, naschen ÜG.: lat. ligurrire, mendicare…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Náschen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Náschen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert. 1) Zum Vergnügen, aus Lüsternheit von etwas essen, zu…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    naschen

    Goethe-Wörterbuch

    naschen 1 etw mit Genuß essen, verzehren; mehrfach von Tieren (Insekten); auch absolut iSv Süßigkeiten essen; vereinzelt…

  5. modern
    Dialekt
    naschenschw.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    naschen , näschen schw. : wie schd., nasche [verbr. VPf NWPf mancherorts übrige Pf], näsche [ LA-Gleisw Mörzh ]; vgl. sc…

  6. Sprichwörter
    Naschen

    Wander (Sprichwörter)

    Naschen 1. Das Naschen nimpt Geld vnd Gut hin. – Petri, II, 68; Henisch, 1469, 64. 2. Man soll naschen nach seiner Tasch…

  7. Spezial
    naschen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    na|schen vb.intr. (Süßes essen) sgolosé (-sëia), golé (gola).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit naschen

16 Bildungen · 1 Erstglied · 11 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von naschen

nas + -chen

naschen leitet sich vom Lemma nas ab mit Suffix -chen.

naschen‑ als Erstglied (1 von 1)

naschen als Zweitglied (11 von 11)

harnaschen

KöblerMhd

*harnaschen , V. nhd. „harnischen“, mit einem Harnisch versehen (V.) Hw.: s. geharnaschet; vgl. mnd. harneschen E.: s. harnasch W.: nhd. (äl…

snaschen

KöblerMnd

*snaschen , sw. V. nhd. naschen Hw.: s. snaschære E.: s. naschen?

abnaschen

DWB

abnaschen , praeripere delicatiora, den rahm von der milch abnaschen, die rosinen vom kuchen.

ausnaschen

DWB

aus·naschen

ausnaschen , ligurire, 1 1) intransitiv: ich wil mein esel nimmer hinleihen, dasz er ausnasch auf fremde waid. fastn. sp. 167, 2 . 2 2) tran…

benaschen

DWB

ben·aschen

benaschen , degustare, praelambere: lüsterne müssen alles benaschen; solcher köchin fint man noch mehr, die alles das benaschen, beide speis…

genaschen

Lexer

gen·aschen

ge-naschen , ge-neschen swv. naschen. der vil kranke genesche daʒ pulver und die esche, daʒ von den liuten ist worden Mart. 201,27. vgl. Wol…

ümmenaschen

MNWB

uemme·naschen

° ümmenaschen , swv. : erbetteln, an sich bringen, „ Vmmenasschen colligere circumrogare mendicare” (Voc. Strals. ed. Damme 440).

vernaschen

DWB

vern·aschen

vernaschen , verb. 1 1) transitiv, mit näscherei durchbringen: die (bösen weiber) stehlen, dem mann das geld austragen, verpäpeln, vernasche…

vornaschen

MNWB

vorn·aschen

* vornaschen , swv. , (Geld) für Näscherei ausgeben, vernaschen (Nic. Gryse).

vörnaschen

KöblerMnd

vörnaschen , sw. V. nhd. vernaschen, für Näscherei ausgeben E.: s. vör, naschen W.: s. nhd. vernaschen, sw. V., vernaschen, DW 25, 909? L.: …

ümmenaschen

KöblerMnd

ümmenaschen , sw. V. nhd. erbetteln, an sich bringen Q.: Voc. Strals. ed. Damme 440 (um 1600) E.: s. ümme (1), naschen L.: MndHwb 3, 2, 65 (…

Ableitungen von naschen (4 von 4)

benaschen

DWB

benaschen , degustare, praelambere: lüsterne müssen alles benaschen; solcher köchin fint man noch mehr, die alles das benaschen, beide speis…

ernaschen

DWB

ernaschen , ernäschen , ligurire, libare: er wirt fürwitzig, wil alle ding sehen, hören und versuochen und erneschen was da stübt und flüget…

genaschen

Lexer

ge-naschen , ge-neschen swv. naschen. der vil kranke genesche daʒ pulver und die esche, daʒ von den liuten ist worden Mart. 201,27. vgl. Wol…

vernaschen

DWB

vernaschen , verb. 1 1) transitiv, mit näscherei durchbringen: die (bösen weiber) stehlen, dem mann das geld austragen, verpäpeln, vernasche…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „naschen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/naschen/dwb?formid=N02899
MLA
Cotta, Marcel. „naschen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/naschen/dwb?formid=N02899. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „naschen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/naschen/dwb?formid=N02899.
BibTeX
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