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mine

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mine f.

Bd. 12, Sp. 2235
mine, f. sprenggrube, erzgrube. ein romanisches wort: ital. span. portug. mina, prov. mina, mena, franz. mine, wallon. meinn schacht, erzgrube (von lat. minare, roman. menare führen, betreiben, vergl. Diez wb. d. rom. spr. 1, 277; etymologischer zusammenhang mit miene gesichtszug ist nicht sicher, s. oben sp. 2172). in der bedeutung der erzgrube ist es bereits früh mittellateinisch nachweisbar: mina plumbi Du Cange von Henschel 4, 410a (9. jh.); als wort der belagerungskunst scheint es mittellat. nicht bezeugt, wol aber begegnet das verbum minare, cuniculos facere, mit minarii, fossores cunicularii, minator und minor fossor cunicularius (ebenda 411b. 412a. 422b), so dasz wol auch an der mittellat. existenz von mina für cuniculus nicht zu zweifeln ist. von den deutschen sprachen nimmt es zufrühest das niederl. auf, in beiden bedeutungen: mijne, mijn-kuyl, mine, fodina, cuniculus, mijne van goud, aurifodina, mijne van silver, argentifodina, mijne, ondergravinghe, cuniculus, meatus subterraneus, suffossus, vulgo mina Kilian; und das niederrheinische wenigstens im sinne von erzgrube: mine (plur.), goltaderen l. minen Dief. 362a (gemma gemm., Cöln 1507); seit dem 17. jahrh. ist es bei uns allgemein eingebürgert, gewöhnlicher in der bedeutung der sprenggrube, als in der des erzschachtes, in welcher es namentlich in die eigentlich bergmännische sprache nicht übergeht. der unterschied der schreibung gegen miene sp. 2172 hat sich erst seit dem 18. jahrh. ergeben; Steinbach schreibt auch miene, subfossio, cuniculus 2, 62. 11) mine, militärisch, bei belagerungen, unterirdischer gang für sprengungen und seine füllung. in diesem sinne war es zumal der französischen kriegssprache des 16. jahrh. geläufig, und kam als eins der 'kriegswörter, so in unser muttersprach nicht eigentlich mit einem wort zu geben sein, dieweil meistestheil die gebräuchlichsten wörter im heutigen kriegswesen aus lateinischen, französischen und niederländischen wörtern gezogen und angemeldet werden', zu uns, anfangs mit verdeutschung: mine, etwas so undergraben ist. Wallhausen kriegsmanual (Frankfurt 1616), epitome nomenclaturae militaris C 2a; bald aber als eingebürgertes lehnwort: wann ihr viel munition und rüstung habt, so last machen minen gegen die örter, da die arbeit ewerer feinde fortgehet. Wallhausen frantzoische kriegszkunst (Hanau 1617) s. 97; indem sie dieselbigen (feinde) durch eine minen lassen springen. 110; wann der feindt einnimpt den grundt eweres grabens, müst jr haben bedeckte wegen, und viel minen, so unter der contreescarpe respondieren. 111, nur theilweise noch durch den druck als fremdwort hervorgehoben; und so verzeichnen es später die wörterbücher unter deutschem sprachgute, mit reichlichen wendungen: die mine, plur. die minen, cuniculi, suffossiones, sinuosi suffossionum maeandri. Stieler 1278; eine mine graben, cuniculum agere, terram suffodere; eine mine springen lassen, cuniculo ignem applicare, pulvere nitrato subjecto cuniculos in aërem raptare. die minen tuhn das ihrige, cuniculi ex voto aëre ascendunt. die mine hat nichts getahn, cuniculus incassum diruptus est. ebd.; eine mine entdecken, hostilem cuniculum detegere, difflare. mit einer mine dargegen kommen, cuniculum adverso cuniculo excipere. 1278; eine mine unter etwas hintreiben, cuniculum agere. der mine feuer geben, sie springen lassen, ignem admovere cuniculo. durch eine mine auffliegen, pulvere pyrio cuniculi in aerem ferri. Frisch 1, 664a; die mine ist zurück geschlagen, effectus cuniculi fuit contrarius. eine mine auslüften, pulveris pondus e cuniculo hostis eximere. 664b; bei den minen sollen die sprengkammern also gesetzt und zugerichtet werden, dasz das pulver weder ausz- noch einwarts, sondern über sich schlage, und also eine genugsame brech zum sturm mache. Böckler kriegsschule (1668) 761; der eingang der minen, welcher krumm geführet wird, ist besser als wann man mit einer geraden lini hinein gehet. ebenda; man hat die minen lange zeit nur nach gutdünken geladen. Quincys kriegskunst deutsch von Jäger (1745) 516; es wird nöthig sein, hier auch etwas von dem unterschied der minen anzuführen, und zu zeigen, was eine einfache, doppelte, in der gestalt eines T gemachte, und eine 3fache treffelmine sei. 530; wie es nur eines geringen zündkrauts bedarf, um eine gewaltige mine zu entschleudern. Göthe 26, 230. 22) bildliche anwendung von mine in diesem sinne seit dem vorigen jahrh. nach franz. vorbilde (decouvrir la mine, faire jouer quelque secrete mine u. ähnl. Littré 2, 565c): man muszte also noch eine andere mine springen lassen, durch die mir, wenn ich einmahl aus Athen vertrieben wäre, alle hoffnung, jemahls wieder zurück zu kommen, abgeschnitten würde. Wieland 2, 122; so hat er doch alle fähigkeiten, minen anzulegen, kabalen entgegen zu arbeiten, und für sich und seine freunde im trüben zu fischen. Gotter 3, 19; wehren sie sich, so gut sie können. ich lasz alle minen springen (lady zu Ferdinand). Schiller kab. u. liebe 2, 3; dasz ich mit seinem freunde rede, der nun wider mich arbeitet, und die minen leicht entkräften kann, die er selbst gegraben hat. Göthe 8, 62; unglücklicher weise erbat man sich eine allgemeine stille. also auch schwatzen sollte ich nicht mehr und die töne thaten mir in den zähnen weh. war es nun ein wunder, dasz endlich der kleinste funke die mine zündete? 23, 88; dies alter und dies plätzchen war das rechte, wo am liebsten seine mine der gott der liebe springen läszt. Bürger 105b; dein lebenszelt steht auf einer geladenen mine und rings umher halten die stunden offne geschosse auf dich. J. Paul Tit. 3, 6. 33) mine, erzgrube: mine, fodina, grube, erzgrube. Schottel 1364; mine, fodina est, unde metallum effoditur, alias eine zeche. Stieler 1278, mit den zusammensetzungen goldmine, bergmine, erzmine; minen, ist so viel als gruben, gold-, silber-, kupfer- und eisengruben. mineral - lex. (1743) 386b; ihre (der Niederländer) goldgrube war über der erde, aber sie war unerschöpflicher und reicher, als alle minen in seinem (Philipps) Amerika. Schiller hist.-krit. ausg. 7, 60; bildlich: er (der weltweise) spaziere frei: in desto mehreren gegenden wird er bekannt, an desto mehreren orten kann er früchte suchen, hie und da minen eröffnen — hie und da die wünschelruthe versuchen. Herder z. litt. 1, 198.
6344 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 4.–6. Jh.
    Gotisch
    minesw. M. (n)

    Köbler Got. Wörterbuch

    mine , sw. M. (n) Vw.: s. menā L.: Krause, Handbuch des Gotischen 22

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mineF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    mine , F. nhd. „Mine“, Erzgrube Q.: Zs. Nds. 1879 291 I.: Lw. frz. mine E.: entlehnt aus dem frz. mine, das auf ein kelt…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Mine

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    2. Die Mine , plur. die -n, ein zunächst aus dem Franz. Mine entlehntes Wort, welches noch von einer doppelten Art Grube…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mine

    Goethe-Wörterbuch

    Mine unterirdischer Gang, Stollen 1 bergm: Erzgrube, Erzlager; einmal anthropomorphisierend ein alter Mann..zeigte mir d…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mine

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Mine , eigentlich Mna , bei den Babyloniern der 60. Theil des Talents, Gewicht und in der Folge Münze, verbreitete sich …

  6. modern
    Dialekt
    Mine

    Mecklenburgisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Mine Kurzform des weiblichen Vornamens Wilhelmine, s. Wo. V. 4, 406 —12. — Kü. 2, 385.

  7. Sprichwörter
    Mine

    Wander (Sprichwörter)

    Mine 1. Eine schlechte Mine gibt kein gutes Erz. – Altmann VI, 492. 2. Alle Minen springen lassen. Alle Mittel und Kräft…

  8. Spezial
    mine

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    mine [mị·ne] adv. ja nicht, etwa, nicht doch. ▬ chësc ne pó mine ester vëi! das kann doch nicht dein Ernst sein; chësc n…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mine

239 Bildungen · 217 Erstglied · 19 Zweitglied · 3 Ableitungen

mine‑ als Erstglied (30 von 217)

Mine I

SHW

Mine I Band 4, Spalte 673-674

Mine II

SHW

Mine II Band 4, Spalte 673-674

Mine III

SHW

Mine III Band 4, Spalte 673-674

Minekatze

SHW

Mine-katze Band 4, Spalte 673-674

Mine (abgekürzt für Wilhelmine)

Wander

Mine (abgekürzt für Wilhelmine) Mine (abgekürzt für Wilhelmine). Pfui, Mine, decke zu. ( Köthen. ) Um sein Misfallen über ein unanständiges …

Minehead

Meyers

Minehead (spr. main-hĕd), Marktstadt und Seebad in der engl. Grafschaft Somerset, an der Südküste des Kanals von Bristol, ehemals mit bedeut…

Mine II

RhWB

Mine II -ī- = Weissfisch s. Münne.

Mine III

RhWB

Mine III mī:n, Pl. -nə Erk-Elmpt f.: Lebensmittelbörse, nach dem Ndl.

Mine IV

RhWB

Mine IV f.: 1. a. mīn, Pl. -nə(n) nach dem Nhd.; M.gang im Bergwerk Allg., in der Bergmspr.; Kohlengrube, Koəhlem. Selfk. — b. mi·n. Bohrgan…

Minelli

Herder

min·elli

Minelli , Joh., geb. 1625 zu Rotterdam, gest. daselbst 1683 als Rector, bekannt durch Schulausgaben röm. Classiker, mit kleinen Erläuterunge…

Minellĭus

Meyers

Minellĭus ( Min-Elli ), Jan, niederländ. Schulmann, geb. 1625 in Rotterdam, gest. daselbst 1683, Rektor der Erasmus-Schule in seiner Vaterst…

Minello

Herder

min·ello

Minello , Getreidemaß in Verona = 1859 Par. Kubikzoll.

minenarm

DWB

minen·arm

minenarm , minearm , m. arm, seitengang einer mine: musz man acht geben, dasz die verschiedenen kammern zugleich feuer fangen, .. derohalben…

minenauge

DWB

minen·auge

minenauge , n. das zum anfang einer mine gegrabene loch: hat der graben wasser, so wird das minenaug einen schuh über der fläche des wassers…

minenbiene

DWB

minen·biene

minenbiene , f. apis cunicularia, bienenart, die ihr nest in sandiges trockenes erdreich gräbt; auch minierbiene.

Minendampfer

Meyers

minen·dampfer

Minendampfer , zum Legen von Seeminen besonders eingerichtete Dampfer. Kleine Minenleger dienen zum Verankern der Minen in den Minensperrend…

Mineneule

Campe

minen·eule

Die Mineneule , Mz. — n , die Kanincheneule (Minier eule).

minengang

DWB

minen·gang

minengang , m. meatus subterraneus primarius. Frisch 1, 664 b ; dasz ihr euren minengang unter dem wall nur halb so tief als der wall hoch i…

minenhals

DWB

minen·hals

minenhals , m. collum camerae cuniculi, via ad locum pulvere pyrio implendum, der weg zum pulver in der mine. Frisch 1, 664 b .

minenherd

DWB

minen·herd

minenherd , m. der ort in einer mine, wo die zündwurst, mit welcher die mine angezündet wird, aufhört und wo die mine selbst sich entzündet.

minen I

RhWB

minen I -ī:- = mähen (s. d.);

minen II

RhWB

minen II -ī:- = meinen (s. d.);

minen III

RhWB

minen III = sich aneignen s. bei mein;

minen IV

RhWB

minen IV -ī- = auszählen s. bei mine.

minenkammer

DWB

minen·kammer

minenkammer , f. spatium quod pulveris pyrii sufficiente copia impletur, platz das pulver zu legen. Frisch 1, 664 b : über die verschiedene …

Minenkrankheit

Meyers

minen·krankheit

Minenkrankheit , Krankheitserscheinungen, die durch Einatmen der beim Sprengen von Minen auftretenden Gase hervorgerufen werden, im wesentli…

mine als Zweitglied (19 von 19)

Balsamīne

Adelung

balsam·ine

Die Balsamīne , plur. die -n, ein ausländisches Blumengewächs; Impatiens Balsamina, L. Diese Pflanze ist in Ostindien zu Hause, wird aber je…

Bramīne

Adelung

bram·ine

Der Bramīne , des -n, plur. die -n, ein Indisches Wort, einen Priester bey den heidnischen Indiern zu bezeichnen; bey den ältesten Indiern s…

domine

DWB

dom·ine

domine , m. an einigen orten, zumal in den Niederlanden, pflegt man den geistlichen so zu nennen und auf diese weise den voc. als nom. zu ge…

ermîn(e)

MNWB

erm·ine

*° ermîn(e) , adj. , in Beziehung zur Bereitung der Sayen, ermîne sayen, Bezeichnung nach einem Ort, viell. Entstellung von Amiens, wo das b…

flattermine

DWB

flatter·mine

flattermine , f. cuniculus tumultuarius: und selbst den leuten du bon ton ist dieses büchlein lustig erschienen, es ist kein globe de compre…

gegenmine

DWB

gegen·mine

gegenmine , f. contremine, beim miniren. M. Krämer 515 b , Stieler 1278 , Frisch 1, 329 c , Adelung, nl. teghenmijne Kil. ( jetzt tegenmijn)…

Gêlsamīne

Adelung

Die Gêlsamīne , plur. die -n, S. Adelung Jasmin .

Herrjemine

Wander

herrje·mine

Herrjemine Herrjemine, wo dampt de Thee, süng de Foss, do harr he siner Frô in den Kêtel megen 1 . – Schröder, 434. 1 ) Megen, Imperfect von…

HYRMINE

Hederich

HYRMINE , es, Gr. Ὑρμίνη, ης, ( Tab. XXV .) nach einigen des Neleus, nach andern des Nykteus, und nach den dritten des Epeus Tochter, war de…

jemine

DWB

jem·ine

jemine , jemini , ausruf des erstaunens oder schreckens, in der formel herr jemine wol aus herr Jesu domine gekürzt: manchen gehet nur das m…

Mine (abgekürzt für Wilhelmine)

Wander

Mine (abgekürzt für Wilhelmine) Mine (abgekürzt für Wilhelmine). Pfui, Mine, decke zu. ( Köthen. ) Um sein Misfallen über ein unanständiges …

schimine

KöblerMhd

schi·mine

schimine , st. F., sw. F. nhd. Besenginster?, eine strauchartige Pflanze ÜG.: lat. (myrica) Gl Q.: Gl (14. Jh.) E.: Herkunft ungeklärt? L.: …

silbermine

DWB

silber·mine

silbermine , f. erzgrube, die silber liefert, argentifodina. Stieler 1278 , im vergleich: nach langen jahrhunderten gräszlicher nacht, die i…

tosemine

KöblerAfries

tos·e·mine

tosemine , Adv., Präf. nhd. zusammen ne. together Vw.: s. -branga, -kuma Hw.: vgl. ae. tō̆samne, as. tesamna*, ahd. zisamane Q.: R E.: s. to…

Ableitungen von mine (3 von 3)

ermîn(e)

MNWB

*° ermîn(e) , adj. , in Beziehung zur Bereitung der Sayen, ermîne sayen, Bezeichnung nach einem Ort, viell. Entstellung von Amiens, wo das b…

gemine

DWB

gemine , ausruf, für jemine ( s. dort ): ach gemine! der hexenmeister! willkommen! Weisze kom. op. 2, 141 ; o gemine! meine ganze lebenszeit…

Minee

PfWB

Minee f. : Katzenname, Kosename für Katzen, Minee (miˈnē) [ Keiper 65]; vgl. Mine 2 , Minne 1 1. — Frz. minet 'Kätzchen'.