Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Messing n.
Messing n.
Messing n. Legierung aus Kupfer und Zink. Die Bezeichnung ist etymologisch nicht überzeugend gedeutet. Ahd. (11. Jh.), mhd. messinc, missinc, möschinc, mnd. missinc, messinc (daraus entlehnt die nord. Formen), mnl. messinc, missinc, nl. messing und (als ältestes Zeugnis) aengl. mæstling, mæslen (10. Jh.) werden mit dem Namen eines Volkes im Nordosten Kleinasiens, den Mossynoiken (griech. Μοσσύνοικοι), in Verbindung gebracht; der Name ist abgeleitet von griech. móssyn (μόσσυν) ‘turmartiges Gebäude aus Holz, Holzbau’, einem Lehnwort aus dem Pers. Die Mossynoiken (eigentlich ‘die, deren Haus ein Holzbau ist, die in Holzbauten Lebenden’) sollen eine besonders Art Metall, griech. chalkós (χαλκός) ‘Erz, Metall, Kupfer’, auch ‘gemischtes Kupfer, Bronze u. dgl.’, besessen haben, so daß von dem Volksnamen bzw. dem zugehörigen Adj. griech. Mossȳnikós (Μοσσυνικός) ‘mossynisch, von den Mossynoiken hergestellt’ die Bezeichnung der Legierung entlehnt sein könnte. Eine vermutete slaw. Vermittlung, auf der die germ. Bezeichnungen für Messing beruhen sollen, ist unwahrscheinlich, da die nur westslaw. Zeugnisse tschech. mosaz und poln. mosiądz ‘Messing’ eher Entlehnungen aus dem Germ. sind; überdies bleibt die frühe aengl. Bezeugung bei slaw. Vermittlung ungeklärt. Erwogen wird schließlich auch Anknüpfung an lat. massa, ahd. massa, mhd. masse (s. Masse) im Sinne von ‘Metallklumpen’, woraus zumindest mhd. mess(e) und mnl. mes ‘Messing’ stammen könnte.