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Mahr

nhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Mahr

Bd. 5, Sp. 745
Mahr das Wort ist nach Wk. V 15 mit Ausnahme des Geb. an der Saar allg., aber veralt., u. zwar mār [WMosfrk bis Koch -(ă)-; Altk-Hellert, Waldbr-Hespert, Bergh-Heppend -E-; Prüm-Mürlenb 1860 -īə-; Gummb-Dümmlinghsn māt; Erk-Elmpt nur ntsmār; Mörs-Budbg Veert, Klev-Üdem natsml] Sg. t. Geschlecht schwankt, u. zwar Rhfrk, Mosfrk, Malm durchweg n., im RRip, Dür, SNfrk vielfach m., sonst f.: Nachtalp, Alpdruck, meist in folg. Wend.: Det M. horren gesuff, hot an er gesuff; er hot's M.saufe gehat nach dem Volksgl. setzt sich das M. nachts einem Menschen auf die Brust, um ihn zu ersticken oder ihm das Blut auszusaugen; bei Mädchen gesagt, denen die Brüste anschwellen, laufen; auch wurde ihm das Ausmelken der Kühe, das Töten von Tieren, plötzliche Erkrankung von Kindern, das Verflechten der Mähne des Pferdes zugeschrieben Nahe, Hunsr [ein Gespenst, das dem Wanderer nachts auf den Rücken springt u. in ihm das Gefühl eines Asthmaanfalles hervorbringt Neuw-Asb; sonst kommt das M. (als Nebel) durch das Schlüsselloch in das Schlafgemach oder in den Stall; kam es zu jungen Burschen u. verstopften diese das Schlüsselloch, so verwandelte sich das M. in ein schönes junges Weib, dessen Liebe sie dann genossen Verbr.; in geweihten Nächten, so in der Mainacht, ging das M. in Gestalt einer Katze über die Dächer der Häuser; man konnte es dann sehen u. verjagen; bes. stellte es den jungen Witwen nach Sieg]; dat M. hot en gedrickt, drickt en; er hot et M.dricken (gehat) Wend-Ulmet Wieselb, Birkf, Meis, Goar (Rheinorte), Neuw (nicht kurköln.), Wittl-OKail, Geld; ich han's M. (gehat) Kreuzn, Trier-Stdt Hetzerath, May, Schleid-Blumenth; das M. war an mir Kreuzn, Meis; et M. wor bei mer Bernk, Köln-Stdt; sonst de M. hät em (en) geriə (geritten) oder he es von der M. bəriə worde Heinsb, Allg.; de M. hät en bereck (beritten) Bergh-Hüchelhv, Dür, MGladb-Mülfort, Mettm; he hat M.rigge (et M.r. u. de M.r.) gehat Verbr. in Schleid, Rheinb, Dür, Jül, Aach, Kemp, Berg (et Marenriden Mettm-Hardenbg); ich hän des Nät de M. bəriə Bergh-Glesch. — Ich wöul (wollte), dat dech de M. rit (reitet)! Eup. — Man schützte sich gegen das M. dadurch, dass man alle Öffnungen der Kammer verstopfte, bes. das Schlüsselloch (mit Wachs von einer geweihten Kerze, die bei einer Leiche gebrannt hatte Sieg) Allg., oder indem man drei Kreuze aus gesegnetem Wachs über der Schlafzimmertüre anklebte Hunsr, oder durch Anbringen der sogen. Marfüsse (s. d.); auch konnte man das M. erstechen, indem man sich beim Schlafengehen einen zinnernen Teller auf die Brust setzte u. in die hohle Fläche die Hand, in der man ein Messer hielt, dessen Spitze nach auswärts gekehrt war, legte; kam das M., so fiel es in das Messer; man durfte jedoch nicht schlafen, sonst nahm das M. das Messer u. tötete den Schläfer MGladb-Kleinenbr, oder indem man vor dem Bette (unter das B.) die Holzschuhe kreuzweise (verkehrt) stellte Dür, Nfrk; schwoll bei einem kleinen Kinde, bes. bei einem Mädchen die Brust an, so schlug man eine Windel, wie sie von einem Kinde weggenommen war, mit den Exkrementen zusammen u. legte sie dem befallenen Kinde unter Nennung der hl. drei Namen auf die Brust; zu der Gebärenden legte man ein scharfes Beil, mit der Schärfe nach oben, ins Bett, um das M. fernzuhalten oNahe 1830. — Segensspr. gegen das M. (den man betete oder, auf einen Zettel geschrieben, ins Bett legte): Jetzt leg ich mich in Gottes Macht, jetzt l. ich mich in G. Kraft, dass kein biser Feind was an mir macht! oNahe 1830. Du tedliches (tödliches) M. sallst alle Bäm blare (entblättern), uf alle Berg steie, in alle Kerch bere (beten), un wann de dat gedohn host, dann is die Hint (diese Nacht) erim! Simm-Horn. Liebe M., ich bitte dich, diese Nacht verschone mich! NBerg. Lot mech möt Friən (Frieden), M., du salls riən (reiten) övver alle Salwiən (Salweiden), övver alle tahm Kliən (Klee), övver alle Stoppeln on Dören (Dörne), övver alle Strühsdaker (Strohdächer), dat du net an mi Bettschen kanns raken (reichen)! MGladb-Korschenbr, Klev. Quoj (böse) M., lelk (hässliches) Dier, komm van de Nach mar niet na hier; alle Waters sas de waije (waten), alle Blümmkes sas de blaije (entblättern), alle Blome sas de tälle (zählen), mar duh mech van de Nach niet quäle! Geld-Straelen.
4294 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mahr

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Mahr , des -es, oder -en, plur. inus. eine besonders in den Niedersächsischen und mitternächtigen Gegenden üblich Be…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mahr

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Mahr (altnordisch und althochd. mara , Mar, Nachtmahr, Mahrt ), nächtlicher Unhold, der den Menschen plagt, gleichbedeut…

  3. modern
    Dialekt
    Mahrn.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Mahr n. : 1. 'brustklemmendes, gespenstisches Wesen', Mahʳ [ RO-Ruppeck ], Mahʳt [ KU-Roth ]; Zs.: Nachtmahr; Syn. s. Al…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mahr

20 Bildungen · 19 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

mahr‑ als Erstglied (19 von 19)

Mahrlocke

SHW

Mahr-locke Band 4, Spalte 491-492

Mahratthen

Meyers

Mahratthen ( Maratha, Marratten ), Volk in Britisch-Indien, das die Gegenden östlich der Westghats, von der Tapti im N. bis zum Oberlauf der…

Mahratti

Meyers

Mahratti ( Marathi ), Volkssprache im westlichen und mittlern Vorderindien (Dekhan) für 15 3 / 4 Mill. Menschen, entstand aus dem Dakshinaty…

Mahrbach

PfWB

mahr·bach

Mahr-bach f. : FlN, amtl. Mahrbach, Dorfbach von KU-Friedhs; vgl. Meer(en)bach .

Mahrenflêchte

Adelung

mahr·en·flechte

Mahrenflêchte , plur. die -n, eine im gemeinen Leben übliche Benennung des Weichselzopfes, Trica Polonica. S. Weichselzopf. Er wird auch Mah…

Mahrenholtz

Meyers

mahr·en·holtz

Mahrenholtz , Richard , Literarhistoriker, geb. 22. April 1849 in Etgersleben bei Magdeburg, studierte in Halle und Berlin und wurde 1874 Gy…

mahrflechte

DWB

mahr·flechte

mahrflechte , f. weichselzopf, nach dem glauben vom mahr verursacht: contorsio lautet ein krümmen verwirren, welches wir marflechten nennen …

Mahrfuss

RhWB

mahr·fuss

Mahr-fuss (s. S.) Rhfrk, Mosfrk m.: geheimnisvolles Zeichen in Gestalt eines Pentagramms, oft zu drei in die Türschwelle der Schlafkammer, a…

Mahrhexe

RhWB

mahr·hexe

Mahr-hexe mErhęks Erk-Stdt f.: streitsüchtiges Weib.

Mahrloch

PfWB

mahr·loch

Mahr-loch n. : FlN, amtl. u. mda. Im Mahrloch [ LA-Gommh ]. a. 1436: stost vf das Markloch [SpeyHochst., Urk. 411]. a. 1719: im Großen Feld …

Mahrlocken

PfWB

mahr·locken

Mahr-locken Pl. : 1. 'verfilzte Haarklumpen an Pferdemähnen und an Rinderschädeln, die nach dem Volksglauben von Hexen und Mahren geflochten…

махровый

RDWB2

махровый перен. , презр. stramm, notorisch, ur-, ultra- , erz (kein Bezug zu "fransig") ~ мерзавец - notorischer Schuft, Mistkerl m ~ негодя…

Mahrquast

Campe

mahr·quast

† Der Mahrquast , — es, Mz. — e , eine Benennung der in Gestalt eines Quastes verschlungenen Reiser, welche sich zuweilen in den Gipfeln der…

Mahrte

Adelung

Die Mahrte , plur. die -n, ein nur im Niedersächsischen übliches Wort, wo die Wachsscheiben in den Bienenstöcken diesen Nahmen führen. Brotm…

mahrzopf

DWB

mahr·zopf

mahrzopf , m. trica polonica; maren-zotten oder marenzopf Frisch 1, 642 b . s. mahrflechte .

mahr als Zweitglied (1 von 1)

nachtmahr

DWB

nacht·mahr

nachtmahr , m. und f. der alp, incubus, incuba Dief. gl. 293 b , nov. gl. 213 b ; nachtmaere, strix lamia, incubus Kilian 329 b ; mnd. nacht…