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Lüd'

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Lüd' Pl.

Bd. 4, Sp. 1002
Wossidia MeckWBNLüd' Pl. Leute Mi 51b; Dim.: Lüdkens (1741) Kohf. Hg. 27, 2; kosend in der Anrede Lüdings, im Volksreim leewen Lütings; ersetzt in Zss. den Pl. von Mann, s. u. 1. Menschen a. als gesellige Wesen: 'Ick volde, dath ick vere uth den luden' Röb. Spiel 116; dat se so bi Lüd' kamen (1887) HaHagenow@RedefinRed; dat he nich wedder bi Land un Lüd' kümmt ein Seemann RoRostock@WustrowWustr; wenn dat mank Lüd' kümmt bekannt wird Gü; dat is vör Lüd' gor nich mal to seggen das mag man gar nicht aussprechen Wa; de ganze Welt von Lüd' ein Haufe Menschen Wa; betont absprechend oder anerkennend: wo Lüd' sünd, dor spräken Lüd' Jeppe 97; man dröppt väl Lüd' up dei Welt, œwer wenig Minschen GüGüstrow@BützowBütz; dei Ollen sünd mit dei blagen Linnenkittel nah Kirch gahn un wiren ok Lüd' galten für voll WaWaren@LexowLex. b. Mitmenschen: dei hett Lüd' to Narren hatt StaStargard@RühlowRühl; lop Lüd' ut 'n Wäg' Wo. V. 3, 581; Lüd' grugen maken: Reut. 6, 17; künnst Lüd' bedreigen im Spottreim auf den Schuster Wi; der Müßiggänger künn ok hengahn un don Lüd' got RoRostock@RibnitzRibn; weck Lühr ehr Kuhrn is anner Lühr ehr Kaff Bri. Volkssp. 23. c. im Gegensatz zu Kindern die Erwachsenen: ut Kinner warden Lüd' Reut. 7, 223; häufiger Ausruf Lüd' un Kinner 1, 273; oft; Hey. Punsch. 177; Mi 51b; Ro Rostock@KlockenhagenKlock u. andernorts; auch Kinner un Lüd', s. Kind 3 (Bd. 4, 255); Lüd' un Kinnings Wagtsm. Mart. 101; von einem menschenscheuen Kinde: dee glöwt nich an Lüd' Sta Stargard@Hohen ZieritzHZier. d. als Lebewesen ihrer Art: hier rückt 't nah Lüd' nach Menschen, wenn jem. gefarzt hat; im Gegensatz zu Tieren: der stößige Bulle geiht Lüd' an RoRostock@RibnitzRibn; dat (das schlägige Pferd) sleiht nah Lüd' tau SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; sprw.: Man mütt dei Lüd' spräken laten, dei Gäus' kœnen 't nich Raabe Proph. 2, 57. 2. Mitglieder einer Lebensgemeinschaft, eines Berufes oder Standes a. der Familie einschl. des Gesindes: min Lüd' sünd in de Kark Jeppe 97; uns' Lüd' die Kinder und Hausgenossen SchwSchwerin@PeckatelPeck; GüGüstrow@SuckowSuck; RoRostock@AltheideAHeide; StaStargard@LoitzLoitz; Kluck, wo sünd din Lüd' Wo. V. 2, 1556 b; Rda. beim Kartenspiel: ick möt mal mit min Lüd' räden meine Karten vor dem Reizen besehen StaStargard@NeustrelitzNStrel; uns' Lüd' sind ferner die eingeborenen Bewohner eines Dorfes; sowie die Angehörigen desselben Berufs: ein von uns' Lüden im Schäfergruß; frömd' Lüd' Handwerker (Maurer) aus einer anderen Stadt. b. a. Spr. Lehnsmannen, Vasallen: 'der Bulowen lude', 'junckern lude' (1586) Tessin Buk. 260a, b ; nnd. im Gegensatz zum Herrn: dat 's nich tau geneiten, dat möten dei Lüd' (das Gesinde) hebben, hett dei Fru seggt, dor fünn sei 'n dodig Hauhn unner 'n Stickelbeerenbusch (1887) PaParchim@DobbertinDobb; uppe Hœw würd' dei Flaß döscht, wi Lüd' (Tagelöhner) räpelten uns' af (1930) MaMalchin@LiepenLiep; zu Fastnacht bezahlten dei Lüd' (die Knechte) die Musik, der Bauer gab das Bier und den Kœm RoRostock@ElmenhorstElm; auch die Besatzung eines Schiffes Warn; ein Warnemünder stufte die Schiffsbesatzungen 1925 so ein: Rostocker Volk, Darßer Buern, Warnmünner Lüd; ähnlich von Bürgern: Malchiner Herrn, Teterower Börgers, (Ni) Kalensch Lüd' Heim. 2, 300; nach hd. Art: de angestellten Lüd' die Angestellten WiWismar@KirchdorfKirchd; zur Bezeichnung des Standes: de lütten Lüd' als Pl. von Lüttmann. In Zss. als Ersatz für den Pl. von Mann: Bädel-, Barg-, Boos-, Bu-, Buers-, Eddel-, Fuhr-, Geschäfts-, Handwarks-, Hannels-, Hus-, Jung-, Kop-, Lands-, Näben-, Späl-, Stüer-, Timmerlüd'; gleichfalls eine Mehrzahl von Männern bezeichnend ohne gebräuchlichen Sg. mit Mann: Buten-, Dörp-, Fack-, Fohrens-, Häud's-, Heirs-, Manns-, Murer-, Nahwers-, Schauer-, Smäd'-, Spiker-, Stall-, Treck-, Trulüd' (Truledders); eine Mehrzahl von Menschen beiderlei Geschlechts bezeichnend: Katen-, Lihrers- (die Lehrerfamilie), Truerlüd'; ein Liebespaar erscheint als dei Leiwslüd'; bloß verstärkender Zusatz in Kierlslüd'; ersetzt in der Zs. Frugenslüd' den Pl. von Minsch und bezeichnet eine Menge Frauen; seltene Zss. zur Bezeichnung von Gruppen verschiedener Art: Füer-, Genannts-, Hülps-, Jagd-, Kark-, Lohn-, Lott-, Meids-, Nuurd-, Oorn-, Pläg'-, Schuld-, Städer-, Viertels-, Waters-, Weltlüd'; bisweilen anstelle des Pl. vom Bestimmungswort wie Gastlüd'. FN.: Lüd'koppel, -wischen. — Mnd. lde. — Br. Wb. 3, 94; Dä. 286b; Da. 128b; Kü. 2, 322; Me. 3, 545.
4145 Zeichen · 69 Sätze

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  1. modern
    Dialekt
    Lüd'Pl.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Lüd' Pl. Leute Mi 51 b ; Dim. : Lüdkens (1741) Kohf. Hg. 27, 2; kosend in der Anrede Lüdings, im Volksreim leewen Lüting…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lued

113 Bildungen · 98 Erstglied · 10 Zweitglied · 5 Ableitungen

lued‑ als Erstglied (30 von 98)

Lüd'bänk

MeckWB

lued·baenk

Lüd'bänk Pl. -en f. bewegliche Bank in der Leutestube Ha Lank ; Gü Lohm ; Ro Iv .

Lüd'brüderi

MeckWB

lued·bruederi

Lüd'brüderi f. Menschenfopperei: wegen Lüd'brüderi durch zauberischen Hokuspokus wurde im 18. Jahrh. ein Schäfer in der Gegend von Bützow zu…

Lüddejahr

RhWB

Lüddejahr lydəj:r Elbf : ein Finkenschlag, wie vierontwentigste Johr, Reizefizier.

lüdden

MeckWB

lued·den

lüdden (lautl. lrn ), Präs. lürrst, lürrt, Part. lürrt, ä. lött läuten Mi 51 b ; Gü Kobr 1. mit den Kirchenglocken a. volles Geläut aller G…

lüddern

RhWB

luddern II, lüddern Rip -ud- Sieg ; -yd- Schleid-Hellenth ; -ød- Eusk-Lechenich schw.: bummeln, müssig umherstrolchen; s. läudern, loddern. …

Lüdecke

Meyers

lued·ecke

Lüdecke , Karl Johann , Architekt, geb. 1826 in Stettin, gest. 21. Jan. 1894 in Breslau, erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Bauak…

Lǖdefet

WWB

luede·fet

Lǖde-fet n. Branntwein als Lohn für das Läuten ( Bek Vh).

Lüdefreter

MeckWB

Lüdefreter m. a. Spr. übertr. Tod Gry. Wed. D 6 a .

lü̂dekesch

MNWB

lü̂dekesch , adj. , (Münzen:) in Lüttich geschlagen , vgl. borbōnen, engel, +° grîfon.

Lǖdeköster

WWB

luede·koester

Lǖde-köster m. [verstr. Münsterl] Küster, Kirchendiener, der für das Läuten zuständig ist.

lü̂delêf

MNWB

luede·lef

° lü̂delêf , adj. , κοινωνικός (Bugenhagen- Bibel 1. Tim. 6, 18; φιλάνθρωπος Sap. 7, 23; Luther: leutselig, später behülflich ). Vgl. lü̂tsâ…

lü̂delêflichêⁱt

MNWB

luede·leflicheit

° lü̂delêflichêⁱt , f. , φιλανθρωπία (Bugenhagen-Bibel Tit. 3,4; Luther: leutseligkeit, danach in lutherischer Lit.). Vgl. lü̂tsâlichê(i)t.

¹lü̂delĩk

MNWB

luede·lik

1° lü̂delĩk , adj. , ansprechbar, zugänglich, affabilis (Aegid. Rom. 62).

lǖden

WWB

lu·den

~~~lǖden n. [verstr.] Glockenzeichen für das Angelus-Gebet.

Lüdenscheid

Meyers

luden·scheid

Lüdenscheid , Stadt im preuß. Regbez. Arnsberg, Kreis Altena, auf dem Bergrücken zwischen Lenne und Volme, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie H…

Lǖdensfeªger

WWB

Lǖdens-feªger m. Mann, der Mädchen nachläuft ( Hfd Wk).

lued als Zweitglied (10 von 10)

Brotlüd'

MeckWBN

brot·lued

Wossidia Brotlüd' m. Pl. Leute, die das Brot, das Getreide beaufsichtigen, in der Sage vom Mäuseturm: hür, wo de Brotlüd' weitern (wehklagen…

Fuhrlüd'

MeckWB

fuhr·lued

Fuhrlüd' Pl. Fuhrleute; in den Städten zu Ämtern zusammengeschlossen; vgl. Beitr. Rost. 2, 4 , 61; 't is as mit de ollen Fuhrlüd', wenn sei …

Gautslüd'

MeckWBN

Wossidia Gautslüd' m. Pl. Gutsleute Müll. Reut. 42 b .

Gedränkslüd'

MeckWBN

gedraenk·s·lued

Wossidia Gedränkslüd' m. Pl. Menschen, die regelmäßig alkoholische Getränke trinken: Gedränkslüd' sünd dat nich Wi Wismar@Poel Poel .

Hawlüd'

MeckWBN

haw·lued

Wossidia Hawlüd' m. Pl. Gutsarbeiter Müll. Reut. 52 b ; S. Neum. Volksm. 148.

Schääpslüd'

MeckWBN

Wossidia Schääpslüd' Pl. Seeleute, Matrosen H. Schröd. Buerh. 2, 52.

Sloßlüd'

MeckWBN

Wossidia Sloßlüd' Pl. Schloßbewohner: de ganzen Sloßlüd' S. Neum. Volksm. 200.

Ableitungen von lued (5 von 5)

²belü̑den

MNWB

2 belü̑den , swv. , einläuten (z. B. den Rechtstag; ein Leichenbegängnis).

Gelüd'

MeckWB

Gelüd' n. Geläute: dat ganze Gelüd' (alle Glocken) Reut. 3, 412. Dä. 148 b .

luede

KöblerMnd

luede , Pl. Vw.: s. lǖde (1)