Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
löffeln
löffeln
1Löffel m. kleines Gerät mit schalenartiger Vertiefung zum Schöpfen von Flüssigkeit, besonders ‘Eßgerät’, ahd. leffil (9. Jh.), mhd. leffel, nhd. (mit Rundung des e seit dem 15. Jh.) Löffel, asächs. lepil, mnd. lēpel, leppel, mnl. lēpel, nl. lepel sind im Sinne von ‘Gerät zum Lecken, zum Schlürfen’ mit dem Suffix germ. -ila- (wie Griffel, Gürtel, Schlüssel, s. d.) gebildet zu einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. laffan ‘lecken’ (9. Jh.; vgl. leffenti Part.adj., 8. Jh.), mhd. laffen, leffen, mnd. mnl. lāpen ‘lecken, schlürfen’; vgl. dazu schwach flektierendes ahd. gilephen ‘austrinken’ (8. Jh.), aengl. lapian, engl. to lap ‘auflecken, trinken’, nl. leppen ‘schlürfen, mit kleinen Zügen trinken’. Außergerm. sind vergleichbar griech. láptein (λάπτειν) ‘schlürfen, gierig trinken’, lat. lambere ‘lecken’, lit. lapénti ‘gierig herunterschlingen’, aslaw. lopotivъ ‘stammelnd, lallend’, lobъzati ‘küssen’, russ. (älter) lópot (лопот) ‘lärmendes Geschwätz, verworrener Lärm’, lobzát’ (лобзать) ‘küssen’, (derb) lópat’ (лопать) ‘fressen’. Zu erschließen ist eine lautmalende Wurzel ie. *lab(h)-, *lap(h)- ‘schlürfend, schnalzend, schmatzend lecken’. Zur Redensart jmdn. über den Löffel barbieren s. Barbier. – löffeln Vb. ‘mit dem Löffel essen, schöpfen’ (16. Jh.).