löffeln,
verb. 11)
sich als ein löffel,
narr, geck geberden, narrending treiben: schweiz. löffeln,
sich wie ein laffe betragen. Stalder 2, 177; scherze und löffle nicht zu viel, denn solchen falls wirstu deine eigene würdigkeit zu boden richten.
pers. baumgarten 7, 3.
transitiv einen löffeln,
einen zum narren haben, als narren behandeln: in Kärnten ân löffeln,
einen zum besten haben Lexer 180; was wöll wir dann, wöll wir carnöffeln? sie sprach, ich förcht ir möcht mich löffeln. H. Sachs 1, 518
c; dergleichen ein spil heiszt das carnöffeln, thet mich auch oft effen und löffeln. 5, 357
b. 22) löffeln
scheint zunächst in derber studentischer rede auf einen burschen gewendet zu sein, der gegen das andere geschlecht gern schön thut, sich darum bemüht und ihm '
aufwartet',
und den man deswegen als einen thoren hinstellen will; es erscheint gleicher bedeutung mit dem feineren hofieren (
no. 4,
theil 4
2, 1682
fg.): die vier und zweinzigst schell ist hoffiren des nachts auf den gassen, mit lauten und groszen welschen violen löffeln. Höniger
narrensch. 43
b; sie ziehen von einer mitternacht zu der anderen mit lauten, geigen, harpfen, zittern und pfeifen herumb zu löfflen und vagieren. 98
b;
wird aber dann auch allgemein in dem sinne unseres heutigen der niedrigen sprache angehörigen pussieren,
liebeln, buhlen gebraucht, welches ja auch studentischen kreisen entstammt: da ich satt gelöffelt, ritt ich wieder nach dem Hanau zu. Schweinichen 2, 11; es gibt der wankelmüthigen gesellen viel, die nur die jungfrawen auf dem narrenseil führen, und bald hie, bald da anfangen zu löffeln. Creidius 1, 287; dieser cavallier löffelt gern.
Simpl. 3, 184
Kurz; weisz ich nichts denkwürdigs von mir zu erzählen, ich wolte dann sagen, wie ich leffeln gangen, und den bayerischen diernen aufgewartet. 250; löfflen macht hochzeit. Lehmann 2, 212; mein herr thut es nur, dasz er nur so seine lust und kurzweile und so was zu löffeln hat. Schoch
stud. leb. C; damit sie (
die magd) mich .. ein halbes stündchen löffeln lasse.
mägdelob 65; sollt fühlen, was das heiszt, hinter deinem vater löffeln, du canaille! (
ein vater zu seinem sohne). Fr. Müller 1, 369; ein student unter einer thür löfflen thet. L. Sandrub
kurzweil 117; kein mensch hats wohl gemerkt, dasz wir gelöffelt haben. Chr. Weise
überfl. ged. 2, 113; traut, mädchen, leichten rittern nicht! manch ritter ist ein bösewicht. sie löffeln wohl und wandern von einer zu der andern, und freien keine nicht. Bürger 29
b;
im wortspiel mit dem folgenden löffeln: was hat er nun von dir? (
der eroberer der jungfräulichen festung Magdeburg). hat dir zwar abgenommen dein kränzlein mit gewalt, nichts mehr hat er bekommen, das fleisch war ihm zu theur, die suppen thuts ihm wol, hett er gelernet vor, wie man recht lefflen sol. Opel
u. Cohn 262, 44;
es heiszt mit einer löffeln: er hat mit ihr geleffelt, ergo ist er ihr schatz.
facet. facetiar. 140; von zweien bulern, die zugleich mit einer dirnen löffelten.
anm. weiszh. lustg. 282; als der ander mit der putanen leffelte.
Simpl. 3, 87
Kurz; ich schämte mich recht, dasz ich so dumm gewesen war, und mit einer solchen alten abgestandenen muhme gelöffelt hatte. Wieland 11, 310; da sehe ich nun mitunter, dasz die neugeheiratheten ... mit einander ein anblicken und anblinzeln, löffeln und schlecken treiben, als seien sie mutterseelen allein (
worte des hofschulzen). Immermann
Münchh. 1, 185; setzt sich zur jungfrau guter mas, und mit derselben löffelt was (
ein wenig). B. Ringwald
laut. warh. 76; und leffel nicht mir jr zu sehr. 179; ich wil jhn dapfer den beutl schwanken, sie bulen lassen in gedanken, sie löffeln lassen mit den mäiden. J. Ayrer 457
c (2299, 14
Keller); um, nach, bei einer löffeln: in solchem kleid leffelte ich um meine Euridice.
Simpl. 1, 365
Kurz; dasz es dem hofmann ein schande sei, wann er nach seines wirths weib löfflet. Albertini
hofschul 1610 23
a; ich will bei meiner kolben traun leffeln bei der schönsten jungfraun. Sommer
plagium 1616 B 1
a;
im scherz auch freier gebraucht: die grosze fette schweinspersonen, die faulheit halber bei nacht nicht räisen mögen, wuste ich auch meisterlich fort zu bringen, wann sie schon grunzten und nicht daran wolten; ich machte ihnen mit meel und wasser einen wolgesalzenen brei, an welchen ich einen starken bindfaden gebunden hatte, liesz nachgehends diejenige, um welche ich löffelte, den schwamm voll musz fressen und behielt die schnur in der hand, worauf sie ohn fernern wortwechsel gedultig mitgiengen.
Simpl. 1, 248
Kurz.