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loden

ahd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
20 in 14 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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20
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9

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

loden m.

Bd. 12, Sp. 1116
loden, lode, m. 11) zotte, flocke im pelz eines thieres: gott wird ein new erdreich und newe himmel schaffen, wird auch newe pelverlin und hündlin schaffen, welcher haut wird gülden sein, und die haare und lodden von edelgesteinen. Luther tischr. 358a; und bekommen (die hirsche zur brunstzeit) von ihrem starken schreien kröpfe und lange lodden oder spieszhaare an den hälsen. Heppe leithund 290. in Nordböhmen wird lode als femininum (die lôde) für menschliches haar gebraucht. Fromm. 2, 32; ebenso schlesisch. Weinhold 54b. 22) grobes wollenes gewebe: lodix lode Dief. 335b; sarciles lodin de lana, sarracile lode 512a; sarcimen lode 512b; in Kärnten der loude, grobes wollentuch, aus welchem für personen beiderlei geschlechts die winterkleidung verfertigt wird. Lexer 180; (die theologen) solten von loden jhn röck machen, und die andern den armen geben. Paracels. opp. 1, 609 B; wann die wolle den kaufleuten verhandelt wird, kan man etwas gewisses davon im hause behalten, damit man von der subtilesten wolle für die herrschaft und kinder, von der gröbesten aber loden und zeuge für die dienst-boten kan machen lassen. Hohberg 1, 195b; jeder (der Fünsinger bauern) sein loden brachte zusamen in ein stuben gar, der krebs solt kleider schneiden, und darnach neen offenbar. H. Sachs dicht. 1, 162, 20 Gödeke. die tuchmacher nennen loden die noch haarigen, ungewalkten tücher; in Augsburg ist es eine wollene fuszdecke, vergl. unten lodweberei; sonst auch ein fetzen solches oder ähnliches zeuges: lod, lump, frustum panni laceri Frischlin bei Frisch 1, 619b; schwäbisch der lode, lappen Schmid 360. 33) loden ein ganzes stück eines solchen wollengewebes von gewissen maszverhältnissen. Schm. 1, 1444 Fromm.: graw loden und weiʒʒ loden git ieder lod 2 β. (abgabe). d. städtechron. 4, 31, 18; einen loden von drîʒec stürzen (alsô saget uns daʒ mære daʒ der lode wære aller loden lengest) den gap er (der bauer) an den hengest (als kaufpreis). Meier Helmbrecht 390; dann wird der ausdruck auch auf leinwand übertragen: der loden in Ulm ein ganzes stück leinewand von 40, 50 und mehr ellen, zum hausgebrauche; was für den handel bestimmt ist, nennt man stücke. Schmid 360. auch in Nürnberg heiszt ein 50 bis 60 ellen fassendes stück hanfene oder flachsene leinwand ein loden tuch. Fromm. 2, 18. Das wort, nicht verwandt mit lat. lodix, erscheint ahd. als lodo, ludo, ags. loða, altnord. loði, bezeichnung eines groben tuches oder mantels; dasz es von dem begriff der zotte ausgeht, zeigt das altnord. loð hirsuties, loð-brôk, zottelhose, das adj. loðinn zottig, loðin-höfði zottelkopf, loðin-kinni zottelwange u. a. damit stellt es sich zu dem oben aufgeführten lodeln zotteln, lodelicht, schlaff, die unter lotteln, lottelicht wieder betrachtet werden müssen; ebenso gehört das unten folgende lodern dieser wortreihe an.
2861 Zeichen · 43 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    loden

    Althochdeutsches Wörterbuch

    loden Gl 4,194,22 s. lœten.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    loden

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +3 Parallelbelege

    loden, sw. v. 1. löthen. 2. mit dem Senkblei (dem Lothe) untersuchen. 3. bleierne, gestempelte Merkzeichen an das Tuch h…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Loden

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Loden , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert, und nur im gemeinen Leben üblich ist. Viele Arten Bäume …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Loden

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Loden , die jungen Triebe des aus dem Stamme ausschlagenden Laubholzes.

  5. modern
    Dialekt
    Lodenm.

    Pfälzisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Loden m. : ein Wollstoff, Lode (lōdə) [ Otterstetter 60, mancherorts]; Zs. Kamelhaarloden . Südhess. IV 373 ; Rhein. V 5…

  6. Spezial
    Loden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Lo|den m. (-s,-) (eine Art Wollstoff) ras m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit loden

34 Bildungen · 27 Erstglied · 7 Zweitglied · 0 Ableitungen

loden‑ als Erstglied (27 von 27)

Lodenanzug

SHW

Loden-anzug Band 4, Spalte 373-374

Lodenhut

SHW

Loden-hut Band 4, Spalte 373-374

Lodenjoppe

SHW

Loden-joppe Band 4, Spalte 373-374

Lodenanzug

PfWB

loden·anzug

Loden-anzug m. : wie schd., Lodeaⁿzug, -anzuch [ GH-Nd'lustdt ZW-Battw ]. Südhess. IV 373 . —

lodenbock

DWB

loden·bock

lodenbock , m. zottelbock ( vgl. loden 1); als schimpfwort: krauch mir in pars, du lodenbock! R. Ringwald, plagium, act. 4 , sc. 3.

lodener

DWB

lode·ner

lodener , lodner , m. verfertiger von loden. lodener Schm. 1, 1444 Fromm.; Chuonrat der lodner. d. städtechron. 3, 331, 10; Aertge von Leide…

Lōdenjakke

WWB

Lōden-jakke f. Lodenjacke ( Mün Wb).

Lodenjoppen

PfWB

Loden-joppe f. , Loden-joppen m. : wie schd., -jupp [ KU-Körbn ], -joppe [ IB-Bliesmg/Bolch ZW-Battw PS-O'simt LU-Alsh ]. Südhess. IV 373 ; …

Lodenkleid

PfWB

loden·kleid

Loden-kleid f. : wie schd., -klääd [ ZW-Battw LU-Neuhf ]. Südhess. IV 373 . —

lodenlächtig

Idiotikon

lodenlächtig Band 3, Spalte 1100 lodenlächtig 3,1100

lodenmachære

MWB

lodenmachære stM. Hersteller von grobem Tuch (gewalkt oder gewebt), ‘Lodenmacher’ s. DRW 8,1380 (Grünberger,PassauZünfte 58 Anm. 31; a. 1242…

Lodenmantel

Pfeifer_etym

loden·mantel

Loden m. ‘gewalktes Wollgewebe’, ahd. lodo (10. Jh.), mhd. lode, asächs. loðo, aengl. loþa ‘Mantel, Decke’, anord. loði ‘zottiger Mantel’. H…

Lodentuch

Wander

loden·tuch

Lodentuch Mit Lodentuch umgehen. »Das sind Juristen vom geistlichen recht, die gehen mit lauter Lodentuch vnnd Tyberianischen Fischen vnnd t…

lodenzeug

DWB

loden·zeug

lodenzeug , n. gesamtheit von baum- und strauchschossen, in verächtlicher oder komischer rede: hollunderast und epheuzweig berief sein ( Amp…

lodenære

MWB

lodenære stM. Hersteller von grobem Tuch (gewalkt oder gewebt), ‘Lodenmacher’ (vgl. lodære ): ouch sach man dô mit kummer leben / wollær, lo…

lodenæremeister

KöblerMhd

lodenære·meister

lodenæremeister , st. M. nhd. Meister des Loderhandwerks Q.: DRW (1373) E.: s. lodenære, meister W.: nhd. DW- L.: DRW

loden als Zweitglied (7 von 7)

Ausloden

Adelung

aus·loden

* Ausloden , heraus sprossen, von dem Holze, S. Adelung Loden .

Diebsloden

Wander

dieb·s·loden

Diebsloden Diebsloden tragen. ( Schles. ) Perrüken mit Haarbeuteln. In einem Liede in der breslauer Kräutersprache heisst es: »Täglich sieht…

Ziehkloden

Adelung

Der Ziehkloden , des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, ein Werkzeug, worein man die Leisten spannt, wenn sie geschnitten, oder gekehlet…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „loden". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/loden/dwb?formid=L06520
MLA
Cotta, Marcel. „loden". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/loden/dwb?formid=L06520. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „loden". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/loden/dwb?formid=L06520.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„loden"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-10},
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