Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
lefs
1,316,25. 336,13. 447,20. 620,37 (alle Ende
des 8./Anfang des 9. Jh.s, alem.) und in
weiteren Gl., in B, GB, Nps, Npg, Npw,
WH:
‚Lippe, Rand, (übertr.) Sprache, Äu-〈Var.: leffs, lefz,
ßerungen; balbus, labium, labrum, talzim
[lingua ignota, Hildeg.]‘
leps, metathiertes lespho〉. Das sw. Mask. ist
jünger und begegnet erst in Nps und Gl. ab
dem 12. Jh. – Mhd. lefs, lesp st.m., lefse
sw.m./f.
‚Lippe‘, frühnhd. lefze, lefse f., leb-
se, lepse m.
‚Lippe, Mund, Rand, Spalte,, einer lefzen sein
Wundrand‘
‚dieselbe Spra-, daneben auch schon lippe f.,
che sprechen‘
das fast nur im Pl. verwendet wird und vor-
wiegend in poet. Texten begegnet, nhd. Lef-
ze f.
‚Lippe [bei Hund und Raubwild]‘. Ab
dem 16. Jh. wird Lefze als Bez. für den Rand
der Mundöffnung beim Menschen von aus
dem Ndd.-Md. stammenden Lippe verdrängt.
Nhd. mdartl. ist mhd. metathiertes lesp fort-
gesetzt: vgl. schweiz. lesp, lespen m.
‚Lippe,, els. lespen m., lothr. leschbe
Hängemaul‘
m./f., rhein. lespel f. (mit l-Suff. in dimin.
Funktion oder zur Bez. von Instrumenten),
pfälz. lespe f., lespen m.
‚Lippe‘.