Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
lant stN.
2 ‘Erde, Erdboden’ (z.T. offen zu 3 )
2.1 allg.
2.2 bezogen auf die Bewirtschaftung
3 ‘Region, Gebiet’ (auch im Wasser [ BdN ], z.T. offen zu 4 )
4 politisch-rechtl. ‘Herrschaftsgebiet, Machtbereich’ (zumeist bestimmt durch den Geltungsbereich eines Landesrechts [DRW 8,318]; vgl. die Paarformeln unter 6.3 und 6.4 )
4.1 allg.
4.2 bezogen auf die Einwohnerschaft oder einzelne ihrer Gruppen
4.3 mit Nennung des Namens
4.4 bezogen auf eine Ordensprovinz
5 in religiösen Zusammenhängen
5.1 Palästina als gelobtes, verheißenes Land (häufig mit Adj., vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 261 mit weiteren Belegen)
5.2 himmlisches Gottesreich, das Paradies als ursprüngliche Heimat des Menschen (häufig mit Adj.)
5.3 selten (mit neg. Attr.) für die Hölle
6 in präp. Fügungen und phras. Wendungen
6.1 in präp. Fügungen
6.1.1 after lande ‘durch das ganze Land’
6.1.2 von lande ‘weg aus einem Land, fort von der Heimat’
6.1.3 ze lande
6.1.3.1 ‘in die Heimat, nach Hause, zurück’ (oft ergänzt um heim ) (vgl. 5.1 und 5.2 )
6.1.3.2 hie ze lande ‘hierzulande, in diesem Land’ (vgl. enlant )
6.2 in paarigen Ausdrücken mit waʒʒer, mer (vgl. 1 ) i.S.v. ‘weithin, überall’
6.3 häufig in (Paar-)formeln mit burc, hof, hûs, stat (vgl. auch Friedrich, PhrasWB, S. 261 mit weiteren Belegen)
6.3.1 verallgemeinernd
6.3.2 als Gegensatz Stadt - Land
6.3.3 meist als Ausdruck für ‘Herrschaftsgebiet, Machtbereich’
6.4 in der Wendung ~ unde liute (vgl. zur Sache 2 HRG 3,413ff. sowie Friedrich, PhrasWB, S. 261f. mit weiteren Belegen), selten (s. 6.4.2 ) auch ~ unde diet, ~ unde mâge
6.4.1 verallgemeinernd ‘Gegend und ihre Bewohner’
6.4.2 meist als Ausdruck für ‘Herrschaftsgebiet, Machtbereich’
6.5 ~ als hyperbolische Vergleichsgröße zur Beschreibung eines großen Wertes (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 262 mit weiteren Belegen)
6.6 auch in Sprichw. (vgl. für weitere Beispiele TPMA 7,257-267, Nr. 1,16,27,59,148-49)
1 ‘festes Land, Festland’ (im Unterschied zum Wasser, vgl. die Paarformeln unter 6.2 ): stella maris bistu genant / na deme sterren, der an daz lant / daz muode schif geleidet MarldA 249; dâ irtrunkin in der habe wol nâhe deme lande in deme mer drîzich knappin PrMd (J) 341,29; Herb 4391; daz der vogel lustig ist in den zwain elementen, auf der erd und in dem wazzer, wan er swimt in dem wazzer sam die änten und läuft auf dem land sam diu rephüenr BdN 212,10; Tr 6740; alle die werde [Landzungen, Inseln] , die wier gehabet haben auf truchem [trockenem] lande oder in der Tuenawe UrkCorp (WMU) N518,14; wir [...] haben in [den Kaufleuten] geoffet und offen alle strazze uͦf dem lande und uͦf dem wazzer uͤberal in unserem lande StRMünch 64,15; Wh 309,16 2 ‘Erde, Erdboden’ (z.T. offen zu 3 ) 2.1 allg.: vil schône sazte mich sîn hant / hinder daz ors ûf daz lant Iw 744; diu kelten des luftes und diu kelten des landes BdN 40,7; ir solt des wol jehen das ir off ebenem lande nie so gute burg gesahent Lanc 548,23. – ‘flaches, offenes Land; Grasland’ da stunt manig fest burg inne beide, uff felsen [Gebirge] und uff schlechtem [flachem] lande Lanc 303,30; swa her dicheinen gotis holden / geeischete indeme lande, / in gebirge oder in walde Ägidius 829. 593; alle die klûsenêre di in dem walde wâren und in deme lande HvFritzlHl 62,7; schœn ougenweide / bringt uns der meie: er spreit ûf diu lant sîn wât SM:Had 25: 1,6; da qwam er und der knapp uff ein schön lant geritten, da ein schöne bach durch lieff Lanc 557,25 (hierher oder zu → 2lande ) – ‘ländliches Gebiet’ (z.T. in [rechtl.] Abgrenzung zur Stadt, vgl. 6.3.2 und DRW 8,322 mit weiteren Belegen): dise vorgenanten gesetze suͦln halten arm unde riche in der stat zu Wirzebuͦrg, unde vor der stat allen enden, uͦffe dem velde, uͦffe deme lande, in buͦrgen, in steten unde in den dorfern WüP 7k,3; vnd suͤlen in daz selbe eigen [ vor der stat ze Auspurch ( 800,40f.)] stæten nachs landes reht, als man eigen ovf dem lande stæten sol UrkCorp (WMU) 800,7; die vogte uf dem lande die hant niht ze rihtenne hinze der burger gute noch hinz ir luten die druffe sitzent, wan ze zwain ziten in dem iare StRAugsb 13,14 2.2 bezogen auf die Bewirtschaftung: varende gût unde erbe [...] unde lant [Ländereien] unde eckere [ terras videlicet et agros ] , wîngarten, mulen, vestene, dorphere, pfarren, capellen, zehenden unde susgetâne dinc StatDtOrd 30,11; daz wüeste lant erbûwen wart, / dâ krône truoc Parzivâl Parz 222,12. – ‘Acker-, Weideland’ daz wir [...] hant verluhen [...] vier huͦben vnde drie vierteil landes mit acker zv velde gelegen UrkCorp (WMU) N106,22; da horet in zwo jvchart akers [...] vnd zwai lender an den espan [gemeindl. Weideland] ebd. 2367,28; mit sehn gewan er küende / erbûwens lands, hiez Ascalûn Parz 398,23. 250,21. 534,19 3 ‘Region, Gebiet’ (auch im Wasser [ BdN ], z.T. offen zu 4 ): berge, lant vnde diet, / des folkes gelaz vnde irn ganc, / solde ich den sagen, ez wer zv lanc Herb 14271; dô nam der rîter umb sich war / wie daz lant wære getân Wig 7058; wan in dien chalten lendir [ in frigidis regionibus ] bidvrfin si me gwandis den in dien heiscen BrEng 55; si gant alle barfuͦs, mere in dem lande, da es vrúset, da tragen si rote schuͦhe mit wissen riemen Mechth 4: 27,17; von dem lande gant si [die Fixsterne] her uber, da die sunne uf gat, hine da diu sunne under gat MNat 2,20; schaw, wie iesleich gesläht der visch sein besunder lant hât und sein gegent [ singula genera piscium sibi regiones detinent ] BdN 244,9; echites ist ain stain, den pringt der adlar von verren landen in sein nest ebd. 445,12. 88,20; Volmar 260; Macer 49,10. – in kultureller Hinsicht: Adam sîn wîb erchande sô noch site ist in demo lande Gen 527; er dunket mich der witze ein kint, / swer niht der zungen lât ir lant / da von die sprâche sint bekant Wh 73,9; swer aber nimmer us dem lande kumet, da er in erzogen ist, der kan nit anders sprechen, wan als man da sprichet Eckh (J) 101,19 4 politisch-rechtl. ‘Herrschaftsgebiet, Machtbereich’ (zumeist bestimmt durch den Geltungsbereich eines Landesrechts [DRW 8,318]; vgl. die Paarformeln unter 6.3 und 6.4 ) 4.1 allg.: ez sol auch der hertzog vns [...] in sinen landen vnd siner herschafft vf strazzen vnd vf wazzern schirmen vor gewalt vnd vor vnreht UrkCorp (WMU) 2703,15; ein iegelich man, der vz eim lande in daz anders kvmet vnd wil vor gerihte reht nemen vmbe ein gvͦt, daz in dem lande lit, er mvͦz nemen reht nah des landes rehte, da daz gvͦt inne lit SchwSp 20b; Mühlh 129,15; der des lantes ist geweltich der sprach zuo uns ze leste Gen 2248; do cronete man in mit golde / vnd leh ime ein lant dar / do wart he koninc in Grecia Roth 4720; Rol 3115; iu ist daz wol erkant / daz unser êre und unser lant / vil gar ûf der wâge lît Iw 2936; ebd. 3158; ich was herre über ditze lant / unde stuont gar in mîner hant / beidiu liute unde guot Wig 4676; als er ze künege was erkorn, / dô wart im hulde sâ gesworn: / die herren vür in giengen, / lêhen sie enphiengen, / ir lant, ir landes geniez RvEBarl 14769; Lanc 27,25 u.ö. 4.2 bezogen auf die Einwohnerschaft oder einzelne ihrer Gruppen: vüer ich verstolne / ze vüezen von hinnen, / des müese ich wol gewinnen / laster unde swenn ich von hinnen kêre, / daz bevindet allez diz lant Iw 1771; von der gedrîeten nôt / wart aber des landes clage dô mê Tr 1831; Tristan hiez ûz dem hove lesen / des küneges heinlîchære, / zweinzec ritter gewære / [...]; / von lande [von den Einheimischen] und von gesten / gewan er sehzic umbe solt ebd. 8588; hie mite sô wart daz lant besant, / die lantbarûne die mein ich ebd. 9260 4.3 mit Nennung des Namens: jn dem lande zv Duringen UrkCorp (WMU) 1393,25; von dem lande ze Kiewen NibB 1340,1; Tr 327; mîn lant untz volc ze Brandigân Parz 220,7; we er kumen mochte / zo Kriechin indaz lant Roth 454; in den romisken landen zwei jar lag er in panden AvaLJ 34,2; Clemens der babest [...] enbivtet in elliv tivtschiv lant [...] sinen grvͦz UrkCorp (WMU) 93,42 (für weitere Belege → 2diutisch 3.1) 4.4 bezogen auf eine Ordensprovinz: man sal ouch des hûten, daz under disen weleren [Wählern des Komturs] daz mêr teil iht sî von eime lande unde daz minnere teil von eime anderen lande [ ne [...] plures sint de una provincia, pauciores de alia ] , sunder muge daz geschên, daz ir igelicher sî von eime sunderlichen lande oder gegende [ singuli de singulis provinciis ] StatDtOrd 93,15 5 in religiösen Zusammenhängen 5.1 Palästina als gelobtes, verheißenes Land (häufig mit Adj., vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 261 mit weiteren Belegen): er bringit iuh wider heim / zuo deme guotin lante daz milichi jouch honiges ist fliezzente Gen 3029 (vgl. 6.1.3.1 ); VMos 37,4; der selb Josue furt si in daz lant daz in got gehaizzen het PrOberalt 73,17; da furen di genozen / mit truchenen fuͦzen / in daz intheizene lant VMos 68,9; Jerusalem daz reine lant KvWHerzm 121; daz hêre lant vil reine Walth 78,12. 15,1; daz sie gotes versmênisse unde sînes crûces wollen rechen unde vehten umbe daz heilige lant [ terram sanctam ] , daz der cristen sîn sal StatDtOrd 24,5; daz heilig land enehalb mers UrkCorp (WMU) 2987,25; ußer dem lande das got sim volck gelobet, das man heißet das lant von Promission Lanc 249,31; dô si giengen durch die wüesten und wolten in daz lant des götleichen gelübdes BdN 469,10 5.2 himmlisches Gottesreich, das Paradies als ursprüngliche Heimat des Menschen (häufig mit Adj.): dô unser herre gelobete Moises allez guot und sante in in daz heilige lant, daz daz himelrîche meinet Eckh 5: 18,10; so megen wir mit gesunde chomen heim ze lande / hin ze paradyse uzer dirre freise AvaLJ 28,3 (vgl. 6.1.3.1 ); von disseme ellende ze den himelisken landen ebd. 189,3; VMos 49,7; ze deme wunneclichen lande / da gent si nach deme lambe ebd. 60,10; nu arbeitet da nach in disen tâgen, daz ir uon der uanknusse dirre werelt erlôset wêrdet unde chomin muͦzzit zvͦ dem geheizzenem lande Spec 40,22; daz ich gesehe die suͦzze mînis herrin in dem lebintigim lande. waz ist div lebintige êrde? div himelische Ierusalem ebd. 40,25; in die himmelporten mines ewigen landes Mechth 7: 7,42; si [Luzifers Stolzheit] rouved in des himelschen landes / ind warp in in den helschen dal MarlbRh 113,38 5.3 selten (mit neg. Attr.) für die Hölle: einer laie ophel, di wahsent in dem vervlvchten lande PrBerthKl 4,32. – vinster ~ : brenge den tuujl an uns zescanden, / daz er uns it bespanne / mit siner ketenen also lange, / di di uerworchten leiden in daz ujnster lant Litan 956; wi ungerne ich nu buwe / diz vinster lant! SüklV 211 (vgl. in daz vinster viur verfluochet sîn SM:UvS 35:5,9 ) 6 in präp. Fügungen und phras. Wendungen 6.1 in präp. Fügungen 6.1.1 after lande ‘durch das ganze Land’ nû is after lande / mîn laster vile mâre, / und mûz ouch offenbâre / mîn schade vile grôz wesen En 2418; sîne boten her sande / mit briefen after lande / ze allen den rîchen, / diu man dô mohte erstrîchen / mit schiffen oder berîten ebd. 12760. 4508. 8432; swaz man der boten sande / mit den maeren after lande KlageC 2822 6.1.2 von lande ‘weg aus einem Land, fort von der Heimat’ dô huoben sich von lande die snellen riter lobesam NibB 379,4; jâ fuort’ ich von lande des mînen alsô vil ebd. 1279,2; in welher wîse Blanschefluor / mit iuwerm vater von lande vuor Tr 5400; diu vuorten wir von lande: / zwei hemede wîz alsam ein snê ebd. 12810 6.1.3 ze lande 6.1.3.1 ‘in die Heimat, nach Hause, zurück’ (oft ergänzt um heim) (vgl. 5.1 und 5.2 ): daz er in ûz deme ellente fuorte ze lante, / unte inen bigruobe dâ sîn vater jouch sîn ane lâge Gen 2648; er gap in urloup über al / und hiez sie ze lande varn, / daz sie got müese bewarn Eracl 2155; UvZLanz 6779; Rol 3241; Tr 1423; kunic, nu wis gisundi, / ich wil heim zi landi LobSal 200; daz er sie sande / wider heim zuͦ lande Roth 189; Lanc 534,15; UvZLanz 1314; GrRud K 35 6.1.3.2 hie ze lande ‘hierzulande, in diesem Land’ (vgl. enlant ): als hie ze lande gewonlich ist vnd avch sitlich UrkCorp (WMU) 2513,5; nach allem dem rehte, als rutin reht [Rodungsrecht] hie zelande stat ebd. 722,8; hie zu land ist ein hohe frau, die ich mynne Lanc 360,28. 366,22. 368,7 u.ö. 6.2 in paarigen Ausdrücken mit waʒʒer, mer (vgl. 1 ) i.S.v. ‘weithin, überall’ aldes ich ervarn hân [durchfahren habe] / in wazzer oder an lande UvZLanz 7901; Darius sîne boten sande / in wazzer und in lande SAlex 1942; dannen wurden sîne poten gesant / uber wazzer unde uber lant VAlex 1416; si hæten in gar überkomen / beide ûf dem lande und ûf dem mer Tr 18697; dc menegliches lib vnd guͦt fride sol han uf deme vazzer vnd uf deme lande UrkCorp (WMU) N26,42; Tannh 13,25; di heiden samnoten ir hêr / uon lande unt uon mer, / uz uil manigen richin Rol 2594 6.3 häufig in (Paar-)formeln mit burc, hof, hûs, stat (vgl. auch Friedrich, PhrasWB, S. 261 mit weiteren Belegen) 6.3.1 verallgemeinernd: arzâte man besande, / von bürgen und von lande [von überall her] / die allerbesten die man vant Tr 7258; sîne sinne und sîne manheit / diu prîsete hof unde lant [alle] ebd. 18953; mir hât der künec Clâmidê / und Kingrûn sîn scheneschlant / verwüestet pürge unde lant [ganze Landstriche] / unz an Pelrapeire Parz 194,16; gewalt bî grôzem guote, liut bürge und dâ bî lant, / lîp kraft schœn unde kleider, / swer der genuht iht hât KLD: Kzl 1: 2,2; Herb 2321 6.3.2 als Gegensatz Stadt - Land: ez sol auch nieman keiner slahte vihe triben oder bachen, durre fleisch oder fische fuͤren von der stat oder von dem lande WüP 36,3. 9,11; jch sol auch mines herren purgære in der stat vnd auf dem lande fleizzechlichen schermen UrkCorp (WMU) 854AB,35. N238A,4 6.3.3 meist als Ausdruck für ‘Herrschaftsgebiet, Machtbereich’ wil er aber burge vnde lant / des gibich ime in sine gewalt Roth 192; lant unde bürge, die unser eigen sint. / unt swaz der wîten rîche ist uns undertân NibB 693,2; burc, lant vnd geine [d.i. gegene Gegend, Gebiet] , / kvnic, ritter, sine man, / wes nem ich mich an Herb 6170; Parz 746,5; ir sult bî dirre tagezît / uns rûmen hof unde lant KvWHvK 379; der künec iesâ besande / ze hove und in dem lande / sînen rât und sîne mâge / durch rât und durch râtvrâge Tr 17660. 1147. 13453; NibB 1386,1; KvWTroj 23419; Lanc 169,10; so suͦlen mine burchman min hus inde min lant deme bisschove antwerden UrkCorp (WMU) 566,37. 21AB,36,35; dar vuor er mit here sâ / und beroubet die stat und daz lant Wig 6097; Herb 15803 6.4 in der Wendung ~ unde liute (vgl. zur Sache 2HRG 3,413ff. sowie Friedrich, PhrasWB, S. 261f. mit weiteren Belegen), selten (s. 6.4.2) auch ~ unde diet, ~ unde mâge 6.4.1 verallgemeinernd ‘Gegend und ihre Bewohner’ Îsôt diu was dô starke / von ir hêrren Marke / geminnet unde gehêret, / geprîset unde gêret / von liute und von lande [allen] Tr 12679. 13156. 2135; wem ist nu bekant / under iu bî Rîne die liute und ouch daz lant? NibB 1147,2; nu ist diu werlt valschaft / und ist âne meisterschaft / beidiu liute unde lant Wig 2369 6.4.2 meist als Ausdruck für ‘Herrschaftsgebiet, Machtbereich’ ich teile ir liute unde lant: / des sît ir bürge unde pfant Iw 7715. 2889; wir uirlisin liut unde lant / unde den lib dar zuͦ Rol 454. 4246; daz sî gût unde erbe mugen haben in der gemeinde unde lant unde lûte [ quod possessiones habeant in communi ] StatDtOrd 30,5; des gebe ich dir hute / min lant vnde mine lute, / man vnde dinstman, / vnde allez, daz ich ie gwan Herb 3946; ez hæten hie bevor die grôzen vürsten niht gelogen / dur liute noch dur lant SM:UvS 30: 5,6; Tr 465; Parz 90,24. 267,10; Wig 9437; KvWSchwanr 435; NibB 114,3. – in Verbindung mit diet, mâge: so scolt du gebieten / in lande ioh in dieten / uͦber al mines herren riche Rol 1913. 2312; lude rief Widolt / hie ist ein herlicher uolc / lant vnde mage / sezzent sie an die wage Roth 3394 6.5 ~ als hyperbolische Vergleichsgröße zur Beschreibung eines großen Wertes (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 262 mit weiteren Belegen): sîn lîp ist tûsent lande wert Georg 198; ein minneclîchez zwieren, / daz næm ich für tûsent lant KLD: UvW 26:3,8; ob er den [ meidem (Hengst)] ahte umb ein lant Ottok 5630; seyt das in got her hat gesandt, / wir gäben in nicht umb ain landt HvNstAp 3051; die edlen vingerlein / die pesser waren dann zway landt ebd. 577; swer mir ze triuwen wirt erkant, / den minne ich über’z vierde lant Freid 96,16 6.6 auch in Sprichw. (vgl. für weitere Beispiele TPMA 7,257-267, Nr. 1,16,27,59,148-49): milte machet werdiu lant; / von obeze wirt der boum erkant Freid 86,20; funde ich âne wer ein lant, / daz twunge ich wol mit einer hant ebd. 131,13; daz bidermans erbe in allen landen lit Ortn 34,4; Ottok 1723
MWB 3,3 863,17; Bearbeiter: Diehl