Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
lanke stswF.
2 bei Tieren ‘Flanke’
1 beim Menschen: lumbi: lancha vel ilia [im Abschnitt: de homine et ejus membris ] SummHeinr 2:6,104; Isaias: erit iustitia cingulum lumborum eius. / di rechtikeit sol an der krenke [Taille] / ein gortel sin an der lenke Brun 1910; ist das harn griezich unde daz diu flekelîn schînent dâ inne, sô lît der harnstain in den lanchen Barth 130,11; PrüllK 11; ir brîset iuch zen lanken, / stroufet ab die rîsen! Neidh SL 22:4,1. SL14:3,7; ir tures bluot gereret / ir brivstel vnd ir lanke / und ir hut so blanke / wurden gar zerfuoret Martina 186,5. – im Hinblick auf die Geschlechtsorgane (und damit auch als Sitz der Sünde): sâmen die von sînen lanchen chômen Gen 834; lumbi: lancha, lanchen, lumben ob libidinis lasciviam [im Abschnitt: de membris hominis ] SummHeinr 1:132,228; got der srûdlot [prüft] dv herzin vnde die lanchin [ corda et renes ] BrEng 7; so gurte wir die lanche / daz sint die reinen gedanche VMos 42,15; also sculen wir der gotes chunfte warten, daz wir unsere lanchen bedwingen. wie ist daz gemeinet? da sculen wir uns enthaben uon sunteclichen dingen Spec 126,20. 126,18; want lanchen min irfullet sint trugnuͦsse [interl. zu: quoniam lumbi mei impleti sunt illusionibus ] unde nieht ist gesunt in fleiske minem PsM 37,8. – übertr.: so ist ouch in braht / des andren volkes gedenken / uz vil mancher buche lenken [aus ex multorum librorum collatione der Vorlage, was auf lat. latus ‘Seite’ bezogen wurde (vgl. Anm.z.St.)] , / daz ez mit warheit irschine / in der heiligen schrift schrine Macc 236 2 bei Tieren ‘Flanke’ ein hundelîn [Petitcreiu] [...] / sîn varwe was in ein getragen / mit alsô vremedem liste, / daz nieman rehte wiste, / von welher varwe ez wære: / [...] / zen lanken grüener danne clê, / ein sîte rôter danne grân, / diu ander gelwer dan safrân Tr 15826; den brâten, dâ der rucke stiez / über lanken gein dem ende / wol anderhalber hende ebd. 2903; wan daz uns irch [der Bock] an lanken ist verlamet WernhSpr (Z) 10,12. – bes. bei Pferden: [ein Zelter] hâte starke bruste, / ze den lanken ze mâzen smal Flore (P) 2767; das sin roß in die lancken wunt wart Lanc 414,25; von spruͤngen sah man biegen / in des rosses lanken WhvÖst 8097; Greg 1602
MWB 3,3 861,55; Bearbeiter: Diehl