lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Kröten

mhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
6 in 6 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
32
Verweise raus
13

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Kröten

Bd. 11, Sp. 741
Kröten (Bufonidae Gthr.), Amphibienfamilie aus der Ordnung der Frösche (Anura), plump gebaute Tiere mit warziger, drüsenreicher Haut, zahnlosen Kiefern, gleichlangen Beinen, vierzehigen Vorder- und fünfzehigen Hinterfüßen. Hinter dem oft verdeckten Trommelfell finden sich meist Drüsen, die, wie die Haut, ein gewöhnlich weißes, oft widerwärtig riechendes Sekret absondern, das auf zarter Haut Brennen und Entzündung hervorruft. Dies Sekret sondern die K. ab, wenn sie angegriffen werden, es dient ihnen als Schutzwaffe (vgl. Hautgifte). Bei der Verfolgung spritzen sie auch Harn aus, der aber völlig unschädlich ist. K. finden sich in allen Erdteilen, sie leben während der Laichzeit im Wasser, verbergen sich am Tage an dunkeln, feuchten Orten und suchen nachts Würmer, Insekten, Schnecken, die größern Arten auch kleinere Wirbeltiere. Sie springen nicht weit, laufen aber oft recht hurtig, schwimmen indes schlecht. Bei der Begattung gehen die Eier meist in Schnüren ab. Die K. haben ein sehr zähes Leben und können es an einem feuchten Ort bei dürftiger Nahrung jahrelang fristen; sie halten auch bei völligem Abschluß von Nahrung und Luft monatelang aus, aber die Erzählungen von K., die jahrhundertelang in Gestein eingeschlossen ihr Leben gefristet haben sollen, beruhen auf Täuschung oder Betrug. Die gemeine Kröte (Erdkröte, Feldkröte, Lork, Bufo vulgaris, Laar.), 8–12 cm lang, mit halben Schwimmhäuten an den Hinterfüßen, ist düster rotgrau oder rotbraun, auch grünlich bis schwarz, dunkel gefleckt, auf der Unterseite hellgrau, beim Weibchen dunkel gefleckt, mit feuerroter Iris, findet sich in ganz Europa und Mittelasien in Gebüsch, auf Feldern, Wiesen, in Kellern, Höhlen etc., besonders auch unter Pflanzen (Salbei, Schierling), gräbt sich selbst eine Höhlung und überwintert vom Oktober bis März und April in trocknen Löchern. Sie fängt Insekten, Würmer, Schnecken und kleine Lurche durch geschicktes Herausschleudern ihrer klebrigen Zunge und ist sehr gefräßig. Zur Paarungszeit im April schreit das Männchen Tag und Nacht; die Vereinigung mit dem Weibchen dauert 8–10 Tage, und es werden 8–10 Eierschnüre mit vielen hundert Eiern abgesetzt. Nach etwa 20 Tagen verlassen die Larven den Schleim, und Ende Juni steigen die jungen K. aus Land, werden aber erst im fünften Jahre fortpflanzungsfähig. Sie erreichen ein sehr hohes Alter. Die Häßlichkeit der K. hat ihnen viele Vorurteile erweckt, und sie werden verfolgt, obwohl sie sehr nützliche Tiere sind. Gärtner hegen K. in Gärten, weil sie viele schädliche Schnecken etc. vertilgen. Früher benutzte man die K. auch medizinisch. Die Kreuzkröte (Rohrkröte, Hausunke, B. calamita Laur., s. Tafel »Frösche II«, Fig. 4), 6–7 cm lang, ohne Schwimmhäute, olivengrün mit warzenlosem, hellgelbem Längsstreifen über die Rückenmitte, unten weißlichgrau, auf den Schenkeln und Bauchseiten dunkler gefleckt, mit rötlichen, in der Mitte weiß gepunkteten Warzen und grünlichgrauen Augen, findet sich in Westeuropa, Deutschland, Schweden und geht östlich bis zum Weichselgebiet, fehlt in Italien. Sie führt dieselbe Lebensweise wie die vorige, ist aber geschickter, lebendiger und klettert an steilen Flächen in die Höhe. Nachts besucht sie besonders mit Rohr und Binsen bewachsene Bäche (daher der Name Rohrkröte). Das Männchen besitzt eine Schallblase und schreit bei einbrechender Dämmerung, besonders zur Paarungszeit. Angegriffen, scheidet sie aus ihren Drüsen eine weiße, schäumende, stinkende Flüssigkeit aus. Sie laicht im April und Mai, die Larven kriechen am sechsten oder achten Tag aus und durchlaufen die Metamorphose in ca. elf Wochen. Im vierten oder fünften Jahr ist die Kreuzkröte fortpflanzungsfähig; sie erreicht ein hohes Alter u. ist ebenso nützlich wie die vorige.
3751 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    krötenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    kröten , kroten swv. BMZ tr. belästigen, bedrängen, hindern. krotten, croden, occupare Dfg. 392 a , n. gl. 269 b . mit w…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kröten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kröten ( Bufonidae Gthr .), Amphibienfamilie aus der Ordnung der Frösche ( Anura ), plump gebaute Tiere mit warziger, dr…

  3. modern
    Dialekt
    krœten

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    krœten 'kröten', jem. mit dem Stiefelknecht drei Schläge aufs Gesäß geben; früher bei den Knechten auf dem Lande die übl…

Verweisungsnetz

25 Knoten, 30 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Kompositum 19 Sackgasse 2

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kroeten

72 Bildungen · 71 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von kroeten 2 Komponenten

kro+eten

kroeten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kroeten‑ als Erstglied (30 von 71)

krötenauge

DWB

kroeten·auge

krötenauge , n. wie schlangenauge, ' so hieszen ehemals die runden, oben convexen und unten platten oder etwas vertieften fischzähne '. Nemn…

krötenbalsam

DWB

kroeten·balsam

krötenbalsam , m. mentha aquatica, bachminze, z. b. rhein. (krottebalsam Kehrein ), auch krötenminze, wasserbalsam. Nemnich 3, 550 .

Krötenbauch

GWB

kroeten·bauch

Krötenbauch als Körperteil eines Phantasiewesens 1) [ Geist, der sich erst bildet: ] Spinnenfuß und K. | Und Flügelchen dem Wichtchen! | Zwa…

Krötenbiß

Campe

kroeten·biss

Der Krötenbiß , des — sses, Mz. die — sse , eigentlich aber ungewöhnlich, gleichsam der Biß einer Kröte; in der Pflanzenkunde, so viel als F…

krötenbisz

DWB

krötenbisz , m. die groszen wasserlinsen, auch froschbisz.

krötenblatt

DWB

kroeten·blatt

krötenblatt , n. krötenblätter heiszt 1) rumex crispus, die krause grindwurz, auch butterlattich, wilder tobak, 2) rumex aquaticus, wasseram…

krötenblut

DWB

kroeten·blut

krötenblut , n. blut einer kröte, unter zaubermitteln. Opitz 2, 280 (2, 690 Triller ).

Krötenborn

PfWB

kroeten·born

Kröten-born m. : FlN, amtl. Grethenborn [ FR-Kl'bockh : Greden Born [GdArch. PS-Zesbg]; vgl. Krötenwäldchen . —

krötendill

DWB

kroeten·dill

krötendill , m. anthemis cotula, hundsdill, hundskamille Nemnich 1, 332 ; krötendille f. Rädlein 567 b , krötentill Frisch 1, 551 a . krotte…

Krœtending

MeckWB

kroeten·ding

Krœtending -dings, Pl. -dingers n. wie Krœt 2 meist Schelte für eine leicht aufbrausende, zänkische kleine Person Mi 46 a ; ein wohres Kräte…

Kröteneidechse

Meyers

kroeten·eidechse

Kröteneidechse ( Phrynosoma Wiegm .), Eidechsengattung aus der Gruppe der Dickzüngler ( Crassilingues ) und der Familie der Leguane ( Iguani…

Kröteneier

Meyers

kroeten·eier

Kröteneier , volkstümliche Bezeichnung der versteinerten Terebratula cycloides in der Triasformation.

Krötenfisch

Campe

kroeten·fisch

Der Krötenfisch , des — es, Mz. die — e , ein Fisch in Karolina, der auf dem Wirbel eine Zeichnung wie ein T (Tau ) hat (Godus tau ).

krötenflachs

DWB

kroeten·flachs

krötenflachs , m. antirrhinum linaria, flachskraut, wilder flachs. Nemnich , Ludwig 1076 . bei Gesner krottenflachs osyris ( Dief. 402 c ). …

krötenfrosch

DWB

kroeten·frosch

krötenfrosch , m. ein krötenähnlicher frosch, pelobates fuscus, auch knoblauchskröte, wasserkröte ( noch nicht bei Nemnich ).

Krötenfuß

Campe

kroeten·fuss

Der Krötenfuß , des — es, Mz. die — füße , eigentlich der Fuß einer Kröte; in der Pflanzenkunde, ein Name der Bluthirse (Panicum sanguinale …

krötenfusz

DWB

krötenfusz , m. 1 1) panicum sanguinale, bluthirse, auch krötengras, krähenfusz. Nemnich 4, 847 . im voc. th. 1482 r iij b krattenfusz, spic…

krötengeheck

DWB

kroeten·geheck

krötengeheck , n. junge brut von kröten: aufgeblasenes krötengeheck. H. Füeszli d. j. in Mercks briefs. 1, 61 , bildlich, von kleinen sich g…

krötengerecke

DWB

kroeten·gerecke

krötengerecke , n. krötenlaich: die straalen des gelückes haben so wenig die kraft, aus einem stinkenden verbrechen eine tugend zu machen, a…

krötengerippe

DWB

kroeten·gerippe

krötengerippe , n. gleich grasleder, conferva, auch wassergerippe, wasserfaden, wasserfilz. Nemnich , Krünitz.

Krötengeschlecht

GWB

kroeten·geschlecht

Krötengeschlecht Getrenntschr in der Vbdg ‘Nebel- und Krötengeschlecht’ B30,6,15 Zimmermann 3.5.75 s Nebelgeschlecht Almuth Vierhufe A.V.

krötengift

DWB

kroeten·gift

krötengift , n. der scharfe saft den die gereizte kröte spritzt. Campe, bei Ludwig 1076 noch als masc.: salbey mit krötengift befleckt. fros…

Ableitungen von kroeten (1 von 1)

gekröten

FindeB

* gekröten swv. beschwerlich sein, belästigen Pilgerf.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kroeten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kroeten/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „kroeten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kroeten/meyers. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kroeten". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kroeten/meyers.
BibTeX
@misc{lautwandel_kroeten_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kroeten"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/kroeten/meyers},
  urldate      = {2026-05-13},
}