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kren

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DWB
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14 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kren m.

Bd. 11, Sp. 2167
kren, krän, kreen, m. merrettich. 11) formen und verwandtschaft. 1@aa) als mhd. ist in der gramm. 3, 373 krên angesetzt, im wb. 1, 878b krën; für die länge spricht folgender reim (obwol in dem betr. gedichte auch z. b. gâbe und abe reimen s. 286): spinât, gaffer und alêne ist gên dîner süeʒe ein krêne. Mariengrüsze Haupt 8, 281. mit solcher endung auch im 12. jh. chrêne rabigudium sumerl. 40, 31, Diut. 3, 155, und im folg. wol, nach dem rhythmus: er wær in zorne lebende noch scherfer danne krêne (hs. kren) mit dem kressen. jüng. Tit. 4509, 2. krên Teichner s. 17 Kar., wie im 15. jh. chren raphanus Mones anz. 8, 96, khren raphanus minor (raphanus major ist rätich) 103b, kren Dief. wb. v. 1470 sp. 231. für die länge bürgt die schreibung kreen (s. Seuter unter b), krehn (Schmelzl u. 2, a), im voc. inc. teut. n 6b selbst krehen. 1@bb) eigen krän im 16. jh.: nimb frischen krän oder rettich, den schneid scheiblicht. Seuter 187 (aber kreen oder mörrettich 261 das.), noch bei Stieler 1605, Ludwig 1066, Frisch 1, 543c, M. Kramer 1768. 1787 u. a.; die aussprache schwankte wol also zwischen ê und æ, oder gab es doch auch mhd. krën? 1@cc) auch krien, so im 15. jh. im voc. th. 1482 r 4b, krien und kolkraut Neidhart 68, 32 in der hs. c, diesz vielleicht elsässisch, wie im 16. jahrh. folg.: thlaspi majus, meerrettig, kryn. Golius 1582 385. krien noch bei Steinbach 1, 938, es ist schlesisch (krîn neben krên Weinhold 47a): das wörtgen fährt ihm in die nase wie niesewurz und junger krien. Günther 974. das alte ie kann aber als echter diphthong gemeint sein, denn auf einen solchen weist kärnt. krean Lexer 167, auch tirol. Schöpf 343, während krein bei demselben ein krîn hinter sich haben kann (vgl.kryn vorhin bei Golius, er hat aber sonst ei für î). bei Nemnich 2, 1093 auch grien, grän. 1@dd) man nimmt allgemein und bestimmt slav. ursprung an: kirchensl. chrènŭ Miklosich 1099b (der sich doch für die entlehnung auf Grimm gr. 3, 373 beruft), russ. chrjen'', slavon. hrén, poln. chrzan, böhm. chřen, aber auch krěn, diesz wol unter deutschem einflusse, wie serb. krěn und litt. kreěnas; nennen ihn doch die Böhmen auch mit dem deutschen namen mořská ředkev, d. i. 'meer-rettich'. Auch im obern Italien besteht das wort, in Parma z. b. crén m. Malaspina 1, 502a. wie hier und bei uns, steht im slav. das wort ohne einen stamm in der sprache da. die wirkliche quelle und den gang der entlehnung wird daher die culturgeschichte, die geschichte des europ. gartenbaues festzustellen haben. wenn man in Frankreich nur den geriebenen meerrettich cram nennt, auch moutarde des Allemands (Nemnich 2, 1093, vgl. unter 2, b), so liegt da die entlehnung klar vor. 22) gebrauch und bedeutung. 2@aa) kren als küchenkraut, besonders als gewürz: knoblauch, abschlach, zwifel und kren, senf, salsen, rettich, als ich wen (= wæne). H. Folz von hausrat, in Gözens H. Sachs 4, 154, [] abschlag ist knoblauch Schmid schw. wb. 463, im 15. jh. abslag Dief. 21b (aus aschlauch das.); von rüben, krehn, kraut (d. i. kohl), petersil. Schmelzl lobspr. 90. das wort herscht jetzt in Baiern, Österreich, Schlesien, Nordfranken (vgl. aus der Ruhl unter d). 2@bb) ein kren (gestoszner kren) heiszt auch eine aus kren bereitete zuspeise (wie ein pfeffer eine mit pfeffer bereitete brühe): mit sawrem senf drei schüsselein die laszt uns einher geen ('herein kommen'), und schickt uns nach dem besten wein zu einem gstoszen kren. tischlied 15. jh., Wolfs zeitschr. für myth. 1, 467, also ein reizmittel zum essen aus merrettich mit wein angemacht, offenbar die moutarde des Allemands vorhin; ein henne im kren und schöpsenfleisch in zwibeln. Mathesius hochzeitpred. 64a, wie ein has im pfeffer. 2@cc) daher redensarten, wie bair. östr. sich einen kren geben, auch einen kren aus sich machen, sich ein ansehen geben, prahlen. Schm. 2, 387, Höfer 2, 172. in Kärnten kren reiben, nutzlose arbeit thun Lexer 167, eigentlich wol solche arbeit, die peinigt und nichts nützt, vgl. aus Abr. a S. Clara und Höfer nachher. 2@dd) zusammensetzungen mögen hier folgen: krenbier, absud von krenwurzeln, gegen brustbeschwerden. Schm. 2, 387; krenbitter, sehr bitter, krenbös, sehr böse, sehr zornig, in der Ruhl Regel 151 (kren selbst fehlt dort, der gebrauch ist ein einflusz von Nordfranken her); krenreiben (s. unter c): wann das weib den mann so lieblich ansihet, als käme sie erst vom krenreiben her. Abr. a S. Clara reim dich Cöln 1691 s. 255; der wäre just recht zum krenreiben, östr. von leuten gesagt, die sonst wenig zu brauchen sind. Höfer 2, 172. krensauer, beiszend sauer, östr. bair., auch in der Ruhl (hier sogar ein zeitwort krînen, von beiszend scharfen speisen); krensuppe Tegernseer kochbüchlein des 16. jh. Germ. 9, 201.
4784 Zeichen · 136 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kren

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    kren Gl 3,85,32 s. kreia.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KRËN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    KRËN meerrettich; russisch. chren , böhm. kren . vgl. Frisch 1,543. c. Schmeller 2,385. rabigudium sumerl. 40, 31. rapha…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    krenm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    kren , krän , kreen , m. merrettich. 1 1) formen und verwandtschaft. 1@a a) als mhd. ist in der gramm. 3, 373 krên anges…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kren

    Goethe-Wörterbuch

    Kren süddt u österreichisch: Meerrettich LA II 10A,107,9 M45 Morph Plp Syn GWB Meerrettich Almuth Vierhufe A.V.

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kren

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kren (slaw.), Meerrettich, s. Nasturtium .

  6. modern
    Dialekt
    Krenm.

    Nachträge (Mecklenb.) · +1 Parallelbeleg

    Wossidia Kren m. Meerrettich Giese Pflanz. 39.

  7. Spezial
    Kren

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Kren (Armoracia rusticana) m. (-[e]s) ‹bot› jet m. , ajet m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kren

124 Bildungen · 116 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

kren‑ als Erstglied (30 von 116)

krence

MNWB

krensemāker (krence-) Kranzbinder, nur als Npr.

krencemāker

KöblerMnd

krencemāker , M. Vw.: s. krensemākære*

krenclich

Lexer

krenc-lich , kreng-lîche s. kranclich, kranclîche.

krenclîche(n)

MWB

krenclîche(n) Adv. 1 Adj. 1.1 ‘schwach’ , von der Kampfkraft1.2 ‘schlecht, armselig, elend’ 2 Adv. 2.1 ‘schwach’ 2.1.1 körperlich: ‘kraftlos…

krenclīche

KöblerMhd

krenclīche , Adv. Vw.: s. kranclīche

krenclīchen

KöblerMhd

krenclīchen , Adv. Vw.: s. kranclīchen

Krêndel

Adelung

kren·del

Der Krêndel , ein Riegel, Pfahl, S. Adelung Grendel .

Krendschaul

MeckWB

Wossidia Krendschaul f. 'Kurrendeschule', Chor unbemittelter Schüler, die vor den Häusern geistliche Lieder sangen und Geld und Gaben heisch…

kreneche

Lexer

krench , kreneche s. kranech.

krenekruda

KöblerAhd

krenekruda , Sb. nhd. Wurf von Hauserde über die Schulter auf denjenigen auf den die Schuld übertragen wird Q.: LSal, PLSal (507-511?) E.: E…

Krenelieren

Meyers

kren·e·lieren

Krenelieren , Gebäude, Mauern zur Verteidigung mit Zinnen und Schießscharten versehen (daher krenelierte Mauern ; vgl. Arkadenmauern).

krenerin

DWB

kren·erin

krenerin , f. rotwelsch für gattin. Fischart groszmutter 50 (583 Sch. ).

Krenesesu

Meyers

Krenesesu (spr. krenesesch), 1863 m hoher Berg, nördlich vom Tömöspaß in der schon auf rumänischem Boden sich erhebenden Berggruppe Plaiulu …

Krênfleisch

Wander

kren·fleisch

Krênfleisch Ich mach' ein Krênfleisch aus dir. – Oesterreichisches Schulblatt, 1874, S. 578. Heiss abgekochtes Schweinefleisch mit Krên oder…

krenge

Lexer

krenge adj. der strît was krenge (: gedrenge) Germ. 16. 55,12. s. kranc stm. , krange.

krengel

DWB

kren·gel

krengel , m. 1 1) gleich kringel, circulus ( panis ) Trochus P 6 a , noch landschaftlich, s. DWB kringel . 2 2) name des ' dorndrehers ' (2,…

Krengelbäkker

WWB

Krengel-bäkker m. Konditor ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Wl).

Krengelboors

MeckWB

Wossidia Krengelboors m. Graubarsch (1926) Wa Waren@Röbel Röb ; -i- Wi.

krengelen

WWB

kreng·elen

krengelen V. [verstr.] 1. zu einem Kreis, Ring formen, krümmen. — 2.1. (+ sik ) sich winden; sich krümmen. Sik kringeln vöä Lachen heftig la…

krengelich

LothWB

kreng·elich

krengelich [kreəleχ D. Si. ] adj. lockig. s. krengeln, kringeln.

krengelicht

DWB

krenge·licht

krengelicht , ringlicht, spiralförmig: mit dem lineal zeucht er ( der geometer ) die linien .. nicht die krummen, die krenglicht gezogenen o…

krengelig

WWB

krengelig Adj. sich kringelnd ( WmWb) .

krengeln

DWB

kreng·eln

krengeln , krengen , s. DWB krängeln , DWB krängen .

kren als Zweitglied (8 von 8)

massakren

ElsWB

massa·kren

massakre n [masakərə Lobs. ] zerschneiden, so dass es unbrauchbar wird.

набекрень

RDWB2

nabe·kren

набекрень шапка набекрень - die Mütze sitzt schief мозги набекрень идиом. , разг. - j-d spinnt; j-d ist ein Spinner; nicht alle Tassen im Sc…

Schakren

Wander

scha·kren

Schakren A Schakren 1 muss a gute Sikoren 2 habe. ( Jüd.-deutsch. Hechingen. ) 1 ) Lügner. 2 ) Gedächtniss.

verhahnackren

LothWB

ver-hahnackre n [-hânakərə Fa. ; –honakrə Lix. ] intr. streiten in Worten, zanken. — baier. 1, 1119 verhôneckeln; schwäb. 2, 1177 verhonagge…

vermassakren

ElsWB

ver·massakren

vermassakre n (durch ungeschicktes Schneiden) verderben, elend zurichten; Wörter radebrechen Bf. Bisch. Str.

vernäckren

ElsWB

vernäckre n Urbis , vernäckere n M. durch regelloses Abreissen, Abschneiden unansehnlich machen: de mus t s Fleisch nit v. M.

zickren

Idiotikon

zick·ren

zickren Band 17, Spalte 1132 zickren 17,1132

zuckren

ElsWB

zuck·ren

zuckre n versüssen Co. Syn. süess mache n K. Z.