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grien

mhd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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19 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grien m.

Bd. 9, Sp. 262
grien, m. und n., sand, kies; ein vorzugsweise alem. wort, das erst in mhd. zeit erscheint; selten im md. als grîn und im mnd. als grên (s. u. 1 a); vgl. mnl. grient, greent, m., sand, mit jüngerem t Verwijs-Verdam 2, 2135, nnl. griend; im anord. vergleicht sich grjôn, n., grütze; dazu schwed. norw. gryn; germ. greu-na-, wie greu-ta- (mhd. griez), zur wurzel gru zerreiben Fick 43, 145. im älteren mhd. anscheinend ausschlieszlich masc. wie im mnl. und heute noch theilweise im schwäb., s. Fischer 3, 830; Staub-Tobler 2, 747; aber schon bei Seuse: daz unzallich grien in dem mere dtsch. schr. 28, 5; schriftsprachlich steht das neutr. seit dem ausgang des mittelalters fest, es herrscht auch in den heutigen maa. im 16. jh. öfter grün: Brunschwig distillierbuch (1509) 35b. 41a; Geiler evang. (1517) 216b; Schade sat. 3, 190, 2; Golius onom. (1582) 277; Wirsung artzneybuch [] (1588) reg.; früher selten, so bei Königshofen, s. u. 1 a. 11) grien arena Diefenbach 47a; sabulum 506a; sulcus sande, griesz, gryen 565c. 1@aa) mhd. meist als 'sand' schlechthin: o we, wer enkirt (ankert) uf den grien H. v. Langenstein Martina 23, 79; swenn ... ... der Swarzwalt wirt verbrant unde daz mer gevüllet ist mit griene Boppe bei v. d. Hagen minnes. 2, 384b; so auch md. und mnd.: des stades grîn erlösung 925; daz grên in des meres stade Schiller-Lübben 2, 143; beliebt in der wendung: als vil als grienes in dem mer ist Seuse dtsch. schr. 453, 5; der alse vil ist alse grases und grienes an dem mer myst. 1, 271, 4 (Nic. v. Straszburg); auch später noch: der (Perser) do also vil ist also des grünes in dem mere städtechron. 1, 306, 15 (Königshofen); doch auch schon als 'grober sand, kies': vil manic brunne lûterlich qual ûz des herten grienes kise Konr. v. Würzburg troj. 6913; dieser begriff verstärkt sich später immer mehr: so das feld zu fett, temperirn sie es mit grien und sand Thurneisser von wassern (1572) 91; von steinen, sand und grien Stumpf Schwytzerchron. (1606) 446b; viel grien von marmelstein Bech Agricola (1621) 80; er herrscht in den modernen maa.: kies, bes. straszenkies zur beschotterung; grieneren, f., kiesgrube Staub-Tobler 2, 747; krìèn, krìən grober kies, steine zum wegausbessern; kiesgrube Martin-Lienhart 1, 275b; die unterste schicht (des heerwegs) bildet grien Fischer schwäb. 3, 830; so auch schon früher: alle karrengeleisen in strassen sollen mit grien ald kleinen steinen verebnet werden Staub-Tobler 2, 747 (quelle von 1646). 1@bb) sandfläche, sandiger plan: der nam z'ein ander unde las die fürsten ûf den wîten grịen Konr. v. Würzburg troj. 11605; des ertrîches grien gold. schm. 917; auf dem grien lag ain gslosz ... was Leupelstorf genennet M. Behaim nach Schmeller 1, 1000; vogelgrien vogelherd: wir sind überein kommen ... das man sol teilen die vogelgriene Martin-Lienhart 1, 276a (Straszb. quelle des 14. jh.); Vogelgrün dorf bei Neubreisach am Rhein; sehr häufig als flurname (auch in den formen grein, grün) Buck flurnamenb. 90; vgl. Staub-Tobler 2, 747; Schmidt els. 154b; im besonderen: von fluszsand oder -geröll gebildete sandbank, insel oder halbinsel: auen und grien Staub-Tobler a. a. o. (urk. von 1344); die flösse gestundent uf eime griene obewendig der brucken städtechron. 9, 689 (Königshofen); tamariscen ... wachsen vil in den grünen des Reins Brunschwig distillierbuch (1509) 105b; dasz sich das goldreiche sand sonderbar finde auf den klingen (seyn von dem wasser selbst aufgeworfene sandhäufen, auch grien genannt) Scheuchzer 2, 21; alluvionen, grienen und ansätze in den flüssen gehören den regierenden orten Staub-Tobler 2, 747 (quelle von 1729); das Grien (Spitalgrien) neckarinsel Fischer 3, 830. dazu: grienbüggel, m., sandhügel: gott ..., der den bauern im Emmenthal gepredigt hat, wie gut der klee sei, und wie vortheilhaft die esparsette auf ihren grienbüggeln Gotthelf 23, 64. —
3921 Zeichen · 100 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GRIENstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    GRIEN ( Gr. 1 3 , 186. 3,380 ) stm. grober sand, kies, sandiges ufer, sandiger platz. mag ich ir bringen von dem sê des …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    grienN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    grien , N. Vw.: s. grēn (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    grienm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    grien , m. und n., sand, kies; ein vorzugsweise alem. wort, das erst in mhd. zeit erscheint; selten im md. als grîn und …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grien

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grien ( Hans Baldung ), s. Baldung .

  5. modern
    Dialekt
    Grien

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Grien [Krîèn Fisl. Roppenzw. Attenschw. Mü. Hi. ; Krìən Eschenzw. Steinbr. Banzenh. Bf. ] n. 1. grober Kies, Steine zum …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grien

52 Bildungen · 41 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

grien‑ als Erstglied (30 von 41)

grienbüggel

DWB

grienbüggel und andere composita mit grien sand, kies s. unter 1 grien 1.

Griendboden

RhWB

Griend-boden Verbr. wie Griend 1 a m.: Kies-, Sandboden.

griendig

RhWB

grien·dig

griendig -ē:nd- Sieg-Rott Adj.: kiesig, sandig, vom Ackerboden.

Griendkaule

RhWB

Griend-kaule -kū:l ebd. f.: Kiesgrube.

Griendmüre

RhWBN

Griend-müre -mȳr Mörs-Bornh f.: Fisch, vermutl. Gründling.

grienen

DWB

gri·enen

grienen , vb. 1) steine aus dem fluszbett wegräumen ( vgl. 1 grien 1 b); kies auf straszen und plätze führen ( vgl. 1 grien 1 a) Staub-Toble…

Grienereⁿ

Idiotikon

Grienereⁿ Band 2, Spalte 748 Grienereⁿ 2,748

grieneⁿ

Idiotikon

grieneⁿ Band 2, Spalte 748 grieneⁿ 2,748

grienfichler

DWB

grien·fichler

grienfichler , m. , ' schmeichler, der bei seinen reden grient' Berghaus 1, 612 a ; vgl. ficheln th. 3, 1612. —

grienfiest

DWB

grien·fiest

grienfiest , m. , berlinisch: jrinefiest einer der immer lacht Brendicke 130 a ; dafür auch griinfiister Berghaus 1, 612 b ; er grienfiester…

grienfläche

DWB

grien·flaeche

grienfläche , f. : der schlamm der wasserebenen sand- und grienflächen bekleidete sich mit pflanzen Zschokke 6, 299 . —

Grieng(e)halter

Idiotikon

Grieng(e)halter Band 2, Spalte 1221 Grieng(e)halter 2,1221

Grienggel

Idiotikon

Grienggel Band 2, Spalte 781 Grienggel 2,781

Grienggi

Idiotikon

Grienggi Band 2, Spalte 781 Grienggi 2,781

griengrube

DWB

grien·grube

griengrube , f. : ich ... sah ... einen felsigten hügel, wie eine griengrube gespalten, aus seinem schlund glühenden sand auswerfen Pestaloz…

grienic

KöblerMhd

gri·e·nic

grienic , Adj. nhd. „grienig“, sandig, mit einem Sandufer versehen (Adj.) Q.: Reinfr (nach 1291) E.: s. grien W.: nhd. (ält.) grienig, Adj.,…

grienig

DWB

grienig , adj. 1 1) sandig, kiesig: mit dem grienigen mer Reinfr. v. Braunschweig 19 561 ; im heutigen schweizer. ' voll geröll, kies ': gri…

Grieniⁿg

Idiotikon

Grieniⁿg Band 2, Spalte 748 Grieniⁿg 2,748

grienkopf

DWB

grien·kopf

grienkopf , m. , ' jede von einem strom oder gieszbach angelegte erhöhung von sand und steinen ' Stalder 1, 479 . —

grienkraut

DWB

grien·kraut

grienkraut , n. , mlat. perdicium, auch S. Peterskraut, tag und nacht Frisius (1556) 975 a ; heutiger name parietaria officinalis Pritzel-Je…

grienlachen

DWB

grien·lachen

grienlachen , vb. , hinterlistig lachen Leihener cronenberg. 47 b ; nach Schmeller 1, 996 auch in der Rheinpfalz; vgl. grieflachen und griml…

grienmachære

KöblerMhd

grienmachære , st. M. nhd. „Grienmacher“, Kiesmacher ÜG.: mlat. gramus Gl Q.: Gl (15. Jh.?) E.: s. grien, machære W.: nhd. (ält.) Grienmache…

Griensbrot

RhWB

grien·s·brot

Griens-brot -ē:ntsbrū:t Eusk-Zülp , MülhRh-BGladb n.: eine Art Graubrot aus grob geschrotetem Korn.

Grienschufel

ElsWB

grien·schufel

Grienschufel [Krìanýflə Steinb. b. Thann Strüth ; Krìenyfl Obbruck Dollern ] f. Schaufel von Eisen oder Stahl Obbruck Dollern , mit geboge…

Grienschwälmli

Idiotikon

Grienschwälmli Band 9, Spalte 1853 Grienschwälmli 9,1853

grien als Zweitglied (10 von 10)

entengrien

DWB

enten·grien

entengrien , m. littus arenosum, quo enatant anates, vgl. mhd. grien, und entengriesz.

Floßgrien

PfWB

floss·grien

Floß-grien (n.?) : ' Sandbank im Fluß ', FlN in Spey [K. Engelhardt, Aus vergangenen Tagen 35]. — Zum Grundw. s. mhd. grien 'Kiessand, sandi…

goldgrien

DWB

gold·grien

goldgrien , m. , im ält. alem. ' uferplatz mit kiessand, in dem gold gewaschen wird ': so ist eins apts und des gottzhusz zue Swarzach twyng…

goltgrien

Lexer

golt·grien

golt-grien stm. BMZ sandbank zu goldwäscherei Weist. Mone z. 18,416 ( 1414, Ortenau ). aurifodina Dfg. 62 a .

Kärchergrien

PfWB

kaercher·grien

Kärcher-grien FlN : Ein PfWB Grien bei Spey, an dem ab a. 1588 auch die Kärcher Anteil hatten. Kirchengrün, die heutige Bez. dieser Flur, is…

olbergrien

Lexer

olber-grien stm. unrat, kot vom abtritte. die von Strôsburg fûrtent olbergrien ûs der stat in dunnefesselîn, die warf man mit eim werke ( vg…

Wagrien

Herder

wag·rien

Wagrien Landschaft, der östliche Theil Holsteins, von den slav. Wagriern besetzt, die frühe von den sächs. Herzogen unterworfen u. germanisi…

Ableitungen von grien (1 von 1)

GRIENE

BMZ

GRIENE ? swv. wer den ungeslahten dient sîn dienst ze leste grient Ls. 2,627.