krauten Rhfrk
-aud-, –ǫu-, –ǫur-; Mosfrk
-ǫ·u.d- [in Koch in geschloss. Geb., Altk (Sieg)
-ǫ·u.r-; Altk-Horhsn
-ǫ·u.w-; um Neuw-Dernb Linkenb Puderb Woldert
-ǫul- (u. Altk-Michelb); Neuw-Ehlschd; Altk-Fischbacherhütte Selb Steineb
-ǫuw-; Siegld
-ūr-; im WMosfrk vielfach mit Umlaut
-ę·i.d- Merz-Schweml, Trier-Fell, Bitb-Dahlem Preist Speicher Usch, Prüm-Densborn;
-ęd- Bitb-Halsd Jucken NWeis Obersgegen OGeckler;
-ęgd- WBitb;
-yg- Aden-Kaltenborn;
-ogd- Prüm, Malm, Monsch (
-u-)]; Rip
-ogə, –u-; (
s. Verbr. auch nach dem Berg hin bei
krok Kraut) [
-uwə, Part. jəkruxt Aach-Walh]; OBerg
-ūən; NBerg
-ūən (Lennep),
-ūd-, –ug-; Eup
-u·u.ə; SNfrk
-ū·ə. (
eχ krū:, dū –uts, hEə –ut, Prät.
-udə, Part. jəkrut) [diese Formen setzen schon Bergh-Glesch Kirchherten Pütz, Jül-Tetz ein, aber
Part. jəkrok; –uə Heinsb-Höngen Karken;
-ū·ə.nə Kemp-Amern Breyell Dilkr Waldniel]; Klevld
-uə, –yə schw.: 1.a. Gras in kleinen Mengen, etwa von Wegrainen, Ufern, im Walde, auch auf der Wiese mit der Sichel oder Krumme schneiden, auch Löwenzahn, Brennesseln, Hahnenfuss udgl. Kräuter als Futter fürs Vieh mit der Hacke oder einem Messer ausstechen, wie es die armen Frauen mit ihren Kindern in futterarmer Zeit tun;
kr. gohn; am Frehjohr hon se neist mih fer't Veh, da mussen se mat dem Krummes (Sichel)
an (in)
de Wies, mat der Hau op et Feld kr. gohn; op dem Steck darf mer net kr.; se hot en gehireg Hot voll gekraut Bitb, Allg. [Birkf, Kreuzn mehr
grase];
de Pädd (Pfade),
de Fure (Raine)
kr. Schleid. — b. Unkraut mit der Hand oder Jätgabel aus den Gemüsebeeten jäten u. auf einen Haufen werfen;
mer mossen bal an et Kr.; em Nasse darsch (darf)
mer net kr. Rip, Allg.;
du moss an dat Onkrut an't Kr. Wermelsk;
wann et rent (regnet),
kriet mer meh te kr. Gummb, Allg.;
(en) de Murre (
Knolle, Kühl udgl.)
kr. Rip, Allg.;
et Flassbläk (Flachsbeet)
kr.; et ganze Bläk ren kr. bes an den Weg Gummb, Allg.;
ich muss dat Mohrdestick noch kr. gehn Simm, Allg.;
häs de och all (schon)
der Öllek (Zwiebel)
gekrutt? SNfrk, Allg. [da, wo zwei Zeitw. für den Begriff zur Verfügung stehen, unterscheidet man: niedriges Unkraut
jädden, grossss U.
kr. Rip, oder niedriges U.
kr., grosses U.
roppen Simm, oder im Feld
kr., im Garten
jäden Merz-Düppenw; im Weinberg
kr., im Garten
j. Saarbg-Ayl; im Garten
kr., im Weinberg
schaupen Bernk-Neumag; im übrigen ist
kr. in der Bed. 1 b im Rhfrk u. Mosfrk, wo Bed. 1 a allg. herrscht, nicht allg., so
z. B. nur in Meis-Jeckenb, Wend-Gehlw Urexw, Saarbr-Fischb, Ottw-Eppelborn, Saarl-Berus Eimersd, Goar-Hirzenach Salzig, in diesen Kreisen statt dessen
Dreck (Kraut)
roppen, ein Beet
butzen, fegen, jäden, kräppeln, sauwer (rein)
machen (
s. auch
picken, kappen, schappern), Synon., die im Rhfrk, Mosfrk immer wiederkehren; ebenso ist im Klevld kr. 1 b seltener,
z. B. nur in Geld-Kapellen Wachtendonk Wankum, Mörs-Alpen Bornh Labbeck Sonsbeck Vennickel, Rees-Drevenack Flüren Milling, sonst
Dreck (ut)plöcke u. in Klev, Rees, Dinsl meist
roje (
s. roden, wacken)]. RA.:
Wer singe Garde verpach (verpachtet),
muss ligge (leiden),
dat dren gekruck werd wer das Verfügungsrecht über etwas (einen) aufgibt, muss die auch ihm nicht genehme Ausnutzung zulassen Köln-Stdt.
En Nobersch (Nachbars)
Garden es got kr. ebd. De het en schün Stömm, für in de Röpen (Rüben)
ze kr. Neuw-Asb. — Ein Acker, der viel Unkraut trägt,
kroggt arg Schleid-Wollsteifen. — c. die Stoppelrüben, Runkelrüben kr., Rübgrün pflücken Wend-Dickesb Eckersw (Runkelrüben, Kohl), Birkf-Berschw (Gemüse), Neuw-Rodenb (Runkelrüben), Aach-Merkst, Heinsb-Millen Wehr, Geld-Kapellen, Mörs-Vierbaum, Sol, Düss, Mettm, Ess; die Rüben aus der Erde ausziehen;
ver donnt de Röbe kr.; ver hant all ene nette Hop (Haufen)
gekrutt Verbr. wie Kr. 1 f u. Jül-Barmen Broich Gereonsw, Düss-Benr Heerdt Serm, Mettm-Haan, Lennep-Strassweg, Ess-Altend. —
d. Spreu machen Ahrw-Ramersb. — e. übertr. α.
äm (einem)
die Gerscht kr. ihn scharf vornehmen, tadeln Simm-Buch;
enem de Nöll (Kopfwirbel)
kr. ihm Schläge auf den Kopf geben, mit den Fingerknochen der geballten Faust unsanft über den Kopf fahren, ihn derb zurechtweisen Schleid-Lückerath, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür;
de krit de N. gekrock die Tonsur wird ihm geschoren Eusk-Zülp;
der krock ene de N. der schnell beim Absägen zu Boden schlagende Baum trifft die Nebenbäume Rheinb-Wald;
ener de Ül (Eule, Vulva)
kr. sie beschlafen Schleid-Ahrhütte. — β.
kr. gihn vom Rodelschlitten, der von der Rodelbahn ins Feld läuft, u. vom Pferde beim Heddesdorfer Pf.rennen, das seitwärts ins Feld ausweicht Neuw-Stdt;
er giht kr. macht sich aus dem Staube Neuw-OBieber. — γ.
er kraut kratzt sich hinterm Ohr Simm-Kellenb. — δ.
der kraut iwerall eignet sich überall Kleinigkeiten an, er wechselt fortwährend mit seinen Mädchen (Schätzen) Neuw-Datzeroth. — ε. sich etwas
te hop kr. nichts Vernünftiges tun Geld-Wankum. — ζ. kleinlich wirtschaften Klev-Stdt. — η. sich vergnügen Heinsb-Millich. —
f. Sauerkraut einschneiden Birkf-Breitenth Gimbw. — g. Obstkraut bereiten Geld-Kapellen. — 2.
gekreit (gekräutet) gewürzt Bitb-Geichl, Koch;
gekrüjt Kref-Fischeln. — Abl.:
die Krauderei, dat Gekraud(s).