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krauten

nhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

krauten

krauten

Kraut n. ‘kleinere, nicht verholzende Blattpflanze, Blattwerk’, (vgl. Rüben-, Kartoffelkraut), ‘Gemüse, Kohl’ (vgl. Blau-, Rot-, Weiß-, Sauerkraut), fachsprachlich ‘ein- oder zweijährige, nicht verholzende Pflanze’ ahd. (8. Jh.), mhd. krūt, asächs. krūd (‘Unkraut’), mnd. krūt, mnl. cruut, nl. kruid. Die Herkunft des nur im Dt. und Nl. bezeugten Wortes ist unklar. Man hat, obwohl sehr unsicher, germ. *krūda- ‘Kraut’ auf ein ie. *gu̯rūto- zurückgeführt, um es als Partizipialbildung mit griech. brýein (βρύειν) ‘sprossen, strotzen, keimen’ (s. Embryo) verbinden zu können, und hat die germ. und griech. Formen in Beziehung gesetzt zu einer auf ie. *gu̯eru- ‘Stange, Spieß’ (älter vielleicht ‘Zweig’?) beruhenden Wortgruppe got. qaíru ‘Pfahl, Stachel’, lat. verū ‘Spieß’, air. bi(u)r ‘Speer, Spieß’, dazu ablautend awest. grava- ‘(Rohr)stock’ (dazu s. kirre). Angesichts der schwierigen Vergleichsmöglichkeiten hält de Vries Nl. 366 Herkunft aus einer vorie. Substratsprache für erwägenswert. Redensartlich ins Kraut schießen ‘sich unkontrolliert entwickeln, ausbreiten’ (eigentlich ‘nur Blätter, keine Frucht bringen’); dagegen ist kein Kraut (‘Heilmittel’) gewachsen ‘dagegen hilft nichts, das ist nicht zu ändern’ (16. Jh.); das Kraut fett machen ‘viel, Wichtiges dazutun’ (17. Jh.), der macht’s Kraut auch nicht fett ‘der tut nicht viel dazu, ändert nicht viel’ (19. Jh.); wie Kraut und Rüben ‘durcheinander’ (17. Jh.). – Unkraut n. ‘für den Menschen nicht verwertbare Pflanze’, ahd. (9. Jh.), mhd. unkrūt. Sauerkraut n. ‘fein geschnittenes, mit Salz und Gewürz eingelegtes Weißkraut’ (16. Jh.). Kräuter Plur. ‘Gewürz- und Heilpflanzen’, in älterer Zeit auch singularisch mhd. krūt ‘Gewürz’ (Anfang 14. Jh.), frühnhd. Kraut ‘Heilpflanze’ (15. Jh.). krauten Vb. ‘Unkraut jäten’ (15. Jh.).
1792 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Krauten

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Krauten , verb. reg. act. das Kraut, d. i. allerley Gewächse mit Einschließung des Grases abschneiden, oder ausgräten. D…

  2. modern
    Dialekt
    krautenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

     krauten schw. : ' jäten ', kraude [ Don-Ulmbach ]. Südhess. III 1791 ; Rhein. IV 1438/39 .

  3. Sprichwörter
    Krauten

    Wander (Sprichwörter)

    Krauten 1. Jeder krautet in seinem eigenen Garten. Holl. : Ieder kruit in zijn' eigen' hof. ( Harrebomée, I, 453 a . ) 2…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krauten

4 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von krauten 2 Komponenten

kra+uten

krauten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

krauten als Zweitglied (2 von 2)

abkrauten

DWB

abkrauten , malam herbam delere, bei den winzern, das unkraut tilgen: den weinberg abkrauten.

bekrauten

DWB

bek·rauten

bekrauten , secare olera, das feld bekrauten, gebildet wie begrasen 3, depascere.

Ableitungen von krauten (2 von 2)

bekrauten

DWB

bekrauten , secare olera, das feld bekrauten, gebildet wie begrasen 3, depascere.

Verkrauten

Campe

Verkrauten , v. ntr . mit sein , zu Kraut, krautig werden. Die junge Saat ist ganz verkrautet. D. Verkrauten .