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Klüppel

mnd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Klüppel

Bd. 4, Sp. 818
Klüppel das Wort ist allg. lrhn. nur n. Mos (einschl.), rrhn. im kurköln. Teil von Neuw u. n. der berg. Süd-Grenze; südl. dieses grossen Geb. herrscht Knüppel [nur Kreuzn, Meis, Simm haben glibəl für eine besondere Bed. 1 b θ ι]; das hier geläufigste Wort, demgegenüber Kn. als neu aufgefasst wird, eingeführt durch die amtlichen Holzauktionen, ist Knewel; im Geb. von Kl. steht fast allg. Knüppel neben Kl. — Formen: Mosfrk glebəl, –i-; n. der Entrundungs-L. kløpəl [Selfk, OBerg hier u. da -y-], Pl. -əln, –ələ [SNfrk, Klevld -əlts], Demin. -əlχə(n), –əlkə, –əltjə m.: 1.a. starkes, ungespaltenes Stück Holz ohne Nebenzweige, bes. auch die geschälte Lohstange; en Kl. Holz; Herd-, Oəvekl. auf Mass geschnitten zum Anmachen des Herd- u. Ofenfeuers; neben dem Reiserholz sieht man auch gern en paar Kl.ə en de Schanze; mit Kl.ə werden schlecht fahrbare Stellen fahrbar gemacht; leg en paar Kl.ə üvver de Grave, dat mer drüvver fahre kann; Äppel met Kl.ə herafschmisse; der Kl. dient auch bei rohen Schlägereien u. zu andern wüsten Quälereien; mem Kl. drenschlage; mem Kl. kunn um zu schlagen; du häs wahl lang kene Kl. gefohlt; wart, de Kl. danz jetz op dir; enem en Kl. für de Ben schmisse, tösche (zwischen) de Ben hale Rip, Allg.; ech hauen der gleich en Kl. an de Seit! Koch. RA.: Du stehs do agewasse wie ene Kl. Holz so ungelenk bist du Monsch-Ruhrbg; stif wie en Kl. H. Rip, Allg.; Keəls wie de Kl.ə steif, roh Aach. De Kl. lett (liegt) bim Hong (Hunde) um ihn zu schlagen Sol, Köln; rohe Menschen werden bald gestraft; ne kodden (böser) H. muss ene Kl. han Köln-Stdt; wann mer nen H. schmite well, da mag des Kl.s leite (leicht) Sol. Wou Bire (Ness) se, sen och Kl.n (fir se ze werfen) wo Mädchen sind, sind auch Freier; wo ein Geschäft zu machen ist, gibt es Leute, die diese Gelegenheit ausnutzen Eif, Eusk. Dat Bützen (Küssen) on dat Lecken, dat göft hengeno (hintenach) noch all Kl.n on Stecken Mettm-Vohwinkel; de bütz, de leck; de Kl., de Steck! von denen, die vor der Ehe nicht zärtlich genug zueinander sein konnten u. in der Ehe sich prügeln Sieg-ODollend. Doə is döcks (oft) Kl.ke ut de Sack Streit Heinsb-Millen. Et rent (regnet) Kl.ə sehr stark Sieg-Ägid. He hat de Kl. om Bom ist aus allen Schwierigkeiten heraus Waldbr-Dattenf; den hot och schu munniche Kl. an (in) de Bam geschmass der allerhand versuchte, dem aber nichts geraten will Bitb-Seimerich. Ech ho ke Kl., fer drop (auf die Kuh) ze schlohn. Antw.: Da stech er alt e Fanger hanner eran! Bitb-Kyllbg. He es op de Arbeit, wie de Hungk (Hund) op der Kl. Köln-Stdt. We Vigel fänke well, darf net mat Kl.n draschlohn Bitb, — mem Kl. dernoh werfe Köln-Stdt; Vüəgel fengt me net met Kl.ə Heinsb-Karken. Et küəschen (könnten) er möt Kl.ə kenn beəter (besser) tesamegeschlage weərde wie die twiə die Eheleute passen sehr gut zusammen MGladb-Viersen. Dau mosst noch iwer de Kl. sprangen es wird dir noch schlecht gehen Bitb-NWeis. — Im Kindersp. Klöppelches sprenge über Kl. spr. Monsch-Witzerath; Kl.che kloppe Dür; Kl.(che) us jene Sack Aach, Sol (ut dem Sack); dorch jen hölze Kl.ə goəh Spiessruten laufen Aach-Walh. — b. bes. hergerichtete Kl. α. der Spazierstock, den man sich im Walde selbst zurechtgeschnitten hat; verächtl. auch vom gekauften, modernen Sp. [in Bitb von diesem nicht verächtl.] Allg. — β. Gerüsthebel Allg. — γ. Kl. im Rauchfang, an denen das Fleisch hängt Allg. — δ. Hebel, mit dem die Seilrolle gedreht wird; Bindstecken, zum Andrehen der Frachtseile, der Garbenbänder Allg. — ε. Flegelkolben May, Monsch, Prüm, Wippf, Aach-Horb. — ζ. der Holzschlägel des Hufschmiedes, des Steinmetzen Sieg, Dür-Drove, Eup-Raeren, Erk-Körrenz, Rees. — η. Trommelschlägel Allg. — θ. -ib- Stock zum Garn-, Wäscheklopfen Kreuzn, Simm; Färfkl. zum Umrühren der gefärbten Seide Kref. — ι. -ib- Glockenklöpfel Meis, Simm-Horn; -øp- Gummb. RA.: Der hengt em Rock (en der Jacke) wie der Kl. in der Klocken Gummb. — κ. Kl., an den Hals der weidenden Kuh gehängt, damit sie nicht so wild springt Allg. — 2. übertr. a. sachl. α. verächtl. plumper Schuh Mettm-Langenbg. — β. verächtl. Pl. Füsse, Beine, Finger, Arme, bes. wenn sie mager, ungelenk sind; dohn es (einmal) deng Kl.ə (Beine) onger dem Desch dann; de hät e Paar lang (stif) K.ə Rip, Allg.; de wirft äwel sen Kl. durchenän von einem, der lange Beine hat Bitb, Allg.; s. Futtkl. Finger. — γ. gern Demin. grösseres Franzebrötchen, Semmel, etwas grösser als ein gewöhnliches Milchbrötchen Monsch, Schleid, Eusk, Bo, Köln, Bergh, Dür, Jül, Aach. RA.: De Bäcker hät klene Verstand on kl. Kl.ə gesagt, wenn die Brötchen zu klein sind Dür. Bem (beim) Bäcker schreit dat Kl.che: Kl.che, wat es dich? De B., de petsch mich (nimmt zu wenig Teig)! Neckspr. gegenüber dem Bäcker Dür-Girbelsr. Ich wönsche üch Glöck op ühre Namensdag met em Kl. oder ach (8) on ne gode Kaffe bovvedrop, dann es der Honger on Duərsch gestopp! Namenstagswunsch Dür. — b. persönl. α. steifer, ungehobelter, ungeschickter, flegelhafter, ungefälliger, roher Mensch; ene Kl. van em Kerl; Burekl.; ene onbeholfene, stive, fule, domme Kl. Rip, Allg. — β. -ələ Pl. Neckn. derer von Rheinb-Flamersh. — Abl.: dat Geklöppels.
5182 Zeichen · 168 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    klüppelm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    klüppel (klüpel) , m. , Knüppel, Knittel. Vgl. knüppel. klüppelholt, ~ümmeganc.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    klüppelm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    klüppel , m. gleich klüpfel ( s. d. ), eig. die md. nd. form, die aber schon früh hd. erscheint; mnd. klupel, nnd. klüpp…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Klüppel

    Goethe-Wörterbuch

    Klüppel dialektal für Knüppel, armdickes Rundholz (zum Brückenbau) die Brücken [ an der Rhone ], die sehr bös, schwanken…

  4. modern
    Dialekt
    Klüppel

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Klüppel s. Klöppel.

  5. Sprichwörter
    Klüppel

    Wander (Sprichwörter)

    Klüppel 1. De Klüppel liet bim Rü'en. ( Iserlohn. ) – Woeste, 87, 123. Um Zwang zu bezeichnen. 2. Man hefft balde een kl…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klueppel

43 Bildungen · 42 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

klueppel‑ als Erstglied (30 von 42)

Klüppelberg

Meyers

klueppel·berg

Klüppelberg , Gemeinde im preuß. Regbez. Köln, Kreis Wipperfürth, an der Wipper, aus 138 Wohnplätzen bestehend, hat 3 evangelische und eine …

Klüppelchensjunge

RhWB

Klüppelchens-junge -jo·ŋ. Rip m.: Trommler; de ös beim Kammiss (Soldaten) Kl.

Klüppelchensmesse

RhWB

Klüppelchens-messe -mes Köln-Stdt f.: Pontifikalamt am Jahrestage des Amtsantrittes des Erzbischofes, wobei ein weiterer Stab den Jahresstäb…

klüppelein

DWB

kluppe·lein

klüppelein , n. stäbchen, in einer fränkischen schrift des 14. jh., aber gewiss noch später und für kluppe von bedeutung ( s. d. 4, b ): snî…

klüppeleisen

DWB

kluppe·leisen

klüppeleisen , n. md. für klüpfeleisen ( s. d. ): vor ein kluppeleisen 8 creuzer. Frankf. taxordnung 1623.

klüppelig

RhWB

klüppelig -ø- Sieg-Fussh Ägid , Mettm-Langenbg Adj.: plump, von Schuhen; ungeschickt, von Menschen.

Klüppelsarmee

RhWB

klueppel·s·armee

Klüppels-armee -armə·i. WEif f.: zum Teil mit Knüppeln u. Heugabeln bewaffnete Bauern, die sich im Oktober 1798 zwischen der Prüm u. Sauer z…

Klüppelsbohne

RhWB

klueppel·s·bohne

Klüppels-bohne (s. S.) Gummb , Wippf , Sieg-Scheiderhöhe , MülhRh , Sol-Steinbüchel , Düss , Mettm , lrhn. Malm-Grüffl , Bo , Köln , Bergh ,…

Klüppelsbutter

RhWB

klueppel·s·butter

Klüppels-butter -o- Prüm-N u. OLauch Dingd Winring , Daun-Hohenfels Berling Hinterw f.: 1. scherzh. Apfelmus. — 2. verächtl. Margarine Aden-…

Klüppelsholz

RhWB

klueppel·s·holz

Klüppels-holz (s. S.) -əl- Allg. m.: Knüttelholz, ungespaltenes Rundholz dünner Stämme u. Zweige, bes. bei Holzversteigerungen so genannt.

Klüppelsjungen

RhWB

klueppel·s·jungen

Klüppels-jungen -o- Berg Pl. t.: 1. die berg. Bauern im Aufstand gegen die Franzosen 1813, unter Führung von Schwamborn. — 2. ein Trupp jung…

Klüppelsklafter

RhWB

klueppel·s·klafter

Klüppels-klafter (s. S.) -əl- Bitb-Dudeld , Rheinb-Queckenbg , Sieg-ODollend n.: Holzklafter, in dem sich rundes, kein gespaltenes Holz befi…

Klüppelsmühle

RhWB

klueppel·s·muehle

Klüppels-mühle -ələmø·l. Dür-Geich f.: in der Wend.: De küt dorch de Kl. er muss Spiessruten laufen, erhält Prügel.

Klüppelsnocken

RhWBN

klueppel·s·nocken

Klüppels-nocken Mettm-Haan m.: einfacher vierkantiger N., der in der Wasserradachse festgekeilt wird.

Ableitungen von klueppel (1 von 1)

Klüppele

ElsWB

Klüppele [Klepələ Katzent. ; Klepl Wh. ] n. kleiner Klumpen, Haufen: e Kl. Nusse n 4 od. 5 Nüsse an einem Zweige; e K. Wälschkorn. ‘(Kefer) …

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Cotta, M. (2026). „klueppel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klueppel/rhwb
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Cotta, Marcel. „klueppel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klueppel/rhwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „klueppel". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klueppel/rhwb.
BibTeX
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