kläppern,
kleppern,
nebenform zu klappern,
wie kläffen
neben klaffen, kläppen
neben klappen,
auch die kläpper (
s. d.)
neben klapper
u. s. w.; es ist allen drei hauptmundarten eigen, wie klappern,
auch mhd. schon bei Megenberg kläppern
vom storche 175, 9
ff., kleppern
von schmiedearbeit u. ä. 227, 6,
sodasz an entlehnung aus dem nd. md. schwer zu denken ist (
s.klappern I,
c).
eigen dän. knäbbre
klappern (
s.knappen a. e.). 11)
Klappern u. ä. 1@aa)
clatrare, cleppern,
md. Dief. 125
c (
s. clatria
sp. 965
unten)
; croculare, gloculare (
von störchen) klepperen, kleperen
das. 159
a. 265
c;
stridor zenklepprung 556
a; da kleppert sich der storke. Uhland
volksl. 682 (
das sich
wie bei sprach sich
u. ä.),
so vom storche noch ostfries. Stürenb. 110
b,
auch nl. klepperen; und kam gangen für den keller (
um wein zu holen), klepperte mit der kanten sehr (
um sich zu melden).
Peter Lewe, weimar. jahrb. 6, 457, treib (
über tische) mit dem messer klepperns vil. Scheit
grob. M 3
b;
das klepperen
der mühle Garg. 161
a (298
Sch.); die pflasterer, die bis zum letzten augenblicke gekläppert haben, packen ihr werkzeug auf (
beim beginn des carnevals in Rom). Göthe 29, 237,
das klopfen auf den steinen. noch östr. bair. kleppern (
kärnt. besonders vom mühlengeklapper),
während klappern
da zu fehlen scheint; auch schwäb. (
z. b. mit dem thürklopfer),
schweiz., hier mit einem dem. klepperlen,
z. b. von einem lockeren hufeisen Stalder 2, 106 (
vgl.kläpperlen plappern).
im md. gebiete, z. b. thür., sächs., gilt es als verkleinertes klappern,
z. b. mit den tassen kläppern;
s. dazu 3. 1@bb)
kläppernd laufen. so vom trabenden pferde, wie klappern,
an klepper
angelehnt (
s. dort): das klepperen und trappen der rossen,
quadrupedans sonitus. Maaler 245
d,
er stellt es unter klepper; die reuterei klepperte mit ihren .. pferden über das hohe weingebürg. Abele
unordn. 3, 35; ein klepperndes pferd, dessen gang müdigkeit ankündigte, liesz sich vernehmen. Tieck
novellenkranz 1, 4.
es heiszt ein reiter, ein wagen, ein pferd kläpperte durch die stadt, ein pferd kam hinter uns her gekläppert,
besonders vom langsamen trappen wo die einzelnen klappe der hufe hörbar werden (
s. 3).
Auch von menschen, z. b. wer müde ist kläppert übers pflaster, durch die stadt (
minutis gressibus procedere Serz 105
b); ich bin den ganzen tag herumgekläppert (
während sonst haben
das perf. bildet),
vgl.Klepperfusz
als personenname am Oberrhein i. j. 1471 Mones
anz. 5, 388,
der wol einen hinkenden meint (
ebenso Blepperfusz
das.),
s. dazu knappen 6.
Aus Posen gibt Bernd 127 kleppern
laufen; vgl. nd. kleppen
hurtig laufen, nâ kleppen
nacheilen, klepperske
f. ein weib das sich zu tummeln weisz (
brem. wb. 2, 803);
studentisch kleppen
reiten, eine spritzfahrt machen Vollmann
bursch. wb., diesz vielleicht erst von klepper. 1@cc)
in einer besondern anwendung kleppern
quirlen, zerquirlen, mit dem rührlöffel schlagen Weigand 1, 594,
der es als md. gibt, mrhein. Kehrein 228;
es ist aber auch schwäb. (verkleppern
verrühren, z. b. eier) Schmid 316,
fränkisch Schmeller 2, 360, Reinwald 1, 80 (
hier auch klöpern,
s.klappern I,
d).
doch wol vom klappenden anschlagen des quirls an den topf, vgl.: dasz er mit dem stempel im mörser herumb kleppert.
gespenst 12. 1@dd)
trans., das wild mit klappern aus dem dickicht treiben: da wird er (
der fuchs) gekläppert, wenn er im dickicht steckt.
gartenlaube 1858
nr. 23
s. 335
a. 1@ee)
besondere hervorhebung verdient kleppern
gleich klimpern,
bair. schwäb. schweiz., z. b. mit geld: schlug ihn (
den guldenthaler) auf den tisch, dasz es kläpperte.
Simpl. 2, 283 (
vogeln. 1, 11),
vgl. Arnim
sp. 973;
daher volksm. das kläppert (klimpert) nicht,
bringt kein baar geld ein, ist nicht einträglich ( Adelung).
vgl. dazu kleppen
klingen, läuten unter kläppen,
auch klappen
klingen sp. 962
unten. 22)
Plappern, wie kläffern, klappern 2: daher entstand viel disputirens, schwetzens und hetzens, tadern und schaderns, kleppern und schnepperen.
eselkönig 219; grobe untugende, als da sind schweren, fluchen, afterreden, liegen, triegen, kleppern, unzüchtige wort. Freder
lob u. unsch. der frauen (1573); schnatterten, tadderten, kläpperten und schnäbelten zusammen, wie die vögel wann sie dem garn entwischen. Fischart
Garg. 149
a,
s. dazu klappern II, 2,
e. vgl. klätschern. 33)
Ein eigner gebrauch besteht in mitteld. mundarten, für langsam, mehr spielend arbeiten u. ä., sodasz auch hier, wie 1,
a a. e., kläppern
mit dem umlaut ein verkleinertes klappern
darstellt; s. ebenso klippern. 3@aa)
in Sachsen, Thüringen z. b. sagt man: ich hatte nicht lust zum arbeiten und habe nur so ein biszchen gekläppert;
am sonntag morgen wird in der werkstatt ein biszchen gekläppert,
tändelnd, '
busselnd'
gearbeitet, kleine nebenarbeit gemacht. diesz von dem mehr spielenden kleinen klappen des werkzeugs anstatt des entschiednen klangs am werkeltage; man braucht es aber auch von arbeit aller art, s. klappern II, 1,
l und das schweiz. täpperen
dort, ebenso klempern 2,
mrh. klettern,
nrh. klötern, knostern,
immer mit derselben auffassung. Gleichen ursprung hat vielleicht schweiz. klapen
langsam und lässig arbeiten (klâp, klêp
f. mädchen das im hauswesen so arbeitet)
bei Stalder,
vgl. schwed. klpa
stümpern, pfuschen, klpare
pfuscher, dial. klp
m. Rietz 330
a;
zur form s. klappern I,
d. 3@bb)
ähnlich unpers. von einem handelsgeschäft, einer druckerei u. ä.: es geht nicht gut, es kläppert nur so;
von einer einzahlung die gelder gehen langsam ein, es kläppert nur,
auch es geht kläpperig, kläpprig (damit), es ist eine kläpperei (
in anderem sinne unter 1,
e).
das kann entlehnt sein von einem wagen der sich mühsam fortbewegt nicht mit jenem zusammenhangenden gerassel, sondern mit einzelnem klappern; auch dieser 'kläppert so hin'
und heiszt eine kläpperfuhre,
womit man auch überhaupt ein fuhrwerk oder eine fahrt verächtlich bezeichnet; auch eine mühle, die nicht genug wasser oder wind hat, kläppert nur, geht kläpperig
und heiszt eine kläppermühle (
vgl. klappermühle 1),
die einzelnen klappe folgen träge zögernd aufeinander. daher bildlich sich durchkleppern (
s. d.),
von mühsamem auskommen im leben, es ist auch sächs., thür. 3@cc)
der begriff des kleinen, allmälichen ist auch in kläpperschuld,
gewöhnlich im pl. kläpperschulden,
schulden die sich nach und nach aus kleinigkeiten sammelten: ich hab alles bezahlt bis uf e paar klepperschulde. E. Streff
des burschen heimkehr s. 41 (
rheinhessisch)
; auch thür., sächs., wo aber läpperschulden
gewöhnlicher ist, vergl. auch kleckschulden, klitterschulden;
nordd. klapperschulden,
z. b. märkisch Danneil 102
b.
es heiszt auch sein geld verkläppern,
in kleinlichem treiben einzeln verthun, wie verklippern, verläppern, verklämpern, verklittern,
bair. verschnackeln.