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kläppern

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kläppern

Bd. 11, Sp. 975
kläppern, kleppern, nebenform zu klappern, wie kläffen neben klaffen, kläppen neben klappen, auch die kläpper (s. d.) neben klapper u. s. w.; es ist allen drei hauptmundarten eigen, wie klappern, auch mhd. schon bei Megenberg kläppern vom storche 175, 9 ff., kleppern von schmiedearbeit u. ä. 227, 6, sodasz an entlehnung aus dem nd. md. schwer zu denken ist (s.klappern I, c). eigenn. knäbbre klappern (s.knappen a. e.). 11) Klappern u. ä. 1@aa) clatrare, cleppern, md. Dief. 125c (s. clatria sp. 965 unten); croculare, gloculare (von störchen) klepperen, kleperen das. 159a. 265c; stridor zenklepprung 556a; da kleppert sich der storke. Uhland volksl. 682 (das sich wie bei sprach sich u. ä.), so vom storche noch ostfries. Stürenb. 110b, auch nl. klepperen; und kam gangen für den keller (um wein zu holen), klepperte mit der kanten sehr (um sich zu melden). Peter Lewe, weimar. jahrb. 6, 457, treib (über tische) mit dem messer klepperns vil. Scheit grob. M 3b; das klepperen der mühle Garg. 161a (298 Sch.); die pflasterer, die bis zum letzten augenblicke gekläppert haben, packen ihr werkzeug auf (beim beginn des carnevals in Rom). Göthe 29, 237, das klopfen auf den steinen. noch östr. bair. kleppern (kärnt. besonders vom mühlengeklapper), während klappern da zu fehlen scheint; auch schwäb. (z. b. mit dem thürklopfer), schweiz., hier mit einem dem. klepperlen, z. b. von einem lockeren hufeisen Stalder 2, 106 (vgl.kläpperlen plappern). im md. gebiete, z. b. thür., sächs., gilt es als verkleinertes klappern, z. b. mit den tassen kläppern; s. dazu 3. 1@bb) kläppernd laufen. so vom trabenden pferde, wie klappern, an klepper angelehnt (s. dort): das klepperen und trappen der rossen, quadrupedans sonitus. Maaler 245d, er stellt es unter klepper; die reuterei klepperte mit ihren .. pferden über das hohe weingebürg. Abele unordn. 3, 35; ein klepperndes pferd, dessen gang müdigkeit ankündigte, liesz sich vernehmen. Tieck novellenkranz 1, 4. es heiszt ein reiter, ein wagen, ein pferd kläpperte durch die stadt, ein pferd kam hinter uns her gekläppert, besonders vom langsamen trappen wo die einzelnen klappe der hufe hörbar werden (s. 3). Auch von menschen, z. b. wer müde ist kläppert übers pflaster, durch die stadt (minutis gressibus procedere Serz 105b); ich bin den ganzen tag herumgekläppert (während sonst haben das perf. bildet), vgl.Klepperfusz als personenname am Oberrhein i. j. 1471 Mones anz. 5, 388, der wol einen hinkenden meint (ebenso Blepperfusz das.), s. dazu knappen 6. Aus Posen gibt Bernd 127 kleppern laufen; vgl. nd. kleppen hurtig laufen, nâ kleppen nacheilen, klepperske f. ein weib das sich zu tummeln weisz (brem. wb. 2, 803); studentisch kleppen reiten, eine spritzfahrt machen Vollmann bursch. wb., diesz vielleicht erst von klepper. 1@cc) in einer besondern anwendung kleppern quirlen, zerquirlen, mit dem rührlöffel schlagen Weigand 1, 594, der es als md. gibt, mrhein. Kehrein 228; es ist aber auch schwäb. (verkleppern verrühren, z. b. eier) Schmid 316, fränkisch Schmeller 2, 360, Reinwald 1, 80 (hier auch klöpern, s.klappern I, d). doch wol vom klappenden anschlagen des quirls an den topf, vgl.: dasz er mit dem stempel im mörser herumb kleppert. gespenst 12. 1@dd) trans., das wild mit klappern aus dem dickicht treiben: da wird er (der fuchs) gekläppert, wenn er im dickicht steckt. gartenlaube 1858 nr. 23 s. 335a. 1@ee) besondere hervorhebung verdient kleppern gleich klimpern, bair. schwäb. schweiz., z. b. mit geld: schlug ihn (den guldenthaler) auf den tisch, dasz es kläpperte. Simpl. 2, 283 (vogeln. 1, 11), vgl. Arnim sp. 973; daher volksm. das kläppert (klimpert) nicht, bringt kein baar geld ein, ist nicht einträglich ( Adelung). vgl. dazu kleppen klingen, läuten unter kläppen, auch klappen klingen sp. 962 unten. 22) Plappern, wie kläffern, klappern 2: daher entstand viel disputirens, schwetzens und hetzens, tadern und schaderns, kleppern und schnepperen. eselkönig 219; grobe untugende, als da sind schweren, fluchen, afterreden, liegen, triegen, kleppern, unzüchtige wort. Freder lob u. unsch. der frauen (1573); schnatterten, tadderten, kläpperten und schnäbelten zusammen, wie die vögel wann sie dem garn entwischen. Fischart Garg. 149a, s. dazu klappern II, 2, e. vgl. klätschern. 33) Ein eigner gebrauch besteht in mitteld. mundarten, für langsam, mehr spielend arbeiten u. ä., sodasz auch hier, wie 1, a a. e., kläppern mit dem umlaut ein verkleinertes klappern darstellt; s. ebenso klippern. 3@aa) in Sachsen, Thüringen z. b. sagt man: ich hatte nicht lust zum arbeiten und habe nur so ein biszchen gekläppert; am sonntag morgen wird in der werkstatt ein biszchen gekläppert, tändelnd, 'busselnd' gearbeitet, kleine nebenarbeit gemacht. diesz von dem mehr spielenden kleinen klappen des werkzeugs anstatt des entschiednen klangs am werkeltage; man braucht es aber auch von arbeit aller art, s. klappern II, 1, l und das schweiz. täpperen dort, ebenso klempern 2, mrh. klettern, nrh. klötern, knostern, immer mit derselben auffassung. Gleichen ursprung hat vielleicht schweiz. klapen langsam und lässig arbeiten (klâp, klêp f. mädchen das im hauswesen so arbeitet) bei Stalder, vgl. schwed. klpa stümpern, pfuschen, klpare pfuscher, dial. klp m. Rietz 330a; zur form s. klappern I, d. 3@bb) ähnlich unpers. von einem handelsgeschäft, einer druckerei u. ä.: es geht nicht gut, es kläppert nur so; von einer einzahlung die gelder gehen langsam ein, es kläppert nur, auch es geht kläpperig, kläpprig (damit), es ist eine kläpperei (in anderem sinne unter 1, e). das kann entlehnt sein von einem wagen der sich mühsam fortbewegt nicht mit jenem zusammenhangenden gerassel, sondern mit einzelnem klappern; auch dieser 'kläppert so hin' und heiszt eine kläpperfuhre, womit man auch überhaupt ein fuhrwerk oder eine fahrt verächtlich bezeichnet; auch eine mühle, die nicht genug wasser oder wind hat, kläppert nur, geht kläpperig und heiszt eine kläppermühle (vgl. klappermühle 1), die einzelnen klappe folgen träge zögernd aufeinander. daher bildlich sich durchkleppern (s. d.), von mühsamem auskommen im leben, es ist auch sächs., thür. 3@cc) der begriff des kleinen, allmälichen ist auch in kläpperschuld, gewöhnlich im pl. kläpperschulden, schulden die sich nach und nach aus kleinigkeiten sammelten: ich hab alles bezahlt bis uf e paar klepperschulde. E. Streff des burschen heimkehr s. 41 (rheinhessisch); auch thür., sächs., wo aber läpperschulden gewöhnlicher ist, vergl. auch kleckschulden, klitterschulden; nordd. klapperschulden, z. b. märkisch Danneil 102b. es heiszt auch sein geld verkläppern, in kleinlichem treiben einzeln verthun, wie verklippern, verläppern, verklämpern, verklittern, bair. verschnackeln.
6810 Zeichen · 178 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kläppern

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kläppern , kleppern , nebenform zu klappern, wie kläffen neben klaffen, kläppen neben klappen, auch die kläpper ( s. d. …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kläppern

    Goethe-Wörterbuch

    kläppern Pflastersteine klopfen, hämmern Die Pflasterer, die .. gekläppert haben, packen ihr Werkzeug auf 32,231,25 ItR …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klaeppern

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von klaeppern 2 Komponenten

klapp+ern

klaeppern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von klaeppern (1 von 1)

verkläppern

PfWB

ver-kläppern schw. : 1. 'schlagend verrühren '; rohe Eier in Woiⁿ veʳkläppere [NW-Ellstdt, verbr.]. Doch halt mol, Fraa! Des darf jo net sei…

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APA
Cotta, M. (2026). „klaeppern". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klaeppern/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „klaeppern". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klaeppern/dwb. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „klaeppern". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klaeppern/dwb.
BibTeX
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