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Kell

ahd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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3 in 3 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Kell f.

Bd. 4, Sp. 216
Wossidia Kell f. 1. Schöpf-, Füllöffel, früher aus Holz geschnitzt: ät du man weg, so as 't de Kell füllt zum leckeren Kinde RoRostock@KlockenhagenKlock; du ettst, wat de Kell gifft (langt) PaParchim@DobbertinDobb; zu einem neugierigen Kinde: kik in de Kœk, Honnig is in schäten, Hest mit Kellen un Läpel utäten StaStargard@SchönbeckSchönb; Rda. für angebrannte Speisen: de Hund is mit de Kell weglopen es ist nicht umgerührt worden Gü; wird anstelle eines Mäusers (Stampfers) zum Quetschen der Kartoffeln benutzt, an sich schon ein Behelf; wird diese Arbeit noch obenhin ausgeführt, so kommt es zur Rda.: sei gifft dei Tüffel einen mit dei Kell int Gnick HaHagenow@LankLank; eine besondere Kelle über den Wassereimern diente zum Wasserschöpfen oder auch wohl zum Trinken: Durick, Purick, Päpergesell, Gah nah de Kœk un drink ut de Kell Wo. V. 4, 360; Abzählreim: Abel un Babel dee güngen in 'n Goorn, Wulln wat lihren, bokstabieren, Een mit 'n Läpel, een mit de Kellen, Dat wiren beid' 'n poor Snidergesellen 1026 a. Zeichen der Herrschaft der Bauernfrau; von der Altenteilerin sagt man: sei hett dei Kell afgäben (1931) HaHagenow@BelschBelsch. Zur Austköst wird der Köchin eine große Holzkelle gestiftet, die darf sie beim Tanz auf dem Puckel der Knechte zerschlagen Meckl. Tageszeit. 10. 5. 1925; denselben Vorgang beim Rückelrei beschreibt Babst Fest 11. Beim Schweineschlachten soll man kurz vor dem Verrecken den Schinken mit der Kelle schlagen, dann wird er recht mürbe HaHagenow@LankLank, oder vör 'n Noors, dann wird das Fleisch besser gar PaParchim@BurowBur; auch mit der geschlachteten Kuh verfährt man so (1885) WiWismar@PoelPoel. Aberglaube: eine schwangere Frau darf nicht mit der Kelle das Essen probieren, sonst bekommt das Kind einen großen Mund HaHagenow@LoosenLoos; Kindern, die ausnahmsweise groß zu werden scheinen, soll man dreimal stillschweigend mit der Kelle auf den Kopf hauen (1929) RoRostock@DierhagenDierh. Vom ländlichen Arbeiter geschnitzt, zum Verkauf in der Stadt gebündelt: 'drüthalff hölten Kellen' (Ro 1711) Kohf. Hg. 8, 2. 2. Schöpfkelle zum Ausschöpfen des Bootes, anstelle des Ös'fatt. 3. Maurerkelle: dei Kell int Water smiten den Maurerberuf aufgeben LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch. 4. Kurbelstange des Spinnrades Sta. 5. Treibstock beim Kulsœg'- und Schläger beim Schlagballspiel. 6. Zss.: Botter-, Fauder-, Füll-, Greeben-, Grütt-, Klor-, Muer-, Pick-, Ris-, Schü-, Suwer-, Teer-, Water-, Wittenskell; Schottkell (Gepäckklappe hinten am Wagen). — Mnd. kelle. — Br. Wb. 2, 757; Dä. 223b; Kü. 2, 98; Me. 3, 91.
2398 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kell

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    kellariAWB m. ja-St., seit dem 9. Jh. in Gl. und bei N: ‚Vorratsraum, Aufbewahrungsort, Laderaum; apotheca, cellarium, p…

  2. modern
    Dialekt
    Kellf.

    Lothringisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Kell [khèl Schw. ; khelə Ri. Hom. Ha. ] f. ( Ha. m. ) Kelle des Maurers. — els. 1, 430 . s. a. Truffel.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kell

569 Bildungen · 564 Erstglied · 2 Zweitglied · 3 Ableitungen

kell‑ als Erstglied (30 von 564)

kella 1 und häufiger

KöblerAfries

kella 1 und häufiger , sw. V. (1) nhd. nennen ne. call (V.) Hw.: s. kaltia; vgl. an. kalla, ae. ceallian, ahd. kallōn*, mnl. callen E.: s. g…

këllære

Lexer

kell·aere

këllære , këller stm. BMZ kellermeister Osw. Roseng. Meuseb. 932. Beh. 69,21. Narr. 81,10. keller, cellarius Voc. 1482, kelder Dfg. 111 a ; …

këllærinne

Lexer

kella·rinne

këllærinne , këllerîn stf. cellaria, cellatrix Voc. 1482 ; hausmagd Chr. 8. 213,3. 7. Kell. 87,15. erz. 111,16 ; kindsmagd Ga. 1. 285, 70. 2…

Kellamt

Idiotikon

kell·amt

Kellamt Band 1, Spalte 243 Kellamt 1,243 o.

kellarfaz

AWB

kellarfaz st. n. — Graff III,731. chell-er-faz: acc. pl. Npgl 83,3; -ir-: dass. 1. Faß zum Einkellern des Weines: in einem Bilde: christiani…

kellâri

AWB

kell·ari

kellâri , -eri st. m. , mhd. nhd. keller; mnd. keller, mnl. kelre; an. kjallari; aus lat. cellarium. — Graff IV,390. chellar-: nom. sg. -i G…

Kellberg

Meyers

kell·berg

Kellberg , Dorf im bayr. Regbez. Niederbayern, Bezirksamt Passau, hat eine uralte kath. Kirche, Papierfabrik, Stahlquelle mit Badeanstalt un…

Kellbestich

PfWB

kell·bestich

Kell-bestich m. : ' rauher, nicht geglätteter Vorputz ', Kellbestich [ NW-Frankeck ]. — Der erste Wortteil zu Kelle .

kelle

FWB

1. ›Schöpflöffel, Schöpfgerät mit langem Stiel, Honiglöffel des Bienenzeidlers‹.; 2. ›Werkzeug des Maurers zum Auftragen des Mörtels‹.

kellebrāde

KöblerMnd

kellebrāde , F. Vw.: s. kēlebrāde

Kelle I

RhWB

kel·lei

Kelle I kęl, Pl. -lə Saarbr f.: flacher, spatenförmiger Kalklöffel, Mauer-, Speisk.; sonst Traufel (s. d.).

Kelle, Johann

Meyers

kelle·johann

Kelle, Johann , Germanist, geb. 15. März 1829 in Regensburg, lebt in Prag, wo er seit 1857 als Professor der deutschen Sprache und Literatur…

Kelle, Joh. (v.)

DWBQVZ

--- geschichte der deutschen litteratur von der ältesten zeit bis zur mitte des elften jahrhunderts. (2: bis zum dreizehnten jahrhundert). B…

Kelleks

Meyers

Kelleks ( Killaak ), luftgefüllte Schläuche aus Fellen, deren sich die Assyrer und andre Völker bedienten, um über Flüsse zu setzen, wie die…

kellelein

DWB

kelle·lein

kellelein , n. kleine kelle: pflasterkellele, rutellum. Maaler 317 d . ein ahd. chellili s. unter kelle 3, c.

kellelǖde

KöblerMnd

kellelǖde , Pl. nhd. „Kelleleute“, Maurer (Pl.) E.: s. kelle, lǖde (1) L.: MndHwb 2, 535 (kelleman/kellǖde) Son.: langes ü

kelleman

MNWB

kell·eman

kelleman ( Plur. auch kel-lü̑de ), m. , gelernter Maurer.

kellen

DWB

kel·len

kellen , frieren, ein seltnes und merkwürdiges wort. 1 1) die reben waren erkollen ( erfroren ), also das wening wins wart. Stolle thür. chr…

kellen1

MeckWB

kellen 1 mit der Kelle schöpfen: ward nicks kellt, ward all' mit 'n Läpel äten Ro Warn ; Mi 40 a . — Dä. 224 a .

kellen2

MeckWB

kellen 2 , killen quälen, Schmerz, Qual bereiten, weh tun; vom schmerzhaften Gefühl in Händen und Füßen, wenn sie kalt werden: 'Und wol syne…

kellenâri

AWB

kellen·ari

kellenâri st. m. , mhd. kelnære, kelner, nhd. kellner; mnd. kelnêr(e), mnl. kelnare; afries. kelner; aus mlat. cellenarius . — Graff IV,390.…

Kellendanz

MeckWB

kellen·danz

Kellendanz m. einer der Haupttänze der Bauernhochzeit: 'die Hauptköchin des Hochzeitsschmauses steht mit einer großen Kelle am Tisch, und je…

Kellenhusen

Meyers

kellen·husen

Kellenhusen , Dorf im preuß. Regbez. Schleswig, Kreis Oldenburg, an der Ostsee, hat ein Seebad und (1900) 290 Einw.

kell als Zweitglied (2 von 2)

gekell

KöblerMnd

*ge·kell

*gekell , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s un-* E.: s. ge, kellæren*

Geitkell

MeckWBN

geit·kell

Wossidia Geitkell f. a. Spr. Gießkelle, im Eisenwerk: '2 gießkellen' (1576) C. Cordsh. Neust. 280.

Ableitungen von kell (3 von 3)

erkellen

KöblerMhd

erkellen , st. F. nhd. „sich erkälten“, erfrieren Q.: LexerHW (4. Viertel 15. Jh.) E.: s. er, kellen L.: Lexer 46a (erkellen), LexerN 3, 157…

gekelle

Lexer

ge-kelle stn. BMZ lautes reden, geschwätz Gen. (kallen D. 73,16).

kelle

DWB

kelle , f. ein schöpfgefäsz mit stiel, aber auch mit andern verwandten bedeutungen. ahd. chella und chellâ ( stark und schwach ) trulla, cra…