kegeln , 11)
kegelschieben, nnl. kegelen,
mhd. kegelen (
gramm. 2, 115), 'kegeln
pyramisare'
glosse des 15.
jh. bei Mone 7, 301
b,
pyraminare kegelen
gemma gemm. Str. 1518 T 3
a,
früher auch kögeln,
wie kögel: also will sich ider (
in den städten) dem andern genöszen (
an pracht), er gewins mit kegeln oder mit pöszen, mit porgen oder furkaufen. Rosenblüt
in den fastn. sp. 1132; in etlichen landen kegelt man mit stecken wie man in unsern landen mit kugeln kegelt. Pauli
sch. u. e. (1546) 83; es waren auch aufgeworfen funf klainater (
gewinne), darumb gemain gesellen kegeleten, welcher in drei würfen am maisten kegel warf, der gewan das best (
den ersten preis) und ain baur von Menchingen warf siben kigel in drei würfen,
so erzählt von einem freudenschieszen i. j. 1470
eine Augsburger chron. bei Hormayr
taschenbuch zur vaterl. gesch. 1834
s. 143.
sprichwörtlich: wer keiglen (
so) will, der selb ufsetz. Brant
narr. 68, 8,
d. i. '
der musz geld aufsetzen',
wagen, s. Zarnckes
anm.; wer keglen will, muosz aufsetzen. S.
Frank, '
er musz es wagen'
erklärt Agricola
sprichw. no. 120
das aufsetzen; weil sie wöllen nunir keglen thun, so müssen sie aufsetzen.
Ambr. liederb. 229, 25;
schwäb. wie man aufsetzt, so kegelt man,
jeder macht sich selbst sein schicksal, vgl. Schmeller
gramm. s. 511,
hier doch vom aufsetzen
der kegel. von einer kirchweih bei Nürnberg: ich gieng und schawt den kugelplatz, da hieng ein rotes hostuch bei (
gewöhnlicher preis), da setzten sie oft zwen an drei. ich gedacht mir, ob disem kegeln werden sie noch einander flegeln. H. Sachs 1, 530
a (1590 397
a); des dein harschober (
schopf) ungefär gar köstlich zu arswischen wär und dein kopf darmit zu kegeln.
höhnendes klopfan, weim. jahrb. 2, 120 sungen, jauchzeten, kögelten, danzeten. Fischart
Garg. 193 (
Sch. 356); sich an einem stücke pöckelfleisch satt essen, eine kanne dukstein darauf setzen und nach der mahlzeit zur nöthigen leibesbewegung eins kegeln.
briefe die neueste litt. betr. 14, 205; mit 24pfündern nach regimentern kegeln. Lichtenberg 4, 232,
wie nach den kegeln schieben; mit den philosophen, wie sie wissen, kann man jetzt nur in der karte spielen und mit den poeten, wie ich höre, nur kegeln. denn man sagt dasz Kotzebue .. dieses einzige gesellschaftliche vergnügen hier genossen habe. Schiller
an Göthe 608; Harprecht kegelte mit saitenrollen aus der einen hand in die andere. J. Paul,
warf die rollen wie kegel hin und her, wenn es nicht von kegel 9,
a gemeint ist, also das werfen der klöppelhölzer beim klöppeln. es heiszt auch bosseln (2, 265), boszen (2, 269),
mhd. bôʒen,
und kugeln. 22)
das volk sagt vom donner, sie kegeln droben, die engel kegeln, Petrus kegelt,
so z. b. im Elsasz, in Schwaben (der liebe gott schiebt kegel
in Leipzig),
s. E. Meier
schwäb. sagen 259. 260;
und wenn der donnerkeil,
donnerstein auch teufelskegel
heiszt, so bezeichnet das vielleicht eigentlich den blitz als einen vom himmlischen kegeln des Donar heruntergefallenen oder geschleuderten kegel. vielleicht ist der kegelstein
dasselbe. 33)
auch vom kegel sagt man, dasz er kegelt,
umpurzelt: er stürzte und kegelte den berg hinunter;
schweiz. umkegeln,
wie ein kegel umfallen Stalder 2, 93,
auch sächs., daher in Leipzig kegelpurz (
statt kökelpurz)
purzelbaum. 44)
bei Voss
ein part. gekegelt,
mit einem helmkegel versehen hieb dann im schwunge den helm, den gekegelten.
Il.