Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
karden
karden
Kardendistel f., verdeutlichend für älteres Karde f. Weberdistel, ahd. carta f., carto m. (9. Jh.), mhd. karte, asächs. carda, mnd. kārde, mnl. carde, caerde, nl. kaard(e); vgl. auch kartistel (15. Jh.). Zugrunde liegt (vielleicht vermittelt über vlat. *carda Plur.?) spätlat. cardo m., lat. card(u)us m. ‘Distel’ (zu lat. carrere ‘Wolle krempeln’). Der Übergang von lat. -d- zu ahd. -t- weist aus, daß der Entlehnungsvorgang vor der zweiten Lautverschiebung erfolgte. Der Wandel wird allerdings unter dem Einfluß der Wollverarbeitungsindustrie wieder rückgängig gemacht unter Anlehnung an mlat. cardus, ital. cardo, mfrz. frz. carde, mnl. carde, caerde, nl. kaard(e). Die stacheligen Blütenköpfe werden zum Krempeln der Wollfäden benutzt, daher bereits mhd. karte ‘Wollkamm’, möglicherweise über entsprechendes ital. cardo? karden Vb. ‘mit der Wollkratze aufrauhen’, karten (14. Jh.). – Auf von ital. cardo abgeleitetem ital. cardeggiare beruht kardätschen Vb. ‘Wolle kämmen, striegeln’ (Anfang 17. Jh.) und die Gerätebezeichnung Kardätsche f. ‘Wollkamm, Pferdestriegel, Drahtbürste’ (16. Jh.).