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Kāland

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
4 in 4 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Kāland

Bd. 2, Sp. 1465
Der Kāland, des -es, plur. die -e, ein im Hochdeutschen größten Theils veraltetes Wort, welches ehedem in folgenden Bedeutungen üblich war. 1) Eine Brüderschaft andächtiger Personen, welche im 13ten Jahrhunderte an vielen Orten entstand, sich aber bald mehr durch Schwelgerey und üppiges Schmausen, als durch ihre Andacht, bekannt machte. Die Glieder dieser Gesellschaft hießen Kalandsbrüder, und wenn sie Geistliche waren, Kalandsherren. 2) Die Versammlung der Glieder dieser Gesellschaft zu gewissen Zeiten, anfänglich zur gemeinschaftlichen Andacht, nachmahls aber nur zum Schmausen und Wohlleben, daher mit der Zeit eine jede feyerliche Versammlung mehrerer mit einander in Verbindung stehender Personen ein Kaland genannt[] wurde. Im Schleßwigischen und einigen andern Niedersächsischen Gegenden, führet daher noch jetzt die jährliche Versammlung der Geistlichen den Nahmen des Kalandes, dagegen man in andern Niedersächsischen Orten einen jeden üppigen Schmaus mit diesem Nahmen zu belegen pfleget. 3) Das Haus, worin sich eine solche Brüderschaft oder Gesellschaft versammelte, welches sonst auch das Kalandshaus, und wenn es von einem beträchtlichen Umfange war, der Kalandshof genannt wurde, welchen letztern Nahmen jetzt das Stadtgefängniß in Berlin führet, weil es ehedem der Kalandsgesellschaft gehörete. Anm. Frischens Ableitung von dem Nieders. Kalant, ein Kundmann, ein Handelsfreund, und vielleicht in der ersten Bedeutung ein Freund überhaupt, Franz. Chaland, ist dem ersten Anscheine nach wahrscheinlich, zumahl da auch in den Monseeischen Glossen Kalangero durch Verwandtschaft erkläret wird. Kaland würde alsdann eigentlich eine freundschaftliche Verbindung, eine Brüderschaft, bedeuten. Allein, wenn man bedenket, daß dieses Wort schon einige Jahrhunderte eher als es in Deutschland üblich wurde, in den auswärtigen Ländern vorkommt, so behält die gemeinste Meinung, welche es von dem Lat. Calendae abstammen lässet, immer noch den Vorzug. Schon im eilften Jahrhunderte ist Kalendae in Frankreich die Versammlung der Geistlichkeit eines Sprengels, weil sie allemahl den ersten Tag jedes Monathes, singulis Kalendis mensium, geschahe. Mehrere Beyspiele führet Du Fresne bey diesem Worte an. Die Kalandsbrüder versammelten sich anfänglich gleichfalls zu Anfange eines jeden Monathes, ob sie gleich nachmahls andere Zeiten, und zwar gemeiniglich die hohen Feste dazu wähleten. S. Kalendern.
2416 Zeichen · 19 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kāland

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Kāland , des -es, plur. die -e, ein im Hochdeutschen größten Theils veraltetes Wort, welches ehedem in folgenden Bed…

  2. modern
    Dialekt
    Kalandm.

    Mecklenburgisches Wb.

    Kaland m. 1. ursprünglich eine religiöse Genossenschaft, die sich in den ersten Tagen des Monats, lat. calendae, versamm…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kaland

15 Bildungen · 12 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von kaland 2 Komponenten

kal+and

kaland setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kaland‑ als Erstglied (12 von 12)

kalandbruder

DWB

kaland·bruder

kalandsbruder , kalandbruder , m. mitglied eines kaland, auch kalandsbuhle, nollbruder genannt. weitere zusammensetzungen kalandsfest, kalan…

kalander

DWB

kalan·der

kalander , m. kornwurm, besonders in der gerste, curculio granarius, auch galander, klander, glander; nl. kalander Kil., franz. calandre. au…

kalandern

DWB

kaland·ern

kalandern , zwischen zwei hölzernen walzen und einer metallenen pressen, glätten: soll ich von den drei ständen kalandert werden und mich gl…

kālandes°bôle

MNWB

kaland·es·bole

kālandes ° bôle , m. , Kalandsbruder, Mitglied der Kalandsbruderschaft (Riedel I 19, 30). —

Kalandīse

WWB

kalan·dise

Kalandīse f. [ Rek Enr Alt] 1.1. (Pl.) Gesindel. Ek well met dä Klandisen nix te daun hebben ( Enr Hd ). — 1.2. junge Burschen, die Unsinn t…

Kalandsbrauder

MeckWB

kaland·s·brauder

Kalandsbrauder m. Mitglied eines Kalands: 'die Vicarii und gemeinen Kalandesbrudere zu Zwerin' UB. 23, 135; dann Zechbruder: all de annern K…

Kalandsbruder

Campe

kaland·s·bruder

† Der Kalandsbruder , die Kalandsgesellschaft, das Kalandshaus, der Kalandsherr, der Kalandshof, s. Kaland .

Kalandsbrüder

Meyers

kaland·s·brueder

Kalandsbrüder ( Fratres calendarii , Kalande , auch Brüder von der Gesellschaft des Heiligen Geistes ), eine der sogen. religiösen Brudersch…

Kalandsvetter

MeckWB

kaland·s·vetter

Kalandsvetter m. wie das Vor. : dor müßten jo nu all de Kalandsvettern un Hoppenbräuders dutzwis' rümme sitten achter de eiken Dischen un ho…

kalandīe

KöblerMnd

kalandīe , F. Vw.: s. klannīe L.: MndHwb 2, 502 (kalandîe)

kaland als Zweitglied (2 von 2)

Priesterkaland

DRW

priester·kaland

Priesterkaland, m. Bez. einer Priesterbruderschaft; auch deren Zusammenkunft vgl. Kalandsbrüderschaft [Übschr.:] regele vnde zeede der tom K…

Sommerkaland

DRW

sommer·kaland

Sommerkaland, m. Versammlung einer Kalandsbrüderschaft zu einem Termin im Sommer (I) sint wy ... over en geworden, wanner wy unse kaland beg…

Ableitungen von kaland (1 von 1)

kalande

KöblerMhd

kalande , st. F., sw. F. Vw.: s. kalende