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hürde

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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7 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

hürde f.

Bd. 10, Sp. 1956
hürde, f. flechtwerk von reisig oder stäben, neben horde sp. 1804; eine form die sich aus der gen.- und plur.-form hürde vom entsprechenden mhd. hurt entwickelt hat, doch vor dem 16. jahrh. nicht nachgewiesen werden kann, und so, dasz noch in dieser zeit, namentlich in oberdeutschen quellen, die alte form hurd, hurt, aber erstarrt, und ohne umlaut im gen. wie im plural, dauert: crates hurt, hurd Dief. 155b; hurd cratis, est instrumentum de virgultis contextum. voc. inc. theut. k 5a; crates, cratis ein flosz oder hurd, craticus das von hurden ist, cratire mit hurden decken Dasyp.; die hurd, crates Maaler 233c; hurd, korb crates Frischlin nomencl. 470; dy (äpfel) leg in einen trucken keller auf ein hurd. küchenm. b 1; also namen sie in uf ein hurdt. Zimmer. chron. 3, 279, 12; noch im öcon. lex. (1731) sp. 1077 hurt viereckigtes geflechte von weidengerten, aber als minder gebräuchliche nebenform zu horde; darausz machen sie küglein, machen sie dürr auf hurten im heiszen sommer. Bock kräuterb. 204; der immenkorb oder dasz papiapiarium, da unsere binen in wonen, schwärmen und iren honig machen, wird mit zähen und starken Lövischen und Parisischen, Jesuwiderischen und Dillingischen wilgengerten, hurten und zäunen, durch einander geflochten. bienenk. 235b; die brücken überlegt man mit brettern oder hurden. Kirchhof disc. milit. 42; der bäumen frucht und obs lag sicher auf der hurt (zum dörren). Weckherlin 772; beim wollenweber das geflecht worauf die wolle zum schlagen liegt: holt dann die woll von der hurt. Ulensp. 51, s. 75 Lappenb.; noch heute in Baiern die hurd, aber mit dem plur. die hürd bewegliche wand, thür u. dgl. aus flechtwerk. Schm. 1, 1160 Fromm.; auch Maaler 232a kennt die pluralform die hürd, geflochten körb, gerrae. Zwischen der alten form hurd und hürde steht das erweiterte, aber unumgelautete hurde, plur. hurden (noch heute in Kärnten blosz liegende baumwurzeln, einen mit den wurzeln ausgegrabenen baumstrunk bezeichnend, Lexer 146): das der ein einen haufen nüsz auf einer hurden ersehen. Wickram rollw. 105, 4; eine form die auch bei Luther in den früheren drucken seiner bibel und auslegungsschriften erscheint, in der ausgabe von 1545 aber dem umgelauteten hürde oder hürte gewichen ist. und zwar ist das wort nun vorwiegend auf die wände aus reisiggeflecht bezogen, mit denen die hirten des nachts ihre hutstatt umstellen, in welcher bedeutung es bis heute gebräuchlicher als horde (sp. 1805) und besonders auch in gewählter sprache üblich ist: wir wöllen nur schafhürten hie bawen fur unser vieh. 4 Mos. 32, 16; warumb bleibstu zwisschen den hürten, zu hören das blecken der herde? richt. 5, 16; ich wil sie auf die beste weide füren, und ire hürten werden auf den hohen bergen in Israel stehen, daselbs werden sie in sanften hürten ligen, und fette weide haben. Hes. 34, 14; es waren hirten in der selbigen gegend auf dem felde, bei den hürten, die hüteten des nachts irer herde. Luc. 2, 8; in iren hürden und bei ihren altarn. Mathes. Sar. 82a; in schafstellen, hürten und pferchen. 118b; und den hürten an dem Rheine (bei den schäfern) bleibt sein schöner geist bekandt. Neumark lustw. 101; munter eröfnet bereits der schäfer die hürden. Zachariä 2, 7; hurtiger treibet vom berg der schäfer auf steinigtes brachfeld seine heerde zur hürde, die ihre schranken verschlieszet. 62; wie die schafe des reichen manns in der hürde zahllos stehn. Ilias 4, 433; wo lebte wohl in forst und hürde, und wo in luft und meer ein thier, das nimmermehr geliebet würde? Bürger 27a. auf menschliche wohnstatt übertragen: was noch so wüthend ringt, sich zu zerstören, verträgt, vergleicht sich, den gemeinen feind der menschlichkeit, das wilde thier zu jagen, das mordend einbricht in die sichre hürde, worin der mensch geborgen wohnt. Schiller Wallensteins tod 1, 6. hürde, vinea, flechtwerk zum schutz bei belagerungsarbeiten: die Römer schanzten zu den mawren mit ihrem sondern gezeug bedeckt und gerüst, als mit schnecken und hürden. Rihel Liv. 403; flechtwerk zum trocknen von etwas: an demselben ort (Trebbin) hat jeder bawer uber seinem kachelofen eine geflochten hürten, darauf sie winterzeit die kesen zu trucknen pflegen. B. Krüger Hans Clawert (Berlin 1591) s. 5; und fiel mit der hürten vom ofen heruntr. s. 7; die magd des verwalters hat einige handkäse oben auf der hürde vor dem giebelfenster zum trocknen ausgelegt. L. Schücking im deutschen nov.-schatz bd. 15, s. 210; hürde, flechtwerk, als hindernis bei pferderennen: die distanz war 4500 meter, die hindernisse eine anzahl hürden. Karlsruher zeitung vom 31. aug. 1875.
4617 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hürde

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Hürde , plur. die -n, eine von Ruthen, Zweigen oder Draht geflochtene bewegliche Wand; gemeiniglich nur noch in eini…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hürde

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Hürde , s. Horde .

  3. modern
    Dialekt
    Hürde

    Rheinisches Wb.

    Hürde vereinzelt hīərt Koch-Laub , -ȳə- Bergh-Hüchelhv ; -ă- Elbf ; hylšə Geld-Leuth f. (n.): Schafshürde; sonst Parəch…

  4. Spezial
    Hürde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hür|de f. (-,-n) 1 (Beeinträchtigung, Hindernis, Hemmnis) impedimënt (-nc) m. , inciamp (-s) m. 2 (Zaun) si (sis) f. 3 (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit huerde

14 Bildungen · 12 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

huerde‑ als Erstglied (12 von 12)

hürdengerte

DWB

huerden·gerte

hürdengerte , f. gerte, wie sie zum flechten der schafhürden dient; hürtgerten vimen Schottel 1339 .

Hürdenlauf

LDWB2

huerden·lauf

Hür|den|lauf m. (-[e]s, ...läufe) ‹sport› saltada cun impedimënc f. , saltada sura i ciavaloc f.

hürdenmacher

DWB

huerden·macher

hürdenmacher , m. verfertiger von hürden; bei Stieler 868 hurtmacher, cratitor, hürtmacherin, ejus uxor aut alia femina crates vinciens, siv…

hürdenstecken

DWB

huerden·stecken

hürdenstecken , m. stecken, der das flechtwerk der hürden zusammenhält; bei Frisch 1, 478 c hurtenstecken.

hürdenwand

DWB

huerden·wand

hürdenwand , f. aus hürden geflochtene wand: hürdenwände, cratitius Frisch 1, 478 b ; cratitii parietes hürdwände Kirsch cornuc.; hürdwend, …

huerde als Zweitglied (2 von 2)

Darrhürde

Adelung

darr·huerde

Darrhürde , plur. die -n, häselnen Ruthen oder Draht geflochtene Horden, auf welche das Malz bey dem Darren ausgebreitet wird.

schafhürde

DWB

schaf·huerde

schafhürde , f. hürde zum einpferchen von schafen. Adelung. schaaf-horden oder hurden öconom. lex. (1731) 2143. Luther schreibt schafhürte, …