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Hohlen

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Hohlen

Bd. 2, Sp. 1255
Hohlen, verb. reg. act. welches überhaupt aus einem entferntern Orte an einem nähern bringen bedeutet. 1. Eigentlich, durch Ziehen aus einem entferntern Orte an einen nähern bringen, an sich ziehen, herbey ziehen. 1) Im eigentlichsten Verstande, in welchem dieses Wort noch besonders in der Schifffahrt sehr gebräuchlich ist, alle Arten des Ziehens damit zu bezeichnen. Hohl an! ein Commando-Wort des Schiffers, wenn die Schiffleute anfangen sollen zu ziehen; ingleichen im Bergbaue, des Anschlägers in der Grube, wenn die Haspelknechte anziehen sollen. Das Both in das Schiff hohlen, oder es aufhohlen, es in das Schiff ziehen. Etwas nach sich hohlen, es an sich ziehen, reißen. Im Nieders. halen, im Engl. to hale, im Schwed. hala, im Franz. haler. S. auch 2. Halse. 2) In der R. A. Athem hohlen, Lat. spiritum ducere, weil es der Empfindung nach, mit einer Art des Ziehens verbunden ist. So auch, einen tiefen Seufzer hohlen. S. auch Erhohlen. 2. Figürlich, mit eigener Entfernung von dem gegenwärtigen Orte machen, daß ein Ding aus einem entferntern Orte nach diesem nähern komme, wo es von einem sehr weiten Umfange ist, und die Art und Weise des Hohlens unbestimmt lässet. 1) Eigentlich. Einen Brief von der Post hohlen, hingehen und ihn von der Post nach Hause tragen. Brot hohlen, hingehen und es an den Ort tragen, wo man sich vorher befand. Wer will mir zu trinken hohlen? 2 Sam. 23, 15. Gehe hin und hohle mir das Buch. Etwas aus seinem Hause, von dem Berge u. s. f. hohlen, so daß alle Mahl die eigene Veränderung[] der Ortes damit verbunden ist. Einen Brief von der Post, ein Buch von dem Boden, Obst aus dem Garten hohlen lassen, jemanden hinschicken, der es hohle. Einen Menschen hohlen, entweder hingehen, ihn rufen und ihn begleiten, oder ihn mit Gewalt herführen. Einen Arzt hohlen, ihn hohlen lassen. So sollen die Ältesten in seiner Stadt hinschicken und ihn von dannen hohlen lassen, 5 Mos. 19, 12, mit Gewalt. Die Braut heim hohlen, sie in sein Haus führen. Jemanden auf einem Wagen, auf einem Schiffe hohlen lassen, einen Wagen, ein Schiff hinschicken, ihn herzubringen. Der Teufel hat ihn gehohlet, in der niedrigen Sprechart. Hohle dich der Teufel! eben daselbst. Der Tod hohlet uns alle. 2) Figürlich, doch nur im gemeinen Leben und gemeiniglich nur im Scherze, für wegnehmen, ohne eigene Veränderung des Ortes. Ich werde es schon hohlen, wo es doch zunächst eine Figur der eigentlichsten Bedeutung des Ziehens zu seyn scheinet. Eine Insel, eine Küste herbey hohlen, in der Schifffahrt, sich derselben nähern. Ich habe mir auf der Jagd einen Schnupfen, einen Husten gehohlt, habe ihn daselbst bekommen. Sich Schläge hohlen, aus eigener Schuld an einem Orte Schläge bekommen. Das Hauptwort die Hohlung ist nur bey den zusammen gesetzten Zeitwörtern aushohlen, anhohlen, aufhohlen, abhohlen, erhohlen, einhohlen, nachhohlen, weghohlen, wiederhohlen u. s. f. üblich, in welchen dieses Wort noch mehrere figürliche Bedeutungen hat. Anm. Bey dem Ottfried, im Tatian und bey andern schon holan, im Nieders. halen, im Engl. to hale. Ottfried gebraucht es auch für führen überhaupt, nach dem Muster des Latein. ducere. Then furiston therera uuorolti notagan giholoti, er hat den Fürsten dieser Welt gefangen geführet; so wie er es an einem andern Orte für zu sich rufen, berufen, überhaupt setzet. Die meisten Wortforscher fallen auf das Wort hohl, und erklären es, aus einem hohlen Orte heraus nehmen. Allein diese Figur ist zu hart, und lässet sich aus der Endung -en, die doch dazu Gelegenheit geben müßte, auf keine Weise erklären. Besser schickt sich der Begriff der Ziehens hierher, da denn unser Zeitwort mit dem Griech. χαλαν, Lat. chalare, und Griech. ἑλκειν, sehr genau überein kommt. Das letztere ist eigentlich ein Frequentativum oder Intensivum von dem veralteten ἑλειν, ziehen, so wie man im gemeinen Leben von höhlen hölken macht. Indessen, da das Schwed. hala eigentlich von einem höhern Orte, vermittelst eines Seiles herab lassen bedeutet, so würde sich auch das alte ha, hoch, hierher schicken, und alsdann wäre hohlen eigentlich, von einem höhern Orte nach einem nähern niedrigern bringen.
4126 Zeichen · 72 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hohlen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Hohlen , verb. reg. act. welches überhaupt aus einem entferntern Orte an einem nähern bringen bedeutet. 1. Eigentlich, d…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hohlen

19 Bildungen · 1 Erstglied · 16 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von hohlen 2 Komponenten

hoh+len

hohlen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

hohlen‑ als Erstglied (1 von 1)

hôhlenti

AWB

hohl·enti

hôhlenti st. n. ; vgl. nhd. hochland. hoh-lente: nom. ( oder acc. ) sg. Thoma, Glossen S. 15,2 ( S. Mihiel BM 25, 10. oder 11. Jh. ). Hochla…

hohlen als Zweitglied (16 von 16)

Abhohlen

Adelung

Abhohlen , verb. reg. act. 1) Von einem Orte hohlen. Einen Übelthäter, einen Brief u. s. f. abhohlen. Jemanden aus einer Gesellschaft abhohl…

Anhohlen

Adelung

† Anhohlen , verb. reg. act. im gemeinen Leben so viel als anziehen, heran ziehen, Nieders. anhalen. Hohl an! ist der gewöhnliche Zuruf der …

Aufhohlen

Adelung

auf·hohlen

† Aufhohlen , verb. reg. act. herauf hohlen, in die Höhe ziehen, doch nur im gemeinen Leben. Etwas aus den Brunnen aufhohlen. Das Both aufho…

Aushohlen

Adelung

aus·hohlen

Aushohlen , verb. reg. 1. Activum, für heraus hohlen, doch nur in der im gemeinen Leben üblichen figürlichen Bedeutung. Einen aushohlen, ihn…

Dúrchhohlen

Adelung

durch·hohlen

Dúrchhohlen , verb. reg. act. Ich hohle durch, durchgehohlt; figürlich, in den gemeinen Mundarten, besonders Niedersachsens, durchdringen. D…

Einhohlen

Adelung

ein·hohlen

Einhohlen , verb. reg. act. 1) Herein holen, in einigen Fällen. Einen vornehmen Herren einhohlen, ihm entgegen gehen, und ihn feyerlich in d…

Erhohlen

Adelung

Erhohlen , verb. reg. act. 1. * Eigentlich. 1) Einhohlen; in welcher im Hochdeutschen fremden Bedeutung man noch im Oberdeutschen sagt, jema…

Heim hohlen

Adelung

heim·hohlen

Heim hohlen , verb. reg. act. nach Hause, in seine Wohnung, in seinen Wohnort, in sein Vaterland hohlen. Besonders, seine Braut oder neue Eh…

Hêrhohlen

Adelung

her·hohlen

Hêrhohlen , verb. reg. act. zu der redenden Person, oft auch zu dem persönlichen Gegenstande, hohlen. Hohlet mir ein Schwert her, 1 Kön. 3, …

Kielhohlen

Adelung

kiel·hohlen

Kielhohlen , verb. reg. act. welches nur in der Schifffahrt üblich ist. 1) Ein Schiff kielhohlen, es auf die Seite legen, um den Kiel und de…

Nachhohlen

Adelung

nach·hohlen

Nachhohlen , verb. reg. act. nachdem man das Vornehmste oder Meiste schon gehohlet hatte, noch etwas hinter drein hohlen. Wenn der Schneider…

Überhóhlen

Adelung

ueber·hohlen

Überhóhlen , verb. regul. act. überhohlt, zu überhohlen. 1. Einhohlen, an Geschwindigkeit übertreffen; eine im Hochdeutschen seltene Bedeutu…

unverhohlen

DWB

unver·hohlen

unverhohlen , part. adj. adv. zu verhehlen, gs. zu verhohlen (verhehlen 3). vgl. unverhehlt. ahd. unfirholan; mhd. unverholn; mnd. unvorhole…

Wiēderhohlen

Adelung

wieder·hohlen

Wiēderhohlen , verb. regul. act. welches auf doppelte Art gebraucht wird. 1. Wḯederhohlen, der Ton auf dem Adverbio, folglich im Particip. w…

Ableitungen von hohlen (2 von 2)

Erhohlen

Adelung

Erhohlen , verb. reg. act. 1. * Eigentlich. 1) Einhohlen; in welcher im Hochdeutschen fremden Bedeutung man noch im Oberdeutschen sagt, jema…

Verhohlen

Adelung

Verhohlen , S. verhehlen.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „hohlen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/hohlen/adelung?formid=H03014
MLA
Cotta, Marcel. „hohlen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/hohlen/adelung?formid=H03014. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „hohlen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/hohlen/adelung?formid=H03014.
BibTeX
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