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Haspel

mhd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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26 in 23 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Haspel

Bd. 8, Sp. 862
Haspel, Vorrichtung zum Heben von Lasten oder zur Förderung auf horizontaler oder geneigter Bahn, besteht in seiner primitivsten Form aus einer horizontalen, geneigten oder vertikalen, beiderseitig mit Zapfen in Lagern laufenden Welle oder Trommel aus Holz oder Eisen (Haspelbaum, Rundbaum, Seil-, Kettentrommel), durch deren Drehung ein die Last tragendes Seil (Kette etc.) aufgewickelt wird. Die Drehung wird durch Menschenhand (Handhaspel) meist mittels Kurbeln (Haspelhörnern) hervorgebracht, die einseitig oder beiderseitig an den verlängerten Zapfen angebracht sind (Kurbelhaspel, Hornhaspel). Ferner werden die H. mittels eines Kreuzes, d. h. zweier kreuzweise durch die Welle gesteckter Stangen (Kreuzhaspel), oder mittels eines Spillenrades, eines an seiner Peripherie in regelmäßigen Abständen mit Handgriffen versehenen Rades (Spillen- oder Spillenradhaspel), oder endlich mittels eines an seinem Umfang ausgekehlten Rades (Haspelrades) an einem um dasselbe gelegten Seil (oder Kette) ohne Ende (Seilradhaspel, Kettenradhaspel) bewegt. Die H. haben entweder nur ein einziges Lastfeil (Kette etc.), dessen freies Ende die Last trägt (einfachwirkende H.), oder sie sind mit zwei sich abwechselnd auf- und abwickelnden Seilen ausgestattet, so daß immer das eine Seilende belastet aufwärts, das andre unbelastet abwärts geht (doppelt wirkende H.). Beim Differenzialhaspel (auch chinesische Winde genannt) hat der Haspelbaum einen dickern und einen dünnern Teil. Um erstern ist das eine, um letztern das andre Ende eines in einer Schleife herabhängenden, eine lose Rolle mit der Last tragenden Seiles geschlungen, das je nach der Drehungsrichtung verlängert oder verkürzt wird, und zwar entsprechend der Differenz der Radien der Haspelbaumteile. H. werden mitunter benutzt bei Bauten zur Hebung von Baumaterial, bei Schöpfbrunnen, zur Bewegung von Schützen bei Mühlgerinnen, bei dem gewöhnlichen Steuermechanismus der Schiffe etc. Kompliziertere Konstruktionen von Hebemaschinen mit Rädervorgelegen etc., bei denen der Antrieb durch Dampf, Druckluft (Dampf-, Lufthaspel), Elektrizität etc. erfolgen kann, werden meist als Winden (s. d.) bezeichnet. Über die im Bergbaubetrieb gebräuchlichen Haspel s. Bergbau, S. 667 s., und Fördermaschinen, S. 759. Der Garnhaspel (Weife, Garnweife) dient dazu, Gespinste von den Spulen abzuwickeln (Abhaspeln, Weisen) und in die Form von Strähnen zu bringen. Da gesetzlich oder herkömmlich eine Strähne (Strang, Stück, Lopp, Schneller) eine gewisse Anzahl von Fäden von bestimmter Länge enthalten und in eine bestimmte Anzahl von Gebinden geteilt sein muß (s. Garn, S. 338), so besitzt der H. einen vorgeschriebenen Umfang (Faden)und eine Vorrichtung zum Zählen der Umdrehungen, zum Unterschiede von der Garnwinde, auf welche die Strähnen ausgebreitet gelegt werden, um sie wieder abzuwickeln, u. dgl. Der Handhaspel wickelt nur einen, der Maschinenhaspel eine Anzahl Fäden zu gleicher Zeit auf. Der Zählapparat besteht in der Regel aus einem gezahnten Rade, das mittels eines Getriebes oder einer Schraube ohne Ende von der Haspelachse umgedreht wird, die auf einem säulenartigen Gestell gelagert ist. Auf dieser Welle sind vier, sechs oder acht an den äußersten Enden mit Querhölzern krückenförmig eingerichtete Stäbe (Haspelarme) so angebracht, daß sie ein Rad ohne Kranz bilden, auf welches das Garn gewunden wird, indem man die Welle mittels des an einem der Arme befindlichen Griffes herumdreht. Ein Schneckengewinde auf der Achse greift in das Zählrad ein und schiebt bei jedem Umlauf des Haspels einen Zahn des Rades fort, so daß, da die Anzahl der Zähne der der Fäden eines Gebindes gleich ist, mit jeder Umdrehung des Zahnrades ein Gebinde abgehaspelt ist, was ein auf der Seitenfläche des Rades stehender Stift durch eine vorher zurückgedrückte hölzerne Feder anzeigt (Schnappweife). Zuweilen schlägt auch die abfallende Feder an eine Glocke, oder der Stift hebt statt der Feder einen Hammer auf, der beim Zurückfallen auf eine Glocke schlägt. Öfters greift ein besonderes Getriebe in ein zweites Zahnrad, dessen Achse einen Zeiger trägt, der die Zahl der Gebinde angibt. Der Maschinenhaspel wickelt 20–40 oder 50 Gänge gleichzeitig ab und bildet ebenso viele Strähnen auf einmal.
4267 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    haspelswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    haspel swv. haspele. girgillare gl. Mone 6,346.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    haspelM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    haspel , M. nhd. Haspel, Winde (F.), Winde (F.) von bestimmtem Maße, Hebehaspel, Hebewerkzeug zum Aufwinden von Lasten, …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Haspel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Die Haspel , plur. die -n, welches an einigen Orten für das vorige Haspe üblich ist, und eben dieselbe Art Haken bede…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Haspel

    Goethe-Wörterbuch

    Haspel nur mask 1 Garnwinde, Vorrichtung, mit der gesponnenes Garn von der Spule abgewunden u zugl gemessen wird 1) ; ei…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Haspel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Haspel , Maschine zum Heben, besteht aus einer horizontalliegenden Welle, um welche sich das Seil windet, und welche dur…

  6. modern
    Dialekt
    Haspel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Haspel [Hàpl allg. ] m. 1. Haspel, zum Garnwinden des gesponnenen Fadens von den Spulen. Volksrätsel: vier Brüeder renn…

  7. Sprichwörter
    Haspel

    Wander (Sprichwörter)

    Haspel 1. An Haspel lauffen. – Mathesy, 13 a . »Item, so man einen auff ein Handwerck dinget, vnd er laufft an Haspel, d…

  8. Spezial
    Haspel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Has|pel f. (-,-n) aspo (aspi) m. ▬ große Haspel am Webstuhl pontin da ordí m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit haspel

106 Bildungen · 75 Erstglied · 30 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von haspel 2 Komponenten

has+pel

haspel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

haspel‑ als Erstglied (30 von 75)

Haspel I

SHW

Haspel I Band 3, Spalte 151-152

Haspel II

SHW

Haspel II Band 3, Spalte 151-152

haspelachtig

RhWB

haspel·achtig

haspel-achtig hspəlEχtĭχ Kemp-Stdt ; -ęχt- Viersen Adj.: in der Wend.: Van Dag ös et hei so h. alles durcheinander, Hausputz.

Haspelarm

Campe

haspel·arm

Der Haspelarm , des — es, Mz. die — e , die vier gleichlangen Hölzer, welche in der Haspelwelle befestigt sind.

haspelbaum

DWB

haspel·baum

haspelbaum , m. welle an einem haspel, wenn dieser ein hebezeug ist. Jacobsson 2, 226 a .

haspelbein

DWB

haspel·bein

haspelbein , n. gressu vacillans, pedibus titubans. Stieler 124 . s. haspeln .

Haspelbrot

MeckWB

haspel·brot

Haspelbrot n. die um Lohn arbeitende Spinnerin erhielt in Lu Con als Vergütung auf je drei oder sechs Pfund gesponnenen Garns ein Haspelbrot…

Haspelchrǖz

Idiotikon

Haspelchrǖz Band 3, Spalte 943 Haspelchrǖz 3,943

Haspeldrd

WWB

Haspel-drad m. Faden zum Spinnen ( WmWb ).

haspelen

MNWB

haspe·len

haspelen , swv. , das gesponnene Garn abhaspeln , von der Spule auf den Haspel bringen . Übertragen auf das schnelle Sprechen, bes.: Gebete …

haspeler

DWB

haspe·ler

haspeler , häspeler , m. 1 1) der garn aufwindet: haspeler glomerator Stieler 784 . 2 2) der an groszen winden thätig ist (haspel 2, b ): ve…

haspelêr(e)

MNWB

haspe·lere

° haspelêr(e) , -er , m. , Haspelzieher, -knecht im Bergwerk: der Knecht der das Gut mit Hilfe einer Haspelwinde von Ort aufwindet, „vectiar…

haspelfang

DWB

haspel·fang

haspelfang , m. hemmvorrichtung am haspel im bergwerk. pl. haspelfeng Garg. 187 a .

Haspelgäwers

MeckWB

Haspelgäwers Pl. m. in Verbindung mit Spinnradgäwers eine größere Anzahl junger Männer, die als Hochzeitsgäste gemeinsam der Braut Spinnrad …

Haspelhabe

Campe

haspel·habe

Die Haspelhabe , Mz. die — n , die Handhabe, an welcher man den Haspel drehet.

haspelhaft

DWB

haspel·haft

haspelhaft , adj. nach haspel 3: in den haspelhaften, verwickleten, verzwickleten und verwirrten köpfen. Weller annalen 2, 489 , no. 1073.

Haspel-Hannß

DWBQVZ

Haspel-Hannß: simplicianischer lustig-politischer Haspel-Hannß oder h. Hannß Haspelinsky von Fadenstätt auf Garnwinden und Gunckelhausen nac…

Haspelhörnle

ElsWB

Haspelhörnle n. Pl. Haspelstäbe Bf. — Schweiz. 2, 1621.

haspel als Zweitglied (30 von 30)

Chilche(n)haspel

Idiotikon

Chilche(n)haspel Band 2, Spalte 1761 Chilche(n)haspel 2,1761

Chlepfhaspel

Idiotikon

Chlepfhaspel Band 2, Spalte 1761 Chlepfhaspel 2,1761

darmhaspel

DWB

darm·haspel

darmhaspel , m. auf welchen die zerschnittenen darmsaiten vor der beize gezogen werden Campe.

federhaspel

DWB

feder·haspel

federhaspel , m. winde zum aufwinden der federlappen, formido venatoria. Stieler 784 .

Fǖrhaspel

Idiotikon

Fǖrhaspel Band 2, Spalte 1761 Fǖrhaspel 2,1761

Garbeⁿhaspel

Idiotikon

Garbeⁿhaspel Band 2, Spalte 1761 Garbeⁿhaspel 2,1761 o.

garnhaspel

DWB

garn·haspel

garnhaspel , m. beim spinnen gleich garnweife, beim weber ein haspel, den aufzug auf den garnbaum zu wickeln. Frisch, Adelung ; im 15 . jh. …

hornhaspel

DWB

horn·haspel

hornhaspel , m. ein mit einem horn, einer vorstehenden handhabe versehener haspel, um berge und erz damit aus der grube zu haspeln. Jacobsso…

kreuzhaspel

DWB

kreuz·haspel

kreuzhaspel , m. haspel, winde mit kreuzweis gestellten armen zu drehen. Adelung. schon Maaler 85 b creützhaspel.

Krǖzhaspel

Idiotikon

Krǖzhaspel Band 2, Spalte 1762 Krǖzhaspel 2,1762

Prêßhaspel

Adelung

press·haspel

Der Prêßhaspel , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Papiermachern, ein Haspel, d. i. eine Welle mit vier Querstangen, vermittelst deren die…

Pröblihaspel

Idiotikon

Pröblihaspel Band 2, Spalte 1762 Pröblihaspel 2,1762

rāvenhaspel

MNWB

raven·haspel

° rāvenhaspel , m. ( Pl. -hespele ) : eine bes. Garnwinde, Haspel, „ De kopmanne hebben verdreyt gehad an garnekope umme kortede willen vele…

rāvenhaspel

KöblerMnd

rāvenhaspel , M. nhd. „Rabenhaspel“, eine besondere Garnwinde, Haspel E.: s. rāven, haspel L.: MndHwb 2, 1888 (rāvenhaspel) Son.: örtlich be…

Schnüerhaspel

Idiotikon

Schnüerhaspel Band 2, Spalte 1762 Schnüerhaspel 2,1762

seidenhaspel

DWB

seiden·haspel

seidenhaspel , m. haspel, welcher die rohe seide von den kokons in verschiedene fäden zusammenhaspelt und mit einander vereinigt. Jacobsson …

speckhaspel

DWB

speck·haspel

speckhaspel , m. , bei walfischfängern ein haspel zum aufwinden der speckstücke. Frisch 2, 295 c . Adelung.

sturmhaspel

DWB

sturm·haspel

sturmhaspel , m. , ein verteidigungsmittel, etwa ' spanischer reiter ', vgl. Fäsch kriegslex. (1735) 242 a . dazu sturmhaspelspiesz, -spille…

windhaspel

DWB

wind·haspel

windhaspel , m. , windrad zum spielen für kinder, auf bäumen u. s. w., appenz. Tobler 445 ; Keller nachgel. schr. 250 .

zahlhaspel

DWB

zahl·haspel

zahlhaspel , f. , haspel mit vorrichtung, die umgelaufenen fäden zu zählen ( vgl. haspel 2, a, th. 4, 2, 544): wie ... die Deutschen zwölffe…

zughaspel

DWB

zug·haspel

zughaspel , f. , winde Stieler 785 , girgillus Dasypodius; Diefenbach 263 c ; n. gl. 193 a ; schrag oder zughaspel oder garnwinde voc. theut…

Ableitungen von haspel (1 von 1)

Gehaspel

Campe

Х Das Gehaspel , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „haspel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/haspel/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „haspel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/haspel/meyers. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „haspel". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/haspel/meyers.
BibTeX
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