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grummet

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grummet n.

Bd. 9, Sp. 637
grummet, n. , foenum secundum. 11) ursprung und form. grummet ist entstanden aus gruonmât; seit dem 13. jh. nachzuweisen, aber offenbar wesentlich älter; unassimilierte formen vereinzelt noch spät, vielleicht nicht nur auf grund etymologisierender reconstruction: grünmath Hohberg georg. cur. 1, 28; grunmatt Sebiz feldb. 460; denn mundartlich noch heute graunmâd, auch gräune mâd Woeste 84b; normaler weise assimiliert, mit unumgelautetem langen oder gekürzten stammsilbenvocal: gruemat österr. weisth. 8, 428 (quelle v. 1258), und so häufig in älteren österr. nachweisen; gruamat succidium Diefenbach nov. gl. 354a; grummot gloss. 405c s. v. pagulum; grumat Frommann 2, 304 (vocab. v. 1432); spuren umgelauteter formen sind rar und unsicher, s. Lexer 1, 1098 f.; in gewissen nd. und md., zumal fränk. gebieten als grommet, eine form, die zumindest fürs nd. auf einem undiphthongierten grôn- beruht, vgl. Schambach 69b; Sartorius Würzburg 51; Fischer schwäb. 3, 867; auch in älterer sprache häufig: grommut surgum Diefenbach nov. gl. 356b; gromat Thom. v. Absberg 183; Harsdörfer poet. tr. 2, 145; ältere hessische belege bei Vilmar 139; grohmat, grommat Kramer hochnd. dict. 2, 101a; grommt Gottsched beitr. z. crit. hist. 2, 338; auch -a-formen, die fürs bair. die heutige ma. bestätigt, sind nicht ganz selten: gramadt österr. weisth. 5, 66, 14; grammet 10, 142, 29; vgl. 6, 313, 23. 30; 10, 163, 18; gramat Lindener katzip. 186 lit. ver.; Uhland hoch- u. nd. volksl. 729; die vollere endsilbe -mat ist im 17. jh. schriftsprachlich noch ziemlich gebräuchlich, taucht auch lexicalisch noch auf: grumath Hulsius (1618) 143a; grumat, gromet Kramer teutsch - ital. 1, 572a; doch bei Stieler 1208: gromat, hodie grummet; andererseits sind die formen mit abgeschwächtem endsilbenvocal schon im 16. jh. ganz gewöhnlich; vereinzelt gromment d. meisterl. gedinge des abts von Chemn. (1522) 115 Clemen; gromich v. Klein 1, 165 (Koblenz); grummelt, -olt Frischbier 1, 257a; die stärkste verstümmelung der zweiten silbe zeigen rheinische und nd. formen: grümm Aler dict. 1, 988b; grumm lux. ma. 157a; gram (als niedersächsisch bezeichnet) Prätorius philos. colus 122; gramme Strodtmann 75; gram brem. wb. 2, 534; gramm Danneil 69a; Stürenburg 74a; gram (neben gramt) Doornkaat - Koolman 1, 673a; kreuzt hier ein anderes wort herein? vgl. dat hau up der grammen Schiller-Lübben 2, 139a. 22) geschlecht. das alte und zumal in der concreten bedeutung 'das gemähte' beim simplex vorherrschende neutr. steht für grummet im ganzen fest; die ausweichungen mehren sich erst in jüngerer zeit auf nordd. boden, ohne von bedeutungsunterschieden abhängig zu sein; als masc.: rechten grumait weisth. 2, 177 (a. d. Hundsrück 1442); den .. grummet Gaudy 20, 140; Schlechtendal flora v. Deutschl. 30, 199; nachweise aus Alexis und Goltz bei Sanders; vgl. Follmann lothr. 219a; lux. ma. 157a; Frischbier 1, 257a; fem.: auf wohlriechender grummt Löwen schr. 3, 71; Immermann 3, 100 Hemp. 33) bedeutung. gewöhnlich (in anlehnung an mahd 'das gemähte') das heu des zweiten schnittes; es wird grün genannt wohl einfach im sinne der farbbezeichnung, weil es, nicht ausgereift, eine sattere farbe aufweist: im stadel grumet, hew und stro H. Sachs 11, 365 K.-G., aber 4, 273, 14 grumat; man gibt auch ihnen das grummet nach weyhnachten erst viehbüchl. 28; geschobertes grummet J. H. Voss ged. 2, 219; die mit grummet bepolsterte thür Jean Paul 3, 60 Hemp.; seltener, aber auch noch ganz gebräuchlich, für das gras des zweiten schnittes, so lange es noch auf dem halm steht: da das grumet aufgieng Amos 7, 1; das gruomet abmähen Schaidenraisser Od. 79a; für das grummet ist ... der regen sehr willkommen Göthe IV 22, 126 W.; vgl. IV 23, 409; nur vereinzelt nachweisbar als 'ort, wo grummet wächst' österr. weisth. 1, 37, 1; vgl. mahd 1. 44) bildliche verwendung: wird die fraw (bei den kindschencken) wider ein jungfraw oder grometh S. Franck weltb. (1567) 129a; vgl. die kindschenck .., da man die kindbetterin .. wider zu jungfrawen und gromat sauffet Fischart geschichtklitt. 74 ndr. (im sinne: gras, das wieder abzumähen ist); sie haben grummt gemacht, ehe sie heu machten eher kindtaufe als hochzeit Müller-Fraureuth 1, 446a; da geht's grumt vor'm heu weg die jüngere schwester heirathet vor der älteren ib.; im selben sinne: dasz .. das grummet über das heu wachsen wollte Auerbach nach Fischer schwäb. 3, 867. dazu grummetboden im sinne von heuboden Zinck öcon. lex. 999;
4530 Zeichen · 122 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grummet

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Grummet , des -s, plur. car. in der Landwirthschaft, dasjenige Gras, welches auf zwey- und dreymähdigen Wiesen nach …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grummet

    Goethe-Wörterbuch

    Grummet ‘Grummt’ B23,409,20 JO’Donell 24.7.13 das nach der ersten Mahd nachgewachsene, im Spätsommer nochmals geschnitte…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grummet

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grummet ( Grumt , in Süddeutschland und der Schweiz Emd ), dasjenige Trockenfutter, das nach der ersten oder eigentliche…

  4. modern
    Dialekt
    Grummetm.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Grummet [grumət Fo. ; groum D. Si. ] m. Grummet, zweiter Schnitt Gras: der G. isch schon ringefahr.

  5. Sprichwörter
    Grummet

    Wander (Sprichwörter)

    Grummet Das Grommet muss me' of d'n Reche dörr mach'. ( Meiningen. ) – Frommann, II, 411, 122. [Zusätze und Ergänzungen]…

  6. Spezial
    Grummet

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Grum|met n. (-s) artigöi m. ▬ das Grummet mähen sié l’artigöi.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grummet

49 Bildungen · 47 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von grummet 2 Komponenten

grum+met

grummet setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grummet‑ als Erstglied (30 von 47)

Grummetarn

SHW

Grummet-arn Band 2, Spalte 1487-1488

Grummetgras

SHW

Grummet-gras Band 2, Spalte 1487-1488

Grummetärn

SHW

Grummet-ärn Band 2, Spalte 1487-1488

Grummetbände

RhWB

Grummet-bände -ō:mətsbE:nt Schleid f.: Wiese, die bes. guten Grummet liefert.

Grummetboden

Campe

grummet·boden

Der Grummetboden , des — s, Mz. die — böden , ein Heuboden, auf welchem das Grummet verwahrt wird.

Grummeterne

PfWB

grumme·terne

Grummet ✝ -erne f. : 'Grummeternte', Grummetäärn [verbr. Gal]. Südhess. II 1487 . —

Grummethärke

RhWB

Grummet-härke jroməthęrək MGladb f.: -rechen.

Grummethaufen

PfWB

grummet·haufen

Grummet-haufen n. : 'zum Trocknen auf Haufen gesetztes Grummet', -haufe [ KU-Schmittw/O ]; meist Dim. -haiⁿfelche [mancherorts nördl. WPf NP…

Grummetmachet

PfWB

Grummet-machet f. : 'Grummeternte', -machet [ ZW-Battw ]; vgl. Ohmetmachet . Die Mittagssunn macht 's meeʳscht in der G. [ ZW-Battw ]. —

grummetmahd

DWB

grummet·mahd

-mahd österr. weisth. 5, 760, 34; kurz nach der grummetmahd Kinkel erzähl. 93 ; dafür: die grommetmähe allg. dtsche bibl. 81, 697;

Grummetolder

RhWB

grumme·tolder

Grummet-older -ō:məχtsō:lər Altk-Birken m.: Aufbewahrungsort des Grummet im Hause oder über dem Stallniederlass.

grummet als Zweitglied (2 von 2)

Aftergrummet

DRW

after·grummet

Aftergrummet Nebenform aftlgraimat Nachgrummet, dritter Schnitt 1609 Tirol/ÖW. II 69f. Faksimile

Nachgrummet

Adelung

nach·grummet

Das Nachgrummet , des -s, plur. inus. in der Landwirthschaft, Gras, welches zum dritten Mahle gehauen und zu Heu gemacht wird; Spatheu, Herb…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „grummet". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grummet/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „grummet". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grummet/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „grummet". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grummet/dwb.
BibTeX
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