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Grummet

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
14 in 14 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Grummet

Bd. 2, Sp. 824
Das Grummet, des -s, plur. car. in der Landwirthschaft, dasjenige Gras, welches auf zwey- und dreymähdigen Wiesen nach dem zum ersten Mahle davon gewonnenen Heue wächset; ingleichen das von diesem Grase gewonnene Heu, welches von geringerer Güte ist, als das erste. Daher der Grummetboden, ein Boden, auf welchem es verwahret wird; die Grummetbutter, welche im letzten Theile des Sommers gemacht wird, wenn die Kühe auf den Wiesen das Grummet abfressen; die Grummetwiese, eine Wiese, welche zwey oder drey Mahl gehauen werden kann, und auch eine zwey- oder dreymähdige, ingleichen eine zwey- oder dreyschürige Wiese genannt wird, zum Unterschiede von den einmähdigen oder einschürigen. Anm. Die Abstammung dieses Wortes hat die Wortforscher sehr beschäftiget. Wachters seltsame Ableitung von μεταχρονιος verdienet kaum erwähnet zu werden. Frisch leitet es von grün, unreif, und Mahd, mähen, her, andere von Grammes, Grommes, welches im gemeinen Leben für Hieronymus üblich ist, Wend. Growmus, weil das Grummet gemeiniglich um den Hieronymus-Tag, der auf den 30sten September fällt, gewonnen wird, daher auch der Krammesvogel seinen Nahmen haben soll. Allein die Gestalten, welche dieses Wort in den verschiedenen Sprachen und Mundarten hat, machen diese Ableitungen unwahrscheinlich. Im Osnabrückischen lautet dieses Wort Gramme, in andern Niedersächsischen Gegenden nur Gram, wobey man an das Latein. Gramen denkt; im Brem. Etgroon, Holländ. Eetgroen, welches in dem Bremisch-Nieders. Wörterbuche von eten, essen, und Groon, eine Wiese, abgeleitet wird, weil man dieses Gras gemeiniglich von dem Viehe abfressen lasse; im Alt-Schwed. Ramaet; im Oberdeutschen Omat, Amendt, Omt, Ämt, Emt, welches Frisch von ab, aben, Abend, herleitet;[] woraus beynahe scheinen sollte, daß das g und r nicht wesentlich zum Stamme gehören, wenn nicht Grummet, Ramaet und Omat Wörter verschiedenen Ursprunges sind, da denn in Ansehung des erstern Frischens Ableitung gar wohl Statt finden kann, obgleich auch die von Grammes, Hieronymus, ihre Wahrscheinlichkeit hat, wenn nicht das Bremische Etgroon, und unser Grummet bloß in der Versetzung der Sylben verschieden sind. Übrigens wird das Grummet auch Spatheu, im Oberdeutschen auch Dihm oder Dohm, und Afterheu, im Niedersachsen auch Nagras, Nachgras, Namatt, Nachmahd, von nach und mähen, im Dän. Auret, im Schwed. Nywaelle, im Franz. Regain, genannt.
2384 Zeichen · 20 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grummet

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Grummet , des -s, plur. car. in der Landwirthschaft, dasjenige Gras, welches auf zwey- und dreymähdigen Wiesen nach …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grummet

    Goethe-Wörterbuch

    Grummet ‘Grummt’ B23,409,20 JO’Donell 24.7.13 das nach der ersten Mahd nachgewachsene, im Spätsommer nochmals geschnitte…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grummet

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grummet ( Grumt , in Süddeutschland und der Schweiz Emd ), dasjenige Trockenfutter, das nach der ersten oder eigentliche…

  4. modern
    Dialekt
    Grummetm.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Grummet [grumət Fo. ; groum D. Si. ] m. Grummet, zweiter Schnitt Gras: der G. isch schon ringefahr.

  5. Sprichwörter
    Grummet

    Wander (Sprichwörter)

    Grummet Das Grommet muss me' of d'n Reche dörr mach'. ( Meiningen. ) – Frommann, II, 411, 122. [Zusätze und Ergänzungen]…

  6. Spezial
    Grummet

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Grum|met n. (-s) artigöi m. ▬ das Grummet mähen sié l’artigöi.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grummet

49 Bildungen · 47 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von grummet 2 Komponenten

grum+met

grummet setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grummet‑ als Erstglied (30 von 47)

Grummetarn

SHW

Grummet-arn Band 2, Spalte 1487-1488

Grummetgras

SHW

Grummet-gras Band 2, Spalte 1487-1488

Grummetärn

SHW

Grummet-ärn Band 2, Spalte 1487-1488

Grummetbände

RhWB

Grummet-bände -ō:mətsbE:nt Schleid f.: Wiese, die bes. guten Grummet liefert.

Grummetboden

Campe

grummet·boden

Der Grummetboden , des — s, Mz. die — böden , ein Heuboden, auf welchem das Grummet verwahrt wird.

Grummeterne

PfWB

grumme·terne

Grummet ✝ -erne f. : 'Grummeternte', Grummetäärn [verbr. Gal]. Südhess. II 1487 . —

Grummethärke

RhWB

Grummet-härke jroməthęrək MGladb f.: -rechen.

Grummethaufen

PfWB

grummet·haufen

Grummet-haufen n. : 'zum Trocknen auf Haufen gesetztes Grummet', -haufe [ KU-Schmittw/O ]; meist Dim. -haiⁿfelche [mancherorts nördl. WPf NP…

Grummetmachet

PfWB

Grummet-machet f. : 'Grummeternte', -machet [ ZW-Battw ]; vgl. Ohmetmachet . Die Mittagssunn macht 's meeʳscht in der G. [ ZW-Battw ]. —

grummetmahd

DWB

grummet·mahd

-mahd österr. weisth. 5, 760, 34; kurz nach der grummetmahd Kinkel erzähl. 93 ; dafür: die grommetmähe allg. dtsche bibl. 81, 697;

Grummetolder

RhWB

grumme·tolder

Grummet-older -ō:məχtsō:lər Altk-Birken m.: Aufbewahrungsort des Grummet im Hause oder über dem Stallniederlass.

grummet als Zweitglied (2 von 2)

Aftergrummet

DRW

after·grummet

Aftergrummet Nebenform aftlgraimat Nachgrummet, dritter Schnitt 1609 Tirol/ÖW. II 69f. Faksimile

Nachgrummet

Adelung

nach·grummet

Das Nachgrummet , des -s, plur. inus. in der Landwirthschaft, Gras, welches zum dritten Mahle gehauen und zu Heu gemacht wird; Spatheu, Herb…

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APA
Cotta, M. (2026). „grummet". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grummet/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „grummet". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grummet/adelung. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „grummet". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grummet/adelung.
BibTeX
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