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grindel

ae. bis sprichw. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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22 in 20 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grindel m.

Bd. 9, Sp. 372
grindel, m. , altes, im westgerm. weitverbreitetes wort, das mit verschiedenem stammsilbenvocal erscheint; die i-form, ahd. fast allein bezeugt (Graff 4, 332) und auch mhd. vielbelegt (mhd. wb. 1, 576a; Lexer 1, 1086), scheint später zurückgedrängt worden zu sein; sie herrscht heute als grindel, gringel im nd., in bair.-österr. maa. und nachbargebieten, findet sich auch im thür., hess., lothr. bis ins schweiz. hinauf; die e-form, die ahd. erst vereinzelt begegnet, hat ihr hauptgebiet im schweiz. und elsäss., erscheint als grendel, grennel, grengel aber auch im schwäb., hess., sowie in nd. maa., namentlich des westens; weiterhin thür., obersächs. bis ins schles. hinüber; differenzierungen der bedeutung sind gelegentlich festzustellen: schweiz. meist grendel 'gatter', grindel 'pflugbaum', genaueres bei Staub-Tobler 2, 757; doch läszt sich ein alter bedeutungsunterschied zwischen grindel und grendel nicht mehr erkennen; urspr. offenbar verschiedene stämme, germ. *grindila- und *grandila- (Franck etym. wb. 2213b); über germ. und auszergerm. verwandte s. ebd. und Siebs Kuhns zs. 37, 322; seltener erscheint als stammvocal ü oder u, vornehmlich österr. (s. u. 5) und westnd.: grundel clatrum Diefenbach 126a; obex 387a; obex schulder, regel, grundel; pressulum cleng, grundel, zwingel; vertipellum eyn dorgrundel, der in der want stecket nov. gl. 267a. 290a. 380a aus demselben rhein. glossar (a. 1476). gründel Apherdianus nach Frisch 371c; auch im alem.: grndel ἐργάτη Frischlin nach Diefenbach 564a (s. v. succula); ebenso noch heute im Thurgau, Staub-Tobler 2, 757; auch hier mag alter ablaut zu grunde liegen, vgl. mnl. grundel, grondel neben grindel, grendel; stellenweise scheint der u-form eine besondere bedeutung zugewiesen (s. u. 5). 11) 'ein pfahl, ein baum von mittler stärke' Campe s. v. grendel; grendel paxillus Diefenbach 418b; ich wil dir mit disem grundel für den kopf schlagen Eulenspiegel (1515) 72 neudr.; de houede der grindele, myt welken de arche ghedreghen ward (vectium capita) Lüb. bibel (1494) 2. chron. 5, 9; meist in speciellerer bedeutung, und zwar 22) pflugbaum: der pflugbaum oder der grindel ist derjenige theil, mittelst welchem der körper des pfluges in der erde fortgezogen wird Thär grundsätze 3, 26; so seit alters: grendil grave robur (sc. aratri) Wadstein kl. asächs. sprachdenkm. 110, 36 (Oxford. Vergilgl.); grintil temo Graff 4, 332; girintal temo Diefenbach nov. gl. 360b; das lange holtz, das hinaus gehet wie am wagen die deichsel, und hinden durch die stertze zur lincken handt gehet, daran die löcher sein, nennet man den grengel M. Grosser anleitung z. d. landwirtsch. (1590) n 3b; in den modernen maa. allgemein gebraucht. 33) der riegelbalken; ebenfalls schon ahd.: grintil, crintil repagulum, pessulus, vectis, obex, sera Graff 4, 332 f.; erino portun ih firchnussu, iisnine grindila firbrihhu Isidor 6, 3 Hench; obex grendel oder rigel an einer thuer Diefenbach 387a; repagulum grendel, grosser rigel Golius (1585) 334; öfter als der vorlege- oder vorschiebbalken vom riegel geschieden: so schleusz sie (die thür) zu, indem du den grindel dafür schiebest oder nur den riegel Comenius sprachenth. 542 Docemius; wann die rigel und grendel aufgebrochen und das tor also gefallen ... wäre Staub-Tobler 2, 758 (quelle von 1548); vom fensterverschlusz: darum siehet man auch keine schlösser an den thüren noch grindel an den fenstern W. Schultz ostind. reise (1676) 35a; auch im westlichen nd. bis in die neue zeit ganz gewöhnlich. 44) in weiterem sinne für sperrvorrichtungen verschiedenster art, und zwar wesentlich auf hoch- und niederalem. boden; sera, clausura, claustrum Serranus syn. (1579) s. v.; vacerra grendel an dem zaun Golius onom. (1582) 50; grendel = blegi (sperre für zaundurchgänge) Martiny wb. d. milchwirtsch. 47; 'schlagbaum vor einem thore' (schweiz.) Campe; 'hölzernes gitterthor an einer bannscheide' Schmidt elsäss. 154a mit alten belegen; 'starkes hölzernes gitterthor' Martin-Lienhart 1, 277b; so söllent sie den grendel uf sant Arbogasts brucken zuo slahen Straszb. ordn. 30 Brucker; 'äuszerer gatter an den stadtthoren (Basel, ält. spr.)' Staub-Tobler 2, 757; (ein absagebrief) ist auf Catharinä, j. 1458 im grendel vor dem oberen thor gefunden worden Petri d. stadt Mühlhausen geschichten 134 Graf; 'pallisadenwerk': am eingang des schlosz war ein grendel vor der mauren mit vilen scharpfen langen eisen besteckt Hedio Comines 176a; vgl. propugnaculum vurburge, gryndel, rundeel Diefenbach 466b; im schweiz. vielfach für verschiedenartige wassersperren; im älteren Zürich war der grendel ein pallisadenwerk, das die stadt gegen den eintritt vom see her sicherte Staub-Tobler 2, 757; vgl.eben war man (auf d. schiffe) durch das wasserthor des grendels gefahren C. F. Meyer Jürg Jenatsch (1901) 88; bildlich: durch den grendel der zene Keisersberg vaterunser (1515) C 2a. 55) welle von rädern: grindel, wellbaum an dem mülrad axis rotae aquariae Henisch 1746; ein neu wasserrad oder gründel bauordn. bei Birlinger schwäb.-augsburg. 205b; das wasserrad am halbverkohlten gründel ... war stehen geblieben Rosegger I 8, 182; bei ... gebläse-rädern ... nennt man sie (die achsen) vorzugsweise wellbäume oder gründel Scheuchenstuel österr. berg- u. hüttenspr. 262. 66) der hebelarm eines spannwerkes: sucula grändel, darmit man spannet Frischlin nom. (1586) 268a; grendel: windenzug succula, ergata, machina tractoria Henisch 1740; s. windenzug th. 14, 2, 297; 'auch der spanner an der armbrust wird grendel genannt (in der Schweiz)' Jacobsson technol. wb. 2, 150b.
5671 Zeichen · 128 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    grindelst. M. (a?) (i?)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    grindel , st. M. (a?) (i?) nhd. Riegel, Hürde, Gitter Hw.: vgl. as. grindil, ahd. grintil E.: germ. *grendi-, *grendiz, …

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    grindel

    Althochdeutsches Wörterbuch

    grindel , -il s. grintil.

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GRINDELstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    GRINDEL , GRINTEL stm. riegel, überhaupt ein langes stück holz, balken, zu verschiedenen zwecken dienend. ahd. grintil G…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    grindelSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    grindel , Sb. nhd. Mahlgang, Mühlengetriebe, Radwelle Hw.: s. grint (1) E.: s. grindel (1)? L.: MndHwb 1/2, 161 (grindel…

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grindel

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Der Grindel , ein Riegel, S. Adelung Grendel .

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grindel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grindel ( Grengel ), Pflugbaum, der Teil eines Pflugs, an dem die einzelnen Teile befestigt werden, s. Pflug .

  7. modern
    Dialekt
    Grindel

    Schweizerisches Idiotikon · +7 Parallelbelege

    Grindel Band 2, Spalte 757 Grindel 2,757

  8. Sprichwörter
    Grindel

    Wander (Sprichwörter)

    Grindel Dar is äm 1 en Grindel 2 vörschaven 3 . – Eichwald, 675; Frommann, II, 535, 107; Bueren, 251; Hauskalender, II. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grindel

52 Bildungen · 51 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von grindel 2 Komponenten

grin+del

grindel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grindel‑ als Erstglied (30 von 51)

Grindelholz

SHW

Grindel-holz Band 2, Spalte 1467-1468

Grindelnase

SHW

Grindel-nase Band 2, Spalte 1467-1468

Grindelring

SHW

Grindel-ring Band 2, Spalte 1467-1468

grindelbalken

DWB

grindel·balken

grindelbalken , m. : die am grengel- oder pflugbalken befindlichen löcher allg. haushalt. lex. 3, 624. —

grindelbaum

DWB

grindel·baum

grindelbaum , m. , = grindel Kramer teutsch-ital. 1, 566 b ; de sone Leui nemen de arcken godes .. up Oere schulderen mit grindelbOemen ( in…

grindelbōm

KöblerMnd

grindelbōm , M. nhd. „Grindelbaum“, Riegelbaum, Querbalken, Hebebaum, Tragstange E.: s. grindel (2), bōm W.: s. nhd. (ält.) Grindelbaum, M.,…

grindelgat

MNWB

grindel·gat

grindelgat , n. , Öffnung in die der Riegel greift, „vectenilla”.

Grindelgriff

PfWB

grindel·griff

Grindel-griff m. : 'Handhabe am Pflug', Grinnlgriff [ Klein Wag. 117]. Syn. s. Pflugsarm . —

Grindelhaken

PfWB

grindel·haken

Grindel-haken m. : 'Eisenstift, in den die Kette des Vorderpfluges eingehängt wird', -hoge [ GH-Zeisk ]; vgl. Grindelnagel , -stecker . Südh…

grindelhammer

DWB

grindel·hammer

grindelhammer , m. , unsicherer bedeutung, öfter in alten steir. inventarprotokollen Unger-Khull 308 a . —

grindelhol

MNWB

grindel·hol

grindelhol , n. , (Kiemer, Böttcher, s. 2 grindel ) Zapfenloch für die Riegel die den Tonnenboden halten.

grindelholz

DWB

grindel·holz

grindelholz , n. , riegel vor dem boden der fässer Schütze holst. 2, 68 . —

Grindelĭa

Meyers

grin·delia

Grindelĭa W ., Gattung der Kompositen, ausdauernde Kräuter oder niedrige Sträucher, oft klebrig, mit mittelgroßen oder größern, an den Zweig…

Grindel II

RhWBN

Grindel II m.: 1. Riegel (vornehml. aus Holz), auch Altk-Kötting , Remschd, Rees . — b. in FlN Schlagbaum, Zollschranke (vgl. Grindel II im …

grindelkette

DWB

grindel·kette

grindelkette , f. , ' diejenige kette an dem grendel eines pfluges, vermittelst welcher der pflug tiefer oder seichter gestellet wird ' Adel…

grindel als Zweitglied (1 von 1)

pfluocgrindel

KöblerMhd

pfluocgrindel , st. M. nhd. „Pfluggrendel“, Pflugbalken Q.: WeistGr (Ende 14. Jh./1429) E.: s. pfluoc, grindel W.: nhd. (ält.) Pfluggrendel,…