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granit

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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18

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

granit m.

Bd. 8, Sp. 1862
granit, m. eruptives grob- oder feinkörniges, verschiedenfarbiges gestein aus quarz, feldspat und glimmer als hauptbestandteilen. wohl dem frz. granit (1690) nachgebildet, dieses seinerseits aus ital. granito (16. jh.), vgl. mlat. granitum (marmor) du Cange 4, 101a, partic. zu granire 'körnen' von lat. granum 'korn'. das bei Lexer 1, 1069 und nach ihm in anderen wbb. für granit in anspruch genommene mhd. grânît ist ein anderes wort (s. ob. 2grän). im dt. wohl nicht vor der mitte des 18. jhs.; zufrühest bei Noel Chomel 4 (1751) 1320: granit oder granito, aber als verweis auf das dem granit nur verwandte mineral syenit, vgl. ebda 8 (1757) 1812: syenites ... bey den Italienern granito, bey den Frantzosen aber granit genannt. dann in einer wohl auf die genaue fachsprachliche bedeutung bereits einzuengenden anwendung in dem bei Wieland 1753 begegnenden kompositum granitstein (s. d. 2 b), das eine gewisse sprachläufigkeit für das simplex schon voraussetzt. häufiger, und nun streng terminologisch, erst seit den 70er jahren des 18. jhs., lexikalisch seit Adelung vers. 2 (1775) 772, bei Campe 2 (1808) 441a nur mit verweis auf grandstein (s. d.): dieser (ein marmorsteinhauer) untersuchete den bruch und sendete uns nicht allein grose stücke von solchem granite, sondern auch ansehnliche stücke, welche vornehmlich aus einem chalcedonier bestunden J. J. Reinhard verm. schr. 5/8 (1764) 901. 11) in geologischer bestimmung: granit ist eine gemengte gebirgsart, die aus feldspath, quarz und glimmer bestehet Werner kurze klassifikation (1787) 7; noch höher aufwärts, tritt man ... in die region des granits ein Ritter erdkde (1822) teil 1, 116; dasz wir von dem granit den anfang machen ... es unterscheidet sich diese merkwürdige gesteinart dadurch von allen andern, dasz sie zwar nicht einfach ist, sondern aus sichtbaren theilen besteht; jedoch zeigt der erste anblick, dasz diese theile durch kein drittes mittel verbunden sind, sondern nur an und neben einander bestehn und sich selbst unter einander festhalten. wir nennen diese von einander wohl zu unterscheidenden theile: quarz, feldspath, glimmer, wozu noch manchmal einige als schörl hinzukommen Göthe II 9, 178 W.; noch verwechseln die Italiäner eine lava mit dem kleinkörnichten granit, und die Franzosen den gneis, den sie blättrichten granit oder granit der zweiten ordnung nennen; ja, sogar wir Deutsche ... haben noch vor kurzem ... die graue wacke des harzes, ein innigeres gemisch von quarz und schiefertheilen, mit dem granit verwechselt ebda 9, 177 ('über den granit'). der seltene plural dient der artbestimmung: an graniten, gneiszen, lerchen- und zirbelbäumen finden sie auch keine grosze erbauung (1786) Göthe I 19, 251 W.; Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 755. er begegnet aber auch in dem vereinzelndem sinne von 'granitstücke, granitfelsen': doch sie kömmt geschritten! schaut nur, wie sie steigt, wo sich auf graniten manche blume zeigt (1808) Göthe I 4, 237 W. auf bestimmte eigenschaften des gesteins anspielend: die alte erfahrung, dasz das höchste und das tiefste granit sei, dasz diese steinart, die man nun näher kennen und von andern unterscheiden lernte, die grundveste unserer erde sei, worauf sich alle übrigen mannichfaltigen gebirge hinauf gebildet Göthe II 9, 172 W. ('über den granit'); die grundlage seiner geognosie, die den granit als grundgebirge betrachtete Steffens was ich erlebte (1840) 7, 14; die Hesperiden, Majorka, Minorka ... wehren sich blauen granites gegen das meer Laube ges. schr. (1875) 4, 187. 22) granit als bearbeitetes material, vor allem in der baukunst und plastik: zwey säulen ..., die eine von schönem granit Archenholz England u. Italien (1785) 2, 48; (Natalie) führte ihn (Wilhelm) durch einen geräumigen [] gang auf eine thüre zu, vor der zwei sphinxe von granit lagen Göthe I 23, 197 W.; eine kirche, ... von rothem und weiszem granit gebaut Jung-Stilling s. schr. (1835) 4, 417; die platte aus geschliffenem granit spiegelt wie blankes eis M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 3, 345; die steinbildnerei ist ein wortkarges handwerk, gelten doch granit und marmor, vorzüglich zu grabkreuzen verarbeitet, als sinnbilder des schweigens Werfel Bernadette (1948) 68. 33) in vergleichendem und bildhaft übertragenem gebrauch. 3@aa) in direktem vergleich, an die eigenschaften des granits anknüpfend, besonders seine härte, festigkeit, seinen charakter als urgestein: die massive, wie aus granit gehauene stirn Spielhagen s. w. (1877) 2, 44; und die musz stehn wie eisen, wie granit, für die nächsten hundert jahre Fr. Wolf besinnung (1947) 108. in verhülltem vergleich: dasz sie (die hölle) ihren insassen nur die wahl läszt zwischen extremer kälte und einer glut, die den granit zum schmelzen bringen könnte Th. Mann Faustus (1948) 392. 3@bb) unter den gleichen gesichtspunkten in unmittelbarer übertragung, hier aber besonders in äuszerer oder innerer charakterisierung von menschen: er ist als mensch interessanter als sie zugeben, eine rechte urnatur, als mineralie betrachtet, ächter granit (1798) Caroline br. 1, 219 Waitz; er kam von Egypten und ist ein mann von granit Hebbel br. 4, 208 Werner; das junge gesicht, das er eben noch hatte ohrfeigen wollen, war plötzlich aus granit, das undurchdringliche bildnis der macht Anna Seghers d. siebte kreuz (1950) 87. seltener auf ein abstraktum bezogen: (die geschichte gräbt) den namen Alexander mit flammenschrift ... tief in den grauen granit der zeit ein Stägemann kriegsgesänge (1813) 10. geläufig in der redensart auf granit beiszen 'auf einen unbeugsamen willen stoszen'. 44) zusammensetzungen mit granit- als erstem kompositionsglied sind äuszerst zahlreich. 4@aa) die mehrzahl der bildungen gehört zu granit 1; z. t. handelt es sich um wörter der geologischen fachsprache. 4@a@aα) begriffe, die der mineralogischen bestimmung dienen, und bezeichnungen für spielarten des granits und für dem granit verwandte gesteinsarten: granitabänderung Oken allg. naturgesch. (1839) 1, 486,
6024 Zeichen · 103 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grânîtstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    grânît stm. granit Beliand 4217. aus fz. granit von lat. granum.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Granīt

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Granīt , des -es, plur. von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, der Nahme eines vermischten sehr harten mit Flec…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Granit

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Granit abgekürzt ‘Gr’ Corpus VB,81 Nr196 ; rund 550 Belege, mehrheitl in 1a 1) . — Erste Erwähnung GWB Tgb 10.10.79 , Au…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Granit

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Granit , ein körniges Gemenge aus Quarz, Feldspath und Glimmer. Der Feldspath ist der am meisten vorherrschende Bestandt…

  5. modern
    Dialekt
    Granitm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Granit m. : wie schd., Granit [vereinzelt]. RA.: uf G. beiße 'Unmögliches versuchen' [ KB-Bockh ; RhWB Rhein. II 1349 ; …

  6. Sprichwörter
    Granit

    Wander (Sprichwörter)

    Granit Der Granit ist zu gemein, um Edelstein zu sein. Die Russen: Der Granit würde für Granaten gelten, wenn man nicht …

  7. Spezial
    granit

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    granit [gra·nịt] m. Granit m., Granitstein m. ▬ de granit 1 graniten 2 ‹fig› fest, unerschütterlich, graniten.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit granit

170 Bildungen · 160 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von granit 2 Komponenten

gra+nit

granit setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

granit‑ als Erstglied (30 von 160)

Granitstein

SHW

Granit-stein Band 2, Spalte 1439-1440

Granitabweichung

GWB

granit·abweichung

Granitabweichung Granitvarietät jene merkwürdige G. [ in Karlsbad ], welche verschiedene Arten des Hornsteins enthält GWB B33,26,3 Schreiber…

granitähnlich

DWB

granit·aehnlich

granitähnlich , adj. , dem granit ähnelnd, aber nicht bis an die bedeutung ' granitartig, granitisch ' heranreichend: um die mitte des vorig…

Granitappel

MeckWB

granit·appel

Wossidia Granitappel m. eine späte, grauschalige Apfelsorte Ro Rostock@Doberan Dob ; Kröp.

Granitarbeit

GWB

granit·arbeit

Granitarbeit nur Pl a Prozeß der Granitbearbeitung GWB 49 2 ,276,15 Bem zBlüchers Denkbild Plp b aus Granit Gefertigtes G-en in Berlin GWB 4…

granitartig

DWB

granit·artig

granitartig , adj. , in geologischer bestimmung, verwandtschaft mit dem granit bezeichnend: diese art ( soll ) ... mit einem granitartigen .…

Granitbank

GWB

granit·bank

Granitbank flacher, im Wasser abgeschliffener Granitfels GWB T2,87,9 v 26.8.97 Armin Giese A.G.

Granitberg

GWB

granit·berg

Granitberg Ich liebe dich .. und freue mich immer auf die Tage, da ich am Fuse der alten Granit Berge [ in Karlsbad ] mit dir wohnen werde, …

Granitbild

GWB

granit·bild

Granitbild für einen der laut Überlieferung bei Sonnenaufgang klingenden Memnonkolosse (aus Sandstein, für G aus Granit); in vergleichendem …

Granitbildung

GWB

granit·bildung

Granitbildung gesetzmäßige Gestaltung des Granits zu einer gegliederten Felspartie, -gruppe GWB N9,230,17 Luisenb [1820] Armin Giese A.G.

granitblock

DWB

granit·block

granitblock , m. 1) in natürlichem vorkommen, als naturgeformtes gebilde: wenn Orpheus es mit seiner leyer dahin brachte, dasz ... granitblö…

granitboden

DWB

granit·boden

granitboden , m. 1) als geologische schicht: ( unterhalb der insel Elephantine im Nil ) beginnt also Ägypten, wo der granitboden aufhört Rit…

granitbruch

DWB

granit·bruch

granitbruch , m. steinbruch, in dem granit gewonnen wird: die granitregion Ägyptens mit den granitbrüchen um Syene Ritter erdkde (1822) teil…

Granitbrücke

GWB

granit·bruecke

Granitbrücke für die aus Granitquadern erbaute Kaiser-Franzens-Brücke bei Karlsbad GWB 42 1 ,47,24 Üb:Monatschr Böhmen [G/Coudray] Armin Gie…

granitell

DWB

granit·ell

granitell , m. , granitelle, f., granitello, m. aus frz. granitelle (1732) und dies aus it. granitella, bzw. aus it. granitello. 1) bezeichn…

Granitello

Meyers

granit·ello

Granitello ( Halbgranit ), ein feinkörniger Granit (s. d.); in der Technik auch soviel wie Granitmarmor, s. Marmor .

graniten

DWB

gra·niten

graniten , adj. , seit etwa 1800; im unterschied zu sachlich gleichbedeutendem granitisch ( s. d. ) vorwiegend, besonders unter 1 und 3, als…

Graniteware

Meyers

granit·e·ware

Granite-ware (engl., spr. grännit-ŭēr), hartes, weißes Steinzeug.

granitfels(en)

DWB

granit·felsen

granitfels(en) , m. 1) aus granit bestehender einzelfelsen: man findet aber auch granit, und der eigentliche berg Sinai ist fast gänzlich ei…

granitfliese

DWB

granit·fliese

granitfliese , f. 1) als form der geologischen schichtung des granits: granitkoppen ... auf ihrer doppelspitze liegen horizontalgeschichtete…

granit als Zweitglied (9 von 9)

aftergranit

DWB2

after·granit

aftergranit m. : 1794 aftergranit .., bey welchem .. quarz, oder feldspath, oder glimmer fehlt Nemnich polyglotten-lex. ( 1793 ) 3,75;

gneisgranit

DWB

gneis·granit

gneisgranit , m. , ' ein zur gneistextur hinneigender granit ' Karmarsch-Heeren 4, 153 ; wenn ich statt granit-gneis sage gneisgranit, so wi…

Porphyrgranit

GWB

porphyr·granit

Porphyrgranit mineralog: Rosengranit; Granitart mit großkristalligen Feldspateinschlüssen GWB N13,271,20 An Freunde dGeognosie Beatrice Fran…

Säulengranit

GWB

saeulen·granit

Säulengranit geol, zu ‘Säule’ 2 Basalte von Stolpen sind die regelmäsigsten, weniger regelmäsige Säulen Granite in Säulen lagen am Wege von …

schriftgranit

DWB

schrift·granit

schriftgranit , m. eine besondere art des granits, bei der die quarztheile schriftähnliche figuren bilden Oken 1, 486 : wir fuhren nach Enge…

urgranit

DWB

urgranit , m. , granit als urgestein (ur- C 4 c): felsen von u. fürst Pückler briefw. 2, 163 . im bilde und uneigentlich: der ich auf wahrhe…

Ableitungen von granit (1 von 1)

urgranit

DWB

urgranit , m. , granit als urgestein (ur- C 4 c): felsen von u. fürst Pückler briefw. 2, 163 . im bilde und uneigentlich: der ich auf wahrhe…