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graetschen

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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7 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grätschen vb.

Bd. 8, Sp. 2061
grätschen, gratschen, vb. , auch in der nebenform krätschen (vgl. t. 5, sp. 2069). intensivbildung zu 1gräten (s. d.) und mit diesem seit dem 17. jh. in konkurrenz, die im bereich der hoch- und schriftsprache im 19. jh., wohl unter einflusz der turnersprache, zugunsten von grätschen entschieden wird. das wort wird zufrühest im 17. jh. belegbar. mundartlich ist es in den bedeutungen 'ausspreizen, unbehilflich, langsam, mit gespreizten (luxemb., schwäb.-augsb. auch 'mit krummen') beinen gehen' obd. und namentlich md. verbreitet, durchweg in umgelauteten und umlautlosen formen nebeneinander; nur das schweizer. scheint ausschlieszlich ä-formen zu haben. der vokal ist in der regel lang (vgl. auch H. Paul dt. gramm. 1, 169): grätschen (grátsch ún) Schmeller-Fr. 1, 1017; gretsch ún Lexer Kärnten 122; grâtsche (Oberinntal) grätschend gehen Schatz wb. d. Tirol. maa. 1, 251; grätschen I schweiz. id. 2, 829; gratschen, grätschen Fischer schwäb. 3, 804; grätzen Martin-Lienhart elsäss. 1, 287a; graitschen Follmann Lothr. 213; grätschen luxemb. ma. 152a; gratschen (neben gretschen u. a.) rhein. wb. 2, 1365; grätschen Crecelius oberhess. 433; graetschen (ae = a) Vilmar Kurhessen 135; gratschen Ruckert unterfränk. 64; grätschen Spiesz Henneberg 83; gratschen Hertel Thür. 109; jrātschen Liesenberg Stiege 117; grätschen J. H. Keller Thüring. waldgeb. 24; gratschen (krtšən, kräätšən) Müller-Fraureuth obersächs. 1, 4379; grätschen Anton Oberlausitz 8, 14; grâtschen Weinhold schles. 29b; grätschen Bernd Posen 49. 11) in der bedeutung 'die beine spreizen', auch 'spreizbeinig gehen'; durch Vieth und Jahn in die sportsprache gebracht und heute namentlich von da her geläufig: grätschen ... metonym. distendere pedes, divaricare Stieler stammb. (1691) 691; gräten, gräteln, grätschen, gratteln ... aprire, slargare ... divaricare ... mit den beinen gräten Kramer t.-ital. 1 (1700) 557b; grätschen ... so das hülfswort haben erfordert, und nur im gemeinen leben üblich ist, die beine aus einander sperren, imgleichen mit ausgesperrten beinen gehen Adelung versuch 2 (1775) 782. für Göthes sprachgebrauch vgl.: unsre miliz war doch noch ein lustig volk; sie nahmen sich was heraus, standen mit ausgegrätschten beinen da, hatten den hut überm ohr, lebten und lieszen leben (1788) I 8, 246 W.; so wird es ähnliche bewandtnisz mit dem Fallbachgeist bei Absam haben ..., der ... mit gegrätschten beinen über dem [] wasser steht Laistner nebelsagen (1879) 259; in dem andern (zimmer wanderte) der mann Clausz auf und ab ..., der hüne auf seinen breit gegrätschten beinen, mit der hand auf einer landkarte die ganze Ukraine zudeckend A. Zweig einsetzg. e. königs (1950) 117. wohl im anschlusz an den sprachgebrauch der älteren voltigierkunst (vgl. oben s. v. grätscheln) als term. techn. der turnersprache, zunächst in bezug auf das turngerät 'pferd': man nennt diesen sprung auf den voltigirböden den grätsprung oder grätschsprung, von gräten oder grätschen, einem alten worte, welches so viel heiszt, als die beine auseinander sperren Vieth encycl. d. leibesübungen 2 (1795) 263; grätschen ... heiszt die bewegung beider schenkel zu gleicher zeit nach beiden seiten Fr. L. Jahn w. 2, 39 Euler. in ironischer charakterisierung: muszt dich (deutsches mädchen) keck emanzipieren und mit kindlichem 'ätsch-ätsche' über männer triumphieren, muszt wie bombe und kartätsche deine kräfte demonstrieren. deutsches mädchen — grätsche! grätsche! Ringelnatz es zwitschert eine lerche im kamin (1953) 31. 22) nur vereinzelt, entsprechend 1gräteln 2 (s. d.), in der bedeutung 'steigen, klettern': grätschen ... propr. gradus ascendere Stieler stammb. (1691) 691; gratschen ... 'klettern' rhein. wb. 2, 1365.
3763 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grǟtschen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Grǟtschen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und nur im gemeinen Leben üblich ist, die Beine a…

  2. modern
    Dialekt
    grätschen

    Elsässisches Wb.

    grätsche n [krátə Lutterb. Felleri. Bebelnh. Rapp. Scherw. ] 1. knarren Felleri. 2. gierig essen Lutterb. 3. kleine Geg…

  3. Spezial
    grätschen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    grät|schen vb.tr. deslarié (les iames).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit graetschen

5 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von graetschen 2 Komponenten

graet+schen

graetschen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

graetschen als Zweitglied (3 von 3)

ausgrätschen

DWB

aus·graetschen

ausgrätschen , dasselbe: unsre miliz war doch noch ein lustig volk, sie nahmen sich was heraus, standen mit ausgegrätschten beinen da. Göthe…

vergrätschen

DWB

ver·graetschen

vergrätschen , verb. durch beinausspreizen beschädigen, verdehnen. dem einfachen grätschen gibt ver die nebenbedeutung des falschen, schädli…

zergrätschen

DWB

zer·graetschen

zergrätschen , verb. : sich z. die beine zu weit spreizen, grätschen Frisch 1, 368 b (-a-); n. dict. 685 (-Ae-); Schrader frz. wb. 2, 1674 .…

Ableitungen von graetschen (2 von 2)

vergrätschen

DWB

vergrätschen , verb. durch beinausspreizen beschädigen, verdehnen. dem einfachen grätschen gibt ver die nebenbedeutung des falschen, schädli…

zergrätschen

DWB

zergrätschen , verb. : sich z. die beine zu weit spreizen, grätschen Frisch 1, 368 b (-a-); n. dict. 685 (-Ae-); Schrader frz. wb. 2, 1674 .…