Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
grätschen
grätschen
grätschen Vb. ‘die Beine spreizen, mit gespreizten Beinen springen’ (17. Jh.), üblich in der Fechtersprache (Mitte 18. Jh.), dann durch Vieth (1795) und Jahn (1814) in die Turnersprache übernommen; seitdem allgemein. Intensivbildung zu nicht mehr gebräuchlichem gräten ‘die Beine spreizen, große, weite Schritte machen’ (14./15. Jh.). Aus gräten und seinen zahlreichen mundartlichen Varianten (graten, grätten, gretten, greiten, gritten) kann ein Ansatz germ. *grī̌- ‘gespreizt, auseinanderklaffen’ erschlossen werden; weitere verwandtschaftliche Beziehungen sind nicht erkennbar. – Grätsche f. ‘Sprung, Stellung mit seitwärts gespreizten Beinen’, seit Jahn (1816) in der Turnersprache. Vgl. älteres Grät-, Grätschsprung (Vieth 1793), zuvor (in der Reitkunst) der gekretschelte Sprung (um 1660).