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Göpel

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Göpel

Bd. 8, Sp. 130
Göpel (Roßwerk), eine Maschine, deren Achse durch die Zugkraft von Tieren (Pferdegöpel), seltener durch Menschenhand (Handgöpel) oder durch Gewicht von Tieren (Tretgöpel) in Umdrehung versetzt und zum Betrieb von Arbeitsmaschinen, zum Heben von Lasten etc. verwendet wird. Eine bewährte Konstruktion von Göpeln, welche die Maschinenfabrik von H. F. Eckert in Friedrichsberg-Berlin liefert, zeigen Fig. 1 u. 2. Das große Glockenrad a, das sich auf einem in der Grundplatte e eingesetzten Zapfen dreht, wird durch drei Laufrollen e' geführt. Die vier Schuhe b nehmen die langen Zugbäume b, an denen die Pferde wirken, auf. Durch Spannstangen c sind diese untereinander verstrebt, um die Zugkräfte auszugleichen. Durch das konische Rad a wird ein Getriebe und das auf der Achse dieses letztern sitzende Stirnrad g in Umdrehung versetzt. Dieses greift wieder in ein Getriebe, auf dessen Welle das Universalgelenk i sitzt, von dem die Bewegung auf die Arbeitsmaschine übertragen wird. In dem Sitz k befindet sich der Treiber. Häufig wird auch das erste Räderpaar aus Stirnrädern, von denen dann das große oft innen verzahnt und das zweite aus konischen Rädern gebildet ist. Es werden jetzt Vorrichtungen vorgeschlagen, durch die bei Unglücksfällen der G. vom Sitz aus gebremst und die Tiere abgegesträngt werden, auch solche, die den Zug der einzelnen Tiere ausgleichen sollen, oder durch welche die Tiere zur Ersparung des Kutschers von dem die Arbeitsmaschine Bedienenden durch Peitschen angetrieben werden können. Die allgemein verwendeten sogen. Universalgelenke oder Klauenkuppelungen, welche die einzelnen Transmissionsstangen beim Göpelbetriebe verbinden, sind wegen ihrer vorstehenden Teile gefährlich, weil leicht Kleider von Personen damit erfaßt werden und dadurch Unglück herbeigeführt wird. Eine neue Kugelgelenkkuppelung von W. Studti in Elbing vermeidet diese Übelstände dadurch, daß die eine Hälfte aus einer Vollkugel besteht, die an dem einen Wellenende sitzt, während die andre Hälfte, an dem andern Wellenende sitzend, eine Hohlkugel bildet, welche die erstere umschließt. Ein in der Hohlkugel befindlicher Stift greift dabei in einen Schlitz der Vollkugel, wodurch die Übertragung der Drehbewegung erfolgt. Ein weiterer Vorteil dieser Kuppelung gegenüber der frühern besteht in der gleichmäßigern Umfangsgeschwindigkeit des Antriebes und in der geringern Längsverschiebung der Wellen, wodurch die Erschütterungen der Maschinen verringert werden. Diese Göpelart, bei der die Zugtiere die Welle bei jedem Rundgang überschreiten müssen, ist namentlich in Norddeutschland sehr verbreitet; in Süddeutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz findet man häufiger die Säulengöpel, bei denen die stehende Welle nach oben verlängert ist und von dort die Bewegung durch einen Riemen auf die Arbeitsmaschine fortgepflanzt wird, so daß die Zugtiere unter dem Riemen hindurchgehen. Die G. sind meistens auf dem Boden befestigt, werden aber auch fahrbar gemacht. In Süddeutschland ordnet man die G. auch derart an, daß deren Grundplatte an der Decke befestigt wird und die Zugbaume nach unten reichen. Man erhält dadurch eine freie Bodenfläche. Erfahrungsmäßig kann man annehmen, daß ein Pferd am G. bei 8 Stunden täglicher Arbeitszeit und bei einer Geschwindigkeit von 0,9 m (im Schritt) eine Kraft von 50 kg ausübt, also in einer Sekunde 50. 0,9 = 45 Meterkilogramm oder 0,6 Pferdekraft Arbeit verrichten kann. Die in Frankreich und Amerika vielfach benutzten Tretgöpel werden aus einer geneigten endlosen Bahn gebildet, welche die Tiere zu erklimmen suchen. Hierbei schiebt sich infolge der Schwere und des von den Beinen ausgeübten Druckes die Bahn unter dem Tier fort und setzt ihre Walzen in Umdrehung. Die Bewegung derselben wird in geeigneter Weise umgesetzt und weitergeleitet. Für den Kleinbetrieb, besonders für Hunde, wird das Tretrad verwendet, bei dem das Tier auf der innern Radfläche läuft. In Frankreich wird Tretgöpel und Arbeitsmaschine häufig auf einem einzigen, oft zweiräderigen Fahrgestell vereinigt. – G. nannte man sonst auch alle beim Bergbau gebräuchlichen Fördermaschinen, die durch Wasser, Dampf oder gepreßte Luft in Bewegung gesetzt werden, und unterschied hiernach Wasser-, Dampf- und Luftgöpel und bei den erstern Wasserradgöpel, Turbinengöpel oder Wassersäulengöpel.
4320 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Göpel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Göpel , des -s, plur. ut nom. sing. ein im Bergbaue übliches Wort, dasjenige senkrecht stehende Hebezeug zu bezeichn…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Göpel

    Goethe-Wörterbuch

    Göpel bergm: (mit Pferde- od Wasserkraft betriebene) Fördermaschine, wohl auch zugl für das über dem eigentl Hebezeug er…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Göpel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Göpel ( Roßwerk ), eine Maschine, deren Achse durch die Zugkraft von Tieren ( Pferdegöpel ), seltener durch Menschenhand…

  4. modern
    Dialekt
    Göpelm.

    Nachträge (Mecklenb.) · +2 Parallelbelege

    Wossidia Göpel m. Pferdeantrieb für landwirtschaftliche Maschinen allgem.; Jöpel Sta Stargard@Bargensdorf Barg ; Jökel L…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit goepel

34 Bildungen · 30 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von goepel 2 Komponenten

go+pel

goepel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

goepel‑ als Erstglied (30 von 30)

göpelhaus

DWB

goepel·haus

göpelhaus , n. , zu 1 göpel, s. d.; soviel wie göpelkaue ( s. d. ): Veith bergwb. 248 . —

göpelherd

DWB

goepel·herd

göpelherd , m. , ' der runde platz bei einem pferdegöpel, worauf die pferde herumgetrieben werden ' Jacobsson technol. wb. (1781) 2, 140 b ;…

göpelhütte

DWB

goepel·huette

göpelhütte , f. , soviel wie göpelkaue ( s. d. ): Mothes ill. baulex. (1881) 2, 485 . —

göpelhund

DWB

goepel·hund

göpelhund , m. , bremsvorrichtung am göpel, vgl. Jacobsson technol. wb. (1781) 2, 140 b . —

göpelkaue

DWB

goepel·kaue

göpelkaue , f. , ' der überbau über einem göpel ' Veith bergwb. 286 ; erst seit dem 19. jh., als göpel nur noch die maschine bezeichnet, wir…

Göpelkêtte

Adelung

goepel·kette

Die Göpelkêtte , plur. die -n, eben daselbst, diejenige Kette, womit die Tounen vermittelst des Göpels aus dem Schachte getrieben werden; da…

Göpelknecht

Campe

goepel·knecht

Der Göpelknecht , des — es, Mz. die — e , im Bergbaue, ein spitziges Hemmeisen am Göpel, wodurch die Bewegung desselben nach Gefallen gehemm…

Göpelkorb

Adelung

goepel·korb

Der Göpelkorb , des -es, plur. die -körbe, eben daselbst, ein ans starken runden Hölzern bestehender Korb, um welchen die Göpelkette gewunde…

Göpelkreuz

Adelung

goepel·kreuz

Die Göpelkreuz , des -es, plur. die -e, ein hölzernes Kreuz, worauf das Gezimmer des Göpels ruhet; der Göpelsteg.

göpelkunst

DWB

goepel·kunst

göpelkunst , f. , soviel wie göpel als maschine: allg. dt. bibl. 69 (1786) 269; vgl. s. v. 1 göpel 1 a: der gepel ... ein schOene kunst Math…

göpelmaschine

DWB

goepel·maschine

göpelmaschine , f. , in bildlichem zusammenhang: wir sind keine pferde für göpelmaschinen Gerhart Hauptmann ges. w. (1942) I 6, 480 . —

Göpelpf_s;rd

Adelung

Das Göpelpf_s;rd , des -es, plur. die -e, diejenigen Pferde, wodurch der Göpel getrieben wird.

göpelpferd

DWB

goepel·pferd

göpelpferd , n. , das vor den göpel gespannte pferd, das auf dem göpelherd ( s. d. ) im kreise getrieben wird und die senkrechte göpelwelle …

Göpelschacht

GWB

goepel·schacht

Göpelschacht senkrechter Schacht (zur Lastenbeförderung), der von einem Göpel bedient wird LA II 7,198,71 MinGeol Plp Rüdiger Welter R.W.

Göpelspille

Adelung

goepel·spille

Göpelspille , plur. die -n, derjenige dicke Baum in der Mitte des Göpels, woran sich der Göpelkorb befindet, und welcher das Hauptstück des …

Göpeltreiber

Adelung

goepel·treiber

Der Göpeltreiber , des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher die Pferde bey einem Pferdegöpel antreibet.

Göpelwark

MeckWBN

goepel·wark

Wossidia Göpelwark n. wie Göpel: Döschmaschin mit Göpelwark Sta Stargard@Koldenhof Kold ; Arch. Landesk. 1862, S. 342.

göpelwelle

DWB

goepel·welle

göpelwelle , f. , die um ihre achse rotierende, senkrecht stehende welle des göpels, um die das seil ( oder die kette ) zum heben von lasten…

göpelwerk

DWB

goepel·werk

göpelwerk , n. , ' triebwerk der dresch- oder futtermaschine ' Hofmann niederhess. 109 : und wie vor dreiszig jahren ging ... im göpelwerk, …

goepel als Zweitglied (4 von 4)

pferdegöpel

DWB

pferd·e·goepel

pferdegöpel , m. bergmännisch ein durch pferde betriebener göpel. Chemnitzer bergm. wb. 238 b . Veith 247 .

Schibengöpel

MeckWBN

schiben·goepel

Wossidia Schibengöpel m. Göpel, bei dem die Pferde auf einer Drehscheibe stehen und auf der Stelle treten Ro Rostock@Klockenhagen Klock .

wassergöpel

DWB

wasser·goepel

wassergöpel , m. durch wasserkraft betriebener oder zur wasserförderung dienender göpel C. F. Richter berg- und hüttenlex. 2, 615 . Veith 24…

windgöpel

DWB

wind·goepel

windgöpel , m. , vom winde oder luftdruck getriebener göpel, namentlich in bergwerken Jacobsson technol. wb. 8, 206 a ; Veith bergwb. 248 . …

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APA
Cotta, M. (2026). „goepel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/goepel/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „goepel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/goepel/meyers. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „goepel". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/goepel/meyers.
BibTeX
@misc{lautwandel_goepel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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