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göpel

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

göpel m.

Bd. 8, Sp. 957
göpel, m. , eine maschine (windewerk oder übersetzungsgetriebe) zum heben von lasten und zum betrieb von arbeitsmaschinen. seit dem 16. jh., zuerst im sächs. bergbaugebiet belegt: gepel machina ... qua ... res fossiles extrahuntur Agricola de re metall. (1556) v 2d, vgl. ebda y 3b; gepell Bech Agricolas bergwerckb. (1557) 125; 135; 157 u. ö.; gepel Mathesius Sarepta (1571) 15b; 145b; gäpel Loehneyss bericht v. bergw. (1617) 60; Junghans gräublein ertz (1680) c 1d; göppel Span bergrechtsspiegel (1698) 146. die länge des vokals ist durch diphthongierung gesichert: geipel neben gäbel Berward interpres (1673) 11. in der heute üblichen schriftsprachlichen form göpel zuerst chursächs. bergordn. v. 1573 (1673) art. 43 abs. 3; Mathesius Sarepta (1679) 60; 572. herkunft unsicher; vgl. im slavischen das tschech. hýbati, obersorb. hibać, niedersorb. gibaś 'bewegen' (s. Berneker 373) und davon abgeleitete nom. ag., z. b. tschech. hybadlo 'bewegungswerkzeug', obersorb. hibak 'lokomotive'. doch wäre bei entlehnung vor dem wandel von g>h im tschech. und obersorb. diphthongierung des i zu erwarten. göpel scheint zunächst auf die md. bergmannssprache beschränkt zu sein, darüber hinaus ist es bis ins 19. jh. hinein nur lexikalisch belegt (s. u.). neben formen mit anlautendem g erscheint gelegentlich keppel, z. b. Hederich t.-lat. lex. (1777) s. v. göpel; vgl. die rückführung von gepel, göpel auf kappe, käppel bei Frisch t.-lat. wb. (1741) 1, 340a. heute findet sich das wort vor allem md.: gēw, gēb Gerbet Vogtland 110; gęwəl Hofmann niederhess. 109 und nd. (vor allem in der anwendung wie unter 2): göp'l, göüp'l Kück Lüneburg 598; gbḷ Mensing schlesw.-holst. 2, 453; jöepəl Block Eilsdorf 65; auch im schwäb.: g'ẹbl Fischer 3, 750; in der österr. bergmannssprache göppel, gappel Scheuchenstuel 103. 11) im bergbau. 1@aa) eine fördermaschine mit zunächst von pferden umgetriebener senkrechter göpelwelle (s. d.), übersetzungsgetriebe und windewerk zum fördern von erzen, wasser u. a.: wann aber der schacht tieff ist, so treibendt vier pferdt den gepell vmb Bech Agricolas bergwerckb. (1557) 127; so ist der gepel auch ein schOene kunst, da man mit rossen berg vnd wasser zu tag ausztreibet, vnd in einer schicht mehr herausz fOerdern kan, als an zweintzig haspeln Mathesius Sarepta (1571) 145b; machina tracta ab equis gepell Frischlin nomencl. (1586) 145b. dann jede fördermaschine, auch solche mit anderer antriebskraft: göpel, gaipel, geipel ist ein grosses gerste, damit grosse lasten aus den tiefen schAechten gezogen werden bergmänn. wb. (1778) 238; göpel, ein hebewerkzeug, ... wird entweder von pferden umgedreht, oder von dem wasser oder dem winde in bewegung gesetzt Voigt hdwb. f. d. geschäftsführ. (1807) 1, 350; einige fahren an. der göpel fängt an zu gehen Körner w. 4, 150 Hempel. im übrigen vgl. die einschlägigen technischen wbb., z. b. Veith bergwb. 247. — häufig in zusammensetzungen mit göpel als grundwort und mit bezeichnung der antriebskraft, vgl. s. v. pferdegöpel teil 7, sp. 1684; der pferdegöpel veraltet im bergbau ende des 19. jh., vgl. Lueger (1894) 7, 146; wintgAepel Loehneyss bericht v. bergw. (1617) 61, vgl. s. v. windgöpel teil 14, 2, sp. 303; wassergöpel Adelung vers. 5 (1786) 88, vgl. s. v. wassergöpel teil 13, sp. 2412. in jüngeren zusammensetzungen: dampfgöpel, turbinengöpel u. ä., vgl. Veith 247; Dannenberg bergm. wb. 158. an die mechanisierung des göpels knüpft bildlicher gebrauch an: was die tintgöpel der unterhaltungsblätter fördern, ist nicht viel gewichtiger Fr. L. Jahn w. 2 (1885) 413. 1@bb) die fördermaschine zusammen mit dem über ihr errichteten kegelförmigen gebäude, dessen oben zusammengefügte balken (säulen) die senkrecht stehende göpelwelle halten: gepel ist ein rundt gebAew, darinnen ein eisern seil vber den korb der spindel sich auff vnd abwint damit man grosse tonnen ertz oder bergk mit pferden heraus treibt Loehneyss bericht v. bergw. (1617) 11; vgl. Minerophilus bergwerckslex. (1730) 306; Adelung vers. 2 (1775) 750. durch die in der form eines kegels aufgerichteten säulen entsteht ein vmblauff im gepell Bech Agricolas bergwerckb. (1557) 126 (area rotunda vmblauf im gepel Agricola de re metall. [1556] v 2d), vgl. s. v. umlauf B 2 teil 11, 2, sp. 1003. vielleicht hat die lautliche oder orthographische ähnlichkeit von gepel 'machina' und keppel 'aedificium' zu diesem bis zum ende des 18. jhs. währenden gebrauch beigetragen; wahrscheinlicher aber ist es, dasz diese verwendung von anfang an gebräuchlich ist und dasz lexikographen die ihnen in der bedeutung 'aedificium' geläufige form keppel gelegentlich auch für sonst geltendes gepel verwenden, vgl. oben. 22) in der landwirtschaft seit dem 19. jh. bezeichnung für ähnlich konstruierte maschinen, die als triebwerk von dresch- oder futtermaschinen dienen und meist von pferden gezogen werden, vgl. Hofmann niederhess. 109; Mensing schlesw.-holst. 2, 453: bei gröszeren betrieben wird eine gezahnte holzwalze durch pferd und göpel über die tenne gerollt, und damit ist die gewöhnliche sorte des maté fertig Hesse-Wartegg zw. Anden u. Amazonas 2491. 33) dem neueren literarischen gebrauch des wortes liegt die vorstellung des von tieren gezogenen göpels zugrunde. im hinblick auf die schwere einer aufgabe: sie verlangen doch auch nicht von der amsel, sie soll den göpel ziehen Emil Strausz freund Hein (1921) 326. die gleichförmig kreisende bewegung des göpels und des eingespannten zugtieres ermöglichen den eigentlichen gebrauch des wortes in vergleichendem oder übertragenem zusammenhang. sentenzartig: 'je ja, je dann', lachte Hanns, 'ich komm gleich wieder des wegs, sagt's rosz im göpel' Anzengruber ges. w. (1890) 4, 341. im vergleich: dieses dasein als stehende bewegung; ... also weniger noch als ein blindes pferd, das, den göpel bewegend, im kreise geht Langgässer d. unauslöschl. siegel (1946) 413. bildlich: wir gehn im göpel nacht und tag und sehen keine frucht von unsrer plag Hofmannsthal Salzb. gr. welttheater (1930) 54.
6060 Zeichen · 163 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Göpel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Göpel , des -s, plur. ut nom. sing. ein im Bergbaue übliches Wort, dasjenige senkrecht stehende Hebezeug zu bezeichn…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Göpel

    Goethe-Wörterbuch

    Göpel bergm: (mit Pferde- od Wasserkraft betriebene) Fördermaschine, wohl auch zugl für das über dem eigentl Hebezeug er…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Göpel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Göpel ( Roßwerk ), eine Maschine, deren Achse durch die Zugkraft von Tieren ( Pferdegöpel ), seltener durch Menschenhand…

  4. modern
    Dialekt
    Göpelm.

    Nachträge (Mecklenb.) · +2 Parallelbelege

    Wossidia Göpel m. Pferdeantrieb für landwirtschaftliche Maschinen allgem.; Jöpel Sta Stargard@Bargensdorf Barg ; Jökel L…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit goepel

34 Bildungen · 30 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von goepel 2 Komponenten

go+pel

goepel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

goepel‑ als Erstglied (30 von 30)

göpelhaus

DWB

goepel·haus

göpelhaus , n. , zu 1 göpel, s. d.; soviel wie göpelkaue ( s. d. ): Veith bergwb. 248 . —

göpelherd

DWB

goepel·herd

göpelherd , m. , ' der runde platz bei einem pferdegöpel, worauf die pferde herumgetrieben werden ' Jacobsson technol. wb. (1781) 2, 140 b ;…

göpelhütte

DWB

goepel·huette

göpelhütte , f. , soviel wie göpelkaue ( s. d. ): Mothes ill. baulex. (1881) 2, 485 . —

göpelhund

DWB

goepel·hund

göpelhund , m. , bremsvorrichtung am göpel, vgl. Jacobsson technol. wb. (1781) 2, 140 b . —

göpelkaue

DWB

goepel·kaue

göpelkaue , f. , ' der überbau über einem göpel ' Veith bergwb. 286 ; erst seit dem 19. jh., als göpel nur noch die maschine bezeichnet, wir…

Göpelkêtte

Adelung

goepel·kette

Die Göpelkêtte , plur. die -n, eben daselbst, diejenige Kette, womit die Tounen vermittelst des Göpels aus dem Schachte getrieben werden; da…

Göpelknecht

Campe

goepel·knecht

Der Göpelknecht , des — es, Mz. die — e , im Bergbaue, ein spitziges Hemmeisen am Göpel, wodurch die Bewegung desselben nach Gefallen gehemm…

Göpelkorb

Adelung

goepel·korb

Der Göpelkorb , des -es, plur. die -körbe, eben daselbst, ein ans starken runden Hölzern bestehender Korb, um welchen die Göpelkette gewunde…

Göpelkreuz

Adelung

goepel·kreuz

Die Göpelkreuz , des -es, plur. die -e, ein hölzernes Kreuz, worauf das Gezimmer des Göpels ruhet; der Göpelsteg.

göpelkunst

DWB

goepel·kunst

göpelkunst , f. , soviel wie göpel als maschine: allg. dt. bibl. 69 (1786) 269; vgl. s. v. 1 göpel 1 a: der gepel ... ein schOene kunst Math…

göpelmaschine

DWB

goepel·maschine

göpelmaschine , f. , in bildlichem zusammenhang: wir sind keine pferde für göpelmaschinen Gerhart Hauptmann ges. w. (1942) I 6, 480 . —

Göpelpf_s;rd

Adelung

Das Göpelpf_s;rd , des -es, plur. die -e, diejenigen Pferde, wodurch der Göpel getrieben wird.

göpelpferd

DWB

goepel·pferd

göpelpferd , n. , das vor den göpel gespannte pferd, das auf dem göpelherd ( s. d. ) im kreise getrieben wird und die senkrechte göpelwelle …

Göpelschacht

GWB

goepel·schacht

Göpelschacht senkrechter Schacht (zur Lastenbeförderung), der von einem Göpel bedient wird LA II 7,198,71 MinGeol Plp Rüdiger Welter R.W.

Göpelspille

Adelung

goepel·spille

Göpelspille , plur. die -n, derjenige dicke Baum in der Mitte des Göpels, woran sich der Göpelkorb befindet, und welcher das Hauptstück des …

Göpeltreiber

Adelung

goepel·treiber

Der Göpeltreiber , des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher die Pferde bey einem Pferdegöpel antreibet.

Göpelwark

MeckWBN

goepel·wark

Wossidia Göpelwark n. wie Göpel: Döschmaschin mit Göpelwark Sta Stargard@Koldenhof Kold ; Arch. Landesk. 1862, S. 342.

göpelwelle

DWB

goepel·welle

göpelwelle , f. , die um ihre achse rotierende, senkrecht stehende welle des göpels, um die das seil ( oder die kette ) zum heben von lasten…

göpelwerk

DWB

goepel·werk

göpelwerk , n. , ' triebwerk der dresch- oder futtermaschine ' Hofmann niederhess. 109 : und wie vor dreiszig jahren ging ... im göpelwerk, …

goepel als Zweitglied (4 von 4)

pferdegöpel

DWB

pferd·e·goepel

pferdegöpel , m. bergmännisch ein durch pferde betriebener göpel. Chemnitzer bergm. wb. 238 b . Veith 247 .

Schibengöpel

MeckWBN

schiben·goepel

Wossidia Schibengöpel m. Göpel, bei dem die Pferde auf einer Drehscheibe stehen und auf der Stelle treten Ro Rostock@Klockenhagen Klock .

wassergöpel

DWB

wasser·goepel

wassergöpel , m. durch wasserkraft betriebener oder zur wasserförderung dienender göpel C. F. Richter berg- und hüttenlex. 2, 615 . Veith 24…

windgöpel

DWB

wind·goepel

windgöpel , m. , vom winde oder luftdruck getriebener göpel, namentlich in bergwerken Jacobsson technol. wb. 8, 206 a ; Veith bergwb. 248 . …

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APA
Cotta, M. (2026). „goepel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/goepel/dwb?formid=G22476
MLA
Cotta, Marcel. „goepel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/goepel/dwb?formid=G22476. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „goepel". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/goepel/dwb?formid=G22476.
BibTeX
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