Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
girren
girren
girren Vb. lautnachahmend für den Ruf von Vögeln, besonders Tauben, spätmhd. girren. Das Verb ist wie gurren (s. d.) lautmalenden Ursprungs. Es steht anfangs für Laute von Tieren unterschiedlicher Art (von Schweinen, Eseln, Gänsen, Hühnern, auch kleineren Vögeln), seit dem 16. Jh. in wachsendem Umfang für den Naturlaut der (Turtel)tauben, aber auch für knarrende, knirschende Geräusche. Auf den Menschen übertragen steht das Verb als Ausdruck schmerzlich-sehnsüchtiger Trauer für ‘klagen, seufzen’ (seit dem 16./17. Jh.) und wird zu ‘verführerisch, gefühlvoll, zärtlich sprechen, um Liebe werben, schmachten’ weiterentwickelt (seit dem 17./18. Jh.).