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gezähe

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gezähe n.

Bd. 7, Sp. 6876
gezähe, n. , neuere schriftform für das ältere gezau, dessen umlautform (gezaü) in ostmitteldeutschen mundarten sich verengte (gezêe lausitzisch). in die schriftsprache drang diese mundartliche nebenform als ausdruck der (sächsischen) bergmannssprache vor, auf die sie sich im neuhochdeutschen gebrauch auch wesentlich beschränkt: gezähe oder gezeug, sind alle die instrumenta, die so wohl die bergleute bei gewinnung der gänge, als auch die schmelzer in hütten gebrauchen J. Hübner natur-kunst ... lexicon (1712) 577 u. a. die grundbedeutung, die im gebrauch von gezau, gezäu noch zum ausdruck kommt, weist auf den umfassenden begriff des instrumentum für alle gebiete menschlicher thätigkeit, wie er in jüngeren verwendungen von geräthe (s. d.) zu tage tritt und wie er in einer gebrauchsrichtung des noch umfassenderen gezeug (zeug, handwerkszeug) unter unmittelbarem wettbewerb mit gezau, gezäh zu belegen ist s. gezeug. 11) die alten formen des fem. und des (erst später belegten) neutrums: gezawa Graff 5, 713; gezouwe, gezöuwe mhd. wb. 3, 942a; vgl.getouw, getow Schiller-Lübben 2, 89; angels. plur. getawa instruments Bosworth-Toller 451; s. auch getouw woordenboek der nederl. taal 4, 1848. 1@aa) die grundbedeutung dieser substantivbildungen ist am sichersten im zusammenhang mit den zugehörigen verbalformen zu gewinnen, die sich schon früh und auf breiterer grundlage entwickelt zeigen und die in ihrer zusammensetzung mit dem präfix ge ohnediesz noch beachtung forderten. 1@a@aα) aus der althochdeutschen periode sind zweierlei verbalableitungen bezeugt: 1@a@a@11)) das intransitive zawên, dasnur mit unpersönlichem subjectbei Otfrid mehrfach beobachtet ist: themo ouh baz zaweta,ther thia jugund habeta; then ginoz firliaf er fram. 5, 5, 5 u. a. 1@a@a@1@aa)) die spätere zeit setzt diese bedeutung und fügung namentlich in formen mit präfix fort vgl. gezouwen mhd. wb. 3, 943b; vgl. Schmeller 22, 1066 u. a. in muste wol gezouwen. Herbort troj. krieg 2858; em begunde wol geczouwin daʒ he gutis gewan genuk. mitteld. schachbuch (ztsch. d. alt. 17, 287); mochte abir des mit nihte gezouwen Erfurter urk. buch 2, 352; der uns das liedlein new gesang ... Andre Nadler ist ers genant, im wircz gar wol gezawen. 3 lieder aus Wiener handschr. (Zwierzina) ztsch. d. alt. 41, 72. 1@a@a@1@bb)) diese bedeutung von förderlich sein wird am verbum vereinzelt auch auf persönliches subject bezogen; bezeichnenderweise jedoch nicht in formen mit präfix: die selben burch vrône hîʒ er in scouwen: der rede scul wir zouwen. himml. Jerusalem 32 Waag s. 53; vgl. auch mhd. wb. 3, 943a. aus der verbindung mit dem reflexivpronomen entwickelt sich hiebei eine beliebte formel, die sich der aus dem begriff des vorwärtsschreitens wohl zu erklärenden bedeutung von festinare nähert: zouwe dîn (dich) Grimm gramm. 4, 35 u. a. vgl. neudruck; vgl. wenn du hören wirst das rausschen auff den wipfeln ... so zawe dich Luther 2. Samuel. 5, 27; vgl. Schmeller 22, 1065; Vilmar 465. 1@a@a@22)) weniger ergiebig für das gebiet des deutschen verbums, aber bedeutsam für die erklärung des substantivs ist das factitive zawjan, das in glossen für exercere eintritt und das in der participialform das lat. tinctum ersetzt, also einen beweglichen bedeutungsinhalt birgt (angels. gatawian zeigt noch fortgeschrittenere entwicklung) vgl. auch das nomen agentis zawer, zaur, tuch oder zeugmacher Schmeller 22 1067. dieses factitivum ist schon bei Ulfilas in den formen taujan, gataujan reichlich herangezogen, um dem griechischen ποιεῖν und anderen verbis intensiverer bedeutung zu begegnen. den deutschen übersetzern stehen dafür schon aus frühester zeit andere entsprechungen zu gebot: das bei Otfrid und Notker vielgebrauchte, im Tatian und Isidor unbelegte machen einerseits und das westgermanische tuon (tôn), in dem die ursprüngliche bedeutung des verbums am raschesten verblaszt: ei tavidedeina ina du þiudana Ulfilas Johannis 6, 15 (ἵνα ποιήσωσιν αὐτὸν βασιλέα, machten in zu eim kunig cod. Tepl., desgl. Luther; gegen: tatin inan cuning Tatian 80, 8) u. a., þana swa þata gataujandan Ulfilas 1. Kor. 5, 3 (τοῦτο κατεργασάμενον; der da tet dicz werck cod. Tepl., desgl. Luther) u. a. auch die bedeutung, die in diesem taujan mehr oder wenig sinnlich noch zu erfassen ist, läszt sich mit Osthoff (indogerm. forsch. 5, 282) auf die anschauung eines vorwärts bringen, fördern zurückführen. anders Lorenz, der ebenda 342 f. δοῦλος arbeiter, dann diener, sklave heranzieht. schon in der alten runeninschrift auf dem goldenen horn von Gallehus hat das verbum eine entwicklung erreicht, von der auch der hauptgebrauch des substantivs getragen ist: tavido, fabricavi. 1@a@bβ) unmittelbar dazu stimmen die glossenbelege für das substantiv, die sich auf das erzeugnisz der handfertigkeit, auf den hausrat beziehen: suppellex, gizawa St. Galler handschr. d. 10. jahrh., desgl. aus S. Peter zu Prudentius Steinmeyer-Sievers 2, 496; vasa, gizou Regensburger handschr. des 10. jahrh. zu Jeremias 21, 4 Steinmeyer-Sievers 1, 630; die handschr. aus Scheyern bringt hierzu eine umlautsform: gizeu (s. ebenda), während die Tegernseer des 11. jahrh. und andere ältere handschr. hier das concurrenzwort geziuch buchen; vgl. auch giziuch (zu Jeremias 50, 25) Steinmeyer-Sievers 1, 634; subpellectiles kiziugi (Esaias 39, 2) 1, 620; s. gezeug. 1@a@gγ) dem gegenüber steht bei Otfrid ein abstractes substantiv, das sich enger an das intransitive zawên anschlieszt: gizawa mo firlihe ginada thin, theiz thihe. 1, 2, 28, vgl. auch Graff a. a. o. in dieser richtung hat sich das deutsche substantiv nicht weiter entwickelt; ebensowenig ist es auf dem wege des gotischen gebrauches von tavi weitergegangen, das von Ulfilas für griechisches ἔργον, ποίημα, πράξις eingeführt wurde, während die deutschen übersetzer werk, that, geschäft, handel an die stelle setzten. auf den begriff des instrumentum, dessen sinnlicher gebrauch schon die mittelhochdeutsche zeit beherrscht, führen auch abstracte verwendungen zurück, die in späteren denkmälern zu belegen sind, vgl. uppe dat de doth werdee in getow, dar durch men ginge in dat ewige levent Schiller-Lübben 2, 89: so uns dann got det gezauwe (mittel und wege) verleint hait, so laist uns noch hint afgain Koelhoffsche chronik (zu 1499) s. dtsch. städtechron. 13, 573; vgl. auch die belege aus den mystikern u. a. (s. u.). auch für das folgende ging die übertragung wohl den gleichen weg: gezawe wol lebender und gehorsamer munich (var. bilde), exempla bene viventium et obedientium monachorum verdeutschung der Benedictinerregel d. 14. jahrh. s. Käferbäck (1868), s. 97. 1@bb) die bedeutung des werkzeugs 1@b@aα) ganz allgemein gefaszt 1@b@a@11)) ist naturgemäsz seltener rein sinnlich angewendet: ieglicher sin gezowe truc, als er vor sin amt tet. swert, sper, schufeln, bret und darzu hamer und e leist. pass. 584, 78 Köpke. vgl. die glossen: getouwe, fabrilia; utensilia s. fundgruben 1, 373; vgl.: hacketen und schnitten jr getreide ein, damit sie sich so kümmerlich hin brechten ... darzu dorfften sie nicht vil sunders gezausz unnd hauszrats, schalen und schneckenheuser waren jr schüsseln Mathesius Sarepta (1562) 12a; darausz man den besten stahel unnd eisen, und allerlei wehr, waffen und gezaw machet 110a; vgl. auch (aus neuerer rheinfränk. mda.): op wagen führten si ihr gôd all die gerêden ovvendrop di frauen un di kenger lêf met spill, gezau un rockelskopp. Frommanns mundarten 5, 519. 1@b@a@22)) diese allgemeine bedeutung ist vor allem mit abstractionen verbunden, wie sie der sprache der mystik geläufig sind: sol denn in dem lieht merken die gegenwürtikeit deʒ allichen götlichen wesens in ime und daʒ er deʒ selben allein ist ein gezöw Seuse (leben c. 49) 169 Bihlmeyer; got ist daʒ wesen und leben und daʒ würken in im und er deʒ selben alleine ist ein gezöwe (var. gezöge) 359 (büchl. d. wahrh. cap. 7); er ist ein gezöw (var. gezüge) und ein kind (leben, cap. 2) 167; der ... mensche ist mit denne ein gezowe das got würket Tauler (predigten 60: qui manducat meam carnem) 312 Vetter; das ein ieglich crêatûre, diu dâ würket, in irre selbes würkunge ist ein geziug der êrsten sachen, diu in allen dingen würcket. nû enwürket daʒ gezöu niht, es werde danne beweget von deme, des gezöu es ist, alse der hamer tractate dtsch. mystiker (ztschr. d. a. 8), 437 Pfeiffer; s. myst. 1, 24; du salt bekennen, daʒ du bist ein gezauwe der heiligen drivaltekeit; daʒ wirket in dir stede bereitschaft, daʒ du ime gereit bist alle zit, alse ein gezauwe bereit ist deme wergmeister Nikolaus v. Landau sermone 35 Zuchold; vgl. dazu auch (in der verkleinerungsform) got ... durch mich sin armes gezoewelin Nicolaus v. Basel (brief v. 1363) 278 C. Schmidt; vgl. dazu: die krafft des geschlechtes oder gestalt. die hat der same von himmel mit werme unnd wind die solcher krafft dienen als ir gezauwe Petr. de Crescentiis vom ackerbaw (1531) 23a; also auch einer iglichen kunst forme beweget durch sich selber und suchet die gezauwe und geschirre die bequem sin irem ende 98b. hieran schlieszt sich eine eigenartige verwendung, die bei Luther belegt ist und die über den prädicativen gebrauch zur adjectivierung weiterführt: last unser zungen, feddern und stimmen dem selbigen gerüstet frische gezawe seien und ihm dienen 19, 43 Weimar; da mus der fisch, der vorhin des tods gezaw war, des lebens gezaw sein 232 (zu der var. s. sp. 6882). 1@b@bβ) die mannigfaltigkeit der verwendungen, deren der begriff des instrumentum fähig ist, erschlieszt sich in der engeren richtung auf bestimmte arten des gebrauches. 1@b@b@11)) ir durfet niht verkostenûf ros noch gewant. allen die iu volgent.den gibe ich solch gezouwe, daʒ iuch wol mit êrenmac gesehen ein ieslîchiu vrouwe. Gudrun 262, 3; der lantliute künne kômen niwan sibene manvon dem marcgrâven dan: die fuorten sîn gezouwe. klage 1416; vgl. schon könig Rother 301; vgl. auch: liessen die doimheren irre meiste mure clocke in den nuwen steinen clockentorn hangen ... darzo hadde men alle die krane ind pleiden ind winden, die in dem doim waren, nochtant moiste men der stat Coellen gezauwe ouch darzo lenen Koelhoff. chron. (1438) 779; s. dtsch. städtechron. 14, 779; were dat on dat echt not beneme, dat se uns nicht malen enkonden, dat were an water, an ise edder an oreme getouwe Hildesheimer urkunde v. 1410 s. urk.-buch 3, 190; so mache ein hol in den stam mit deinem geczewe facies ei foramen cum aliquo ligno primo ad hoc temperato mitteld. übers. des arzneibuchs Barth. (Wiener acad. hist. ph. 71) 563; hat dennoch Adam ... gezau von hacken und messern haben müssen Joh. Mathesius Sarepta (1571) 7b; die ungeheuren waffen und gezäu (von früheren groszen und starken menschen); anno 1618 fande ... ein alter förster ... unter einem ... baum eine gantz stählerne unförmlich grosse hacke Chr. Lehmann historischer schauplatz (1699) 759. 1@b@b@22)) gezouwe, armamenta s. fundgruben 1, 373; der richter muʒ schaffen umme einen vorwurchten und umme kampfgezowe (kampfgezeuwe) Freiberger stadtrecht 30, 11 (vgl.das kampfgeschirre daʒ bleibet dem richter 27, 19); hieʒ die mûre hauwen mit stelîner gezowe. Lamprecht Alexander (Vorauer handschr.) 869 (stehelînen gezowen Straszburger hdschr. 1210) Kinzel; ir reisin vurbaʒ sich gevînc vor ein hûs ... Rogouwe, und mit sturmis gezouwe iʒ vîentlich anstrittin. Nicolaus v. Jeroschin 15058; desgl. (sturmgezouwe) 14868; mit manchen getzauwe do man pliet to striiden Münchener handschr. s. Schmeller 22, 1068. 1@b@b@33)) unde quem vil wol bedâcht mit wer und mit gezouwin in daʒ lant Schalouwin .. und bûwte bî dem wâgê der Mimlin ûf einen berc got ein lobelîchiʒ werc, eine vestin gûte. Nicolaus v. Jeroschin 19982; gezouwis und gereitis gnûc, des zu gebûwe was vuc. 70101. 1@b@b@44)) wir wiʒʒen niht, wanne der brutegam kumit. so ha wir leider wenic gevrumit unse wirtschaftsgezowe waʒ moge wir uns toren gevrowe? Thüring. spiel v. d. 10 jungfrauen v. 129 Beckers; vgl. auch feuergezau (pyrotheca, ignitabulum) theil 3 sp. 1593 (anders vûergezouwe Jeroschin 24603); vgl. Göpfert ztschr. dtsch. wortforschung, beiheft zu 3 s. 25 (zu Mathesius); schrîpgezouwe (Beheim evangel. Lucas 1, 63; erzähl. weiser meister 41, 11 Keller) s. Lexer 2, 801 gegen schrîpgeziuc ebenda; vgl. schreibzeug theil 9 sp. 1708; schreibgerät sp. 1704. dazu vgl. andere künstler müssen zeug und gezau haben Mathesius Johannes 20a; darumb werden usz ime gemacht harpffen und andere gezhauwen der musica Petrus de Crescentiis ackerbaw 90a; dazu vgl. dô heten si gemachet ein gruwelich gezowe, dô man di kristenliute pflag mit pînen, daʒ hieʒ marcolius myst. 70, 25. 1@b@b@55)) aus niederdeutschen denkmälern ist hier namentlich die bedeutung fahrzeug, wagen bezeugt: wat van anderen fruchten ... up eime gezouwe herinkompt steuerverordnung für die brauer (1481) s. Kölner zunfturk. 2, 85 Loersch; soilen die wirde geine gezouwen mit vischen vur irer diuren antladen (1461) 114; van den winen die up den getzauwen verkouff(t) werdent Kölner beschwerden gegen Antwerpen (1429) Hans. urk.-buch 6, 456; desgl. 3, 302 u. a.; ghetouwen, kerren ende waghene 5, 234; vergl. auch wilk borger ... dei wege wanderde oder forde mit getouen in unsen landen Seib. urk. nr. 776, 8 s. Schiller-Lübben 2, 89b; vgl.gezauwagen Vilmar 465. 1@b@gγ) solche formen der bedeutungsverengerung gewinnen in der beziehung auf eine durch regeln gebundene thätigkeit, im rahmen bestimmter berufszweige besondere gestalt: ein jewelick hantwerck heft sin sunderlike gescherre und getouwe niederdtsch. rechtsbuch 41 s. Schiller-Lübben a. a. o.; hier machen sich landschaftliche unterschiede bemerklich; oberdeutsche zeugnisse treten ganz zurück; die mitteldeutschen zielen auf bestimmte engere typen, während die niederdeutschen mannigfaltig und beweglich erscheinen, vgl. auch: brûgezauwe ind ingedoeme (1479) Kölner zunfturk. 2, 84; fabrile, ein smedes getauwe gemma gemmarum s. dtsch. städtechron. 14, 998. vgl. auch niederl. getouw. 1@b@g@11)) während die jagd naturgemäsz hier zurückbleibt (s. aber myst. 193, 27), gilt dies vor allem für den fischfang, der im besonderen dem mitteldeutschen gebrauch, namentlich des westens hier zeugnisse entnimmt: is er (der sehe) abir groser. mit welcherleie gezouwe her dor inne vischen wolde, czu sines tisches gemache, alleine ane das necze, das niwod heiset, habe er vrie kure Kulmer handfeste 15 Leman s. 7; wer sich da ungepürlich sall ... weren in den wassern ... span getzauwe, waden und die kiselgarn und alle unrechte stricke und gezauwe, damit mann fangen mag wilt und fogele und fische Dreieicher waldbann (1338) s. weisth. 1, 499; mit verbotten getzawen als wurfgarn und brestgarn 529; soll ... mit gezauw und nit mit geflechte ... von fischern gefischt werden (Trebur 1425) 496; die lore wellen, schafft, waden, affengezaw und garn sollen verboten sin ordnung der fischerei auf dem Rhein (1488) ztsch. gesch. Oberrh. 4, 88; desgl. gezawgarn ebenda; affengezawe mit issen ringen und spennen, dergleichen klopgezaw und spennen (1529) 95; wie der Necker mit miszbruchung allerhand gezauwe ... verderbt und verwust ... sollen die klebgarn und tribend gezauwe ... bis uf Martini ... gemitten werden ... bis Bartholomey sollen alle eng gezawe, die die jung leich ufheben, verboten sin pfalzgraf Philipps ordnung der Neckarfischerei (1502) ztschr. gesch. Oberrh. 4, 89 f. wie nun hinfurter unsere fischer von Meintz den Rhein hinauf fischen und was sie fur gezaw brauchen sollen (Mainzer ordnung v. 1528) 96 u. a.; vgl. auch retum gezaue Diefenbach 446c; gezäu ebenda; fisch gezeih, das gezeihe, die segen genant Würzburger fischer ordnung von 1556 s. Schmeller 22, 1068; die säge, sagena, segina, an der Donau wurf, am Maine das gezäu, gezowe genannt, ist das grosse aus zwei wänden bestehende und von der zille (barca ohne alles gerait und tauwerk) ausgeführte zugnetz H. Peetz die fischwand in den bayerischen seen (1862) 9. anm. 1@b@g@22)) das handwerkzeug der schiffahrt ist im wesentlichen aus niederdeutschen belegen bezeugt; wobei die etymologisch verschiedenen bildungen getouwe und tau(werk) sich auch secundär kaum berühren: vgl. dat des schipperen touwe stan ende gut sin Lüb. recht 582 s. Schiller-Lübben a. a. o., vgl. siins scips ghetauwe (1360) Hans. urk.-buch 3, 262; ghetauwe van scepen 217; ghetauwe ende ankere 220; eʒ waren schifliute zweimal in noten uf dem mer, daʒ in nicht konde wesen ein wer, gezouwe noch ir wisheit. pass. 11, 49 Köpke (gezeuwe var). als sie den nechsten tag auffgestanden waren vom schlaff ... haben sie etlich stund hinbracht die riemen inn die schiff zuo bringen, unnd ihr gezaw zuo rüsten Carbach übers. des Livius 255r. 1@b@g@33)) mannigfach ist das subst. in der beziehung auf die weberei beobachtet. 1@b@g@3@aa)) durch mittel- und niederdeutsche mundarten (vgl. auch niederl. getouw) ist die bedeutung des webstuhls verbreitet: ich wil uf min gezouwe eber und wil weben also ein weber. Brun von Schonebeck hohes lied 1855 Fischer; vgl.getouwe Schiller-Lübben a. a. o.; wolde auch dheiner unsir brger furdermer gewandt machen, der sulde daʒ machen uff einer smalen gezauwe, grauwe adir wieʒ ane listen ordnung der wollenweber (Gotha 1404) Thür. gesch. quellen n. folge 6, 56; vgl. 29 (s. u.); die dûch ûf der gezouwe (später ramen) Miltenberg s. Lexer nachtr.; sardoichere ... van der gezauwen genomen ... sal man ... besien ind ... zeichenen (1420) Kölner zunfturkunden 1, 149 Loersch; vgl. (1397) 1, 133. 150; (1441) 2, 367; wer eine gezauwe hantiert (1434) 1, 515; vgl.scharzengezouwe 2, 323; liinengezouwen ebenda (vgl. noch kazau, webstuhl J. Müller Aachener mda. 102); item es sal auch nimand, der nicht des handwergis ist, durch mitgesinde addir lerdiner slewr addir ellenbreit uff langem gezaw ... erbeiten innungsartikel d. leineweber (nach 1468) s. Freiberger stadtr. (zusätze) 294 Ermisch; gezouwe Breslauer urk.-buch 68, 26; textrinam, gezau Diefenbach 582b; vgl.gezau, gezahn (Selters, Lorch) webstuhl Kehrein 163. 1@b@g@3@bb)) vereinzelt ist auch die beziehung auf das gewebte zu beobachten: texilis, gezau Diefenbach 582b; pretextum gezau 458b; vgl. aber gezauet, textilis mitteld. vocab. d. 15. jahrh. s. Diefenbach-Wülcker 620; dazu vgl. gezöngs, das geflechte, flechtwerk, l'entrelacement Gangler lex. d. Luxemburger umgangsprache 180 s. gezeug. 1@b@g@44)) so wird das subst. auch innerhalb der bergwerksprache angewendet, wo die abgrenzung gegen die bedeutungsverwandten (gezeug, geräthe) und das verhältnisz der formen gezau, gezäu zu gezähe beachtung fordern: die hamerhutte ... mit aller irer zubehorde ... und alle gezauge Dillenburger urk. (1447) s. J. Arnold beitr. z. dtsch. gloss.; das die alden gezawe, von den auffgelassenen zechen (nicht) komen ... sol er (der bergkmaister) das gezawe wol vorwharen ... ob aber ettwas woldt vorterben, das soll man vorkauffen ... auf das man, so sie wider auffgenommen, solliche gezawe wider darvor kauffe herzog Georgs zu Sachsen bergkordnung (Dresden 1536) 127; wird nicht allein allerlei metal, sondern auch der bergkleut gezaw, arbeit ... und gar vil bergkhandels inn der biblia gedacht Mathesius Sarepta (1562) 8b; wie der son gottes sich inn ewer (der bergleute) fast fürbildet, unnd an ewer gezaw sein wort hefftet 192; nun kommen wir zur eweren schlegel und eisen und was jr ferner für gezaw oder instrument und werckzeug zu ewer bergarbeit ... bedürffet, als klein und grosse peuschel, handfeustel, blOetz, federn, keil, fummel, ritzeisen, keilhaw, kratzen, prechstangen ... und ander gezaw 196; herggezaw und bergarbeit inhaltsverz. a 2b; zum sechsten baben sie keine achtung auf die gezawe gegeben, weder auf die reder noch auf die belge oder gebläse Hardanus Hake bergchronik (16. jahrh.) her. v. Denker (vgl. unter gezähe); wenn ein arbeiter sein geding auffgefahren, soll er ... sein gezeu überlieffern bergordnung für Köln (1669) 7, 25 s. Veith a. a. o.; umb und fast in Artzberg findet sich viel eisenstein, darbei ein hammerwerck und hoher ofen, mit allen gebäuden und allem gezäu G. C. Kirchmaier inst. metall. (1687) wolgemeintes bedencken 102; das gezau, so die bergleute täglich zu ihrer berg-arbeit, als schürffen, röschen und zimmern in schächten ... bedürffen, sind axt, sägen, klammer, wendhaken, schrauben, hebzeugseil, keilhauen, kratzen, schlägel und eisen, bergtröglein, handfeustel, klein und grosse peuschel, fimmel, brechstangen, keil, ritzeisen, klotz, federn, scheide und puchhammer, ertzquetscher, grubenlichter, compast, grubenscherper, unszlittaschen, sicherberg und ertztröge, lauffkarren, kübel, seil und ander gezau zum schacht und stollen auszzimmern ... wann sie die stollen fassen ... ein gebäu über die richtschach richten und was sie ferner im gesencke oder fürm ort bedürffen ... solchen und dergleichen zeug mehr müssen die bergleute stündlich und täglich haben G. E. Löhneisz bericht von bergwercken (1690); desgl. (s. u.) 246. 205; vgl. auch gezauholtz 205. 1@cc) für das verhältnisz von gezau zu gezeug (s. d.) 1@c@aα) sind aus der bergmannssprache negative und positive anhaltspunkte zu gewinnen. 1@c@a@11)) in bestimmten zusammenhängen und verbindungen wechseln die beiden bildungen, ohne dasz sich ein bedeutungsunterschied erkennen liesze: 1@c@a@1@aa)) vgl.: sie sollen auch alle freitage, wann von den schichtmeistern die schmiedekost geschrieben wird, sich das gemachte gezau und eisenwerck zeigen ... lassen, und fleissig zusehen, ob ein iedes seine rechte stärcke hat Löhneisz 205; gegen: auch sol man den schmiden vom gezeug, und allen andern stücken, so sie den gewercken, auffm perg und inn mülen arbeiten ... nichte mehr geben zinnbergwerksordn. (Zwickau 1548) C 4; das gleiche Löhneisz 243; vgl. auch bergrechtsspiegel 123. 1@c@a@1@bb)) dass es nimmer an gezäue, wie man spricht, oder gezeug fehle nicht. alter bergreihen 2, 60 Döring s. Veith 244; was zur notturfft den gewercken und ihrer zechen musz gebrauchet werden, es sei eisen, unszlit, seil, trög, kübel, gezaw, holtz, bret, nagel und alles anders Löhneisz ber. 246; gegen: alle unkosten, arbeiter, gezeug, inslet, eisen, setzholtz ... brette und nagel musz ihm der gewercke schaffen Reichensteiner ordnung von 1509 (cod. dipl. Siles. 20) 160 u. a.; unslet, eisen, gezeug, holtz und dergleichen zinnbergwerksordn. (1548) C 4. 1@c@a@22)) gelegentlich könnte dem gezau der engere, dem gezeug der weitere begriff zuerkannt werden; vgl.: alles geczeu das bei der hutten ist sampt dem leimen und bleischlagen ist geschatzt vor schock 12; item 3 par balgen vor scho. 27 verkauf von bergwerksmaterialien zu Reichenstein (1526), s. cod. dipl. Siles. 20, 227; gegen: es sollen die schichtmeister allen vorrath der zechen von gezeug und allem andern, den gewergken zustendig ... eigentlich verzeichnen Joachimsthaler bergordnung (1548) D 4; desgl. bergrechtsspiegel v. S. Spahn (1698) 102; mit allem gezeuge vorrat (Schweidnitz 1496) cod. dipl. Siles. 20, 126; mit allem gezeig und forradt (1520) 214; desgl. 217; doch vgl. auch mitsambt den balgen und gezeug (Reichenstein 1514) 194; andererseits vgl.: im die (genannten theile) wedir czuantworten und geweren bauhaftig, als bergwergs recht ist, mit allen geczoe, als er sie iczt entpfangen hot Breslauer urk. v. 1479 (cod. dipl. Siles. 20) 102. 1@c@bβ) in der beziehung auf andere berufszweige 1@c@b@11)) sind mehr anhaltspunkte gegeben für die abgrenzung von gezau als engerem begriff gegen das weiter gefaszte gezeug, vgl.: ein iglich handtwerksman verschost mit seinem handtwerge das gezeugk, dae er sein handtwerk mit arbeit, als gezaw, fas, beil, barten, hamer, amboss, cheren und dergleichen Eisenacher verordnung für die weber (14. jahrh., Thüringer gesch. quellen, neue folge) 6, 29; vgl. die ordnung des fischens und der gezaw uff dem Reinstrome belangendt (1528) ztschr. gesch. Oberrh. 4, 96; gegen: sin gezg, damit er gefaren und sich fischens gebracht hett (1502) 4, 91; vgl. auch wenn einer das hantwerg beweisen wil, das sal er thun mit einem bottichen, mit einer wannen und mit einem halben fuder ... zu sulchem geresse sullen in die meister gezeug vorlegen innungsartikel der böttcher (um 1450) Freiberger stadtrecht (zusätze) 288 Ermisch. 1@c@b@22)) für das zusammentreffen in der gleichen bedeutung zeugen hier varianten wie geczeuges Dresdener handschr. d. 15. jahrh. gegen gezouwis Nic. v. Jeroschin 10101; desgl. gezau, gezeug, textilis Diefenbach 582b; gezeug, gezauwe, mensuralis 356b; gezewg, gezew neben gezau Luther 19, 232; vgl. geziug neben gezöu ztsch. d. a. 8, 437. 1@dd) die formen weisen einerseits in bezug auf die vocalische oder consonantische geltung des u verschiedenheiten auf, andererseits bevorzugen sie mehr und mehr den umlaut, der für eine bildung auf i (gezawi neben gezawa) zeugt. vereinzelt tauchen auch formen mit inlautendem guttural auf, die jedenfalls der berührung von gezau mit gezeug nahe stehen: zangen und alle gezauge Dillenburger urkunde (1447); promptuarium ein getzag Trochus s. 4; vgl. auch zougen, zouge dîn neben zouwen, zouwe dîn vgl. sp. 6877 s. J. Grimm a. a. o.; vgl. zachweber neben zauweber Schmeller 22, 1067 u. a. anders: das unsere burger ... mit deheinen cleineren gezoge noch garne varen söllen Straszburger rathsschreiben v. 1434, s. zeitschr. gesch. Oberrheins 4, 78 s. gezog. 1@d@aα) gezâwe neben gezau ist als variante noch im thüring. spiel von den 10 jungfrauen belegt; desgl. in den Neckar- und Rheinfischerordnungen s. zeitschr. gesch. Oberrheins 4, 90. 95 (neben gezauwe) 96. ebenso in herzog Georgs v. Sachsen bergordnung (1536), bei Mathesius und Löhneisz. 1@d@bβ) umlaut ist schon in einer variante zu den glossen bezeugt: gizeu (Scheyrn 13. jahrh.) Steinmeyer-Sievers 1, 630; desgl. gezeuwe (var. zu gezouwe) pass. Köpke 11, 49; gezoie Brun v. Schonebeck hohes lied 2753; geczœ Breslauer urkunde v. 1479; geczeu Reichensteiner von 1526; gezeih Würzburger fischerordnung von 1556; gezeu Kölnische bergordnung; gezäu Diefenbach 469e (gegen gezau 446a); bei Mathesius (Göpfer 37); Chr. Lehmann (1699) für den plural; vgl. gezäu, gezê Weinhold verbreitung und herkunft d. Deutschen in Schlesien; s. Lehmann forsch. z. dtsch. landes- und volkskunde 2, 211. 22) gezähe als mundartliche verengerung der umgelauteten form (vgl.gezähe der Berliner, Klausthaler handschr. zu Hardanus Hake für gezau). 2@aa) ist im ältesten beleg nicht aus der bergwerksprache, sondern aus der weberei bezeugt: wann ein frembder weber aus einer andern stadt queme und wolde ein gezehe setzen, das mag er setzen, wo er kan, und an knappen stat erbten Zeller ... confirmation e. löbl. handwercks der tuchmacher (1543) bei Knaut Alt. Zell. chronik 2, 363. werfft ... auf drei gezehen ebenda. 2@a@aα) in dieser beziehung auf den webstuhl 2@a@a@11)) dringt das subst. vorübergehend in wörterbücher entlegener gebiete ein. für licium, das Dasypodius mit ein gereisz, ein webergereisz wiedergiebt (lat.-deutsch S va) und wo auch die Leipziger ausgaben des Faber sämtlich abweichen, taucht 1666 in der Züricher ausgabe des Frisius die buchung auf: licium, das gezähe oder haarlauffen hinter dem weberkamm, oder ein webergereisz 241. in den ausgaben von 1556, 68, 74 fehlte dieses gezäh und ist 1697 wieder unterdrückt; dazu vgl. gezäh der weber, licium, textorum fila Aler 1, 944b; gezäh oder gezehe das, der webestuhl in den Oberlausitzischen fabrikdörfern Anton verz. Oberlausitzer wörter (1833) nachtr. 3, 13; gezêe für webstuhl Kiessling blicke in die mundart der südl. Oberlausitz 33; vgl. auch Müller-Fraureuth 418. 2@a@a@22)) litterarisch ist diese parallele auszer bei Knauth auch sonst zu beobachten: an getreide, holz, garn, gezähen, wäben, haus und vorrath ist grosser schaden geschehen, der mit den abgebrannten häusern fast auf eine tonne geldes geschätzt wird Nic. Polö aufzeichnungen (zu 1616) herausg. von Kunisch in jahrbücher d. stadt Breslau 5, 131 (gezähen vom herausgeber mit fragezeichen eingeführt). 2@a@bβ) allgemeinere verwendungen in beziehung auf andere bethätigung sind bei dieser form kaum beobachtet: nû gift 'ne wedder dat gezaehe mit un sächt, nû solle wedder holt hauen dialectproben aus dem Stolbergeschen (Heinr. Proehle) s. Frommann dtsch. mundarten 2, 174. 2@bb) um so mehr verbreitung findet die form innerhalb des besonderen rahmens der bergmannssprache. 2@b@aα) die buchungen lassen hierbei ganz vereinzelt neben dem hauptbegriff des werkzeugs einen umfassenderen begriff hervortreten, der auch die materialien in sich schliesztsichtlich in anlehnung an das umfassendere gezeug, das gerade in dieser richtung gegen gezäh (gezau) voraus ist, s. sp. 6882. 2@b@a@11)) für den engeren begriff vgl.: gezähe, sind alle instrumenta, so die bergleute zu gewinnung der gänge und sonst gebrauchen Abraham v. Schönberg bergmännische redensarten (in d. ausführl. berginformation 1693) s. 44; gezähe, gezeug allerlei werkzeug, so die bergleute gebrauchen Jablonski (1721) 243 (zur ausgabe v. 1767 s. u.). das gleiche (mit dem zusatz die bergleute zur gewinnung der gänge ... die schmeltzer in hütten und sonsten) Minerophilos (1730) 292; das gezäh, oder das gezau ... ein nur in den gemeinen sprecharten, besonders im bergbaue übliches wort, eine jede art von werkzeugen auszudrücken, wofür bei andern das wort gezeug üblich ist Adelung 2, 673. gezäh oder gezeug sind die instrumente zur bergarbeit G. R. Lichtenstein entdeckte geheimnisse bei bergwerken (1) 71; gezähe, gezauh, gezau ... alle werkzeuge und geräthe, die auf bergwerken in der grube, bei der wäsche, bei pochwerken, desgleichen zum schmiden, zimmern und mauern, sowie auch auf schmelzhütten, in der probierstube, in siedehütten u. s. w. gebraucht werden Jacobsson 2 (1784) s. 86; bergmännisches gezähe nennt man alle diejenigen einfachen werkzeuge, welche zur bergmännischen gewinnung (lostrennung) von fossilien und bergen angewendet werden Karsten s. archiv f. bergbau 5, 277; gezäh, gezäu, gezeug outils de mineur, tools for pit-work Beil technol. wb. 243; jezje, noch öfter jeze, werkzeug, so das des bergmanns Jecht Mannsfelder mda. 42a; gezähe, das arbeitsgeräthe (die werkzeuge) dessen sich die berg- oder hüttenarbeiter bei ihrer arbeit bedienen. z. b. bei dem bergbaue das bohrzeug, ladzeug, fäustel, schrämeisen, bergeisen, kratze, wandpocher ... bei den hütten die verschiedenen zangen, spiesse, eisenstangen Scheuchenstuel idiot. der österr. berg- u. hüttensprache (1856) 102; gezäh ... handwerkszeug bei den berg- und hüttenmännischen arbeiten Gätzschmann u. Gurlt bergmännische ausdr. (1881) 45 (vgl. dagegen: gezeug s.kunstgezeug ebenda). dazu vgl. die zusammensetzungen: berggezähe utensilia metallicorum ... berggezeug oben th. 1 sp. 1511; bohrgezäh ... schiessgezäh Veith deutsches bergwörterbuch 244 (vgl.bohrfeustel oben th. 2 sp. 228); das hauptgezäh zur ausführung der zimmerungsarbeiten in der grube Gätzschmann samml. bergm. ausdrücke 46; die dieser gewinnungsarbeit zugehörigen gezähe sind folgende: das schlägel, das eisen, der schrämspiess und als hülfsgezäh der schrämhammer Gätzschmann lehre von den bergmännischen gewinnungsarbeiten 213; das gezäh beim feuersetzen, das setzgezäh Veith a. a. o.; kunstgezäh, die zur instandhaltung der künste erforderlichen gezähstücke Richter neuestes berg- u. hüttenlex. 1, 557; vgl.kunstgezeug th. 5 sp. 2700; vgl. auch hüttengezähe th. 4, 2 sp. 1997; seigerhüttengezähe th. 10, sp. 201. 2@b@a@22)) den umfassenderen begriff, wie er bei gezeug zuständig ist, bucht Jablonski in der späteren auflage von 1767; gezähe oder gezeug sind alle die instrumente, welche so wohl die bergleute bei gewinnung der gänge als auch die schmelzer in hütten gebrauchen, wie auch alle materialien 536; die gleiche begriffsbestimmung schon bei Chomel unter gezöche oder gezeug 4, 1071; dazu vgl. gezaehe c'est ainsi qu'on appelle les outils, materiaux dont se servent les mineurs Schwan 1, 751a. 2@b@bβ) die litterarischen belege lassen die materialien kaum im rahmen des gezähs hervortreten. Veith a. a. o. merkt aus Schönberg 1, 114 an: alles gezäh an kübel, karn, sailen, zöber. gröszere maschinen, auf die bei gezeug ebenso wie bei gezau (s. d.) viel bezug genommen wird, sind bei gezäh nur noch selten gestreift: das puchwerk auf der achten masen bisz auffs gezäh neu erbaut Chr. Lehmann schauplatz d. natürl. merckw. 260; so bauet man auch in wassernöthigen zechen zu schaden mit gezähen, ob es gleich überschuss trägt, wo man denen mit stollen sonst wohl zu hülffe kommen könte Rössler u. Goldberg berg-bau-spiegel (1700) s. 36. vgl. dagegen: man scheuet auch oftmahls die kosten eines stollens ... und bauet künste ebenda; von künsten und kunstgezeugen s. 41; zeuge sind wassermaschinen bei bergwerken bergmännische redensarten ebenda. der hauptgebrauch gilt dem eigentlichen handwerkszeug, und in dieser engeren bedeutung dringt das fachwort aus dem bereiche ostmitteldeutscher mundart in die schriftsprache über: 2@b@b@11)) das hauptgebiet bildet zunächst die fachsprache: schichtmeister ... sollen ... von einer zeche uff die andre weder geld, materialien noch gezähe, ohne vorwissen des bergmeisters leihen Abrah. v. Schönberg ausführliche berginformation (1693) 122; allerlei materialien und gezähe 123; möchten die gewercken den vorrath an ertz und gezähe, was sie mit ihrem geld geschafft, bei der auflassung zurücknehmen 38; der von vorigem quartal behaltene vorrath uff der zeche, und bei der hütte, an gezähe, holtz, ertz, stein, blei, werck, glöte, und dessen silberhalt klärlich specifieret 122; steiger ... (sollen) die geschrotenen eisen, und all ander gezähe, was sie von ihrer gewercken eisen machen lassen, von schmieden gewogen nehmen, und die strauben von eisen wohl zusammen halten 188; der schmiedmeister bekomt wöchentlich vor das ausschmieden des gezähes von einem grubenarbeiter, ie nachdem das gestein fest ist 2, 3, bis 4, vor das stählen zweier bohrer oder zweier fäustel aber das quartal 3 Mgr (Mariengroschen). das ausschmieden des übrigen gezähes, und alle andere schmidwaaren werden ihm nach einer gedrukten schmidtaxe bezahlet Cancrinus beschr. d. vorzügl. bergwerke in Hessen 208; das pulver, das geleuchte und das gezähe wird diesen leuten neben ihrem lohn noch besonders aus der bergcasse gereichet 166; den arbeitern musz in hinsicht auf ihre körperkraft nicht zu schweres, und in hinsicht der arbeit nicht zu leichtes gezähe gegeben werden W. A. Lampadius handb. d. allg. hüttenkunde 2, 1, 13; was ist seit einem jahr hundert zur verbesserung des gezähes, zur beschleunigung der gesteinsarbeit ... geschehen? A. v. Humboldt unterird. gasarten 8; ist die arbeit soweit verrichtet, so setzt der häuer zunächst sein grubenlicht gehörig in stand, gibt darauf ... (den) kameraden ... nachricht, damit dieselben sich ... aus dem bereiche des schusses entfernen können, während er selbst diese zeit zum wegräumen des gezähes benutzt, um dasselbe gegen die wirkung des schusses zu sichern verfügung des Rhein. oberbergamtes (1842) s. 78 Achenbach; das bohrgezäh muss in gehöriger vollständigkeit vorhanden sein 81. 2@b@b@22)) von hier aus nimmt auch die schöne litteratur den ausdruck auf, wenn sie das bergwerk streift: während der beschwörung sieht man mehrere bergleute mit grubenlichtern und gezähe den schacht herniederfahren Th. Körner (kampf der geister m. d. bergknappen) 1, 125 (1842); sie kommen mit ihren grubenlichtern und gezähe (bergknappen 1, 6) 4, 74; dann aber ergriff er ihr (der beiden bergleute) gezäh und arbeitete ihnen in einer stunde mehr, als sie selbst in der ganzen woche ... herausgearbeitet hätten brüder Grimm dtsch. sagen (3 der bergmönch im Harz) 1, 5; hätten sie ihre bilhacke oder sonst irgend einen theil ihres gezähs hineingeworfen, wäre die strecke offen geblieben 1, 6; ein trupp alterthümlich gekleideter bergleute, mit groszen bärten, gezähe und blende erschienen zum Wernerfeste Leipziger zeitung 28, 9 (1850) (bericht aus Freiberg); man hörte ihre stimmen und den klang ihres gezähes (im kohlenbergwerk) Augsb. zeit. v. 17./10. 1861 s. Sanders 2, 2, 1705; ihre hacke oder sonst einen theil ihres gezähes Grube geograph. charakterbilder 3, 114; kennst du den bergmönch, den braunen schelm ... mit dem gezähe hackt er am spalt, bis das schwefelnde wetter im grimm gegen die weichende rinde schwallt. Annette v. Droste-Hülshoff (die erzstufe) 3, 312; sieben nächte hab ich gesehn wie eine walze rollen den nacken, und die augen funkeln und drehn und das gezähe schürfen und hacken. ebenda.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gezähen.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gezähe , n. , neuere schriftform für das ältere gezau, dessen umlautform (gezaü) in ostmitteldeutschen mundarten sich ve…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gezähe

    Goethe-Wörterbuch

    * Gezähe bergm: Sammelbezeichnung für Werkzeuge des Bergmanns A(LA I 1,183,6) 3. NachrBergbIlmenau 18.3.88 [Voigt BergwK…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gezähe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gezähe , die Arbeitsgeräte der Berg- und Hüttenleute, z. B. beim Bergbau Bohrer, Fäustel, Schießzeug, Bergeisen, Kratze,…

  4. modern
    Dialekt
    Gezähe

    Rheinisches Wb.

    Ge-zähe (vgl. Ge-zaue) Sg. t. n.: 1. -tsE Werkzeug des Bergmanns Saargeb.; dazu Gezähdoktor scherzh. Zechenschmied. — 2.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gezaehe

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Ableitung von gezaehe

ge- + zaehe

gezaehe leitet sich vom Lemma zaehe ab mit Präfix ge-.

Keine Komposita gefunden — gezaehe kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „gezaehe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gezaehe/dwb?formid=G15498
MLA
Cotta, Marcel. „gezaehe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gezaehe/dwb?formid=G15498. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gezaehe". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gezaehe/dwb?formid=G15498.
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