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gewon

ahd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

gewon Adj.

Bd. MWB 2 746, Sp. 23
gewon Adj. auch gewone ( Roth 2426; Brun 3037; PrLpz 113,31 ), gewun ( Herb 13540 ), gewan (z.B. HvNstAp 1903. 3672; KarlGalie 761; Pilgerf 3842 ). 1 ‘gewohnt’
1.1 attr.
1.2 prädikativ (häufig mit Gen.)
1.2.1 mit präp. Erg. zur näheren Bestimmung
1.2.2 mit Inf.
1.2.3 mit Part. Präs.
1.2.4 mit daz -Satz
2 ‘üblich, dem Brauch entsprechend’ (meist mit unpersönl. Subj.)
3 ‘von einer bestimmten Art, beschaffen, veranlagt’ (mit sächl. Subj.)
4 ‘wohnhaft, ansässig’
   1 ‘gewohnt’    1.1 attr.: er sprach: ‘ Gawein, tùrer helt, / aller tùgende uszerwelt, / erzeigent mir vwern gewonen sitten / vnd lat der bet, der ich bitt, / mich werden von ùch gewert Krone 19546. 23451    1.2 prädikativ (häufig mit Gen.): do [bei Tagesanbruch] quamen sie zv den pherden / vnde riten vz zv felde, / vz den gezelden / vnde vz der stat von Ylion, / als sie waren gewon Herb 12668; den kerkenere man vf brach / dar in schein do der tac / schire quam in daz liecht / des newarin sie gewone niecht Roth 2426; diu ros von müede schûmden / mêre dan si wærn gewon UvZLanz 2569; swer wol gewon schœner frowen sî, / daz er in dik mag wesen bî / mit fuoge [...] / der sol frô sîn von schulden SM:Had 52: 12,7; KvWLd 31,123; Tr 951; Pass III 32,9    1.2.1 mit präp. Erg. zur näheren Bestimmung: si [die Diener des Roten Ritters] wârn siges an im gewon Wig 3003; wir warent froͮde an dich gewon: / wer het geschaiden dich da von? RvEWh 4189. 4124; dirre [Peleas] vntruwen was gewon / vmb sines bruͦder svͦn [er war betrügerisch gegenüber seinem Neffen Jason] , / dem frumen ritter Herb 117; du bist liebes von mir niht gewon ebd. 18100. 18264; Priamvs sich versan / vnd ander sine rat man, / der er zv rate was gewon, / wie er mochte sinen son / begraben mit eren ebd. 10727. – einer Sache von kinde/ kintheit ~ sîn: swer ir [der Armut] von kinde ist gewon, / dern schamt sich ir sô sêre niht / als man hie an iu gesiht Iw 6312; RvEBarl 13344; des er von kintheit ist gewon, / ez sî im schade, ez sî im vrum, / dâ kumt er âne got niht von Winsb 37,8; Gen 2549    1.2.2 mit Inf.: ir sît von chintheite gwon mit deme fihe gên Gen 2549; [Isolde lässt bestellen] daz ir [Tristan] si noch gespræchet [...] / und ouch vil rehte vâret [zum Treffpunkt] / der selben stunde unde der zît, / als ir gewon ze komene sît Tr 14552; daz wir ir guͦt ze Schorndorf [...] ledik vnd fri lazzen [...] alles dez dienistes, dez wir bis her gewon waren ze nemenne UrkCorp (WMU) 1993,9; Ottok 28563    1.2.3 mit Part. Präs.: darnach der kunic lien [l. lîhen ] / begonde dissen drien [den Männern, die den Feuerofen überlebt hatten (vgl. Dn 3)] / wider daz lant Babylon, / als sie waren vor gewon / habende ez in wirde / dem libe zu begirde Daniel 1620. 8024    1.2.4 mit daz-Satz: von im was man des gewon, / daz er nacht vnde tac / an sime gebete gerne lac Herb 15609; swâ daz swîn vant eine wurz, / [...], / dâ jagete er ez balde von / und az sî. des was er gewon, / daz er der spîse nerte sich RvEBarl 4252; die frauwe was gewone das sie abendes nummer essens enbeiß Lanc 90,32 u.ö.; Walth 96,27; PriestJohB 954,9    2 ‘üblich, dem Brauch entsprechend’ (meist mit unpersönl. Subj.): wan ez ist bi dem menschen gewon [übers. est enim consuetum apud homines ] , daz die, die da zuo etwaz erwelt werdent, die werdent geschriben in daz buoch ThvASu 288,21; die arzenien mit der die sünde des fleischez gewon was gereiniget zwerdenne [übers. consueverat mundari ] ebd. 126,20; [Die Sonne verbrennt die Erde, doch bekäme sie Nachwuchs, vergrößerte sich auch die Bedrohung.] als ist ez umb den diep gewan, / der einig grôzen schaden tuot. / gewint er kint, daz ist nicht guot. / man sicht dicke, daz diu kint / vil bœser denn der vatter sint Boner 10,28; als der gruesse do was gedaen, / ir hende sy do geweschen haen, / als da zo hoff was gewon KarlGalie 3648    3 ‘von einer bestimmten Art, beschaffen, veranlagt’ (mit sächl. Subj.): der sezzel der was des gewon / von sines maisters listen, / [...], / der het in so gemachet: / [...] WhvÖst 4976; vor dese zene [der rücksichtslosen Fische im Meer] also ich wene / hat di brut [Maria] wol ander zene. / ir zene uns allen vrouwen, / si enbizen nicht, si edekouwen [wiederkäuen] / und vuten uns mit irme spone [ernähren uns mit ihrer Muttermilch] , / also daz schaf ist gewone [wie es von Natur aus beim Schaf ist] Brun 3037    4 ‘wohnhaft, ansässig’ ouch gab er ime Akaron / mit allen deme daz gewon / was umme und umme die stat [I Mcc 10,89] Macc 5136

MWB 2 746,23; Bearbeiter: Richter

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    gewôn

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    gewônAWB sw. v. II, nur in Gl. seit dem 9. Jh.: ‚den Mund aufsperren, gähnen; hiare, oscitare, os (cum extensione) aperi…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gewonstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    gewone , gewon stf. gewohnheit. ahd. giwona Graff 1,870. daʒ ist ein vil altiu gewone Karaj. 12,13. er erzeicte gâhes sî…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gewon

    Frühneuhochdeutsches Wb. (FWB)

    1. ›sozial üblich, dem Brauch, der Sitte entsprechend‹; 2. kennzeichnet die Qualität, Eigenschaft einer persönlichen ode…

  4. modern
    Dialekt
    gewon

    Schweizerisches Idiotikon

    gewon Band 16, Spalte 273 gewon 16,273

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gewon

38 Bildungen · 30 Erstglied · 3 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von gewon

ge- + won

gewon leitet sich vom Lemma won ab mit Präfix ge-.

gewon‑ als Erstglied (30 von 30)

gewonde

Lexer

ge-wonde stf. gewonheit, herkommen Mor. 2, 882. Rta. 1. 35,21. gewont Vet. b. 69,7.

gewonde,

FWB

1. ›Herkommen, Gewohnheit, Tradition, Brauch‹; 2. ›Recht, Privileg‹.; 3. ›Art und Weise der individuellen Lebensführung, Gewohnheit‹

gewondlich

DWB

gewondlich , gewontlich , s. gewöhnlich.

gewoneclich

Lexer

ge-wonec-lich adj. in ungewoneclich.

gewonede

KöblerMhd

gewonede , st. F. nhd. Gewohnheit, Brauch, Herkommen, Angewohnheit, Gepflogenheit ÜG.: lat. consuetudo BrTr Vw.: s. un-* Hw.: s. gewon; vgl.…

gewonen

Lexer

ge-wonen swv. BMZ wonen, verweilen Aneg. 22,83 ; gewont sein, werden mit gen. Berth. (386,15 ff. ). swer drabens gewont, den müejet zelten R…

gewonet

MWB

gewonet Part.-Adj. → wonen swV. MWB 2 747,62;

gewonhaft

Lexer

gewon·haft

ge-won-haft adj. gewont mit gen. die guoter dinge gewonhaft werdent Berth. 196,25. dy wurden da gewonhaft der haidenischen chetzerey de amis…

gewonheit

Lexer

gewon·heit

ge-won-heit stf. BMZ gewoneheit ( ahd. giwonaheit ) Diem. Nib. Trist. Rul. 206,17. gewanheit Swsp.: gewonheit, gewonte lebensweise Rul. Hart…

gewonheit,

FWB

1. ›Gewohnheit, Brauch, Herkommen, Gepflogenheit, Sitte, Art und Weise, wie etw. in einer Gemeinschaft üblicherweise, dadurch erwartungssich…

gewonig

DWB

gewonig , s. gewohnheit, sp. 6559.

gewonig,

FWB

1. ›dem Herkommen, der Sitte entsprechend; rechtsüblich‹; 2. ›einem allgemeinen Gesetz entsprechend‹.; 3. s. gewon I, 3.

gewonlich

Lexer

gewon·lich

ge-won-lich adj. BMZ subj. gewont. si muosten mêr guotes gên, dann si gewon ( Zürch. hs. gewonlich) wærint Kuchm. 1. (= leseb. 837,17) ; obj…

gewonlîche

Lexer

gewon·liche

ge-won-lîche , ge-won-lîchen adv. ib. in gewonter weise Barl. Pass. Marlg. 155,65. diu sâ von sînem lîbe gewonlîch nâch rehter art eines kin…

gewonlîche

MWB

gewonlîche stF. ‘Wohnung’ oder ‘Nähe, Vertrautheit’ (?): vber das wort benedictus man ich dich [Maria] , das dü gotlich fruht dines libes ge…

gewonlīche

KöblerMhd

gewonlīche , Adv. nhd. gewohnt, üblich, angemessen, gewöhnlich, üblicherweise, herkömmlicherweise, in gewohnter Weise Vw.: s. un- Hw.: vgl. …

gewonlīchen

KöblerMhd

gewon·līchen

gewonlīchen , Adv. nhd. gewöhnlich, gewohnt, üblich, üblicherweise, in gewohnter Weise Q.: RvEBarl (1225-1230) E.: s. gewohnlich W.: vgl. nh…

gewonnen

DWB

gewon·nen

gewonnen , part. praeteriti zu gewinnen ( vgl. sp. 5923—6069), entwickelt noch mannigfaltigere sonderformen als das particip des praesens s.…

Gewonnenes

Wander

Gewonnenes Das gwunnen verliren die Reichen, die Armen das verlorn erschleichen. »Als ein armer so ernsthafft vnd fleissig ware, vmb seine T…

gewōnte

MNWB

gewōnte , gewānte , f. , Gewohnheit, van, nâ ōlder gew. aus, nach alter Gewohnheit, bōven gew. über das Übliche hinaus, gew. hebben ênes din…

gewonunge

KöblerMhd

gewonunge , st. F. nhd. Gewohnheit, Gewohnheitsrecht Q.: Urk (1295) E.: s. gewonen, gewon, unge W.: s. nhd. Gewöhnung, F., Gewöhnung, DW 7, …

gewon als Zweitglied (3 von 3)

tagewon

Lexer

tage·won

tage-wan , tage-wen , tage-won stm. BMZ tagwerk, arbeit um taglohn, frohnarbeit von einem tage, dieta (tagwon) Dief. n. gl. 134 b . Weist. (…

ungewon

Lexer

ung·e·won

un-gewon adj. BMZ ungewohnt. obj. seltzam oder ung. Zimr. chr. 4. 183,32. 294, 23. ein ungewoneʒ sper Krone 18964. 19156. subj. mit gen. Lam…

Ableitungen von gewon (5 von 5)

gewone

Lexer

ge-won , ge-wone stf. ib. gewonheit. gewone ( ahd. giwona ) Karaj. ein bœs gewon Vintl. 7420. gewan Gauriel ;

ungewon

Lexer

un-gewon adj. BMZ ungewohnt. obj. seltzam oder ung. Zimr. chr. 4. 183,32. 294, 23. ein ungewoneʒ sper Krone 18964. 19156. subj. mit gen. Lam…

ungewone

KöblerMnd

ungewone , Adj. Vw.: s. ungewōne

ungewonen

KöblerMnd

ungewonen , sw. V. Vw.: s. ungewōnen

ungewonlich

Lexer

un-gewonlich adj. BMZ ungewohnt Büchl. Trist. Flore , Helbl. Jer. diu sünde wær ung. Karl 12116. dise unge wön lîche nôt Jüdel 132,16. mit d…