Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
gevalle stv.
A. ohne adverbialpräpos.
I. falle.
1. dô er geviel fundgr. 1,80. nu si den apfel lie dâ gevallen und gerîsen troj. 12. a. — des tages sente Peter âbent geviel Ulr. 1460 er reit pirsen unde jagen, sô eʒ an der zît alsô geviel wie es die zeit mit sich brachte Trist. 1307. — mit reflex. accus. duo sich Adam geviel zu falle kam Diemer 322,1.
2. mit präpositionen. unde enkunnet under in allen an einen niht gevallen auf ihn kommen, könnt keinen unter euch finden, der wider einen man sîn leben an die wâge welle geben Trist. 6094. der rât geviel an daʒ kint das. 12434. mîn herze geviel an in neigte sich zu ihm das. 1036. mit disem wehsele geviel gerieth der gezweijete kiel an sprâchen und an rûnen das. 96769. er geviel al der an, Sebastianus hete recht Pass. K. 105,68. an die rede er dô geviel stimmte ihr bei MS. H. 3,242. a. — gevalle ich in diz unheil Pass. K. 189, 9. — alsô wurfen si ein lôʒ ûf swen daʒ geviele Griesh. pred. 2,33. 92. si gevîlen ûf den sin kamen auf den gedanken Jerosch. 8. c. vgl. Pass. K. 21,45. dar ûf geviel ir aller sin das. 65,63. 254,18.
II. falle zu, werde zu theile. daʒ mir daʒ heil gevalle Lanz. 5015. vgl. Walth. 115,5. mir gevellet daʒ unheil, der prîs Iw. 278. 242. der gewin Gregor. 1870. der ungewin, der prîs Wigal. 2831. 1894. der sige Lohengr. 122. daʒ êwige rîche a. Heinr. 1518. — besonders falle durch erbschaft zu. jâ gevellet dir nu mîn lant und michel êre Gregor. 1870. sîn veterlîch erbe und waʒ im immer gevallen mochte von allen sînen vrûnden myst. 214,4. vgl. Pass. K. 399,79. sô gefelt dem man daʒ ligend guot Gr. w. 1,14. — dô der verschiet, dô geviel diz lant an in Trist. 5889.
III. bin angemessen, passe. daʒ under disen chunigen allen nicheiner ziu mach gevallen mit euch sich vergleichen läßt Diemer 213,25. dô mocht under in allen zuo Alexander nieuht gevallen das. 221,6.
IV. gefalle. wol geviel sîn rede Genes. fundgr. 35,4. du erkiusest dir in dem walde einen boum der dir gevalle MS. 1,39. b. mîn herre den stein giltet tiure dir, gevallet er ime unde mir Barl. 39,12. wi sol uns diz gevallen L. Alex. 4120 W. wie in diu rede geviele Nib. 1397,4. einer, ein dinc gevellet mir wol Iw. 108. 172. a. Heinr. 1508. Walth. 19,16. 56, 33. 65,19. Parz. 83,11. 641,20. MS. 1,86. a. Trist. 3306. baʒ Iw. 95. Stricker, leseb. 562,28. beste Roth. 2208. übele kchron. 28. d. der iu dar zuo gevalle Nib. 490,4. sô lâʒe ir mîne rede ein wênic baʒ gevallen Walth. 71,9. lâʒ eʒ im gevallen wol Trist. 15. als ofte als iu gevellet das. 19495. svie sciere dir gevalle Genes. fundgr. 34,40.
B. mit adverbialpräpos.
1. an. komme einem bei, werde ihm zu theile. swen daʒ gevellet an büchl. 2,621. wen gevellet ouch mê haʒʒes an, danne einen sæligen man Trist. 8408. — besonders falle durch erbschaft oder lehnrecht zu. devolvit ane gevellet gl. H. zeitschr. 5,413. gib mir mînen teil der mich an gevellet Griesh. pred. 2,78.
2. în. unz daʒ daʒ waʒʒer wider în gefiel Clos. chron. 109. 3. nider. voni der hôhi giviel er sô nidiri schöpfung 94,21. als daʒ golt geviel nider Pass. K. 8,67.