Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
getregede stn.
a. kleidertracht, kleidung. daʒ si di gemeinen stôle entfân zu ir getregede litan. 996.
b. gepäck, ladung, bewegliches gut jeder art. substantia, suppellex sumerl. 17,10. 82. olbenten truogen daʒ ir getreide: si fuorten vil wagene Judith 135,14. unde was gesamenet dar vil getregdes ûʒ der mâʒe Lanz. 9221. daʒ si (die sirene) die kiele an sich ziuhet und si dan under diuhet mit liute und mit getreide Engelh. 2220. vier und zwênzic schif getregedes unde liute vol troj. 141. a. vgl. 172. a. mit aller leie getregede livl. chron. 7296.
c. in übertragenem sinne. daʒ marterlîche getreide, daʒ man da heiʒet trûren Engelh. 2140 und anm. vil wûnneclich getreide lac an ir süeʒem leben das. 2974. barmunge nimt dir iemer werndeʒ ach und arg getreide (so zu lesen statt arge treide) MS. H. 3,381. b.
2. was der erdboden trägt. annona jêrlich getreide Diefenb. gl. 241. eʒ ist ein winder. nemt des war an der lieben heide — seht an ir getreide, daʒ ist alleʒ von dem leiden rîfen kalt Nith. 45,1. sô wart daʒ wilde lant gebeʒʒirt daʒ da nu ist waʒʒer und korn ackir und wîngarten und andir getregede und gerête Leys. pred. 78,7. alliʒ daʒ getreide daʒ in gewachsin was daʒ jâr Jerosch. 158. a. vgl. 130. d.
3. das wovon man lebt, daher
a. besitzthum im allgemeinen. possessio gl. herrad Diut. 3,217. fundgr. 1,373. die lieʒ in ir guot und ir getregede durch sîne predige und volgetin im Leys. pred. 78,15. er gieng ûʒ alleme sîme getregede und gieng ûf einen ôden kirchof das. 72,11. ich gibe rehten zehenden allis mînis getreides das. 146.
b. lebensmittel, nahrung. die selede wol rusten mit getregede (wîn und brôt) kchr. 70. a. die âmeiʒen tragent chorn unde andir getreide Karaj. 95,10. kleider und geträgede gît nu niemen den durftigen Servat. 1492. dô sich wol gespîste daʒ pantier mit gejegde, mit guotem getregde Mart. 98. — abe gescôʒʒe u. ab jagede nam er sîn getragide nährte er sich Genes. fundgr. 32,38.