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gē¹ten

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WWB
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Eintrag · Westfälisches Wb.

gē¹ten V.

Bd. 2, Sp. 1093
gē¹ten V. [allg.] gießen. — 1.1. eine Flüssigkeit aus einem Gefäß an eine bestimmte Stelle, in ein anderes Gefäß fließen lassen, über etwas rinnen, laufen lassen, schütten. Hai gaut mi natt (Kr. MindenMin Kr. Minden@HilleHi). Gōit mui dat Glas ful! (Kr. HöxterHöx Sb). Geiht denn Ullge in dei Pulle! (Kr. BürenBür Kr. Büren@WewelsburgWw). Du göts so vull, dat ’t öwwerlopp (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe). In dei Bücketunnen kam dat Laken so in. Da wurd Seepwoter koket un kokend da up gegoten (Kr. MindenMin Kr. Minden@TodtenhausenTo). — Ra.: Hä gütt Oalge int Fǖe einen Streit verschärfen, jmds. Erregung verstärken (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). He häw sik en’n up de Lüchten guaden er ist betrunken (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@IsselhorstIs || mehrf.); ... op dä Lampe ... dass. (Ennepe-Ruhr-KreisEnr REGENITER). He hett einen achter de Binde guoten dass. (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@HolzhausenHh || mehrf.). Hei hätt sich einen an’n Kopp geguotten dass. (Kr. BürenBür Kr. Büren@WestheimWh). — 1.2. eine Flüssigkeit versehentlich über etwas ausgießen, verschütten. Ek he mi Bǟier öäwer de Bükse goaten (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 2.1. sich erbrechen, sich übergeben (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl). Se gütt (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl). — 2.2. laichen (Ravensbg WEDDIGEN). — 3.1. mittels einer Gießkanne mit Wasser versorgen; begießen. De Blomen gaiten (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — 3.2. (von Wäsche) mit Wasser bespritzen. Weske gāiten (Kr. BrilonBri Ah). Dat Linnen up de Bleke gaiten (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — 3.3. eine Stube vor dem Fegen mit Wasser bespritzen (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). — 4. (unpers.) heftig regnen. Et gütt (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@DrolshagenDh). — Ra.: Et rägent, osse wenn ’t mit Mollen gütt es regnet in Strömen (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa || mehrf.). Et gütt äs met Mollen dass. (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@WarendorfWd || mehrf.). Et rängt, datt et gütt dass. (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LindenLi || mehrf.). Et gütt wie mïet Emmers dass. (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HilbeckHi || mehrf.). Et güt vam Hiemel dass. (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@KückelheimKü || mehrf.). — 5.1. (von flüssigem Metall o.ä.) in eine Form fließen und darin zu dem gewünschten Gegenstand erstarren lassen. Klocken gaiten (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Sprichw.: Dai äine göut ’e Kūgel, un dai annere schöut se der eine hat sich den Streich ausgedacht, der andere ihn begangen (Kr. IserlohnIsl Is || mehrf.). — 5.2. „prägen“ (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@WaltropWp). ⟨Inf.: ›gē¹ten‹ [verbr.]. — Präs.: 3. Sg.: güt [verbr.], ›gǖtet‹ (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@KirchveischedeKv), göt [Ahs]. Prät.: 1./3. Sg.: ›gō²t‹ [Kr. TecklenburgTek nördl. OWestf Kr. WarendorfWdf die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Kr. BeckumBek Kr. HöxterHöx Mark Hellweg Kr. BürenBür MSauerl Kr. MeschedeMes Olp], ›goªt‹ [WMünsterl Kr. CoesfeldKos Kr. WarendorfWdf Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Kr. LippstadtLst Kr. IserlohnIsl Kr. ArnsbergArn Wal], ›göªt‹ (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl), göt (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr), got (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe); Pl.: ›goªten‹ [Kr. AhausAhs Kr. WiedenbrückWie Isl], ›güᵉten‹ [Kr. MindenMin Kr. LemgoLem Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. HöxterHöx Hellweg Kr. IserlohnIsl Kr. MeschedeMes Olp], ›gō²ten‹ [Ennepe-Ruhr-KreisEnr Kr. MeschedeMes Olp], god’n (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe); Part.: -›goªten‹ [verbr.]. Imp.: Sg.: ›gē¹t‹ [verbr.], ›gǖt‹ [nördl. OWestf, sonst verstr.], güt [Kr. HerfordHfd Lippe]⟩ ¶ Vgl. RHWB 2,1224: giessen; NDSWB 5,401: gēten.
2477 Zeichen · 107 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gëtenstv. stv.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +2 Parallelbelege

    gëten stv. s. jëten stv.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    geten

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +2 Parallelbelege

    geten, st. v. giessen; ausschütten.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    getenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    geten , verb. , in der grammatik des Clajus (1578) als getten aufgeführt ( neudruck 112, 28), s. gäten (jäten) theil 4, …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geten

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Geten , s. Gothen .

  5. modern
    Dialekt
    gē¹tenV.

    Westfälisches Wb.

    gē¹ten V. [allg.] gießen. — 1.1. eine Flüssigkeit aus einem Gefäß an eine bestimmte Stelle, in ein anderes Gefäß fließen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geten

44 Bildungen · 8 Erstglied · 33 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von geten

ge- + ten

geten leitet sich vom Lemma ten ab mit Präfix ge-.

geten‑ als Erstglied (8 von 8)

getengel

Lexer

geten·gel

ge-tengel stn. BMZ das hämmern, klopfen Konr. ( Turn. 136,2. Troj. 34591 ). dar under was ein grôʒ getengel von vil swerten, diu dâ klungen …

getengelen

KöblerMhd

geten·gelen

getengelen , sw. V. nhd. tängeln, hämmern, auslegen, auseinandersetzen, darlegen Q.: Apk (vor 1312) (FB getengeln) E.: s. ge, tengelen, gete…

getengeln

KöblerMhd

getengeln , sw. V. Vw.: s. getengelen*

getenne

DWB

get·enne

getenne , n. , verstärkte bildung zu tenne ( theil 11, 253), vielleicht mit collectivbedeutung; sie erscheint in einem mitteldeutschen gedic…

getente

BMZ

get·ente

getente stn. possen. ich trîbe kein getänt Ls. 2,226. eʒ ist ein getänt umb iuwer weltlîcheʒ leben das. 252. kêre dich an kein getent an kei…

getenze

Lexer

ge-tenze stn. coll. zu tanz Kell. erz. 377,14.

geten als Zweitglied (30 von 33)

swistergeten

KöblerMhd

*swistergeten , sw. F., Pl. Vw.: s. ge- E.: s. swester

afgêten

MNWB

afgêten , stv. , 1. abgießen, ausgießen in. 2. (Münzen) nachgießen, fälschen.

angêten

MNWB

ange·ten

angêten , stv. , 1. Metallteile durch Guß aneinander fügen. 2. begießen; ein-, ausgießen .

begêten

MNWB

beg·eten

begêten , stv. , begießen, gießen (in), eingießen , (die Suppe) einfüllen; beschütten, überschütten, auch im bildl. Sinne; bestreichen (z. B…

bevogeten

MWB

bevogeten swV. 1 ‘etw. / jmdn. (als Vogt) in seinen Schutz nehmen’ 2 ‘jmdn. seiner Herrschaft unterwerfen’ 3 ‘etw. (Güter) verwalten, mit ei…

geswistergeten

KöblerMhd

geswister·geten

geswistergeten , sw. F. Pl. nhd. Klosterschwestern, Nonnen Hw.: s. geswistergīt E.: s. geswister W.: nhd. DW- L.: Lexer 68a (geswistergeten)

gotvorgēten

MNWB

got·vorgeten

gotvorgēten , part. prt. adj. , gottvergessend , gottlos, unfromm (gottvergessen).

Hinlegeten

Idiotikon

Hinlegeten Band 3, Spalte 1196 Hinlegeten 3,1196

ingêten

MNWB

inge·ten

ingêten, n. , Einfluß, Einwirken, dat i. der stērne.

Mannstrageten

Idiotikon

Mannstrageten Band 14, Spalte 598 Mannstrageten 14,598

2ōver(gēten)

MNWB

over·geten

2 ōver(gēten) , + -gessen , stv. : vergessen (Könemann 97: Kaland); — vgl. 3 vorgēten.

tôgêten

MNWB

toge·ten

tôgêten , stv. (Imp. Sg. gêt tô ): 1. dazu gießen , hinzufügen, „ is de fernis to dicke, zo gheet dar mer lýn olýes to vnde laͤt dat zine ma…

ümmegêten

MNWB

uemme·geten

ümmegêten , stv. ( Präs. : Ind. 3. Sg. gü̂t ... ümme ; Prät. : Ind. 3. Sg. gôt ... ümme ; Part. Prät. -gegāten ) : 1. umschmelzen, einschmel…

ungegēten

MNWB

ung·e·geten

ungegēten , -(ge)getten , adj. : ohne gegessen zu haben, hungrig, „Incenatus, vngheghetten ” (Dief. 23), „ idt wore namiddach, so ungegetten…

unvorgēten

MNWB

unvorgēten , -vorgetten , -vergēten , -vergetten , adj. : 1. nicht vergessen, erinnerlich, „ dat moghen se dan och in ere boch tekenen uppe …

upgêten

MNWB

upgêten , (selten:) op-, stv. ( Präs. : Ind. 2. Sg. upgêtest, 3. Sg. upgü̂t [(verlesen:) vpgiit (Sonderweg 128)], Imp. Sg. gêt up ; Part. Pr…

Verbërgeten

Idiotikon

Verbërgeten Band 4, Spalte 1571 Verbërgeten 4,1571

vogeten

Lexer

voge·ten

vogeten , vögeten swv. abs. in schutz u. schirm nehmen Alem. 2,208 ; tr. mit einem vogete versehen, einem v. unterstellen: ein gevogter man …

²vorgêten

MNWB

vor·geten

2 vorgêten (-geiten) , stv. (3. Sing. präs. vorgü̑t ° vorgêtet [NS. K. 99 V. 88]; Plur. prät. vorgōten; Part. prät. vorgōten -gāten), ausgie…

Ableitungen von geten (3 von 3)

begêten

MNWB

begêten , stv. , begießen, gießen (in), eingießen , (die Suppe) einfüllen; beschütten, überschütten, auch im bildl. Sinne; bestreichen (z. B…

ergeten

DWB

ergeten , sarrire, ausgäten, ergäten, erjäten, mhd. erjëten, seligere: dës hërze ie valsches was erjëten. Parz. 317, 12 ; ir hërren hërze wa…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „geten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/geten/wwb?formid=G01066
MLA
Cotta, Marcel. „geten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/geten/wwb?formid=G01066. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „geten". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/geten/wwb?formid=G01066.
BibTeX
@misc{lautwandel_geten_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„geten"},
  year         = {2026},
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