gesellig vereinzelt: synkopierte Formen (zB ‘gesell’ger’ GWBFaust II 9097), attr unflekt (s Pkt 1c), Großschr (s Pkt 4b). Mehrf subst (s Pkt 4). Häufung der Belege in autobiogr Schr, allein in ‘Dichtung u Wahrheit’ u ‘Tag- u Jahreshefte’ fast ein Fünftel von rund 430. Angelegt als spezifisch menschliche Eigenschaft (Pkt 2a), erscheint ‘gesellig’ (u ‘Geselligkeit’, sd) bes in drei Richtungen entwickelt: als sozialethischer u -ästhetischer Begriff entspr den Geselligkeitskonzepten der Zeit (Reflexe bes in Pkt 2c), als Moment des Kooperativen u Kommunikativen entspr der Sozietätsbewegung des 18. Jh (aber auch anschließend an ‘Geselle’ 2), vor allem aber - wohl unter Herders Einfluß - als Ferment der Bildung u Kultur (Pkt 4). Der Bedeutungsradius von ‘gesellig’ umfaßt den der aufkommenden Konkurrenten ‘gesellschaftlich’ u ‘sozial’ (ca 70 bzw 30 Belege) noch fast vollständig (s Pkt 5). 1 mit einem od mehreren zusammen, in Gesellschaft mit anderen, gemeinsam a das Pluralische, das Miteinander akzentuierend; meist adv; mehrf in ausdrücklichem Gegensatz zu ‘allein, einsam, einzeln’ uä α bezogen auf Menschen, auch allegor Figuren [Hoffnung, gekettet, wie Furcht:] Werden wir in heitern Tagen, | Ganz nach unserm eignen Willen, | Bald g., bald alleine | Frei durch schöne Fluren wandeln GWBFaust II 5432 ich fand darunter [unter den Gedichten des ‘Divan’] nichts Singbares, besonders für die Liedertafel wofür doch eigentlich zu sorgen ist. Denn was nicht g. gesungen werden kann, ist wirklich kein Gesang, wie ein Monolog kein Drama GWBB25,330,12 Zelter [17.5.15] berathen Sie Sich mit Hofr. Vogel neben Huschke; die Ärtzte gewöhnen sich jetzt wechselsweise g. consultirt zu werden GWBB44,97,3 Meyer 16.5.28 GWBFaust II 7379 GWB3,95 Urworte 11 uö personifizierend bezogen auf ein dekoratives Ensemble [Epimetheus:] Mir blickt’ es [Pandoras Diadem] nur g. aus dem Kranz hervor | Aufblühnder Blumen GWBPand 615 β mit erot Nuance; auch iSv paarweise Das eilige jüngste Paar, Knabe und Mädchen, so jung und schon g. umschlungen, läuft .. voraus GWB491,372,7 Üb:Zeichngn zuCharon [G/ Meyer]1) GWB14,242 Zu Faust I Zwei Teufelchen 18 GWB16,193 Maskenz Aufz dWinters 64 uö γ bezogen auf Tiere (bzw ihre Tätigkeit) u Pflanzen, iSv scharen-, gruppenweise Nun wiegt sich der Raben | G-er Flug GWB1,89 Was zieht 10 GWBFaust II 9097 GWB251,110,11 Wj III 5 uö b gemeinschaftlich (wirkend), kooperativ, zuarbeitend α im Hinblick auf (gleichgerichtete) Tätigkeiten bes im wiss u künstlerisch-literar Bereich Persönliche Bekanntschaft und ein wechselseitiger Versuch, g. zu arbeiten, ist wohl der schönste Zweck der Versammlung [‘Versammlung der Naturforscher und Ärzte’] GWBB44,353,8 Nees [2.4.28] K wenigstens kann der geringere Mahler immer für sich operiren, anstatt daß der mindere Musiker sich mit andern sociiren muß, um durch g-e Leistung einigen Effect zu thun GWB48,194,17 MuR(491) wie Riemer, von seiner Seite, durch g-e Berichtigung, Reinigung, Revision und Abschluß der Manuscripte, so wie der Druckbogen mir Arbeit und Leben erleichtert GWBB48,42,18 Zelter 14.12.30 [Fertigstellung eines Gebäudes] das zuletzt Sticker und Wirker als behagliche Wohnung zu vollenden g. bemüht sind GWB492,128,1 Anz:Vorbilder fFabrikant uHandwerker GWB22,23,6 Lj IV 2 GWB411,90, 10 ÜbFestspIffland GWB20,36,3 Wv I 3 uö β von Formen dialogischer Kommunikation iSv wechselseitig, interpersonal Gewöhnt am liebsten seine Zeit in Gesellschaft zuzubringen, verwandelte er [G] auch das einsame Denken zur g-en Unterhaltung [mit einer vorgestellten Person, in Analogie zum Briefwechsel] GWB28,207,12 DuW 13 GWB36,218,23 TuJ 1822 uö ‘g-e Unterhaltung in die Ferne’ für briefl Verständigung GWBB42,32,4 Streckfuß 23.1.27 K in konversationskritischem Zshg Man merke nur auf ein g-es Gespräch! Gelangt das Wort nicht schon todt zu dem Hörer, so ermordet er [der Hörer] es alsogleich durch Widerspruch, Bestimmen, Bedingen, Ablenken, Abspringen, und wie die tausendfältigen Unarten des Unterhaltens auch heißen mögen GWB422,224,6 MuR(891) c bezogen auf (relativ) feste, organisierte Bünde, Vereinigungen, Zirkel (bzw das Leben, Wirken darin), einmal auf einen geschäftlichen Zusammenschluß [Saal der frommen Bruderschaft] Man fühlte hier der Andacht sich ergeben, | Und Lebensruh und ein g. Leben GWB16,181 Geheimnisse 272 [Teegesellschaften] Bey Frau Hofrath Schopenhauer sind der Donnerstag und der Sonntag jeder auf seine Art interessant .. in kurzem wird unser g-es Wesen eine Art von Kunstform kriegen GWBB20,224,4 Knebel 25.11.082) GWBB47,124,24 Boisserée 3.7.30 GWB251,103,20 Wj III 4 GWB23,237,17 Lj VIII 7 uö 2 als menschl Eigenschaft u Verhaltensweise: die Gemeinschaft, den Umgang, Verkehr, Austausch mit anderen suchend u pflegend a als Spezifikum des Menschen sowie — analog — best Tierarten Der Mensch ist ein g-es, gesprächiges Wesen; seine Lust ist groß, wenn er Fähigkeiten ausübt, die ihm gegeben sind, und wenn auch weiter nichts dabei herauskäme GWB24,113,18 Wj I 6 wie der g. geborne Mensch sich öfters den süßen Trug vorbilden kann als lebe er besser, bequemer, froher in der Abgesondertheit GWB36,336,20 Zu brüderlAndenkWielands 1813 [‘Philosophie de l’univers’ v Dupont de Nemours] Enthält zwar anthropomorphistische aber artige Bemerkungen über das g-e Leben der Thiere, der Wölfe, Füchse, Hunde — der Bienen, Ameisen GWBTgb 9.6.07 GWBN7,296 InfusTiere uö b (menschen)freundlich, entgegenkommend, umgänglich, aufgeschlossen, kommunikativ; in Kennzeichnung von Naturell, Lebensart, Betragen bestimmter Personen od Figuren (auch in speziellen Funktionen, Rollen), Gruppen, Kreise, Nationen (bes der Franzosen); auch als Ergebnis von Erziehung u Bildung; mehrf idVbdg ‘g. und gefällig’, neben ‘frei(mütig), freundlich, tätig, gesprächig, angenehm’ ua; gelegentl iSv gewandt, sicher im Auftreten Kraus, Director unserer Zeichenschule, vielleicht der heiterste Mann, immer gleich, immer g. und gefällig GWB36,389,7 TuJ 1807 Plp [Wieland] Nach seiner Genesung g. wie vorher, nahm er Theil an den herkömmlichen Unterhaltungen des umgänglichen Hof- und Stadtlebens GWB36,342,27 Zu brüderlAndenkWielands 1813 er [Schelling] scheint, als Führer von ein paar jungen Edelleuten selbst gefälliger und g-er geworden zu seyn als diejenigen zu seyn pflegen die sich, in der Einsamkeit, aus Büchern und durch eigenes Nachdenken, cultiviren GWBB13,189,10 Voigt [20.6.98] dabei war er [der Arzt] äußerst g. und thätig, und hatte .. eine besondere Neigung, mit allen Landgeistlichen Freundschaft zu stiften. Jedem, an dem er eine nützliche Beschäftigung kannte, suchte er .. beizustehen GWB22,242,14 Lj V 16 Bei der g-en Natur der Franzosen mußten die Frauen bald ein großes Übergewicht in der Societät erhalten, indem sie .. durch einen gewissen allgemeinen Ton des Anstandes und der Duldung einer Zusammenkunft von bedeutenden Menschen Haltung und Dauer zu geben wissen GWB45,213,11 RamNeffeAnm GWB35,123,9 TuJ 1802 GWB52,140,16 ThS V 7 GWB21,158,22 Lj II 4 GWB27,258,23 DuW 9 uö in Vbdgn wie ‘g-e Eigenschaften, Talente, g-es Betragen’; auch bezogen auf innere Bedürfnisse, Antriebe: ‘g-er Sinn, g-e Regungen, Wünsche’ ua Durchlaucht der Herzog schätzen ihn [FSVoigt] sehr .. Was dieses alles außer den wissenschaftlichen auch noch für sittliche und g-e Eigenschaften voraussetze werden Sie selbst ermessen GWBB24,330 JFHSchlosser 15.10.13 K Ich besuchte .. ihre [der herrnhutischen Gemeinde] Versammlungen, und bei meinem g-en Sinn war es mir unendlich angenehm, das von andern zu vernehmen und andern mitzutheilen, was ich nur bisher in und mit mir selbst ausgearbeitet hatte GWB22,324,19 Lj VI SchöneSeele GWB36,345,5 Zu brüderlAndenkWielands 1813 GWBB43,227,13 Marianne 3.1.28 GWBB4,175,21 JFFritsch [13.2.80 Korr B30,255] uö als situativ gesteuerte Verhaltensweise; adv in Vbdgn wie ‘sich g. benehmen, zeigen, unterhalten, (eine Zeit) g. zubringen’ ich wußte daß ich [G] in einen frommen sittlichen Kreis [um die Fürstin Gallitzin] hereintrat und betrug mich darnach. Von jener Seite benahm man sich g., klug und nicht beschränkend GWB33,230,12 Camp auch gedencke mich diesen Winter nach Euern Wünschen einzurichten, um ihn bequemer, g-er und hoffentlich besser als den vorigen zuzubringen GWBB29,273,2 August 28.8.18 Tasso 1803 GWB251,170,2 Wj III 8 uö bezogen auf personifizierte Natur Nach der Ebne dringt sein Lauf | .. Bäche schmiegen | Sich g. an [Sich gefällig an Var; Sich gesellschaftlich an ihn weitere Var] GWB2,54 Mahomets Gesang 29 c als werthaltiger (sozialethischer) Begriff; bes in Reflexion elementarer Voraussetzungen, Verhaltensregeln u Zwecke (Vertrauen, Toleranz, Solidarität, gegenseitige Förderung ua); mehrf ‘g-e Pflicht(en), Tugenden’ [Ansprache des Freundes in ‘munterer Gesellschaft’:] wenn nun gleich die lieben Gepaarten hier die Mehrzahl ausmachen, so gebe ich ihnen doch zu bedenken, ob es nicht eben g-e Pflicht sei, für alle zu sorgen? Warum vereinigen wir uns zahlreich, als um an einander wechselseitig Theil zu nehmen? .. Er fuhr darauf immer lebhafter und lustiger fort, die g-en Tugenden den zärtlichen Empfindungen gegenüberzustellen. “Diese .. können uns niemals fehlen .. jeder wird darin leicht ohne Übung ein Meister; aber jene müssen wir aufsuchen, wir müssen uns um sie bemühen .. ” GWB27,29,19 u 30,2 DuW 6 [die Baronesse:] Aber, Kinder, in Gesellschaft laßt uns nicht vergessen, wie viel wir .. um g. zu sein, von unsern Eigenheiten aufopfern mußten, und daß jeder .. um g. zu sein, wenigstens äußerlich sich wird beherrschen müssen .. Überhaupt .. weiß ich nicht, wie wir geworden sind, wohin auf einmal jede g-e Bildung verschwunden ist. Wie sehr hütete man sich sonst in der Gesellschaft irgend etwas zu berühren, was einem oder dem andern unangenehm sein konnte! GWB18,114,13u15u25 Unterhaltungen [Antonio zu Leonore:] Verwöhnt ihn [Tasso] nur .. | Laßt seine Selbstigkeit für Liebe gelten, | Beleidigt alle Freunde, die sich euch | Mit treuer Seele widmen .. zerstöret ganz | Den schönen Kreis g-en Vertrauns! Tasso 2109 so sei es uns erlaubt hinzuzufügen, daß es .. dem freien Bürger .. gar wohl anstehe, an sich selbst g-e Tugenden auszubilden GWB341,118,3 KuARheinMain GWB21,205,1 Lj II 11~GWB52,63,5 ThS IV 12 GWBB35,112,4 Auersperg 26.9.21 K GWB7,141,11 DivNot GWB251,285,14 Wj III 15 uö 3 in (größerer) Gesellschaft stattfindend, den menschlichen Umgang fördernd, der Beziehungspflege, dem angenehmen Zeitvertreib dienend, unterhaltsam, vergnüglich a gemeinsam unternommen, in einem gesellschaftlichen Rahmen veranstaltet α von Ausflügen, Jagden, Feiern, Festessen usw die schöne Gegend blieb für eine so muntere Gesellschaft nicht unbenutzt; Wasserfahrten stellte man häufig an, weil diese die g-sten von allen Lustpartien sind GWB27,28,9 DuW 6 Herr [AW] v. Schlegel hat mir von einem anmuthigen g-en Feste zu Godesberg ein freundliches poetisches Zeugniß [Gedicht ‘Zu Goethe’s Geburtsfeier am 28sten August’] übersendet GWBB46,77,11 Adele Schopenhauer 5.9.29 Den ersten Tag gaben meine Kinder ihr [Frau von Wahl] ein g-es Gastmahl, dem Frau Gräfin Henckel, von Frorieps zu vieren und sonst gute Leute beywohnten und wo es .. ganz munter zugegangen ist GWBB46,53,15 Zelter 20.8.29 GWB27,37,1 DuW 6 GWBN6,231,16 PflanzenkultWeim GWBN6,99,24 BotanStudien [1831] uö β in zusammenfassenden Ausdrücken wie ‘g-e Zusammenkünfte, Vereine, Lustbarkeiten, Zerstreuungen’ Bis in sein funfzigstes Jahr hatte er [der Handelsmann] sich .. emsig fortbeschäftigt, und ihm war von den g- en Vergnügungen wenig bekannt worden, mit welchen ruhige Bürger ihr Leben zu würzen verstehen GWB18,160,21 Unterhaltungen GWB28,346,17 DuW 15 GWB36,51,3 TuJ 1809 uö γ in metonym Bezügen von (Tages-, Jahres-)Zeiten u Örtlichkeiten Überdieß spielte sie [Melusine] herrlich die Laute und sang dazu, und alle g-en Nächte mußten durch ihr Talent gekrönt werden GWB251,146,16 Wj III 6 meine alte Parkspielerei zu geschlängelten Wegen und g-en Räumen GWB35,93,28 TuJ 1801 GWB36,180,17 TuJ 1820 GWBB20,228,16 Cotta [2.12.08] K uö b bei gesellschaftlichen Zusammenkünften praktiziert, üblich, zur allgemeinen Ermunterung, Erheiterung bestimmt α von Spielen, Liedern, Tänzen, musikalischen, theatralischen, literarischen Darbietungen ua; mehrf ‘g-e Scherze’, meist für entsprechende Zweckdichtungen; ‘g-e Unterhaltung’ häufig generalisierend [Kreis um Friederike] man .. wollte mit g-en Spielen die Stunde des Mittagessens erwarten .. Spiele ohne Pfänder, und Pfänderlösungen ohne Küsse GWB28,14,18 DuW 11 [AW] Schlegels Sonette und dessen Bund der Kirche mit den Künsten .. Sie wurden als Muster zu g-en, ja leidenschaftlichen Recitationen und Declamationen hervorgehoben GWB36,388,7 TuJ 1807 Plp Das Chaos, Wochenblatt, Manuscript für Freunde. G-e Scherze einer geistreichen weimarischen Gesellschaft, wie aus dem Inhalt .. zu ersehen ist GWBB47,103,10 Carlyle 14.6.30 Professor von Seelus. Erklärte mir seine Art Blätter zu skelettiren und andere Kunststücke zu g-er technischer Unterhaltung GWBTgb 19.7.31 [Plan eines Bades in Berka] G-e Unterhaltung a) Musik. b) Hazardspiel?? GWBN13,324,18 SchwefelwasserBerka Schema 13.11.12 GWB29,161,3 DuW 19 GWB47,301,18 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller] GWBB26,106,15 Knebel 21.10.15 GWBB25,151,10 Leonhard 14.1.15 K Beilage uö ‘G-e Lieder’: Titel einer Gedicht-Gruppe in der Ausg.l.H. GWB1,105 Titel GWB421,109,7 Anz:Ausg.l.H. β bezogen auf die im Zusammensein, im Miteinander erzeugte Stimmungslage; in Vbdgn wie ‘g-e Freude (n), Erheiterung, g-es Vergnügen’ Auch in größerer Gesellschaft erwies er [HPSchlosser] sich angenehm und unterhaltend .. Er verschmähte nicht .. durch geistreiche lateinische Gedichte die g-en Freuden zu vermehren GWB28,94,3 DuW 12 Mein humoristischer Reisegefährte [FAWolf] erlaubte gern, daß mein vierzehnjähriger Sohn August Theil an dieser Fahrt [nach Helmstedt] nehmen durfte, und dieses gerieth zur besten g-en Erheiterung .. wobei sich denn wohl mitunter die wörtlichen Neckereien in Kitzeln und Balgen zu allgemeiner Heiterkeit .. zu steigern pflegten GWB35,206,11 TuJ 1805 uö 4 das (kultivierte) gesellschaftliche Leben, die soziale Verbundenheit, die (bessere) Gesellschaft betreffend, prägend, ausmachend; häufig in übergreifenden Vbdgn wie ‘g-es Leben, g-e Verhältnisse, Verbindungen, Zustände, Welt’ a zur Kennzeichnung einer spezifischen Qualität od Sphäre des sozialen u geistig-kulturellen Lebens; auch subst ‘das G-e’; in Affinität bes zu ‘sittlich’, abgesetzt gegen ‘ökonomisch, wissenschaftlich, religiös’ ua; in späten autobiogr Äußerungen (Tgb, Br) häufig enger auf das soziokulturelle Umfeld (G-s) bezogen, mehrf iUz ‘häuslich’, einmal ‘g-e Außenwelt’ In einer ansehnlichen Stadt geboren und erzogen, in Städten gebildet, bezog sich meine Thätigkeit auf das G-e, Sittliche und in Gefolg dessen auf das was man damals die schöne Litteratur nannte GWBN13,38,24 Morph Plp Dem Deutschen fehlt, woran seine Lage Ursache seyn mag, durchaus der Trieb, die Lust, das Bedürfniß, sich im g-en Leben zu bilden, wogegen der Franzos ganz allein von und für die Gesellschaft existirt, daher denn auch was er schriftlich äußert gewiß immer von dem größten Einflusse gekrönt wird GWBB43,367,7 Varnhagen [8.11.27] K Ottilie, erzählend von den gestrigen Aufführungen bey Schwendlers, von sonstig G-em, dem nächsten Maskenaufzug und dergleichen .. Abends Oberbaudirector Coudray, von Geschäfts- und g-en Zuständen GWBTgb 24.1.30 daß ich an meinen dichterischen und wissenschaftlichen und sonstigen geistigen Arbeiten noch gar manches zu ergänzen .. habe .. auch noch gegen die g-e Außenwelt mich gewissen Verhältnissen nicht ganz entziehen kann GWBB48,55,25 GAChKestner 27.12.30 GWBB21,101,1 Cotta [1.10.09] K GWB33,241,3 Camp GWBB27,380 Frankf Freunde 10.6.16 uö ‘das g-e Leben’ personifiziert, als Informationsquelle (iUz Zeitungslektüre) GWBB47,43,21 Zelter 29.4.30 ‘Epochen g-er Bildung’: Titel eines vierstufigen Entwurfs zur kulturhistorischen Entfaltung der ‘Kreise gebildeter Menschen’ GWB412,361,1 Epoch gesellgBildg3) b bezogen auf Personen (kreise) α die gute, vornehme Gesellschaft darstellend, weltgewandt, tonangebend, hochgestellt; mehrf neben ‘hoch’; vereinzelt Großschr Die g-en Persönlichkeiten in Karlsbad .. die Herzogin von Kurland .. Frau von der Recke .. bildeten höchst erfreulich eine herkömmliche Mitte der dortigen Zustände GWB36,31,19 TuJ 1808 Sonderung der Charaktere war ein Hauptgrundsatz griechischer bildender Kunst, Vertheilung der Eigenschaften in einem hohen g-en Kreis, er sei göttlich oder menschlich GWB491,81,22 Philostrat [aus Ilmenau:] Deshalb ich auch schließlich .. mich an Hohen und G-en Orten bestens zu empfehlen bitte GWBB49,52,4 Kanzl Müller 29.8.31 GWB32,54,7 ItR GWBB41,51,4 Blumenbach 3.6.26 K GWB36,14,20 TuJ 1807 uö β ‘die G-en’ iSv die Kulturbeflissenen, iUz ‘die Andächtigen’ u ‘die frei sich Ergötzenden’ GWBB41,62,15 Klee [17.]6.26 K 5 (gesamt-)gesellschaftlich, sozial, öffentlich, politisch [Unterhaltung zw G u Riemer] bey Gelegenheit des Paria, über die in jedem g-em Zustande sich bildende Absonderung der auf mannigfaltige Weise beschäftigten Menschen GWBTgb 1.3.24 Subordination und Urbanität sind nothwendige Stützen der öffentlichen g-en Ordnung GWB40,479,4 Monatschr 1794/954) [Diderot] der, wie Rousseau, von dem g-en Leben einen Ekelbegriff verbreitete, eine stille Einleitung zu jenen ungeheuern Weltveränderungen GWB28,65,3 DuW 11 GWB35,168,26 TuJ 1804 GWBTgb 5.12.07 uö(selten) Georg Objartel G.O.