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genick

mnd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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15 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

genick n.

Bd. 5, Sp. 3394
genick, n. der nacken, mhd. genicke (s. 2, a). 11) die form. 1@aa) wenn es Weigand mit Adelung zu nicken, nîgen zieht, so ist es doch von nacken nicht zu trennen, zu dem eine bildung genack (s. d.) bestand, im 15. jahrh. bezeugt, daneben aber genacken cervix in demselben voc. inc. teut. h 8a (g 5b, a. a. o. übersehen), also nacken nur mit ge- verstärkt und m.; bair. aber genäck n., das auch alt sein mag und zu genick die brücke bilden kann. letzteres gleichfalls im voc. inc. teut. in einer jüngeren ausg.: gnick, cervix, genack, nacke. h 3b (Dief. 115c). und diesz gleichfalls als masc.: gnick ist der hinder teil des halses, da durch den paternoster die adren ziehen zuo dem houpt, und darum, wann einer toll ist, so spricht man, er hab ein harten gnick. Terenz 1499 76b randgl. das deutet doch auf regelrechte ablautung zwischen nacken und genick, nd. nik (s. u. b), wozu die dritte form das rom. stellen kann, franz. nuque, genick, nacken, it. span. nuca, lomb. gnucca (Diez2 1, 292 fg.), worauf schon Adelung verwies, auch auf mlat. genuculum, genick, das eben aus den roman. formen gebildet ist. 1@bb) auch nd. gnikk und knikk, das gelenk im nacken Dähnert 156a, daneben aber einfach nikk 329b, wie im Brem. wb. 2, 824 'knik, wir sagen auch gnik und nik, es kommt von nacke', altmärkisch gnickbuff und knickbuff, stosz ins genick. Danneil 67a, leider fehlen ältere formen, unter denen man genicke zu erwarten hätte. dies knik kommt auch in md. aussprache vor, z. b. knickfang für genickfang, ist aber im nd. nicht aus g'nick zu begreifen. s. übrigens auch weidm. nickfang, nicken 1, b gleich genicken und nick 2 aus der Lindauer metzgersprache, also auch oberd. 1@cc) aber auch oberd. knick n. (s. d.) Fischart flöhh. 155 (dicht. 2, 7 Kurz), auch knickwirten genickwirbel Garg. 205a (Sch. 381); der jung löb loff, viel unfursichtig in die strick, der jeger schlug in mit dem pengel auf sein knick. meisterl. Berl. hs. nr. 160 (W. Grimm). dazu knicken (s. d. 5) gleich genicken, das genick brechen, z. b. einen hasen knicken H. Sachs 5, 157, 2. 159, 16 Keller, eine taube knicken; diesz knicken ist von nd. md. ursprung, tritt aber oberd. eingeführt schon im 16. jahrh. auf, es wird sich mit genick gemischt haben, zuerst im gebrauch der jäger, der küche u. ä., eine einmischung von nicken ist aber auch wahrscheinlich, s. u. genicken. 22) genick meint theils den ganzen nacken, theils den mehr hohlen theil desselben, wo das halsgelenk sitzt, auch dieses selbst (s. Adelung). 2@aa) mhd. z. b. einem sîn genicke biegen MSH. 3, 468z, sich vor ihm beugen, die kleider hat man ûf dem genicke, auf dem halse, ein dürftiger z. b. klagt: diu cleit ûf dem genicke diu sint mir leider dünne. Pfeiffer altd. übungsb. s. 138, 149. nhd.: rautensaft erwecket die schlafsüchtigen, so man ihnen das genick darmit reibet. Tabernaemont. 395; als er (kaiser Friedrich der erste) dem papst die füsz küszte und ihm derselbig den fusz auf dem (so) genick setzte u. s. w. Zinkgref 1, 23; senkte sie hier das genicke, dort zerrauft' er sich das haar. Göthe 1, 154 (rechenschaft); tritt hier hervor aus den verschlosznen thoren ein kind des siegs, so schüttle dein genicke, denn du bist frei. Rückert 137; o wirf die welt dir vom genicke und deine ichheit wirf ins meer. 346; aber Odysseus schnellte den pfeil ihm grad in die gurgel, dasz aus dem zarten genick die ehrene spitze hervordrang. Voss Od. 22, 16. 2@bb) es ist, weil es die halswirbel birgt, eine gefährdete stelle, daher folgendes: die helse haben inen (den verunglückten), als weren sie mürsch entzwey gebrochen, geschlottert und gehangen, das genick hat für blut gestarret. Kirchhof wendunm. 1, 270 Öst.; wie mancher praver cavalier hat durch eurer befördernis ins gras gebissen? wie manchem ist mit drischeln, mit kolben, mit bengeln das hirn und genick eingeschlagen? Abele gerichtsh. 1, 158, zu bauern gesagt, ein bild aus dem groszen kriege; ich wolte ihm einen stein in das genicke werfen. Chr. Weise comödien 177. das genick brechen, wie den hals brechen: da kam er (der teufel) so bald und brach im das genick. Luther bei Dietz 2, 76b; fiel von eim stul und brach das gnick. Cl. Stephani geistl. action 1568 C 8a; dann brech ich beiden das genick. Kotzebue dram. sp. 2, 180; bräch ihm der satan das genick! 2, 274; brich das genick über einen besen, wenn du nicht alt werden willst. Arnim schaub. 1, 6. auch bildlich: diesen anschlägen musz in zeiten das genicke gebrochen werden. Chr. Weise Jak. 227. 2@cc) von thieren (vergl. genicken): die erste geburt vom esel soltu lösen mit einem schaf, wo da es aber nicht lösest, so brich im das genick. 2 Mos. 13, 13; und bringe sie (die taube als opfer) dem priester, der sol ... ir den kopf abkneipen hinder dem genick, und nicht abbrechen. 3 Mos. 5, 8; und furchtbar überragen sie ihn doch (die schlangen den Laokoon) mit ihren hohen hälsen und genicken. Schiller VI, 357 var.
4958 Zeichen · 141 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    genickM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    genick , M. Vw.: s. genik*

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Genick

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Genick , des -es, plur. die -e, die Höhlung oder das Gelenk des Nackens zwischen dem ersten und zweyten Wirbelbeine;…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Genick

    Goethe-Wörterbuch

    Genick auch synkopiert ‘G’nick’ bzw ‘Gnick’, in dem lautmalerischen Neologismus ‘Knickdasknick’ (sd) auch -k- a der Nack…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Genick

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Genick , s. Nacken .

  5. modern
    Dialekt
    Genick

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    G e nick [Knek Roppenzw. Co. Bf. U. ] n. Nacken, Genick. I ch schlo g d i r ei n s in s G.! Roppenzw. s G. brëche n Co. …

  6. Sprichwörter
    Genick

    Wander (Sprichwörter)

    Genick 1. Auf hart Genick ein harter Strick. 2. Auf solch Genick gehört kein anderer Strick. 3. Das bricht ihm 's Genick…

  7. Spezial
    Genick

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|nick n. (-[e]s,-e) ‹anat› cnach m. , os dl col m. , copa dl col f. ▬ sich das Genick brechen se rumpí le cnach.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit genick

24 Bildungen · 23 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von genick

ge- + nick

genick leitet sich vom Lemma nick ab mit Präfix ge-.

genick‑ als Erstglied (23 von 23)

Genickbruch

SHW

Genick-bruch Band 2, Spalte 1249-1250

Genickfang

SHW

Genick-fang Band 2, Spalte 1249-1250

Genickjoch

SHW

Genick-joch Band 2, Spalte 1249-1250

Genicklaus

SHW

Genick-laus Band 2, Spalte 1249-1250

Genickbeule

Meyers

genick·beule

Genickbeule ( Maulwurfsgeschwulst ) entsteht bei Pferden über dem ersten Halswirbel durch Druck der Halfter (beim Zurückdrängen) oder durch …

Genickbraten

PfWB

genick·braten

Genick-braten , Genack-braten m. : 'Braten vom Nackenstück', Gnickbroode [ FR-Kl'niedh ]. Südhess. II 1249 . —

Genickbrechen

Meyers

genick·brechen

Genickbrechen , Bruch des Zahnfortsatzes des zweiten Halswirbels mit einer durch den abgebrochenen und nach hinten verschobenen Fortsatz her…

Genickdrüse

Campe

genick·druese

Die Genickdrüse , Mz. die — n , kleine, einfache Drüsen im Genicke (Glandulae cervicales ).

genicken

DWB

genic·ken

genicken , 1 1) ein mhd. genicken erscheint als verstärktes nicken, intr. sich beugen und trans. beugen, bildlich demütigen, z. b.: du giwin…

genickfänger

DWB

genick·faenger

genickfänger , m. messer mit dem man den genickfang gibt. Döbel jägerpr. 3, 105 a . auch knickfänger, nickfänger.

genickfang

DWB

genick·fang

genickfang , m. ' der stich ins genicke, welchen man mit einem spitzigen stahl thut ' Flemming teutscher jäger 106 , bei hirschen und rehen …

genickig

RhWB

ge-nickig: gənekĭχ Altk-Herdrf Betzd Wissen ; -øk- Altk-Hamm (hierfür das falsch eingesetzte genäckig ) Adj.: einer Krankheit g. sein, ausge…

Genickkrampf

Meyers

genick·krampf

Genickkrampf ( Kopfgenickkrampf, Genickstarre ), s. Gehirnhautentzündung 2) u. Nackenstarre.

Genickpump

Wander

genick·pump

Genickpump He hett 'n Genickpump weg. ( Mecklenburg. ) – Dr. K. Schiller. Er hat einen Schaden an seiner Gesundheit erlitten. Bei Danneil (6…

Genickschmerz

Campe

genick·schmerz

Der Genickschmerz , des — ens, Mz. die — en , ein Schmerz, im Genick; auch das Genickweh .

genicksteif

DWB

genick·steif

genicksteif , mit steifem nacken: so trutzig und karsch und genicksteif. B. Goltz jug. 3, 324 .

Genickstück

PfWB

genick·stueck

Genick-stück n. : 'Nackenstück des Schlachttieres', Gnickstick [ Beam Penns 43], Gnack- [ Don-Schowe Lovrin Marienfeld ]. Bad. II 365 .

Ableitungen von genick (1 von 1)

Genicke

Adelung

Das Genicke , des -s, plur. inus. ein mehrmahliges oder wiederhohltes Nicken.